Siegrun Jäger

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Siegrun Jäger (* vor 1950), ist eine deutsche Filmeditorin. In ihrer von Mitte der 1960er Jahre bis 2002 währenden Karriere war sie für den Filmschnitt von über 50 Produktionen verantwortlich. Ihr Name erscheint in manchen Vor- und Abspännen auch als Sigrun Jäger, Susi Jäger, Siegrun Uterhardt, Siegrun Jäger-Uterhardt oder Siegrun Jäger-Amado.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jäger gehört zu den vielseitigsten Schnittmeisterinnen ihrer Generation. Gleichermaßen für Kino und Fernsehen tätig, umfasst ihr Lebenswerk Spielfilme fast aller Genres: Drama, Melodram, Komödie, Liebesfilm, Kostümfilm, Abenteuerfilm, Krimi, Thriller, Horror. Auch mehrere Dokumentarfilme hat sie montiert. Ihre große Bandbreite zeigt sich zudem darin, dass in ihrer Filmografie, neben etlichen preisgekrönten und künstlerisch herausragenden Werken, auch berüchtigte Exploitationfilme wie Hexen bis aufs Blut gequält (1970) auftauchen.

Mit dem Filmregisseur Peter Lilienthal verbindet Jäger eine enge, 14 Filme umfassende Kreativpartnerschaft, die von 1967 bis 2001 währte. Für Lilienthals Doku-Drama Der Aufstand erhielt sie 1980 den Deutschen Filmpreis für den besten Schnitt.[1] Wiederholt arbeitete sie auch mit den Regisseuren Wolf Gremm (5 Filme) und Norbert Kückelmann (6 Filme) zusammen.

Siegrun Jager wurde während ihrer Karriere auch als Mentorin geschätzt, die jungen Anfängern wichtige Erfahrungen mitgab – zu einer Zeit, als der Weg in den Beruf noch fast ausschließlich über die Praxis als Schnittassistent führte, und nicht über eine Filmhochschule. Einige ihrer Assistenten wurden später selbst renommierte Editoren, wie z. B. Ursula Höf:

„1973 kam ich als Assistentin zu Siegrun Jäger. Sie hatte den Ruf der „Besonderen“, arbeitete immer wieder mit Peter Lilienthal und dem Neuen Deutschen Film und seinen Autoren. Wir haben mehr als zwei Jahre zusammengearbeitet und sie hat mir dann bei dem Übergang zum Schnitt sehr geholfen. (...) Eine Assistentin hat damals vorwiegend im gleichen Schneideraum gearbeitet wie die Filmeditorin und natürlich alle Diskussionen mit der Regie mitbekommen, sie war häufig erstes Publikum und Gesprächspartnerin. Das war die Ausbildung. Von Susi Jäger habe ich aber auch die wichtigste Haltung zur Arbeit gelernt, den Anspruch, immer das Beste zu wollen, nicht aufzugeben, aber immer offen zu sein für alle künstlerischen Ausdrucksmittel.“

Ursula Höf: Interview anlässlich ihres Ehrenpreises beim Festival Filmplus 2016.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Filmpreis, Preisträger 1980. Abgerufen am 22. März 2017.
  2. Interview mit Ursula Höf, Festival Filmplus 2016. Abgerufen am 22. März 2017.