Rüti bei Büren

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Rüti bei Büren
Wappen von Rüti bei Büren
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Seelandw
BFS-Nr.: 0393i1f3f4
Postleitzahl: 3295
UN/LOCODE: CH RTB
Koordinaten: 597493 / 222424Koordinaten: 47° 9′ 10″ N, 7° 24′ 20″ O; CH1903: 597493 / 222424
Höhe: 437 m ü. M.
Fläche: 6.5 km²
Einwohner: 848 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 130 Einw. pro km²
Website: www.ruetibeibueren.ch
Reformierte Kirche an der Hauptstrasse

Reformierte Kirche an der Hauptstrasse

Karte
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Rüti bei Büren ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland des Kantons Bern in der Schweiz.

Unter dem Namen existieren neben der Einwohnergemeinde auch eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde und eine Burgergemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rüti liegt an der Hauptstrasse SolothurnLyss zwischen Arch und Büren an der Aare. Die Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Grenchen, Arch, Buchegg, Oberwil bei Büren und Büren an der Aare. Die Gemeinde hat eine Fläche von 650 ha, 49,1 % davon werden landwirtschaftliche genutzt. [2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste Funde von Scherben bei der auf dem Gemeindegebiet liegenden Tüfelsburg gehen bis in die Jungsteinzeit zurück. Gesichert ist eine Besiedelung des an der römischen Hauptstrasse von Petinesca nach Salodurum liegenden Ortes in römischer Zeit. Davon zeugen Überreste eines römischen Gutshofes im Rütibuchsi. Bereits 1750 und um 1800 wurden dort Mosaikböden ausgegraben. 1819 kam eine zu einem Gutshof gehörige tuskische Säule zum Vorschein. Eine für die Schweiz einzigartige Wasserleitung aus Jurakalk-Känneln wurde im frühen 19. Jh. entdeckt. Vierzehn Stück davon waren im Unterdorf im sog. Haus Rytz bis 1938 als sichtbare Spolien vermauert.[3] Römische Mauerreste wurden auch unter der Kirche lokalisiert. [4]

Die heute sichtbaren Überreste der Tüfelsburg [5] stammen von einer mittelalterlichen Erd-Holzburg mit einem Wall-Grabensystem. Sie werden in das 10. oder 11. Jahrhundert datiert. Sie wurde im Jahr 1391 von Elisabeth von Buchegg an die Stadt Solothurn verkauft, und die Burgstelle befindet sich noch heute im Besitz der Burgergemeinde Solothurn.

In einer Schreiben bestätigt Papst Lucius III. am 2. Oktober 1185 der Abtei St. Johannsen, unter anderem auch die Besitztümer in Rüti. Der Name „Ruti apud oppidum burron sittas“ wird aber erst in der Urkunde von 1233 erwähnt als zwei Bürger von Wolhusen Güter in Rüti gegen Güter, die näher bei Wolhusen liegen tauschten. Rüti bedeutet im Schweizerdeutschen „Rodung; von Holzwuchs und Buschwerk gereinigtes, urbar gemachtes Stück Land“.[6]

Als herausragendes Ereignis in der Neuzeit gilt der Dorfbrand vom 20. Mai 1868, von dem mehr als ein Drittel der bewohnten Gebäude betroffen war. Zu einem weiteren Dorfbrand kam es 1876. [7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[8]
Jahr 1850 1880 1910 1930 1950 1970 1990 2002 2004 2006 2013 2015
Einwohner 641 668 654 700 668 969 858 810 864 863 822 840

94,54 % der Bevölkerung sind deutscher Muttersprache. Rüti ist mehrheitlich evangelisch-reformiert. Es besitzt eine eigene Kirchgemeinde mit eigener Kirche im Dorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rüti bildet die Gemeindeversammlung die Legislative. Derzeit (2007) besteht die Exekutive aus dem fünfköpfigen Gemeinderat, welcher im Majorzsystem gewählt wird.

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: BDP 35.8 %, SVP 34.2 %, SP 13.1 %, FDP 4.4 %, glp 3.2 %, GPS 2.6 %, CVP 1.7 %, EVP 1.6 %, PdA 1.2 %.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rüti sind diverse Kleinbetriebe angesiedelt. Das Einzugsgebiet für grössere Unternehmen ist Grenchen, Biel, Lyss, Solothurn.

In Rüti geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Rüti stammen die Brüder Peter Schmid (SVP, von 1979 bis 1998 im Regierungsrat des Kantons Bern) und Samuel Schmid (BDP, ehemals SVP, Bundesrat 2001–2008, 2005 Bundespräsident). Samuel Schmid ist in Rüti ansässig und wurde 2009 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute geschlossene SBB Station von Rüti bei Büren in einer Aufnahme von 1972
 Commons: Rüti bei Büren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Bundesamt für Statistik BfS, Regionalproträts 2014
  3. Drack/Fellmann, Die Römer in der Schweiz, Stuttgart 1988, S. 495
  4. S. dazu den Artikel im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Archäologische Inventarnummer 063.002.2011.01 Quelle: ArchBE 2012 Seite 47
  6. Schweizerisches Idiotikon Bd. VI Sp. 1811ff..
  7. Historisch-Biographische Lexikon der Schweiz, Bd. 5, S. 746
  8. Quelle 1850-1990: Bundesamt für Statistik
  9. Resultate der Gemeinde Rüti bei Büren. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015, abgerufen am 17. April 2016 (html).