Schwarz (Grebenau)

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Schwarz
Stadt Grebenau
Koordinaten: 50° 43′ 15″ N, 9° 25′ 15″ O
Höhe: 315 (310–348) m ü. NHN
Fläche: 16,65 km²[1]
Einwohner: 720
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36323
Vorwahl: 06646

Schwarz ist ein Stadtteil von Grebenau im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Ortsvorsteher ist Günther Heil (Stand Juli 2017).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf liegt von Wald umgeben im Gründchen. Die Kernstadt Grebenau liegt nordöstlich von Schwarz. Bei Schwarz mündet der Leimelbach in die Schwarza.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer karolingischen Schenkungsurkunde werden zwei Bäche im Jahre 782 erwähnt. Der Ort selbst wird erstmals 1295 in einer Urkunde genannt, und zwar als Suarzaha.[1] Das bedeutet „schwarzes Wasser“. Die Namensgebung gehört zu den Ältesten im `Gründchen`. Orte mit dem aha- bzw. afa- Typ müssen vor dem 9. Jahrhundert gegründet sein. Es gibt Hinweise auf eine Ansiedlung von Hunnen. [2] Im 13. Jahrhundert gab es ein Zollstelle in Schwarz an der Handelsstraße Frankfurt-Leipzig. Im 17. Jahrhundert kam das Dorf zum Oberamt Alsfeld. Eine eigene Pfarrei wurde im gleichen Jahrhundert begründet. 1774 bis 1777 wurde die alte Kirche durch einen Neubau ersetzt. Zwischen 1912 und 1916 wurde die Bahnlinie Alsfeld-Niederjossa gebaut, an der ein Bahnhof in Schwarz lag. Die Strecke ist abgebaut.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Schwarz am 31. Dezember 1971 in die Stadt Grebenau eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Schwarz unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Schwarz durch das Amt Alsfeld. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtum Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Schwarz zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[6] In der Bundesrepublik Deutschland sind die Übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

1939: 657 Einwohner
1946: 951 Einwohner
1961: 800 Einwohner
1970: 840 Einwohner
Schwarz: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
678
1840
  
689
1846
  
722
1852
  
729
1858
  
605
1864
  
676
1871
  
675
1875
  
602
1885
  
563
1895
  
611
1905
  
613
1910
  
624
1925
  
679
1939
  
657
1946
  
951
1950
  
985
1956
  
855
1961
  
800
1967
  
807
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Schwarz, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 3. Februar 2017)
  2. Topographia Hassiae (Hessem): Grebenaw
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 346.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 6 (online bei Google Books).
  6. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879 (Hess. Reg.Blatt S. 197–211)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]