Sächsisches Staatsministerium für Kultus

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Sächsisches Staatsministerium für Kultus
— SMK —
Wappen des Freistaates Sachsen
Staatliche Ebene Land
Stellung Oberste Landesbehörde
Gründung 1990
Hauptsitz Dresden, Sachsen
Behördenleitung Brunhild Kurth (CDU), Staatsministerin
Haushaltsvolumen 3,16 Mrd. Euro (2016)[1]
Website www.smk.sachsen.de
Blick auf das Gebäude der beiden Staatsministerien für Finanzen und für Kultus

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) ist als Kultusministerium eine Oberste Landesbehörde des Freistaates Sachsen mit Sitz in der Landeshauptstadt Dresden. Es ist seit der Gründung des Freistaates 1990 die oberste Schulbehörde. Seit dem 22. März 2012 wird das Staatsministerium von Brunhild Kurth (CDU) als Staatsministerin für Kultus geleitet, Staatssekretär ist Frank Pfeil. Das Ministerium befindet sich im Westflügel des Gebäudes des Finanzministeriums am Carolaplatz 1 im Dresdner Regierungsviertel in der Inneren Neustadt.

Aufgaben des Ministeriums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf schulischer Ebene ist das Ministerium für das allgemeinbildende und berufliche Schulwesen sowie überregionale Angelegenheiten der Bildungspolitik verantwortlich. Es stellt Schulentwicklungsplanungen an und legt Richtlinien für den Schulhausbau und dessen Ausstattung fest. Auch die Angelegenheiten der Lehrer befinden sich im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums. Es ist für deren Fort- und Weiterbildung, Lehramtsprüfungen und für Ausbildungs- und Prüfungsordnungen zuständig.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus arbeitet mit dem Landesbildungsrat, dem Landeselternrat und dem Landesschülerrat zusammen. Es genehmigt Modellversuche an Schulen und Schulen in freier Trägerschaft. Es erarbeitet die Lehrpläne für die Schularten und soll das Erlernen von Fremdsprachen sowie die Beziehungen zwischen Religionsgemeinschaften und dem Staat fördern. Zudem soll das Ministerium für die kulturelle Förderung an Schulen beitragen, zum Beispiel durch Organisation und Unterstützung von Schülerwettbewerben oder Jugendbegegnungen.

Ein weiteres Aufgabenfeld des Ministeriums ist die Heimatpflege.

Bis März 2012 war das Staatsministerium für Kultus und Sport auch für die sächsische Sportpolitik zuständig. Es hatte die Aufgabe, den Breiten- sowie den Leistungssport zu fördern, den Sportstättenbau voranzutreiben und zur Finanzierung des Sportes beizutragen. Dieser Aufgabenbereich wurde von Ministerpräsident Stanislaw Tillich jedoch in den Zuständigkeitsbereich des Sächsischen Staatsministeriums des Innern überwiesen.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus ist Schulträger:

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus besteht aus den Büros des Staatsministers und des Staatssekretärs und dem Pressebüro. Danach existieren vier Abteilungen, denen jeweils Referate zugeteilt sind (z. B. Referat 11 zur Abteilung 1).[2] Die Abteilungen lauten wie folgt:

  • Abteilung 1: Zentrale Dienste
  • Abteilung 2: Lehrer und Ressourcen
  • Abteilung 3: Grundsatz, Berufsbildende Schulen
  • Abteilung 4: Allgemein bildende Schulen, Kindertagesbetreuung

Nachgeordneter Geschäftsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus sind mehrere Behörden nachgeordnet (§ 11 SächsVwOrgG).

Die Sächsische Bildungsagentur (SBA) mit Sitz in Chemnitz nimmt hauptsächlich die Aufgaben der Schulaufsicht wahr.[3] Darüber hinaus obliegt ihr die Ausbildung der Lehramtsanwärter und Studienreferendare. Direktor ist Béla Bélafi.[4]

Die Sächsische Bildungsagentur hat fünf Regionalstellen. Die Regionalstelle Bautzen (SBAB) ist zuständig für den Landkreis Bautzen und den Landkreis Görlitz, die Agentur in Chemnitz (SBAC) für die kreisfreie Stadt Chemnitz, den Erzgebirgskreis und den Landkreis Mittelsachsen, die Regionalstelle Dresden (SBAD) ist zuständig für die kreisfreie Stadt Dresden, den Landkreis Meißen und den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Regionalstelle Leipzig (SBAL) ist für die kreisfreie Stadt Leipzig, den Landkreis Leipzig und den Landkreis Nordsachsen zuständig, Zwickau (SBAZ) ist als regionale Behörde für den Landkreis Zwickau und den Vogtlandkreis zuständig.[5]

Daneben existiert das Sächsische Bildungsinstitut (SBI) mit Sitz in Radebeul, das verschiedene Dienstleistungen für das SMK abwickelt, darunter die Erstellung der Lehrpläne und die Lehrerfortbildung. Es betreibt eine Außenstelle als Fortbildungs- und Tagungszentrum auf Schloss Siebeneichen in Meißen.

Dem SMK unmittelbar nachgeordnet ist auch die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung.

Vorgängerbehörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kultusministerium gab es seit 1831 bis zur Auflösung des Landes Sachsen 1952, wenn auch unter wechselnden Namen: seit 1831 Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts, seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts, seit 1923 Ministerium für Volksbildung (bis 1952). Bis 1926 nahm das Ministerium auch wesentliche Leitungsfunktionen für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens wahr.

Direkter Vorläufer des Ministeriums des Cultus und öffentlichen Unterrichts vor 1831 waren das Oberkonsistorium und der Kirchenrat in Dresden.

Minister der Vorgängerbehörden waren:

Das heutige Schulwesen in Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der vierjährigen Grundschule erfolgt die Unterteilung in Gymnasium und Oberschule. Die Bildungsempfehlung für das Gymnasium gibt es seit 2010 ab einem Notendurchschnitt von 2,0 für die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Im Jahr 2005 wurde die Grenze von 2,0 auf 2,5 abgesenkt, die schwarz-gelbe Staatsregierung hob diese Änderung 2010 wieder auf und führte zusätzlich zu Deutsch und Mathematik noch den Sachunterricht als durchschnittsbestimmendes Schulfach ein.[6]

Im Gymnasium haben die fünfte und sechste Klasse eine orientierende Funktion, ein Wechsel zu einer anderen Schulart ist möglich. Ab der achten Klasse existieren Profile, die zehnte Klasse bereitet auf die gymnasiale Oberstufe vor. In der elften und zwölften Klasse wird in Kursen (Grundkurse/Leistungskurse, mit der Möglichkeit der Fächerabwahl) unterrichtet und im Punktesystem bewertet. Das Abitur absolviert ein Schüler nach zwölf Jahren, dabei sind die schriftlichen Abiturprüfungen zentral gestellt. Mit dem Abitur erwirbt der Absolvent die allgemeine Hochschulreife.

In der Oberschule (bis 2013 Mittelschule) besteht eine Orientierungsstufe in der fünften und sechsten Klasse, ein Wechsel zu einer anderen Schulart ist möglich, jedoch wegen eines bisher (größtenteils) fehlenden Unterrichts in einer zweiten Fremdsprache schwierig. Ab der siebten Klasse erfolgt eine Trennung in Haupt- und Realschüler. Je nach Organisation der Schule können sie weiterhin gemeinsam eine Klasse besuchen, werden jedoch in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Physik, Chemie, Biologie getrennt unterrichtet. Außerdem gibt es ab der siebten Klasse ein Profilfach. Hauptschüler verlassen nach der neunten Klasse die Schule, entweder ohne oder mit Prüfung (qualifizierender Hauptschulabschluss). Realschüler werden am Ende der zehnten Klasse in der Regel vier schriftlichen und bis zu zwei mündlichen Prüfungen unterzogen. Das sind Deutsch (eventuell Sorbisch in der Lausitz), Mathematik, Englisch (besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil) und ein naturwissenschaftliches Fach (Biologie, Chemie oder Physik). Nach der Auswertung der schriftlichen Prüfungen bekommt der Schüler mitgeteilt, in welchem Fach er mündlich geprüft wird. Dies wird vom Schüler beantragt und von den Lehrern bestimmt. Nach Konsultationen, in denen der Lehrstoff wiederholt wird, folgt die mündliche Prüfung. Die Prüfungskommission besteht in der Regel aus dem Schulleiter und zwei Fachlehrern. Die Endnote setzt sich aus 50 Prozent Vornote und 50 Prozent Prüfungsnote zusammen.

Nach Oberschule oder Abitur gibt es die Möglichkeit der dualen Ausbildung (Betrieb und Berufsschule) oder die Berufsfachschule. Für Oberschüler gibt es die Möglichkeit in drei Jahren das Abitur (allgemeine Hochschulreife) an einem beruflichen Gymnasium zu erwerben. Außerdem gibt es die Möglichkeit als Oberschüler in zwei Jahren an einer Fachoberschule – mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (fachrichtungsbezogen) in einem Jahr – die Fachhochschulreife zu erreichen.

Ferner existiert der Zweig der Förderschulen.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus betreibt gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden und dem Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen die online verfügbare Sächsische Schuldatenbank.

Bildungspolitische Entscheidungen seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulgesetz vom 3. Juli 1993 ist die Grundlage des Schulwesens. § 1 bestimmt den Erziehungs- und Bildungsauftrag durch das Recht eines jeden jungen Menschen auf eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Erziehung und Bildung ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage. Den Schülern sollen, anknüpfend an die christliche Tradition im europäischen Kulturkreis, Werte wie Ehrfurcht vor allem Lebendigen, Nächstenliebe, Frieden und Erhaltung der Umwelt, Heimatliebe, sittliches und politisches Verantwortungsbewusstsein, Gerechtigkeit und Achtung vor der Überzeugung des anderen, berufliches Können, soziales Handeln und freiheitliche demokratische Haltung vermittelt werden (Abs. 2).

Seit der deutschen Wiedervereinigung fanden immer wieder Überprüfungen der Lehrer nach früherer Tätigkeit für die Stasi statt.

Nach der PISA-Studie in der deutschen Bildungslandschaft fand ein Vergleich zwischen den einzelnen deutschen Ländern statt. Dabei erzielten das Land Baden-Württemberg sowie die Freistaaten Bayern und Sachsen die besten Ergebnisse. Im Jahr 2004 erging im Rahmen der generellen Erstellung neuer Lehrpläne durch das vom SMK beauftragte Comenius-Institut die Entscheidung Astronomie als eigenständiges Fach an der Oberschule und am Gymnasium zehnte Klasse abzuschaffen und in Physik einzugliedern, ebenso wird Geschichte und Geographie nur noch bis zur neunten Klasse behandelt und wird in der zehnten Klasse wahlobligatorisch vertieft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haushaltsplan 2015/2016. Gesamtplan, Haushaltsgesetz, Gesamtpläne, Übersichten zu den Haushaltsplänen. In: finanzen.sachsen.de. Sächsisches Staatsministerium der Finanzen (SMF), S. 19, abgerufen am 23. Februar 2016 (PDF; 2,3 MB).
  2. Organigramm. In: smk.sachsen.de. Staatsministerium für Kultus, 1. Januar 2016, abgerufen am 23. Februar 2016 (PDF; 90 kB).
  3. Seiten der Sächsischen Bildungsagentur
  4. Direktor der Sächsischen Bildungsagentur
  5. VwV Organisation SBA/SBI
  6. Wechsel an weiterführende Schularten