Sonceboz-Sombeval

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Sonceboz-Sombeval
Wappen von Sonceboz-Sombeval
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Berner Juraw
BFS-Nr.: 0444i1f3f4
Postleitzahl: 2605
UN/LOCODE: CH SZS
Koordinaten: 580340 / 227397Koordinaten: 47° 11′ 50″ N, 7° 10′ 45″ O; CH1903: 580340 / 227397
Höhe: 653 m ü. M.
Fläche: 15.03 km²
Einwohner: 1922 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 128 Einw. pro km²
Website: www.sonceboz.ch
Blick auf Sonceboz

Blick auf Sonceboz

Karte
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Sonceboz-Sombeval ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Berner Jura des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonceboz-Sombeval liegt auf 653 m ü. M., 8 km nordwestlich von Biel (Luftlinie). Die Doppelgemeinde erstreckt sich am Ostrand des Juralängstals Vallon de Saint-Imier, beidseits der Schüss (französisch Suze). Sonceboz ist südlicher Passfussort des Übergangs Col de Pierre Pertuis nach Tavannes, Sombeval liegt am Südfuss der Jurakette Montagne du Droit.

Die Fläche des 15,0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den östlichsten Abschnitt des breiten Talbeckens des Vallon de Saint-Imier. Den zentralen Teil nimmt die bis zu 700 m breite Talniederung der Schüss ein. Im Norden reicht das Gebiet auf die Antiklinale der Montagne du Droit (bis 1060 m ü. M.), die im Osten durch den Passeinschnitt der Pierre Pertuis begrenzt wird. Östlich der Passhöhe umfasst das Gemeindegebiet den Ausläufer der Montoz-Kette (bis 1200 m ü. M.) und den Vorsprung Le Châtillon, der den östlichen Abschluss des Vallon de Saint-Imier bildet. Der Châtillon rückt nahe an die südlich gelegene Chasseral-Kette heran und zwingt die Schüss in ein schluchtartig verengtes Tal. Nach Süden erstreckt sich Sonceboz-Sombeval auf die Höhe der Chasseral-Kette. Auf dem Scheitel dieser Kette wurde das harte Deckgestein aufgebrochen und wegerodiert, wodurch im Laufe der Jahrmillionen ein nördlicher und ein südlicher Kamm entstanden. Dazwischen befindet sich ein Antiklinaltal, das bereits bis auf die nächste harte Gesteinsschicht ausgeräumt ist. Dieses Gewölbe bildet zwischen den beiden äusseren Kreten einen dritten Kamm, den Rücken des Jobert, der mit 1300 m ü. M. die höchste Erhebung der Gemeinde darstellt. Die südöstliche Grenze verläuft durch eine Halbklus, die durch Erosion entstanden ist. Ein Teil des abgetragenen Gesteinsmaterials bildet einen Schwemmkegel im Bereich der Métairie de Nidau südlich der Schüss. Auf den breiten Kämmen der Montagne du Droit und der Chasseral-Kette befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 8 % auf Siedlungen, 59 % auf Wald und Gehölze, 32 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Zu Sonceboz-Sombeval gehören zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut im Talboden und auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Sonceboz-Sombeval sind Corgémont, Orvin, Péry-La Heutte und Tavannes.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 565
1900 1'158
1910 1'183
1930 1'224
1950 1'210
1960 1'404
1970 1'446
1980 1'332
1990 1'515
2000 1'666
2007 1'735

Mit 1922 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehört Sonceboz-Sombeval zu den grösseren Gemeinden des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 81,5 % französischsprachig, 12,1 % deutschsprachig und 3,2 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Sonceboz-Sombeval ist vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und seit 1980 deutlich angestiegen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 37.0 %, SP 21.1 %, FDP 8.4 %, BDP 7.7 %, GPS 7.3 %, EDU 7.1 %, EVP 5.1 %, CVP 2.7 %, PdA 1.2 %, glp 1.1 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonceboz-Sombeval war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft geprägt. Danach setzte mit der Einführung der Uhrenindustrie ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Heute gibt es Arbeitsplätze im Bereich der Mikrotechnik, in der Herstellung von Präzisionswerkzeugen und im lokalen Gewerbe. Auch die Landwirtschaft spielt noch eine bedeutende Rolle, wobei in den tieferen Lagen Ackerbau und Obstbau, auf den Jurahöhen Viehzucht und Milchwirtschaft überwiegen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug bei Reuchenette, um 1900

Die Gemeinde liegt an der Hauptstrasse von Biel nach La Chaux-de-Fonds, von der in Sonceboz die Passstrasse über die Pierre Pertuis abzweigt. Mit der Eröffnung der Autobahn A16 von La Heutte nach Tavannes wurde der Ort 1997 vom Durchgangsverkehr entlastet. Am 30. April 1874 wurden die Eisenbahnlinien von Biel nach Convers und die Strecke von Sonceboz-Sombeval nach Tavannes eingeweiht, letztere führt in einem grossen Bogen um den Ort herum. Der Pierre-Pertuis-Pass wird von der Autobahn und der Eisenbahn durch 2,1 km beziehungsweise 1,3 km lange Tunnels unterquert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sonceboz-Sombeval beginnt der 33 Kilometer lange Täuferweg (französisch: Chemin des Anabaptistes). Er wurde im Juni 2010 eröffnet und erinnert an die Geschichte der verfolgten Täufer, die im 17. und 18. Jahrhundert im Fürstbistum Basel Zuflucht fanden und ansässig wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet von Sonceboz-Sombeval führte zur Römerzeit eine wichtige Strasse über die Pierre Pertuis. Wahrscheinlich stand damals auf dem Bergvorsprung Le Châtillon ein Kastell.

Die erste schriftliche Erwähnung von Sombeval erfolgte 866 unter dem Namen Summavallis. Die Siedlung, zu jener Zeit vermutlich nur aus einem Gehöft bestehend, besass bereits eine Kapelle und gehörte zum Kloster Moutier-Grandval. 1148 wurde in Sumbavalle ein Gerichtshof erwähnt. Spätere Bezeichnungen sind Someval (1179), Sunbaval (1228) und Sombeaulx (1461).

Sonceboz wird erst 1303 erstmals als Suncebolz erwähnt. Danach folgten die Schreibweisen Suntcelibsis (1405), Sunsebols (1461) und Suntzelbo. Der Ortsname ist auf den Wald (bois) eines Mannes mit dem Namen Suso zurückzuführen.

Im 15. Jahrhundert wurde ein Grossteil der Bevölkerung durch die Pest dahingerafft. Das Dorf gehörte bis 1797 zur Herrschaft Erguel, die dem Fürstbistum Basel unterstand, wobei auch die Stadt Biel zeitweise grösseren Einfluss ausübte. Von 1797 bis 1815 gehörte Sonceboz-Sombeval zu Frankreich und war anfangs Teil des Département Mont-Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Bezirk Courtelary.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sonceboz-Sombeval – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Resultate der Gemeinde Sonceboz-Sombeval. Staatskanzlei des Kantons Bern, 18. Oktober 2015; abgerufen am 17. April 2016 (html).