Städtebahn Sachsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Städtebahn Sachsen GmbH
Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz Dresden
Webpräsenz http://www.staedtebahn-sachsen.de/
Eigentümer 90 % Städtebahn Management
10 % SRI Verwaltungs-GmbH [1]
Geschäftsführung Torsten Sewerin
Betriebsleitung Thomas Sewerin
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Oberelbe
Mitarbeiter 85[2]
Umsatz 26 Mio. EUR
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 5
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 15 Siemens Desiro Classic plus Regio Shuttle
Statistik
Fahrleistung 1,7 Mio. km pro Jahr

Die Städtebahn Sachsen GmbH ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Dresden, Sachsen. Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Städtebahn Management GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „EGP – die Städtebahn GmbH“ wurde von der Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP) gegründet, um in den sächsischen Schienenpersonennahverkehr einzusteigen. Am 8. Oktober 2010 wurde diese Gesellschaft in „Städtebahn Sachsen GmbH“ umbenannt, als mit der NBE Regio GmbH, einer Tochtergesellschaft der Nordbayerischen Eisenbahngesellschaft, ein zweiter Gesellschafter zur EGP hinzukam.[3]

Die EVU-Zulassung zur Erbringung von Eisenbahnverkehrsleistungen im Schienenpersonenverkehr wurde am 10. Dezember 2010 erteilt und ist bis zum 31. Dezember 2023 gültig.[4] Diese Genehmigung wurde am 27. Oktober 2014 um die Erbringung von Verkehrsleistungen im Güterverkehr erweitert.[5]

Am 27. Juni 2012 wurde die Werkstatt auf dem Gelände des Kieswerks in Ottendorf-Okrilla Nord an der Strecke nach Königsbrück eingeweiht. In der 760 m² großen Halle können regelmäßige Wartungen sowie kleinere und größere Reparaturen an zwei Fahrzeugen durchgeführt werden. Betreiber der Werkstatt ist die Städtebahn-Tochter Städtebahn Service GmbH.[6]

Zum 1. Juni 2013 hat die Eisenbahngesellschaft Potsdam ihren Anteil von 50 % an den anderen Gesellschafter NBE Regio verkauft. Die NBE ist nunmehr alleiniger Eigentümer der Städtebahn Sachsen.[7]

Am 1. Oktober 2014 gab das Landgericht Frankfurt am Main einer Klage der Städtebahn Sachsen gegen die im Jahr 2011 geforderten Regionalzuschläge des damaligen Trassenpreissystems statt und verurteilte die Deutsche Bahn zur Rückzahlung von knapp vier Millionen Euro.[8]

Nach einem erneuten Gewinn der Ausschreibung im „VVO-Dieselnetz“ erbringt die Städtebahn Sachsen von Dezember 2014 bis Dezember 2024 den Personenverkehr auf dem bereits zuvor befahrenen Netz mit den bekannten Fahrzeugen.

Nach eigenen Angaben von Anfang 2016 habe das Unternehmen bis dahin fast zehn Millionen Zugkilometer erbracht, mit einer Pünktlichkeitsquote von 99 Prozent. Die Fahrgastzahlen seien seit 2011 um 13 Prozent gestiegen.[9]

In den Jahren 2016 und 2017 kam es zu insgesamt zehn Kollisionen zwischen Triebwagen der Städtebahn und umgestürzten Bäumen, weshalb das Unternehmen der DB Netz vorwarf, die Vegetationspflege an den Nebenstrecken zu vernachlässigen. Teilweise ragen Zweige bis in das Lichtraumprofil und hinterlassen Kratzer im Lack.[10][11] Den entstandenen Schaden beziffert die Städtebahn auf eine Million Euro.[12]

Zu Pfingsten 2018 stellte die Städtebahn Sachsen den Verkehr zwischen Neustadt (Sachs) und Sebnitz wegen Personalmangel ein, stattdessen fahren auf dem Abschnitt Busse. Laut Angaben des Verkehrsverbundes Oberelbe gab es dort und zwischen Dresden und Königsbrück schon seit einigen Monaten immer wieder kurzfristig angekündigte Zugausfälle, wobei nicht in jedem Fall ein Schienenersatzverkehr mit Bussen gewährleistet war. Bei der Städtebahn Sachsen sind derzeit 34 Triebfahrzeugführer beschäftigt, sechs weniger als geplant. Laut Angaben des Unternehmens werden Triebfahrzeugführer im Raum Dresden insbesondere von Güterverkehrsunternehmen abgeworben. Dort gebe es trotz ungünstigerer Arbeitszeiten besser bezahlte und damit attraktivere Arbeitsplätze.[13] Ab 1. Juli 2018 will man den Minderbestand an Personal mit Leiharbeitnehmern ausgleichen, so dass der Schienenersatzverkehr der Vergangenheit angehören soll.[14]

Verkehrsleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netz der Städtebahn Sachsen seit Dezember 2016

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) erteilte der „EGP – die Städtebahn GmbH“ am 19. März 2010 den Zuschlag für den Betrieb seines Dieselnetzes für zunächst vier Jahre von Dezember 2010 bis Dezember 2014. Die Auftragsvergabe umfasst jährlich 1,7 Millionen Zugkilometer mit mehreren Regionalbahnlinien im Raum Dresden sowie in der Sächsischen Schweiz.

Linie Linienweg Bemerkung
RB33 Dresden-NeustadtKönigsbrück
RB34 Dresden HbfArnsdorfKamenz
RB71 PirnaNeustadt (Sachs)Sebnitz (– Bad Schandau)
RB72 Müglitztalbahn: HeidenauKurort Altenberg (Erzgeb)
RE19 Dresden Hbf – Heidenau – Kurort Altenberg (Erzgeb) Wintersportverkehr, saisonal

Seit dem 5. Juli 2014 fährt nur noch ein Zugpaar der RB71 von Sebnitz weiter nach Bad Schandau. Das wurde mit Einführung der Linie U28 (Decin – Bad Schandau – Sebnitz – Rumburk) eingeführt. Dieses eine Zugpaar fährt nur Montag bis Freitag morgens. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wurden die Linien der Städtebahn als SB33, SB34, SB71, SB72 und SE19 bezeichnet.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen der Städtebahn im Bahnhof Bad Schandau

Die Städtebahn Sachsen besitzt 15 Dieseltriebwagen vom Typ Siemens Desiro Classic, die von Alpha Trains gemietet wurden. Sechs dieser Triebwagen wurden im Rahmen verschiedener Anlässe auf die Namen „Bierstadt Radeberg“, „Rose von Sebnitz 2.0“, „Lessingstadt Kamenz“, „Uhrenstadt Glashütte“, „Landeshauptstadt Dresden“ sowie „Stadt Königsbrück“[15] getauft.

Kurz nach Beginn des Verkehrs der Städtebahn Sachsen Ende 2010 wurden, da die planmäßig eingesetzten Fahrzeuge noch nicht verfügbar waren, verschiedenste angemietete Züge, teils auch lokomotivbespannt, genutzt. Von Dezember 2011 bis November 2012 setzte die Städtebahn Sachsen auch einen angemieteten Triebwagen vom Typ LVT/S als Ersatzfahrzeug ein. Zwischen November 2012 und Dezember 2012 war zudem ein angemieteter Triebwagen vom Typ Talent im Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Städtebahn Sachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sonata Rail: Verbundzusammensetzung. Abgerufen am 24. Februar 2017.
  2. Zahlen – Fakten – Fahrzeuge. Städtebahn Sachsen GmbH, abgerufen am 29. März 2015.
  3. NBE Regio wird im SPNV aktiv. NBE RAIL GmbH, 9. Oktober 2010, abgerufen am 30. August 2014 (PDF; 99 KB).
  4. http://www.sonata-management.com/wp-content/uploads/2014/08/genehmigung_aeg.pdf
  5. http://www.sonata-management.com/wp-content/uploads/2014/11/genehmigung_aeg.pdf
  6. Eröffnung des Wartungsstützpunktes der Städtebahn Sachsen. Städtebahn Sachsen GmbH, archiviert vom Original am 18. Juli 2012; abgerufen am 30. August 2014.
  7. EGP verkauft Städtebahn-Anteile an NBE. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  8. DB zur Rückzahlung von vier Millionen Euro verurteilt. In: Leipziger Volkszeitung. 2. Oktober 2014, ISSN 0232-3222, S. 8.
  9. Peter Weckbrodt: Städtebahn ist zu 99 Prozent pünktlich. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 26. Januar 2016, S. 15 (online).
  10. Umgestürzte Bäume – Städtebahn prüft juristische Schritte. In: MDR.de. 19. Dezember 2017, abgerufen am 13. April 2018.
  11. DB Netz AG empfiehlt Städtebahn „Fahren auf Sicht“. In: LOK Report. 15. Januar 2018, abgerufen am 13. April 2018.
  12. Reiner Hanke: Wenn Stämme auf Gleise kippen. In: Sächsische Zeitung. 20. Dezember 2017, abgerufen am 13. April 2018.
  13. Sächsische Zeitung, Ausgabe Pirna vom 23. Mai 2018
  14. „Bahnbetrieb planmäßig“ auf der Homepage der SBS
  15. Frank Oehl: Mehr Komfort im „Stadt Königsbrück“. In: Sächsische Zeitung. 25. April 2018, abgerufen am 30. April 2018.