Bergfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bergfeld
Bergfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bergfeld hervorgehoben

Koordinaten: 52° 33′ N, 10° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 10,6 km2
Einwohner: 894 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38467
Vorwahl: 05368
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 19
38467 Bergfeld
Bürgermeisterin: Ute Düsterhöft (CDU)
Lage der Gemeinde Bergfeld im Landkreis Gifhorn
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Über dieses Bild
Hauptstraße mit Turm der Schule, Blickrichtung Nord

Bergfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergfeld liegt zwischen den Naturparks Südheide und Drömling an der Kleinen Aller in der geschichtlichen Landschaft des Vorsfelder Werders. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Brome an, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Brome hat. Die Wasserscheide zwischen Elbe und Weser verläuft durch die Gemarkung.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umliegende Ortschaften sind Parsau, das drei Kilometer östlich liegt, Tiddische vier Kilometer südwestlich, Tülau vier Kilometer nördlich und Ehra-Lessien fünf Kilometer nordöstlich. Bergfeld grenzt nordwestlich auch an die Gemarkung Barwedel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlung Bergfeld ist wendischen Ursprungs und geht vermutlich auf das 6. bis 8. Jahrhundert zurück. Der Name Bergfeld ist vermutlich eine Zusammensetzung des deutschen Wortes Feld und des slawischen brêgu. Beide Worte bedeuten dasselbe, ein Feld, oder zu jener Zeit häufig auch ein Uferstück. Auch die Flurnamen um Bergfeld sind slawischen Ursprungs.[2] Nach einer anderen Deutung bedeutet der Name Berg-Feld, also ein Feld auf der leichten Anhöhe, auf der der Ort liegt.[3] Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 1135 als Bergfelde, als es zum Besitz des Klosters zu Königslutter gehört. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. Bergfeld besaß nie eine eigene Kirche, sondern ist nach Parsau gepfarrt.

Altes Ortsschild in Bergfeld

1742 wurde das Amt Vorsfelde gegründet, dem auch Bergfeld angehörte. 1807 erfolgte die Auflösung des Amtes Vorsfelde durch die französische Besatzungsmacht, danach gehörte Bergfeld bis 1813 zum Kanton Vorsfelde im Distrikt Helmstedt, im Departement der Oker des Königreiches Westphalen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam Bergfeld in den damals neu gegründeten Landkreis Helmstedt. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 20 Bauernhöfe. 1870 wurde ein Friedhof angelegt, 1881 eine Kyffhäuser-Kameradschaft gegründet.

Ein Schulhaus mit Glockenturm wurde errichtet. Um 1900 wurde Bergfeld zu einem Haufendorf. 1903 erfolgte die Gründung des Männergesangvereins. Im Ersten Weltkrieg starben 14 Soldaten aus Bergfeld, für die 1920 ein Kriegerdenkmal eingeweiht wurde. Ebenfalls 1920 wurde Bergfeld an das Stromnetz angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg starben 32 Soldaten aus Bergfeld.[4] Am 11. April 1945 nahmen amerikanische Truppen Bergfeld ein. 1948 wurde die erste Friedhofskapelle erbaut, 1949 eine Volksbücherei gegründet.

Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945–1950 hatte sich die Einwohnerzahl von Bergfeld von 355 (1939) auf 543 (1950) vergrößert, davon waren 1950 168 Heimatvertriebene. Von 1953 an entstanden in Bergfeld neue Siedlungen mit Eigenheimen. 1955 wurde ein Feuerwehrhaus und das Kalthaus erbaut.

Die Gemeinde Bergfeld trat am 1. Juli 1972 der Samtgemeinde Rühen bei. Nach deren Auflösung schloss sich Bergfeld am 15. März 1974 der neugegründeten Samtgemeinde Brome an. Damit schied die Gemeinde aus dem Landkreis Helmstedt aus und wurde Teil des Landkreises Gifhorn.

1975 wurde ein 1790 erbautes Fachwerkhaus aus Bergfeld nach Braunschweig-Riddagshausen umgesetzt, wo es heute an der Straße Zwischen den Bächen steht. 1981 erfolgte der Bau einer neuen Friedhofskapelle. 1985 gab es 43 landwirtschaftliche Betriebe, von denen 20 unter fünf Hektar Land besaßen.[5] 1989 entstand das heutige Feuerwehrhaus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1774 1793 1821 1849 1858 1871 1885 1905 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1961 1971 1985 2003 2019
Einwohner 136 167 216 249 273 305 339 377 384 398 394 355 543 522 616 640 703 968 894

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Bergfeld setzt sich aus neun Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

CDU SPD Gesamt
2016 5 4 9 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ute Düsterhöft ist seit Januar 2007 Bürgermeisterin. Sie war zuvor stellvertretende Bürgermeisterin.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Blau und Gold (Gelb) im Wellenschnitt gespalten mit einem Hufeisen in gewechselten Farben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaststätte Zur Post

Die einzige Einkaufsmöglichkeit ist heute ein Hofladen auf einem Biobauernhof. Die Bäckerei Konezalle wurde 1975 geschlossen. Auch die Drogerie Nietner, die ebenso wie die Bäckerei auch ein Lebensmittelsortiment anbot, besteht inzwischen nicht mehr. Geschlossen wurde auch die Poststelle, die dem Hauptpostamt Vorsfelde, später Wolfsburg, zugeordnet war. Ferner die Geschäftsstellen der Norddeutschen Landesbank und der Volksbank Tülau eG sowie die Gaststätte Dorfkrug. Der einzige verbliebene Gasthof ist heute die Gaststätte Zur Post.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz im ehemaligen Schulgebäude. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1911 gegründet, sie wird vom Förderverein der Ortsfeuerwehr Bergfeld e.V. unterstützt. Das heutiges Feuerwehrhaus wurde 1989 erbaut, es ist das dritte Feuerwehrhaus seit Gründung der Feuerwehr. Für sportliche Aktivitäten bestehen ein Sportplatz und der TSV Fortuna Bergfeld von 1922 e.V. Evangelisch-lutherische wie katholische Einwohner haben ihre Kirchen in Parsau. Der 1870 gegründete Friedhof verfügt über zwei 1948 und 1981 erbaute Kapellen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Schulgebäude

Die neben dem Sportplatz gelegene Kindertagesstätte Bergfelder Spatzennest wurde 1994 eröffnet und betreut in einer Gruppe 25 Kinder ab 2,5 Jahren. Im Gebäude der ehemaligen Volksschule wird seit 2019 die Kindertagesstätte Bergfelder Sonnenschein mit zwei Kindergruppen für 35 Kinder von drei bis sechs Jahren betrieben.

Bereits 1758 wurde ein Schulmeister und ein Schulgebäude in Bergfeld erwähnt. Noch 1954 wurde die Schule als zweiklassige Volksschule geführt, zuletzt war die Bergfelder Schule eine Außenstelle der Grundschule Parsau. Heute besteht in Bergfeld keine Schule mehr.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisstraßen führen nach Parsau, Tülau und Tiddische. Die meist einspurige Straße nach Ehra-Lessien wurde für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die B 248 WolfsburgSalzwedel liegt in sechs Kilometer Entfernung westlich und nördlich der Gemeinde. Buslinien führen von Bergfeld bis nach Brome, Lessien, Vorsfelde und Wolfsburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 521–542.
  • Heinz Pohlendt: Der Landkreis Helmstedt. Walter Dorn Verlag, Bremen-Horn 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bergfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 521
  3. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 17. August 2014; abgerufen am 3. August 2019.
  4. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 540.
  5. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 533, 540.
  6. Wahlergebnis bei samtgemeinde-brome.de, abgerufen am 12. September 2016