Stift Neuberg

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Stift Neuberg
Stift Neuberg an der Mürz
Stift Neuberg an der Mürz
Lage OsterreichÖsterreich Österreich
Koordinaten: 47° 40′ N, 15° 35′ OKoordinaten: 47° 39′ 47″ N, 15° 34′ 43″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
704
Gründungsjahr 1327
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1786
Mutterkloster Stift Heiligenkreuz
Primarabtei Kloster Morimond
Innenraum mit Hochaltar
Orgel und Rosette

Das Stift Neuberg oder Neuberger Münster ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienser (OCist) in Neuberg an der Mürz in Österreich. Es hat seinen mittelalterlichen Charakter weitgehend bewahrt. Die hochgotische Hallenkirche wird gerne als "Dom im Dorf" bezeichnet. [1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde 1327 von dem Habsburger Herzog Otto den Fröhlichen aus Anlass der Geburt seines Sohnes Friedrich gegründet.[2] Der Herzog schenkte dem Kloster viele Gründe im oberen ürztal und übertrug dem Abt des Klosters die niedere Gerichtsbarkeitüber alle Güter.[3] Als Tochterkloster von Stift Heiligenkreuz gehörte es der Filiation der Primarabtei Morimond an. 1327 lebten 12 Mönche und der Abt Heinrich in Neuberg, im Meierhof des Wernhard aus dem Berg.[3] Seit etwa 1330 wurde an der ersten Kirche gebaut. 1336 wurde als erster Sakralraum die heutige Sakristei eingeweiht.1344 wurde von Bischof Konrad von Gurk der Kapitelsaal konsekriert, in dessen Gruft 1347 der Stifter, Herzog Otto der Fröhliche beigesetzt wurde. Die Fertigstellung der Hallenkirche kam wegen einer Heuschreckenplage und einer Pestepidemie etwa in der Mitte des 14. Jahrhunderts zum Erliegen. 1396 wurde ein Großteil des Klosters Opfer eines verheerenden Brandes, jedoch die Kirche blieb weitgehend verschont. Erst nach der Mitte des 15. Jahrhunderts konnte die Kirche unter Kaiser Friedrich III. fertiggestellt werden.[3]

Der hölzerne Dachstuhl aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist mit mehr als 1100 m³ Lärchenholz der größte und bedeutendste erhaltene Holzdachstuhl im deutschen Sprachraum. Die Ausstattung des Münsters wird vom frühbarocken Hochaltar dominiert, der 1612 entstand.

Aus der Zeit der Gotik sind die lebensgroße Sandsteinstatue der Neuberger Madonna und mehrere Flügelaltäre erhalten. Der Kreuzgang mit dem Kapitelsaal besitzt kostbare Reliefs, die zu den wichtigsten Zeugnissen der Skulptur des 14. Jahrhunderts in Österreich zählen.

Nach wechselvoller Geschichte wurde das Kloster 1786 von Kaiser Joseph II. aufgehoben. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche von Neuberg. Ein Trakt im Südosten der Stiftanlage wurde um 1850 zu einem Jagdschloss für Kaiser Franz Joseph umgebaut.

Im Jahr 1996 wurde die Anlage für die Steirische Landesausstellung umfassend renoviert.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2007 übergaben die Republik Österreich und die österreichischen Bundesforste (ÖBf) die Liegenschaften Stift und ehemaliges kaiserliches Jagdschloss mit einigen Auflagen und Wünschen an die Aigner Immobilien Gruppe.[4] Mit schrittweiser Sanierung des weitläufigen Stiftsareals wurde ein Konzept zur Nutzung entwickelt, sodass sich private und gewerbliche Nutzer in die Räumlichkeiten des Stiftes einmieten können. Im Stift sind die Schauglashütte Kaiserhof, ein Naturmuseum, das Pölzl Museum und verschiedene Gärten zu besichtigen, das im Jahr 1991 eröffnet wurde und aus einer Privatsammlung stammt. Die Erweiterung erfolgte durch Herbert Schliefsteiner.[5] Im Stiftshof befinden sich in 50 Zimmern Übernachtungsmöglichkeiten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stift Neuberg an der Mürz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.katholische-kirche-steiermark.at: Der Dom im Dorf - Pfarre Neuberg. Abgerufen am 27. November 2017.
  2. Constant von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, S. 111 (Digitalisat)
  3. a b c E. Linhardt: Neuberg an der Mürz. In: Christliche Kunststätten Österreichs. 4. Auflage. Nr. 173, 2003, S. 32.
  4. Website Stift Neuberg – Schloß Neuberg: Geschichte: Schloss Neuberg
  5. Eintrag zu Herbert Schliefsteiner im Austria-Forum (Biographie) abgerufen am 15. November 2011