Stabsgefreiter

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Stabsgefreiter
Stabsgefreiter Stabsgefreiter Ärmelabzeichen am Hemd, weiß eines Stabsgefreiten der Deutschen Marine (Verwendungsreihe 40er Marinetechnikdienst)

Dienstgradabzeichen am Dienstanzug
Heer/Luftwaffe/Marine

Dienstgradgruppe Mannschaften
NATO-Rangcode OR-4
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Stabsgefreiter
Dienstgrad Marine Stabsgefreiter
Abkürzung (in Listen) StGefr (SG)
Besoldungsgruppe A5
HA OS5 15 Stabsgefreiter FA PzGren L.svg
Heer
LA OS5 15 Stabsgefreiter L.svg
Luftwaffe
MA OG5 15 Stabsgefreiter L.svg
Marine


Stabsgefreiter ist in Deutschland der zweithöchste militärische Mannschaftsdienstgrad, der in anglophonen Streitkräften dem Specialist (OR4b) vergleichbar wäre.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Der Dienstgrad Stabsgefreiter wurde 1927 in der Reichswehr eingeführt. Im Heer wurde er, mit einer Unterbrechung von 1934 bis 1942, bis Kriegsende 1945 verliehen. In der Reichsmarine bzw. Kriegsmarine war er unausgesetzt bis 1945 in Gebrauch. (Siehe auch: NS-Ranggefüge). Die Luftwaffe der deutschen Wehrmacht führte ihn 1944 anstelle des Dienstgrades Hauptgefreiter ein. In der NVA bis 1990 verwendet (in der Volksmarine: Stabsmatrose), wurde der Dienstgrad Stabsgefreiter im Herbst 1990 auch in der Bundeswehr eingeführt.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dienstgrade der Bundeswehr

Der Dienstgrad Stabsgefreiter (Abk.: StGefr / in Listen: SG) kann einem Soldaten der Bundeswehr nach mindestens 36-monatiger Dienstzeit bei der Bundeswehr verliehen werden − (§ 9.1 Soldatenlaufbahnverordnung (SLV)) −, wenn er mit dem Dienstgrad Soldat eingestellt wurde.

  • Bei weiblichen Soldaten wird umgangssprachlich die Bezeichnung „Stabsgefreite“ in der Bundeswehr verwendet, nicht jedoch offiziell. Die offizielle Anrede lautet „Frau Stabsgefreiter“. Der Dienstgradzusatz (w) der oftmals im Schriftverkehr verwendet wird, hat sich langsam eingeschlichen, hat aber keinerlei Vorschriftengrundlage. Daher sind im Schriftverkehr oder bei Stubenbeschriftungen Formulierungen wie „Frau Stabsgefreiter Schneider“ oder „Stabsgefreiter Schneider, Manuela“ zu verwenden. Die möglichen Dienstgradzusätze finden sich in der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 20/7.
  • Der Dienstgrad Stabsgefreiter kann durch die Einstellung mit einem höherem Dienstgrad übersprungen werden. Theoretisch lässt die SLV (§ 9.2) das Überspringen des Dienstgrades auch in der regulären Beförderungsreihenfolge zu.
  • Die Unteroffizieranwärter tragen den Dienstgradzusatz UA, die Feldwebelanwärter FA und die Offizieranwärter OA. Allerdings sind die Bezeichnungen „Maatanwärter (MA)“ und „Bootsmannanwärter (BA)“ keine offiziellen Bezeichnungen. Gemäß der ZDv 64/10 (Abkürzung in der Bundeswehr) und der ZDv 20/7 (Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten) wird auch der angehende Maat als „UA“ und der angehende Bootsmann als „FA“ bezeichnet. Allerdings haben sich beide Bezeichnungen langsam eingeschlichen und werden nicht nur bei der Marine, sondern auch innerhalb der Bundeswehr allgemein anerkannt.
  • Die Besoldungsgruppe ist A5

Abkürzungen[Bearbeiten]

(Bezeichnungen mit Anwärterzusatz nur im Schriftverkehr)

  • Stabsgefreiter (StGefr, SG)
  • Stabsgefreiter − Unteroffizieranwärter (StGefr UA, SG UA)
  • Stabsgefreiter − Maatanwärter (StGefr MA, SG MA)
  • Stabsgefreiter − Feldwebelanwärter (StGefr FA, SG FA)
  • Stabsgefreiter − Bootsmannanwärter (StGefr BA, SG BA)
  • Stabsgefreiter − Offizieranwärter (StGefr OA, SG OA)

Einsatz[Bearbeiten]

Stabsgefreite sind aufgrund ihrer Dienstzeit oftmals Hilfsausbilder oder erfahrene Besatzungsangehörige militärischer Fahrzeuge wie Militärkraftfahrer meist von Panzerfahrzeugen, die keine Vorgesetztenfunktion haben. Sie werden (vorgesehen ist ein bestandener Ausbilder-Lehrgang) in Ausbildungseinheiten zur Ausbildung von Grundwehrdienstleistenden herangezogen und übernehmen dort Vorgesetztenfunktionen gegenüber anderen Mannschaftsdienstgraden. Manchmal kommt es vor, dass es sich bei diesen Soldaten um vormalige Unteroffizieranwärter oder Offizieranwärter handelt, welche die entsprechenden Laufbahnlehrgänge nicht bestanden haben und für den Rest ihrer Dienstzeit in die Laufbahngruppe der Mannschaften zurückgeführt wurden.

Wehrmacht[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dienstgrade der Wehrmacht

Der Stabsgefreite war wie die anderen Gefreitendienstgrade für Angehörige der Mannschaften gedacht, denen die Unteroffizierslaufbahn verschlossen blieb. Sie wurden häufig mit Vertrauensstellungen wie Futter- und Quartiermeister bedacht.

In den letzten Kriegsjahren wurden Stabsgefreite aufgrund des Mangels an Unteroffizieren oft als Gruppenführer verwandt.

Nationale Volksarmee[Bearbeiten]

In der NVA und den Grenztruppen der DDR war Stabsgefreiter (OR-3) der höchste Dienstgrad der Mannschaften. Der Äquivalentdienstgrad der Volksmarine war der Stabsmatrose.

Die Stehzeit bis zur Beförderung zum nächsthöheren Dienstgrad betrug bis zu einem Jahr und blieb in der Regel nur freiwillig Längerdienenden Soldaten vorbehalten.

Frankreich[Bearbeiten]

In Frankreich lautet der entsprechende Dienstgrad „Caporal-chef de première classe“ (auch Caporal-chef de 1er classe) und gehört zu der Dienstgradgruppe der „Militaires du rang“ (Mannschaften) Er wurde erst 1999 eingeführt und existiert nur im Heer. Der Caporal-chef de première classe steht unter dem Sergent und über dem Caporal-chef. Von Dienstgradniederen wird er mit „Caporal-chef“ oder auch nur mit „chef“ angesprochen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Stabsgefreiter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen