Enzklösterle

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Enzklösterle
Enzklösterle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Enzklösterle hervorgehoben
48.6680555555568.4713888888889590Koordinaten: 48° 40′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 590 m ü. NHN
Fläche: 20,2 km²
Einwohner: 1165 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75337
Vorwahl: 07085
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 025
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausweg 5
75337 Enzklösterle
Webpräsenz: www.enzkloesterle.eu
Bürgermeister: Petra Nych
Lage der Gemeinde Enzklösterle im Landkreis Calw
Ostelsheim Enzkreis Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Landkreis Böblingen Landkreis Tübingen Landkreis Rastatt Landkreis Freudenstadt Pforzheim Bad Herrenalb Dobel Höfen an der Enz Unterreichenbach Schömberg (Landkreis Calw) Oberreichenbach (Schwarzwald) Bad Liebenzell Althengstett Calw Bad Teinach-Zavelstein Bad Wildbad Enzklösterle Neuweiler Simmersfeld Altensteig Rohrdorf (Landkreis Calw) Egenhausen Haiterbach Nagold (Stadt) Wildberg (Schwarzwald) Ebhausen Neubulach Gechingen Ostelsheim Simmozheim SimmozheimKarte
Über dieses Bild

Enzklösterle ist eine Gemeinde im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Luftkurort liegt im oberen Enztal im Nordschwarzwald in 560 bis 917 Meter Höhe.

Von den 2020 ha Gemeindefläche sind 1790 ha (88 %) Waldflächen, 6 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an die Stadt Bad Wildbad, im Südosten an Simmersfeld, im Südwesten an Seewald im Landkreis Freudenstadt und im Westen an Gernsbach und Forbach im Landkreis Rastatt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Enzklösterle gliedert sich in die Ortsteile Enzklösterle (Hauptort der Gemeinde), Poppeltal, Gompelscheuer sowie Nonnenmiß, dessen nördliche Hälfte nicht mehr zu Enzklösterle, sondern zur Nachbargemeinde Bad Wildbad gehört.[2] Zur Gemeinde zählen damit das Dorf Enzklösterle, die Weiler Gompelscheuer, Lappach, Mittelenztal, Poppeltal, Rohnbach und Süßbächle, das Gehöft Hetschelhof sowie der südliche Teil von Nonnemiß. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Birkenäckerle, Kaltbronn, Boppelseehaus und Zwickgabel.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Gemeinde geht zurück auf ein 1145 gegründetes Zisterzienserkloster, das 1330 dem Kloster Herrenalb unterstellt und 1536 nach der Reformation aufgelöst wurde. Der Ort Enzklösterle gehörte bis 1826 zu Wildbad und wurde dann selbständig. 1935 schloss es sich mit der Gemeinde Enzthal, die bis 1829 zur Gemeinde Simmersfeld gehört hatte, zusammen. Obwohl Enzthal die größere Gemeinde war, entschied man sich für den Namen „Enzklösterle“.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1943–1945: Hermann Erhard
  • 1945–1946: Jakob Waidelich (Kommissarisch eingesetzt)
  • 1946–1948: Jakob Waidelich
  • 1948–1978: Karl Schlag
  • 1978–1987: Jochen K. Kübler
  • 1988–1992: Robert Weiß
  • 1992–2000: Manfred Wägerle
  • 2000–2006: Klaus Mack
  • 2006–2011: Michael Faschon (ehrenamtlicher BM)
  • seit 2011: Petra Nych (ehrenamtliche BM)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Karl Schmückle (Historiker) (* 9. September 1898 in Gompelscheuer; † 14. März 1938 bei Moskau), deutscher Historiker und Literaturwissenschaftler

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rußhütte[Bearbeiten]

In Kienrußbrennereien wurde durch das Verbrennen bzw. Verschwelen von harzhaltigen Baumbestandteilen (z. B. Nadelholzzapfen oder Nadelreisig) Ruß als Färbemittel (z. B. für Tusche und Ölfarbe) gewonnen. Erst mit der Einführung der Steinteerproduktion in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts starb dieses alte Handwerk aus.

Die 1829 erbaute, 1982 wiederentdeckte und von 1992 bis 1994 vollständig restaurierte Rußhütte zählt als eines der wenigen und am besten erhalten Bauwerke seiner Art in Deutschland und ist als Kulturdenkmal gemäß Denkmalschutzgesetz eingestuft.

Adventure-Golfpark[Bearbeiten]

Auf über 3.000 m² bietet Enzklösterle zentral in der Ortsmitte eine Minigolfanlage (Adventure Golfpark). Die 18 Bahnen sind an die natürliche Umgebung angepasst. Gespielt wird auf typischen Materialien des Schwarzwaldes: Über Holzrugel, einen Wasserfilm, über Trockenmauern oder durch ein Felsenfeld. Bei den Bahnen Schneckentäle und Poppeltal sind Distanzen über 30 Metern zu meistern. Der Spielerfolg ergibt sich aus Geschicklichkeit, strategischem Vorgehen sowie einer Portion Glück. Der Adventure-Golfpark kann mit der SchwarzwaldCard kostenlos besucht werden.

Schnitzereimuseum Krippena 2000[Bearbeiten]

Die Holz- und Krippenfigurenausstellung Krippena 2000 beinhaltet u. a. die größte handgeschnitzte Weihnachtskrippe der Welt und eine Vielzahl weiterer Holzschnitzereien, die teilweise in Form von Dioramen aufgebaut sind (z. B. eine Darstellung des Flößerhandwerks im Enztal im Maßstab 1:10).

Riesenrutschbahn[Bearbeiten]

Mit rund 1.500 m Bergauf- und Talfahrt ist die Sommerrodelbahn in Enzklösterle-Poppeltal Süddeutschlands längste und rasanteste Rodelbahn aus Edelstahl. Mit einem großen Schlepplift gelangt man zuerst auf die Höhe des Seekopfs – und dann geht es in Steilkurven und mit anderen Finessen talwärts. Die Geschwindigkeit kann selbst bestimmt werden.

Bannwald Bärlochkar[Bearbeiten]

Der Bannwald Bärlochkar ist ein ca. 100 Hektar großes Waldschutzgebiet, in dem der Wald sich urwaldartig selbst überlassen bleibt und nur der hindurchführende Lehrpfad von umgestürzten Bäumen und abgebrochenen Ästen freigehalten wird. Informationstafeln auf dem gut drei Kilometer langen Rundweg vermitteln Wissen zum Wald, der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und der geologischen Entstehungsgeschichte der Landschaft.

Enzquelle[Bearbeiten]

Die Quelle der Enz befindet sich in Stein gefasst mitten im Ortsteil Gompelscheuer unterhalb des weiter oben am Hang an einem Waldweg gelegenen, heute in Privatbesitz befindlichen historischen Forsthauses, das samt der Scheune daneben unter Denkmalschutz steht. Die Enzquelle ist gleichzeitig Startpunkt des 115 km langen Enztal-Radwegs, der die Enz bis zu ihrer Mündung in den Neckar in Walheim begleitet.

Kaltenbachsee[Bearbeiten]

Der 1782 als Flößersee angelegte Kaltenbachsee lässt sich vom Ortsteil Gompelscheuer (Startpunkt: Enzquelle) in einer knappen Stunde zu Fuß erreichen. Aus dem ca. 100 Meter langen und ca. 30 Meter breiten aufgestauten See konnte auf Abruf das zur Flößerei benötigte zusätzliche Schwellwasser abgelassen werden, um zu Flößen zusammengebundene Baumstämme ins Tal und weiter über Enz, Neckar und Rhein bis zum Bestimmungsort in den Niederlanden zu bringen. Der ursprüngliche Damm war überwiegend aus Holz errichtet. Erst im Jahr 1813 erbaute Oberst Duttenhofer den Damm in seiner heutigen Form mit dem imposanten Durchlass aus Stein und Erde.

Waldklettergarten[Bearbeiten]

Im Hirschtal befindet sich seit Frühjahr 2008 der Waldklettergarten Enzklösterle, der von der Fa. CS Naturkonzepte betrieben wird. In vier bis 13 Metern Höhe kann hier auf über 30 Elementen geklettert werden. Der Waldklettergarten Enzklösterle ist der erste Hochseilgarten in Deutschland, der einen Höhenlehrpfad geschaffen hat. Dabei handelt es sich um einen Waldlehrpfad in bis zu acht Metern Höhe, dessen Lehrplattformen durch Seilbrücken verbunden sind.

Alpinski[Bearbeiten]

Enzklösterle verfügt mit dem großen und kleinen Hirschkopflift über eine der längsten Skipisten im Schwarzwald (1.200 m).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Infolge der teilweise extrem steilen Hanglagen im oberen Enztal war Landwirtschaft nur auf den begrenzten Flächen des Talbodens möglich. Der letzte landwirtschaftliche Vollerwerbsbetrieb gab schon in den 1970er Jahren auf, im Jahr 2005 nennt die Statistik noch drei Nebenerwerbsbetriebe. In früheren Zeiten lebte die Bevölkerung hauptsächlich von der Waldwirtschaft, d. h. von Holzeinschlag, Flößerei, Köhlerei, Harzgewinnung und der Herstellung von Ruß. Heute ist der Tourismus die Haupterwerbsquelle.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Enzklösterle bezieht ihr Trinkwasser vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung, dessen Mitglied sie seit 1996 ist. Mit dem Beitritt wurden die gemeindeeigenen Wassergewinnungsanlagen an den Zweckverband übergeben.[4] 2001 wurden die Ortsteile Gompelscheuer und Poppeltal an die Trinkwasserversorgung des Zweckverbands Schwarzwaldwasserversorgung angeschlossen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Internetseite der Gemeinde Enzklösterle: Informationen zu den Ortsteilen
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 515
  4. Karl Walz, Dagmar Kraus: 100 Jahre Trinkwasser. Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung 1896 - 1996. Neuweiler 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Enzklösterle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Enzklösterle – Reiseführer