Spongebozz

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Spongebozz, stilisierte Eigenschreibweise: SpongeBOZZ[1] (* 17. März 1989,[2] bürgerlich Dimitri Chpakov[3]), ist ein deutscher Rapper russischer Abstammung, der vor allem durch seine Aktivitäten als Battle-Rap-Künstler Bekanntheit erlangte. Sein Auftreten ist an die Zeichentrickfigur SpongeBob Schwammkopf angelehnt und vermischt diese mit Motiven des Gangsta-Raps.[4] Früher trat Chpakov unter dem Künstlernamen Sun Diego auf.[3]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SpongeBOZZ trat als Battle-Rapper erstmals im Jahr 2013 in Erscheinung. In diesem Jahr nahm er am „JuliensBlogBattle“ teil und gewann den Wettbewerb im sogenannten „King-Finale“ gegen 4tune, welcher den Titel im Vorjahr erringen konnte.[5][6]

Er verteidigte seinen errungenen Titel im darauffolgenden Jahr. Sein Gegner Gio reichte jedoch keine Konterrunde ein, nachdem SpongeBOZZ eine 35-minütige Hinrunde eingereicht hatte.[5] Laut einem Bericht des (szene-fremden) Jugendmagazins yaez veröffentlichte SpongeBOZZ in diesem Finale das längste Video und den aufwändigsten Disstrack in der Geschichte des Battle-Rap.[7]

Schon vor der erfolgreichen Titelverteidigung kündigte er seinen Abschied aus der Battle-Rap-Szene an und gab bekannt, dass sein Debütalbum Planktonweed Tape Anfang 2015 erscheinen werde.[7] Das Album sollte ursprünglich am 20. März erscheinen, jedoch wurde der Veröffentlichungszeitraum auf den 17. April 2015 verschoben.[6] Er gab an die Aufnahmen aus gesundheitlichen Gründen pausieren zu müssen.[8] Planktonweed Tape erschien schließlich über das eigene Label Bikini Bottom Mafia am 17. April 2015 in den Versionen Planktonweed Tape, Planktonweed Tape (God of Battle Edition) und Planktonweed Tape (Limited Schwammconnection Box). Am 28. April 2015 gab GfK Entertainment bekannt, dass Planktonweed Tape auf Platz eins der deutschen Charts eingestiegen ist.[9] Zwei Tage später gab der Rapper selbst bekannt, dass das Album aufgrund des Liedes A.C.A.B.(Akronym für All Cops are Bastards) von der BPjM indiziert werden soll.[10] Die Indizierung wurde am 30. September 2015 rechtskräftig.[11] Das YouTube-Video des Liedes A.C.A.B ist mittlerweile wieder auf dem YouTube-Kanal des Rappers verfügbar.[12]

Am 9. Januar 2017 wurde auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Disstrack Started from the Bottom/Apocalyptic Infinity veröffentlicht, in dem unter anderem Genetikk, MoTrip und Kollegah gedisst werden. Am 9. Juni 2017 erschien sein zweites Soloalbum Started from the Bottom / KrabbenKoke Tape, nachdem für den Release ursprünglich der 17. März 2017 angesetzt worden war.[13] Das Release-Date des Albums wurde mehrmals verschoben.[14][15][16]

Vor seinem Werdegang als "SpongeBOZZ" und zu Beginn seiner Karriere war Chpakov als "Capri_Sonne" in der RBA aktiv, später auch mit weiteren Pseudonymen. Als Sun Diego veröffentlichte er ausschließlich Mixtapes, EPs und einige Singles. Alben von ihm gab es nur in Kollaboration mit seinem ehemaligem Freund und Kollegen "John Webber" unter dem Namen "Moneyrain", außerdem war er maßgeblich an dem Album Bossaura von Kollegah beteiligt und hat auch auf weiteren Alben von und mit Kollegah einige Features.

Identität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Person hinter SpongeBOZZ: Dimitri Chpakov (2011)

Im Laufe seiner anfänglichen Karriere als Battle-Rapper wurden Spekulationen aufgestellt, wer sich hinter dem Pseudonym SpongeBOZZ verberge. Dabei wurden Namen wie Kollegah, Sebastian Novak, Peter Fokin, BattleBoi Basti und Sun Diego genannt.[5] Unterstützt wird letztere These durch die Tatsache, dass es viele technische Parallelen im Rap von Sun Diego und SpongeBOZZ gibt. Des Weiteren tritt Sun Diego seit Spongebozz' Bekanntwerden nicht mehr öffentlich in Erscheinung und seine Facebook-Seite wurde entfernt.[5] Diese These wird auch von Kollegah, welcher sein Album Bossaura mit Sun Diego produzierte, vertreten.

„Ich kenne SpongeBOZZ ja auch. Wir haben mal ein Album zusammen gemacht, ‚Bossaura‘. […] Blöd finde ich nur, dass er nicht langsam mal sagt: ‚Okay, ich bin’s, Sun Diego.“

Kollegah im Juice (#157)[17]

Kollegah wiederholte seine Stellungnahme über die Identität von SpongeBOZZ auf seinem Zuhältertape Volume 4 im Titel Genozid. Auch der Rapper John Webber, der in der Vergangenheit mit Sun Diego zusammengearbeitet hat, warf seinem Ex-Partner vor, Spongebozz zu sein und veröffentlichte einen Diss-Track gegen ihn.[18]

Es besteht auch die Hypothese, dass SpongeBOZZ und sein häufig auftretender Rappartner Patrick Bang dieselbe Person sind.

Die Single Started from the Bottom/Apocalyptic Infinity seines 2017 erscheinenden Albums Started from the Bottom/KrabbenKoke Tape bestätigt indirekt, dass Spongebozz Sun Diego ist, da er den letzten Teil der Single mit unverstellter Stimme rappt und auf Kollegah eingeht, der zuvor gegen Sun Diego geschossen hatte. Ein weiterer Disstrack mit dem Titel Napoleon Komplex gegen PA Sports wurde im Mai 2017 veröffentlicht, wo er erneut auf Aussagen von PA Sports gegen Sun Diego eingeht. Diese Lieder fanden jeweils Payback #forsundiego in ihren Titeln, wodurch kein Zweifel mehr an seiner Identität bleibt.

In der Single Yellow Bar Mitzvah reagiert SpongeBOZZ auf Kollegahs Aussage im Titel Genozid. Während Kollegah Sun Diego als zu schüchtern und zu androgyn für Rap bezeichnet, weswegen er sein [eigenes] Idol disst und dabei ein Schwammkostüm trage, würde Sun Diego Kollegah in ebendiesem Kostüm ficken. Somit wäre die Identität des Künstlers hinter SpongeBOZZ restlos aufgedeckt.

Über SpongeBOZZ' Privatleben ist wenig bekannt. Er ist mittlerweile gut mit Julien Sewering befreundet[19], welcher ursprünglich für den Großteil der negativen Kritik an Sun Diegos Verwendung von Autotune verantwortlich war. Diesen Effekt kritisierte er in seinen "Rapanalysen" zu Kollegahs Album Bossaura als auch an einer Analyse zu Sun Diego selbst stark.

Image, Rapstil und Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen Musikvideos trägt SpongeBOZZ ein SpongeBob-Kostüm mit aufgenähter Sonnenbrille und spielt in seinen Texten häufig auf die Fernsehserie an.[20] Diese Anspielungen vermischt er dabei häufig mit dem Rapperjargon (zum Beispiel Planktonweed oder Krabbencoke). Auch die Stimme ist für SpongeBOZZ charakteristisch, da er den Serienfiguren nachempfunden ist. Auch das Auftreten von seinem BBM (Bikini-Bottom-Mafia)-Kollegen Patrick Bang (eine Anspielung auf Patrick Star und Farid Bang) ist eine Anlehnung an die Kinderserie.[20] Seit dem Musikvideo „Started from the bottom“ im Januar 2017 verstellt Spongebozz seine Stimme nicht mehr zu jeder Zeit, sondern rappt auch häufiger mit seiner unverstellten Stimme. Auch trägt er nicht mehr durchgehend sein Kostüm, sondern ersetzt dieses häufiger durch ein gelbes Bandana mit verschiedenen Mustern und einem BBM Schriftzug, das er um seinen Mund gebunden hat.

Weitere Charakteristiken im Rapstil von SpongeBOZZ sind laut N24 der Gebrauch von „mehrsilbigen Reimketten, treffsichere Punchlines, eine taktgenaue Flowvariation“, sowie die Verwendung von „sauberen Tripletimes.“[6]

Dennis Sand beschreibt den Rapper in einem Artikel der Welt als eines der populärsten Internetphänomene auf der Video-Plattform YouTube, was er unter anderem an der Kostümierung des Rappers festmacht.[20] Er schreibt, dass seine Musikvideos auf YouTube millionenfach angesehen und sein Album in der Vorverkaufsphase so häufig geordert werde, dass er keine Zweifel daran habe, dass das Album auf Anhieb in den Albumcharts landen wird.[20] Laut yaez führe das Album Planktonweed Tape seit Wochen sämtliche Vorverkaufslisten in mehreren verschiedenen Handelsmärkten an.[7] Auf Rap.de heißt es, dass bereits über 50.000 Exemplare des Albums vorbestellt worden seien.[17] Weiter heißt es auf Rap.de, dass es sich bei SpongeBOZZ um ein durchkalkuliertes Marketingprojekt handle, welche aber heute in der Musikbranche häufig zu sehen sind. Als Beispiele wurden Genetikk und Sierra Kidd genannt, bei denen es entweder aus künstlerischen und ästhetischen Aspekten oder um sich nicht der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen der Fall ist bzw. war, dass sie sich maskieren.[17] Innerhalb der Rapszene ist die Stellung gegenüber SpongeBOZZ aus vielen Gründen zwiegespalten.[17]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Spongebozz/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dennis Sand: Ein rappender Schwamm führt deutschen Hip-Hop vor. Artikel vom 10. April 2015 im Portal welt.de, abgerufen am 26. Dezember 2015
  2. Sun Diego: Vom gehassten Autotune-Rapper zum Battle-King SpongeBozz, Artikel auf hiphop.de vom 15. Januar 2017, abgerufen am 12. Juni 2017
  3. a b Warum Sun Diego der beste Rapper ist, den Deutschland derzeit hat, Artikel von welt.de vom 12. Juni 2017, abgerufen am 12. Juni 2017
  4. http://www.rappers.in/de/Spongebozz%20–%20Planktonweed-1846_Review.html
  5. a b c d Laut.de: SpongeBozz
  6. a b c N24: SpongeBozz: Ein böser Schwamm greift nach der Rap-Herrschaft
  7. a b c Fabian Herling: yaez: SpongeBozz Gunshot: Der rappende Schwamm
  8. Saskia Meister: HipHop.de: SpongeBOZZ verschiebt Release Date von "Planktonweed Tape"
  9. GfK Entertainment: SpnogeBOZZ rappt sich auf Platz eins der Album-Charts
  10. Yannick Levante: HipHop.de: Nummer-1-Album von SpongeBozz soll indiziert werden
  11. BAnz AT 30.09.2015 B5
  12. SpongeBozzTV: SpongeBOZZ - A.C.A.B. (official Video). 8. Februar 2015, abgerufen am 12. Juli 2017.
  13. Started from the Bottom / KrabbenKoke Tape. 9. Juni 2017, abgerufen am 2. Mai 2017.
  14. Album verschoben: SpongeBozz kneift vor Helene Fischer – laut.de – News. In: laut.de. (laut.de [abgerufen am 7. Mai 2017]).
  15. Redaktion: SpongeBozz verschiebt "SFTB/KrabbenKoke Tape" erneut - rap.de. In: rap.de. 28. April 2017 (rap.de [abgerufen am 7. Mai 2017]).
  16. SpongeBOZZ verrät die Strategie hinter Release Verschiebung - Diese Familie macht das auch! - hiphopholic.de. In: hiphopholic.de Hip Hop Portal. 29. April 2017 (hiphopholic.de [abgerufen am 7. Mai 2017]).
  17. a b c d Skinny: Rap.de: SpongeBozz: Rapskillz vs. Kinderverarsche (Kommentar)
  18. MRS: John Webber ► HIT EM` UP ◄ | prod. by J.Boger. 11. September 2016, abgerufen am 8. Oktober 2016.
  19. David Molke: Exklusiv: Sun Diego über seinen Beef mit Selfmade-Boss Elvir Omerbegovic. In: Hiphop.de. 24. Juni 2017 (hiphop.de [abgerufen am 25. Juni 2017]).
  20. a b c d Dennis Sand: Die Welt: SpongeBOZZ: Rappender Schwamm führt deutschen Hip-Hop vor