Samtgemeinde Brome

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Samtgemeinde Brome
Samtgemeinde Brome
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Brome hervorgehoben

Koordinaten: 52° 36′ N, 10° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Fläche: 203,89 km2
Einwohner: 16.337 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: GF
Verbandsschlüssel: 03 1 51 5402
Verbandsgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Bahnhofstraße 36
38465 Brome
Website: www.samtgemeinde-brome.de
Samtgemeinde
bürgermeisterin
:
Manuela Peckmann (CDU)
Lage der Samtgemeinde Brome im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
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Die Samtgemeinde Brome ist eine Samtgemeinde im niedersächsischen Landkreis Gifhorn. Die sieben Gemeinden Bergfeld, Brome, Ehra-Lessien, Parsau, Rühen, Tiddische und Tülau schlossen sich 1974 zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammen. Die Samtgemeinde umschließt das unbewohnte gemeindefreie Gebiet Giebel im namensgebenden Giebelmoor als Enklave. Eine weitere Samtgemeinde Brome bestand von 1965 bis 1974.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Brome liegt am Südostrand der Lüneburger Heide und nördlich der Volkswagenstadt Wolfsburg im Städtefünfeck Wolfsburg, Gifhorn, Wittingen, Salzwedel und Klötze. Die Höhenlage beträgt 56 (im Südosten) bis 111 m über NHN (im Nordosten). Im Süden liegen der Vorsfelder Werder und östlich davon der Drömling, der Norden wird als Bromer Land bezeichnet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen, sind dies: Sassenburg, Wittingen, Wahrenholz, Beetzendorf, Klötze, Giebel (gemeindefreies Gebiet), Grafhorst, Wolfsburg und Jembke.

Samtgemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 7 Mitgliedsgemeinden mit ihren zugehörigen Ortsteilen und Siedlungen
Gemeinde Einwohner (Hauptwohnsitz)

(31. Dez. 2015)
Fläche:
in km²
Dichte
in Einw./km²
Ortsteile/Siedlungen
Gemeinde Bergfeld   894 10,60  84 Bergfeld
Flecken Brome 3209 36,66  88 Altendorf, Benitz, Brome, Wiswedel, Zicherie
Gemeinde Ehra-Lessien 2291 56,08  41 Ehra, Lessien
Gemeinde Parsau 1860 29,33  63 Ahnebeck, Croya, Parsau, Kaiserwinkel
Gemeinde Rühen 5488 30,89 178 Brechtorf, Eischott, Rühen
Gemeinde Tiddische 1256 16,78  75 Hoitlingen, Tiddische
Gemeinde Tülau 1480 23,53  63 Tülau-Fahrenhorst, Voitze

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Samtgemeinde Brome wurde am 1. Juli 1965 gegründet. Sie umfasste die damals selbstständigen Gemeinden Brome, Zicherie, Altendorf, Benitz, Wiswedel und Voitze. Dazu kamen am 1. Januar 1970 die Gemeinden Tülau-Fahrenhorst und Ehra-Lessien. Am 1. Juli 1972 wurde südlich davon die Samtgemeinde Rühen gegründet, die die Gemeinden Rühen, Tiddische, Bergfeld und Parsau (entsprechend dem heutigen Gemeindezuschnitt) umfasste. Die erste Samtgemeinde Brome wurde zum 1. März 1974 aufgelöst, um am 15. März 1974 unter Einschluss der Mitgliedsgemeinden der früheren Samtgemeinde Rühen neugegründet zu werden. Brome blieb Sitz der Samtgemeindeverwaltung, während Rühen wichtige Schulen und eine Großturnhalle erhielt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Niedersächsischen Landesamt für Statistik wohnten 2007 in der Samtgemeinde Brome 15.508 Menschen in 4687 Gebäuden mit insgesamt 6078 Wohnungen bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 46,0 m² je Person. 20,5 % der Bevölkerung waren 2007 unter 18 Jahre alt, 8,0 % zwischen 18 und 25, 29,3 % zwischen 25 und 45, 26,4 % zwischen 45 und 64, und 15,8 % waren 65 Jahre alt oder älter. Die Arbeitslosenquote lag bei durchschnittlich 6,9 % (Männer: 4,6 %, Frauen: 10,3 %). 5463 Menschen pendelten regelmäßig aus der Samtgemeinde heraus, 711 herein.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus der Samtgemeinde in Brome

Samtgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Samtgemeinde Brome besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern beträgt normalerweise 32 Ratsmitglieder.[3] Auf Beschluss des Samtgemeinderates wurde diese Zahl um zwei Ratsmitglieder reduziert.[4] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die kommende Amtszeit beginnt am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Samtgemeinde ist außerdem die hauptamtliche Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann (CDU).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 hatte das folgende Ergebnis:[5]

Samtgemeindebürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl zum Samtgemeindebürgermeister am 25. Mai 2014 erhielt Manuela Peckmann (CDU) die absolute Mehrheit der Stimmen.[6] Am 1. November 2014 löste sie Jürgen Bammel (parteilos) im Amt des Samtgemeindebürgermeisters ab.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brome ist ein Unterzentrum, während die einwohnerstärkere Gemeinde Rühen diesen Status nicht hat.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Silber und Rot durch Zinnenschnitt geteilt, unten ein blaubewehrter, schreitender, goldener Löwe, darüber ein wachsender roter Turm mit roter Haube“.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1983 besteht zwischen der Samtgemeinde Brome und der französischen Stadt La Guerche-de-Bretagne eine Städte-Partnerschaft. Im jährlichen Wechsel finden offizielle Besuche statt, die die Einwohner aktiv mitgestalten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg, Brome, Burghof mit Hauptgebäude

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hauptgebäude der Burg ist heute das Heimatmuseum untergebracht. Schwerpunkt ist „Das alte Handwerk im Flecken Brome“ mit 17 komplett eingerichteten Werkstätten, in denen die Handwerke an „Aktiv-Wochenenden“ vorgeführt werden.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burganlage Burg Brome besteht aus dem mittelalterlichen kleineren Ostflügel und dem langgestreckten nördliche Hauptflügel. Dazwischen erhebt sich im Innenhof der Treppenturm mit rund 23 Meter Höhe. Das zweigeschossige Hauptgebäude hat die Maße von 37 × 9 Meter und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Es ist mit Backsteinen im alten Klosterformat restauriert worden. In seinem Kellergeschoss befinden sich in zwei Räumen Kreuzgewölbe.

Seit 1976 wird die Burg als Heimatmuseum genutzt, dessen Schwerpunkt in der Darstellung der ländlichen Selbstversorgung und des alten Handwerks (unter anderem Schmied, Schuhmacher, Drechsler, Tischler) im Bromer Land liegt. Weitere Angebote sind ein mittelalterlicher Kräutergarten, eine Korbimkerei sowie als Restauration ein Museumscafé.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätte für Kurt Lichtenstein bei Zicherie
NS-Gedenkstätten in Rühen

Etwa einen Kilometer nördlich von Rühen an der B 244 befindet sich eine Kriegsgräberstätte mit einem Denkmal und einem Kreuz. Hier sind während des Zweiten Weltkrieges 76 Tote bestattet worden, die in Zwangsarbeiterlagern der Umgegend verstorben sind. Es handelt sich überwiegend um sowjetische Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit im Volkswagen-Werk im nahen Wolfsburg leisteten.

Auf dem Friedhof in Rühen erinnert eine Gedenktafel an das Schicksal von etwa 100 umgekommenen polnischen und sowjetischen Säuglingen 1944 und 1945. Diese kamen aus einem Kinder- bzw. Pflegeheim für Säuglinge und Kleinkinder von ausländischen Zwangsarbeiterinnen, die in der Industrie in Wolfsburg und in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt waren. Das Heim bestand am Ortsrand an der heutigen B 244 zwischen Rühen und der Brücke des Mittellandkanals. Wegen der mangelhaften hygienischen Verhältnisse und der schlechten Versorgung verstarben die meisten Kinder.

Gedenkstätte für ein Opfer der innerdeutschen Grenze

An der Kreisstraße 85 zwischen Zicherie und Kaiserwinkel befindet sich eine Gedenkstätte, die an den Dortmunder Journalisten Kurt Lichtenstein erinnert. Er wurde an dieser Stelle am 12. Oktober 1961 von Grenztruppen der DDR angeschossen, als er mit Landarbeitern auf DDR-Gebiet sprechen wollte, und starb kurz darauf in einem DDR-Krankenhaus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Bundesstraßen, die B 244 und B 248, verbinden alle Nachbargebietseinheiten und schaffen eine gute Verkehrsanbindung zur Autobahn A 2/A 39. Ein dichtes Landes- und Kreisstraßennetz sowie Gemeindeverbindungs- und Wirtschaftswege verbinden die Orte miteinander.

Der für die Binnenschifffahrt wichtige Mittellandkanal führt quer durch das südliche Samtgemeindegebiet. Eine Anlegestelle besteht an der Lände Rühen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samtgemeinde Brome – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Regionalbericht 2008 (PDF) IHK Braunschweig, abgerufen am 31. März 2014
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 16. September 2014.
  4. Satzung über die Verringerung der Zahl der zu wählenden Ratsfrauen und Ratsherren in der Samtgemeinde Brome, abgerufen am 31. Dezember 2014
  5. Ergebnisse bei samtgemeinde-brome.de, abgerufen am 12. September 2016
  6. Absolute Mehrheit für Manuela Peckmann. waz-online.de, abgerufen am 15. Juni 2014