Riedelbach (Weilrod)

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Riedelbach
Gemeinde Weilrod
Wappen von Riedelbach
Koordinaten: 50° 18′ 5″ N, 8° 23′ 37″ O
Höhe: 433 m ü. NN
Fläche: 8,64 km² [LAGIS]
Einwohner: 1027 (Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Eingemeindet nach: Weilnau
Postleitzahl: 61276
Vorwahl: 06083
Karte
Lage von Riedelbach in Weilrod
Luftbild Riedelbach
Luftbild Riedelbach

Riedelbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilrod im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riedelbach liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus, nordwestlich des Großen Feldberg. Das Dorf liegt in einer nach Nordosten öffnenden Talmulde, die den gleichnamigen Bach zum Weiltal hin abfließen lässt, wo er bei Neuweilnau in die Weil mündet. Die Bundesstraße 275 führt am Ort vorbei. Die Gemarkung liegt in einer Höhenlage von 380 Meter bis 545 Meter über NN. Die höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Wolfsküppel mit einer Höhe von 545 m ü. NN.

Nachbarorte sind Cratzenbach (nördlich), Neuweilnau (nordöstlich), Finsternthal (südöstlich), Mauloff (südlich), Reichenbach (südwestlich) und Steinfischbach (südwestlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1316 erstmals schriftlich erwähnt, vermutlich dürfte es nach seiner Namensform in der Zeit des Hochmittelalters (etwa zwischen 900 und 1200) entstanden sein. 1394 wurde es „Rodylnbach“ genannt. 1520 hieß der Ort „Rottelbach“. Der Dreißigjährige Krieg machte dem Dorf, wie auch vielen umliegenden Dörfern, schwer zu schaffen. Im Jahre 1615 lebten 170 Menschen im Ort, 25 Jahre später waren es nur noch 30 Personen. Im Jahre 1835 wurde im alten Rathaus vom ersten Riedelbacher Schullehrer unterrichtet. 1842 wurde das neue Schulgebäude, das heute den Kindergarten beheimatet, eingeweiht.

1929 wurde in Riedelbach ein Freibad gebaut. Heute sind von dem 43 mal 18 Meter großen Becken keine Reste mehr erhalten.[2]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinden Riedelbach sowie weitere Gemeinden am 1. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Weilnau zusammen,[3] bevor diese Gemeinde am 1. August 1972 mit mehreren bis dahin selbstständigen Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Weilrod zusammengeschlossen wurde.[4][5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Kulturdenkmäler in Riedelbach

Riedelbacher Heide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb des Dorfes, in der Nähe des Riedelbacher Segelflugplatzes und der Rennstraße, hat sich die bedeutsame Riedelbacher Heide mit dem größten Wacholderbestand im Hintertaunus erhalten. Von dort hat man einen guten Fernblick auf den Pferdskopf. Die Riedelbacher Heide dient im Sommer sowie im Winter als Treffpunkt der Riedelbacher Jugend.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max-Ernst-Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max-Ernst-Schule
Dorfgemeinschaft

Im Nordwesten von Riedelbach befindet sich die Max-Ernst-Schule der Gemeinde Weilrod. Diese ist eine Haupt- und Realschule mit angeschlossener Nachmittagsbetreuung. Im Jahr 1967 wurde das Schulzentrum „Weil-Ems“ mit einer Grund-, Hauptschule mit Förderstufe und einer Turnhalle gebaut. Von 2005 bis 2008 wurden umfangreiche Erweiterungs- und Umbauten am Gebäudekomplex durchgeführt. Am 6. September 2008 fand die offizielle Einweihungsfeier der neuen Schule und die Namensänderung der Haupt- und Realschule in „Max-Ernst-Schule“ statt.

Grundschule "Am Sommerberg"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundschule wurde im Jahr 1967 als Schulzentrum „Weil-Ems“ gebaut. Im Jahr 1972 wurde diese selbständig. 1995 wurde mit dem Erweiterungsbau begonnen und 1997 erfolgte die Einweihung und neue Namensgebung für die Mittelpunktgrundschule Riedelbach. 2000 wurde die neue Sporthalle eingeweiht und seit 2007 wurde ein pädagogisches Nachmittagsprogramm eingeführt. Das Einzugsgebiet der Grundschüler reicht von den Orten Altweilnau, Finsternthal, Mauloff, Neuweilnau, Riedelbach (alle Gemeinde Weilrod), Hunoldstal, Brombach, Treisberg (alle Gemeinde Schmitten) und aus dem angrenzenden Rheingau-Taunus-Kreis mit den Orten Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems (alle Gemeinde Waldems).

Segelflug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Ortes befindet sich das Segelfluggelände Riedelbach (514 m MSL). Das Gelände ist damit eines der am höchsten gelegenen Fluggelände Hessens. Der Platz wird betrieben vom Sportfliegerclub Riedelbach e.V.[6] Dort findet in der Mehrheit Segelflugbetrieb mit den vereinseigenen Segelflugzeugen sowie dem vereinseigenen Motorsegler statt. Der Platz hat zum Windenstart eine Seilwinde vom Typ "Tost", die über rund 1000 m Seilauszug verfügt.

Windpark Weilrod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark Weilrod vom Aussichtsturm Pferdskopf. Links der Sommerberg (drei WEA), dahinter der Stückelberg und das Kuhbett. Bildmitte Teilortsansicht von Riedelbach

Auf der nordwestlich verlaufenden bewaldeten Feldberg-Langhals-Pferdskopf-Scholle, im Gebiet zwischen Riedelbach (südlich), Dombach (westlich) und Cratzenbach (nordöstlich), seitlich der althistorischen Rennstraße, begannen im Februar 2014 die Bauarbeiten für die Errichtung von 7 Windkraftanlagen (WEA) des Typ Nordex N117/2400 vom Hersteller Nordex SE, mit einer Maximalhöhe von 199 m.[7] WEA 7 wurde etwa 900 m südöstlich des Eichelbacher Hof errichtet. Drei weitere WEA (1-3) wurden westlich in unmittelbarer Nähe des Daubhauses, welches in einem Nebental des Dombachtal liegt, errichtet.[8] Für die Standorte dieser WEA mussten am Sommerberg größere Felsgrauwacken beseitigt werden. Als Projektierer und Generalunternehmer fungierte die ABO Wind AG aus Wiesbaden.

Wie bei solchen Windenergieprojekten in Waldlandschaften üblich, wurden für die 7 WEA größere Waldflächen mit dem Einsatz von Holzvollernter entwaldet und anschließend gerodet. Weiterhin wurde die Rennstraße und seitlich abgehende vorhandene Waldwege für den Transport der Baumaterialien und Anlagenbauteile zu Baustraßen umgewandelt, sowie seitlich der angelegten Baustraßen die Erdkabel zu den einzelnen WEA verlegt.

Der Windpark gehört zu 80 Prozent der Wiesbadener ABO Invest AG, die sich als "Bürgerwindaktie" vermarktet und an der nach eigenen Angaben rund 5.000 Aktionäre beteiligt sind.[9] Die Ertragsdaten des Windparks Weilrod sind im Internet abrufbar.[10] Laut Prognose soll der Windpark in einem durchschnittlichen Windjahr 49 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. 2015 wurde die Prognose knapp und 2016 deutlich verfehlt.

Energie-Erlebnis-Tour Weilrod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte namenlose Erhebung (492 m), rechts dahinter der Sommerberg vom Dombachtal aus betrachtet mit dem Standort der Windkraftanlagen 1–3

Im Zusammenhang mit dem Windpark hat ABO Wind 2015 die Energie-Erlebnis-Tour Weilrod eröffnet.[11] Der fünf Kilometer lange Rundweg beginnt und endet im Ortsteil Cratzenbach. Schautafeln, Spiel- und Quizstationen bieten Informationen zur Geschichte der Energienutzung sowie unterhaltende Elemente.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Riedelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riedelbach im Internetauftritt der Gemeinde Weilrod, abgerufen am 25. März 2018.
  2. Alexander Schneider: Wer einst in den acht Badeanstalten so alles Plantschte; in: Taunuszeitung vom 19. Juni 2018, S. 17.
  3. Zusammenschluß der Gemeinden Altweilnau, Finsternthal, Mauloff, Neuweilnau und Riedelbach im Landkreis Usingen zur neuen Gemeinde „Weilnau“ vom 30. November 1970. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 50, S. 2339, Punkt 2337 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,8 MB]).
  4. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, § 1 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  5. Karl-Heinz Gerstemeier, Karl Reinhard Hinkel: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Hrsg.: Hessischer Minister des Inneren. Bernecker, Melsungen 1977, DNB 770396321, OCLC 180532844, S. 276.
  6. Sportfliegerclub Riedelbach im Internet
  7. Präsentation ABO Wind Projekt Windpark Weilrod (PDF-Dokument)
  8. Bürgerinitiative Rennstraße (offizielle Homepage)
  9. Konzept der Bürgerwindaktie ABO Invest AG, Homepage, abgerufen am 3. Januar 2017.
  10. Ertragsdaten Windpark Weilrod, Homepage, abgerufen am 3. Januar 2017.
  11. Energie-Erlebnis-Tour Weilrod, Abgerufen am 14. August 2017.
  12. Was der Eisbär im Taunus macht. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. Dezember 2015.