Ottendorf-Okrilla

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ottendorf-Okrilla
Ottendorf-Okrilla
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ottendorf-Okrilla hervorgehoben
51.17916666666713.826111111111180Koordinaten: 51° 11′ N, 13° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 25,88 km²
Einwohner: 9884 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 382 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01458
Vorwahl: 035205
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 430
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Radeburger Str. 34
01458 Ottendorf-Okrilla
Webpräsenz: www.ottendorf-okrilla.de
Bürgermeister: Michael Langwald (parteilos)
Lage der Gemeinde Ottendorf-Okrilla im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild

Ottendorf-Okrilla ist eine Gemeinde im Landkreis Bautzen in Sachsen. Mit knapp 10.000 Einwohnern ist Ottendorf-Okrilla die sechstgrößte Gemeinde des Landkreises sowie dessen größte Gemeinde ohne Stadtrecht.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ottendorf-Okrilla liegt im äußersten Westen des Landkreises Bautzen und ist vom Stadtzentrum Dresden ungefähr 20 Kilometer in nordöstlicher Richtung entfernt. Im Norden grenzt die Gemeinde an die Laußnitzer Heide, im Süden an die Große Röder. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Gemeinde beträgt ca. 6 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung ca. 7 Kilometer. Sie hat eine Fläche von 2588 Hektar, davon werden 158 ha gewerblich genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind:

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Grünberg (51.16277777777813.842777777778, mit Diensdorf), Hermsdorf (51.16583333333313.817222222222, oft Hermsdorf bei Dresden[2]), Medingen und den Hauptort Ottendorf-Okrilla, der sich wiederum aus den Orten Ottendorf, Moritzdorf, Großokrilla, Kleinokrilla und Cunnersdorf zusammensetzt, die jedoch keinen Ortsteilstatus haben.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Ottendorf wurde 1346 in einem Bistumsartikel unter dem Markgrafen Friedrich II. der Ernsthafte erstmals erwähnt. Die Urkunde ist allerdings nicht mehr auffindbar.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im März 1933 errichteten SA-Männer vor dem Gasthof „Zum weißen Roß“ einen Scheiterhaufen und folterten dort festgenommene Regimegegner. Der körperbehinderte Kommunist Josef Hannemann starb später an den dabei erlittenen Misshandlungen. Zu DDR-Zeiten wurde am Haus Radeberger Straße 12 eine Gedenktafel für ihn angebracht. Auch das als Kulturhaus genutzte Gebäude trug seinen Namen, bis beides nach 1990 beseitigt wurde.


Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bereits am 24. Oktober 1911 fusionierten die Gemeinden Ottendorf b. Medingen und Moritzdorf zu Ottendorf-Moritzdorf. 1920 wurde Cunnersdorf b. Medingen in die Gemeinde Ottendorf-Moritzdorf eingegliedert, genau ein Jahr später folgte Kleinokrilla. Letztlich wurde am 1. Juli 1921 Großokrilla eingegliedert und die neue Gemeinde gleichzeitig in Ottendorf-Okrilla umbenannt. Bei der Eingemeindung zählte man etwa 4500, bei der Volkszählung vom 16. Juni 1925 schon 4753 Einwohner. Im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreformen in den 90er Jahren wurden am 1. Januar 1994 Grünberg[3] und am 1. Januar 1999 Hermsdorf und Medingen[4] jeweils auf der Grundlage freiwilliger Vereinbarungen angegliedert.


Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Rathaus

(Stand jeweils 31. Dezember)

Jahr 1998 2000 2002 2007 2009 2011 2012 2013
Einwohner 10.253 10.343 10.273 10.076 9.920 9.826 9.861 9.892

Statistik Bevölkerung - Ottendorf-Okrilla Schlüsselnummer: 14 6 25 430 [5]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 54,0 % (2009: 49,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,1 %
24,3 %
9,5 %
14,6 %
10,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,5 %p
+3,1 %p
-7,2 %p
+0,9 %p
-2,4 %p

Die 18 Sitze im Gemeinderat verteilen sich seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 folgendermaßen:

  • CDU: 8 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • Aktionsbündnis Parteilose (AP): 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • FDP: 1 Sitze

Amtliches Wahlergebnis [7]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 10. März 2013 statt. Amtsinhaber Michael Langwald (vorgeschlagen von LINKE, FDP und SPD) setzte sich mit 66,5 % der Stimmen gegen den Herausforderer Mirko Thomas (CDU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,5 %.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla

In Ottendorf-Okrilla gibt es neben dem Paketzentrum der Deutschen Post AG in ungefähr 700 Betrieben ca. 6500 Arbeitsplätze. Zu DDR-Zeiten befand sich am Ort ein großes Presswerk für Kunststoffteile.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über drei Grundschulen (eine davon in Hermsdorf, eine in Medingen) sowie eine Oberschule.

Verkehr[Bearbeiten]

Ottendorf-Okrilla liegt an der Bundesautobahn A4
Desiro-Regionalzug am Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord

Ottendorf-Okrilla befindet sich nördlich der BAB 4 an der B 97. Über die Autobahnanschlussstellen Hermsdorf und Ottendorf-Okrilla ist die Gemeinde leicht erreichbar.

Außerdem ist die Gemeinde an die Bahnstrecke Dresden–Königsbrück angeschlossen. Es existieren folgende Bahnhöfe bzw. Haltepunkte im Gemeindegebiet:

  • Haltepunkt Hermsdorf (bei Dresden)
  • Bahnhof Ottendorf-Okrilla Süd
  • Haltepunkt Ottendorf-Okrilla
  • Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Am 4. März 1959 um 13:51 Uhr stürzte 5,70 km vor der Landebahn des Flughafens Dresden nahe Ottendorf-Okrilla bei seinem zweiten Erprobungsflug das erste und einzige von der DDR eigenentwickelte Flugzeug vom Typ 152/V1, Kennzeichen DM-ZYA ab. Alle vier Besatzungsmitglieder starben.

In Ottendorf-Okrilla steht eines der seltenen Zwölfeckhäuser, ein Beispiel für die DDR-Architektur der 1970er Jahre.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 27). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 24.
  • Karl Gottlieb Dressler: Chronik der Parochie Ottendorf sowie der Dörfer Lausa, Hermsdorf, Grünberg und Cunnersdorf nach sicheren Quellen. Meissen 1890 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ottendorf-Okrilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. z.B.: Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHaltestellenfahrplan − Haltestelle Hermsdorf b Dresden, Hermsdorf (b Dresden). Abgerufen am 1.5.10.
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. [1]
  6. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR14&p_ebene=GE&p_ort=14625430
  7. Ergebnis der Kommunalwahl 2014 in Ottendorf-Okrilla
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl 2013 in Ottendorf-Okrilla