Finsternthal

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Finsternthal
Gemeinde Weilrod
Wappen der ehemaligen Gemeinde Finsternthal
Koordinaten: 50° 17′ 37″ N, 8° 24′ 48″ O
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 3,8 km² [LAGIS]
Einwohner: 190 (Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Eingemeindet nach: Weilnau
Postleitzahl: 61276
Vorwahl: 06084
Karte
Lage von Finsternthal in Weilrod

Finsternthal ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilrod im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finsternthal liegt im östlichen Hintertaunus nördlich von Königstein im Taunus zwischen Treisberg, Schmitten, Seelenberg, Mauloff, Riedelbach, Neuweilnau und Altweilnau im Usinger Land. Es führen Wanderwege von Finsternthal nach Mauloff, Treisberg, Altweilnau, Neuweilnau. Ferner fließt ein kleiner Bach durch das kleine und harmonische Dorf.

Finsternthal liegt 401 m hoch und ist mit seinen 190 Einwohnern der drittkleinste Ortsteil in Weilrod.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finsternthal wurde 1230/31 als „Vinstrindale“ in einer Schenkungsurkunde des Grafen von Nassau, Heinrich II., erwähnt. Darin schenkte der Graf Finsternthal und andere Dörfer dem Deutschen Orden. Später geriet Finsterthal unter die Herrschaft der Herren von Eppstein, ging dann wieder zurück an die walramischen Linien des Hauses Nassau, zuerst an Nassau-Weilburg, dann Nassau-Usingen. 1895 wurde der Deutsche Hof erbaut.

Im Jahr 1937 baute Finsternthal den Löschwasserteich in ein Freibad um. Heute sind von dem kleinen Becken keine Reste mehr erhalten.[2]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinden Finsternthal sowie weitere Gemeinden am 1. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Weilnau zusammen,[3] bevor diese Gemeinde am 1. August 1972 mit mehreren bis dahin selbstständigen Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Gemeinde Weilrod zusammengeschlossen wurde.[4][5]

Schulgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich wurden die Kinder aus Finsternthal in Altweilnau unterrichtet, zu dessen Pfarrei Finsternthal gehörte. 1691 wurde ungewöhnlicherweise genehmigt, dass eine Frau in Finsternthal unterrichten sollte: Anna Maria Lehr, die Gattin des Schultheißen Johannes Lehr. Aus dem Jahr 1749 ist der Name des Lehrers Georg Philipp Fischer überliefert. 1817 bildeten Mauloff, Treisberg und Finsternthal einen Schulverband und erbauten 1822/23 eine gemeinsame Schule in Finsternthal. 1846 erbaute Treisberg eine Schule und schied genauso wie Mauloff aus dem Schulverband aus. 1939 wurde die Schule in Finsterntal geschlossen und 1943 der Schulverband aufgrund geringer Schülerzahlen erneuert. Nach dem Krieg wurde die Schule in Finsternthal wiedereröffnet. Die Schulreform von 1964 beendete die Schulgechiche in Finsternthal. Nun besuchten die Kinder die Mittelpunktgrundschule in Rod an der Weil und die weiterführenden Schulen in Riedelbach, Usingen und Neu-Anspach. Das Schulgebäude in der Straße Am Borngarten wurde am ab 1977 als Gaststätte „Zur alten Schule“ genutzt und ist heute ein Wohnhaus.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jährliche „Backesfest“ der „Backesleut“ im Juni ist das bekannteste Volksfest im Ort. Daneben wird ebenfalls im Jahresrhythmus das Feuerwehrfest der 1932 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr abgehalten.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Kulturdenkmäler in Finsternthal

Altes Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1790. 1993/94 erfolgte die letzte Sanierung. Das dekorative Fachwerkgebäude enthält auch das Backhaus oder mundartlich Backes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finsternthal ist aus Richtung Westen (Idstein, Bad Camberg, Niedernhausen, Bundesautobahn 3), Osten (Usingen, Bad Nauheim, Bundesautobahn 5) sowie Süden (Frankfurt am Main, Bad Homburg vor der Höhe, Oberursel, Bundesautobahn 661) über die Bundesstraße 275 zu erreichen, die durch das benachbarte Riedelbach verläuft. Vom Hauptort Weilrod aus führt die Weiltalstraße (hier Landstraße 3025) an Finsternthal vorbei. Finsternthal selbst liegt an keiner wichtigen Verkehrsader und besitzt daher nur wenig Durchgangsverkehr.

Von Südwesten kommend verläuft die Hochtaunusstraße auf der B 275. Bei Altweilnau-Landstein, etwa zwei Kilometer nordöstlich von Finsternthal, stößt die Bundesstraße auf die Deutsche Alleenstraße, die nun dem Verlauf der B 275 folgt, die Hochtaunusstraße setzt sich aber ab dieser Stelle auf der Landstraße 3041 in Richtung Osten fort.

Von Riedelbach aus verkehrt der Bus 82 über Finsternthal montags bis freitags alle zwei Stunden nach Bahnhof [Neu-Anspach], abends und an Wochenenden ist der Ort nur mit einem Anrufsammeltaxi (AST82) erreichbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Finsternthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Finsternthal im Internetauftritt der Gemeinde Weilrod, abgerufen am 25. März 2018.
  2. Alexander Schneider: Wer einst in den acht Badeanstalten so alles Plantschte; in: Taunuszeitung vom 19. Juni 2018, S. 17.
  3. Der Hessische Minister des Innern: Zusammenschluß der Gemeinden Altweilnau, Finsternthal, Mauloff, Neuweilnau und Riedelbach im Landkreis Usingen zur neuen Gemeinde „Weilnau“ vom 30. November 1970. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 50, S. 2339, Punkt 2337 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,8 MB]).
  4. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 276
  6. Corinna Appel: Wie Kinder früher lernten; in: Taunuszeitung vom 8. August 2018, S. 15.