Samuel Schmid

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Dieser Artikel behandelt den Alt-Bundesrat Samuel Schmid. Für den Aargauer SLB-Politiker des gleichen Namens siehe Samuel Schmid (SLB).
Samuel Schmid
Samuel Schmid und Paul Wolfowitz

Samuel Jörg Schmid[1] (* 8. Januar 1947 in Rüti bei Büren im Kanton Bern, heimatberechtigt in Attiswil[2]) ist ein Schweizer Politiker der BDP (bis 2008 SVP) und ehemaliger Bundesrat.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seinem Einstieg in die Politik besetzte er diverse politische Ämter:

Am 6. Dezember 2000 wurde Samuel Schmid in den Bundesrat gewählt (siehe Bundesratswahl 2000).[3] Er war kein offizieller Kandidat seiner damaligen Partei, der SVP. Er war während seiner ganzen Amtszeit Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Sein wichtigstes Projekt war die Armeereform Armee XXI, die eine Anpassung der Schweizer Armee an die veränderte Bedrohungslage in Europa erreichen soll.

Im Jahr 2004 war er Vizepräsident und wurde am 8. Dezember 2004 zum Bundespräsidenten für das Jahr 2005 gewählt. Samuel Schmids Motto für das Jahr 2005 hiess Begegnung. Sein wichtigstes Anliegen war nach eigenen Angaben die Abstimmung über die Bilateralen II und die Stärkung der Kollegialität im Bundesrat.

Bei den Bundesratswahlen 2007 wurde Samuel Schmid mit deutlichen 201 Stimmen wiedergewählt. Nachdem dieser sich trotz der Abwahl von Christoph Blocher vereidigen liess und damit gegen die Oppositionsstrategie seiner Partei agierte, durfte er nicht mehr an Fraktionssitzungen teilnehmen und wurde insbesondere von der Parteispitze als SVP-Vertreter ignoriert. Der damalige Parteipräsident Ueli Maurer meinte dazu im Februar 2008, für die Parteimitglieder sei Schmid «so gut wie klinisch tot»[4]. Einen Parteiausschluss halte er aber «für eine Zeitverschwendung»[4]. Am 2. Juni 2008 erklärte Schmid vor der Presse seinen baldigen Austritt aus der SVP und gab bekannt, dass er zusammen mit weiteren unzufriedenen SVP-Mitgliedern über die Gründung einer neuen Partei nachdenke.[5] Am 21. Juni wurde die BDP Bern gegründet, der sich Schmid mittels Kollektivübertritt seiner Ortssektion anschloss.[6] Anfang November 2008 musste Schmid an der Gallenblase operiert werden. Kurz darauf, am 12. November 2008, gab Schmid den Rücktritt aus dem Bundesrat per 31. Dezember 2008 bekannt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmid stand seit seiner Wahl zum Bundesrat in der Kritik seiner eigenen Partei. Schmid war bei der Bundesratswahl kein offizieller Kandidat. Zudem setzte er sich als loyaler Partner der FDP für die Umsetzung von Armee XXI ein, weshalb ihm vom «Zürcher Flügel» der SVP bereits 2002 teilweise der Rückhalt entzogen wurde.[7] Nach Unfällen in der Armee und wegen der Ernennung von Roland Nef zum Chef der Armee wurde oft vom «Aussitzen» der Probleme geschrieben.[8][9][10]

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samuel Schmid war Oberst und Kommandant eines Infanterie-Regiments von 1993 bis Ende 1996. Weiterhin war er Stellvertretender Kommandant F Div 3 in den Jahren 1998 und 1999.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samuel-Schmid-Weg in Rüti bei Büren.

Nach der Matura Typ B im Gymnasium Solothurn im Jahr 1967 folgt ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bern mit den Abschlüssen als Fürsprecher und Notar. 1978 eröffnete er seine eigene Praxis.

Schmid wohnt in Rüti bei Büren, ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Er ist Mitglied der Studentenverbindung Wengia.

Am 4. Januar 2009 wurde Samuel Schmid anlässlich einer grossen Feier in Rüti bei Büren zum Ehrenbürger der Gemeinde Rüti bei Büren ernannt.[11]

Sein älterer Bruder Peter war von 1979 bis 1998 Regierungsrat des Kantons Bern.[12][13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samuel Schmid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eidgenössische Bundeskanzlei: Der Bund kurz erklärt, Seite 63. Erschienen 2008
  2. Webseite von Attiswil
  3. Wahlresultat auf parlament.ch
  4. a b «Samuel Schmid ist so gut wie klinisch tot». Schweizer Fernsehen, 15. Februar 2008, abgerufen am 26. Mai 2008.
  5. Auch Bundesrat Schmid hat genug von der SVP – Berner und Bündner planen die Gründung einer neuen Partei, NZZ vom 2. Juni 2008
  6. Tages Anzeiger: Der erratische Block wankt, doch er stürzt noch nicht (Memento vom 26. September 2012 im Webarchiv archive.is), Artikel von Daniel Foppa vom 24. Juli 2008
  7. Weltwoche 48/2002: SVP Parteitag und Rücktrittsforderung
  8. NZZ vom 4. September 2008 über das Aussitzen der Krise
  9. Pressekonferenz vom 18. Juli 2008
  10. Presseschau zur Pressekonferenz im Tages-Anzeiger am 19. Juli 2008
  11. Alt-Bundesrat Schmid ist Ehrenbürger seiner Wohngemeinde. Berner Zeitung, abgerufen am 6. Januar 2008.
  12. Porträt Samuel Schmid. Weltwoche, abgerufen am 23. November 2000.
  13. Porträt von Peter Schmid (Memento vom 27. Dezember 2010 im Internet Archive) auf der Website des Kantons Bern. (Archiv-Version)
Vorgänger Amt Nachfolger
Adolf Ogi Mitglied im Schweizer Bundesrat
2001–2008
Ueli Maurer