DWA LVT/S

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DWA LVT/S
Bombardier-eigener LVT/S
Bombardier-eigener LVT/S
Nummerierung: 9580 0504 (NVR DE)
672 (DB)
Anzahl: 1 Prototyp + 23 Serienfahrzeuge
Hersteller: DWA (Deutsche Waggonbau AG, heute Teil von Bombardier Transportation) Bautzen
Baujahr(e): 1998 und 1999
Achsformel: 1’A’
Länge über Puffer: 16,54 m
Drehzapfenabstand: 9,00 m
Leermasse: 23 t
Dienstmasse: 32 t
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Installierte Leistung: 265 kW
Anzahl der Fahrmotoren: 1
Antrieb: Dieselmotor mit hydraulischem Wandlergetriebe
Bremse: MRP-C-pn-P-A-H (D)
Kupplungstyp: UIC-Schraubenkupplung oder
automatische Sonderkupplung (Burgenlandbahn)
Sitzplätze: 56 – 64 (+5 Notsitze) (je nach Ausrüstung)
Besonderheiten: Mehrfachtraktion mit bis zu vier Fahrzeugen

Der DWA LVT/S ist ein Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr mit Niederflur-Einstieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 entwarf die Deutsche Waggonbau den Doppelstocktriebwagen DB-Baureihe 670, der jedoch betrieblich nicht befriedigte. Als Alternative entwickelte die DWA den einstöckigen Triebwagen LVT/S, der robuster und vollbahntauglich ausgelegt wurde und überzeugen konnte. Mit Übernahme der DWA durch Bombardier unterblieb ein Weiterbau ebenso wie eine Erweiterung der Fahrzeugpalette um einen Steuerwagen oder eine Doppeltriebwagenvariante.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LVT der Burgenlandbahn als DB 672

1998 kamen einige Fahrzeuge bei der Butzbach-Licher Eisenbahn auf der Bahnstrecke Friedberg–Friedrichsdorf zum Einsatz, da die bestellten GTW 2/6 nicht rechtzeitig geliefert werden konnten.

19 Fahrzeuge sind bei der Burgenlandbahn in Sachsen-Anhalt seit 1999 im Planeinsatz (Stand 1. Juli 2008).[1] Stationiert sind die Fahrzeuge in Weißenfels.

Ursprünglich wurden die Fahrzeuge als KEG VT 3.01 bis VT 3.18 bezeichnet. Seit der Übernahme der Fahrzeuge durch die DB Regio AG im Jahr 2004 werden sie als Baureihe 672 geführt. Im Bestand befinden sich die Fahrzeuge 672 901 bis 904, 906 bis 911 sowie 913 bis 920. 672 912 ist nach einem Brand abgestellt[2] und 672 905 wurde am 27. November 2014 ausgemustert.[3] Von April 2006 bis Dezember 2006 waren die Fahrzeuge wegen Rahmenschäden aus Sicherheitsgründen bis zu deren Sanierung nicht im Einsatz. Seit März 2012 sind 672 919 und 920 als Vorserienmodelle abgestellt. Sie besitzen Vollwellen, für die es keine Prüfanweisung gibt, die den Forderungen des Eisenbahn-Bundesamtes genügt.

Aufgrund eines Redesigns der VT 2E der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (ebenso wie die Butzbach-Licher Eisenbahn eine Tochter der Hessischen Landesbahn) waren von 2006 bis 2007 drei Einheiten dieses Typs auf der Königsteiner Bahn werktags im Einsatz. Diese kamen von Bombardier und waren eine Leihgabe. Inzwischen gehören sie der Prignitzer Eisenbahn GmbH.

Im Dezember 2011 mietete die Städtebahn Sachsen ein Fahrzeug von Bombardier, das meist zwischen Pirna und Neustadt zum Einsatz kam. Zwischenzeitlich wurde das Fahrzeug neu lackiert und verkehrt seit Dezember 2012 auf den von der Eisenbahngesellschaft Potsdam gewonnenen Strecken in der Prignitz.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeug ist wie der Doppelstocktriebwagen 670 in der Achsfolge 1’A’ entworfen und hat in der Fahrzeugmitte eine Doppeltür. Es wird von einem Volvo-Dieselmotor mit 265 kW Leistung und einem mechanischen Automatikgetriebe Bauart Renk Doromat angetrieben.

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WC geschlossenes System, Fahrgastinformationssystem von GSP, Fahrgastzähleinrichtung von Interautomation, Indusi I60 R PZB 90, Zugfunk GSM-R.

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Dezember 2008 fuhr ein Triebwagen der Baureihe 672 ohne Triebfahrzeugführer 40 Kilometer weit von Merseburg nach Querfurt.[4] Es waren keine Personen im Zug und es kam zu keinem Unfall. Gebremst wurde der Zug durch das Zugbeeinflussungssystem, weil die Geschwindigkeit des Zuges die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DWA LVT/S – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahn-Kurier Aspekte 27 - DB-Lokomotiven und Triebwagen
  2. revisionsdaten.de
  3. http://www.revisionsdaten.de/tfzdatenbank/tfz_detail.php?sa&id=-1616378062&fahrzeugsuche=672+9&art=1&such_start=0
  4. sueddeutsche.de: Regionalzug in Sachsen-Anhalt 40 Kilometer führerlos unterwegs