Straßenbahn Orléans

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Straßenbahn
Straßenbahn Orléans
Bild
Basisinformationen
Staat Frankreich
Stadt Orléans
Eröffnung 20. November 2000
Betreiber Keolis Orléans Val de Loire
Verkehrsverbund TAO
Infrastruktur
Streckenlänge 29,3 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 V DC Oberleitung und APS
Haltestellen 48
Betrieb
Linien 2
Takt in der HVZ 7-8 min
Reisegeschwindigkeit 23 km/h (Linie A)[1]
Fahrzeuge 22 Alstom Citadis 301
21 Citadis 302
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Statistik
Fahrgäste 42 000 pro Tag (Linie A)
Netzplan

Die Straßenbahn Orléans (frz. Tramway d'Orléans) ist ein Straßenbahnbetrieb in der französischen Stadt Orléans, welcher in den letzten Jahren eine Renaissance erlebte. Das erste Netz in Orléans bestand zwischen 1877 und 1938. Seit dem Jahr 2000 durchquert wieder eine Straßenbahnlinie die Stadt, eine weitere folgte im Juni 2012. Betreibergesellschaft war bis Dezember 2011 die SETAO (Société d'exploitation des transports de l'agglomération Orléanaise). Seitdem betreibt Keolis Orléans Val de Loire das Verkehrsnetz bestehend aus der Straßenbahn und Bussen, welches unter dem Namen TAO (Transports de l'agglomération orléanaise) vermarktet wird.

Die historische Straßenbahn[Bearbeiten]

Die erste Straßenbahn von Orléans

Orléans besaß bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Straßenbahn. Am 6. Mai 1877 eröffnete die erste Linie, welche zunächst als Pferdebahn betrieben wurde und 1899 elektrifiziert wurde. Bereits 1909 erreichte sie ihre maximale Ausdehnung mit 4 Strecken und einer Gesamtstreckenlänge von 26 km. Die Strecken waren allerdings nur eingleisig mit Ausweichstellen.

1933 wurde bereits die erste Linie durch Busse ersetzt. 1938 kaufte die Stadt die Betreibergesellschaft und stellte am 31. März den Straßenbahnbetrieb ein.

Die neue Straßenbahn seit 2000[Bearbeiten]

In den 90er-Jahren tauchte die Idee zur Wiedereinführung der Straßenbahn auf. 1995 wurde begonnen, die bisherigen Planungen zu konkretisieren und in die Tat umzusetzen. Nachdem im Juli 1998 der öffentliche Nutzen für das Projekt (Déclaration d'utilité publique) festgestellt wurde, konnte mit dem Bau begonnen werden. Seit 27. November 2000 fährt wieder eine Straßenbahn in Orléans, die Linie A.

Linie A[Bearbeiten]

Die Linie A durchquert die Stadt in Nord-Süd-Richtung und verbindet Jules Vernes im Ort Fleury-les-Aubrais mit dem Hôpital de la Source im südlichen Stadtteil Orléans-La Source. Sie bedient dabei den Vorortebahnhof Aubrais im Norden, den Hauptbahnhof, die Innenstädte von Orléans und Olivet sowie das Universitätsgelände der Universität Orléans als auch das Krankenhaus Hôpital de la Source im Süden. Die Loire überquert die Straßenbahn auf der Pont George V.

Auf einer Streckenlänge von 18 km verfügt die Linie über 24 Haltestellen, bei sechs von denen wurden P+R-Parkplätze errichtet, welche das Umsteigen auf die Straßenbahn erleichtern sollen.

Die Stromversorgung erfolgt über eine Oberleitung, die mit 750 V Gleichstrom gespeist wird. Der Betriebshof befindet sich in der Nähe der Haltestelle Hôpital de la Source. Er ist mit einer Waschanlage, einer Werkstatt und einer Abstellanlage ausgestattet.

Linie B[Bearbeiten]

Citadis 302 der Linie B auf Probefahrt

Nach langen Überlegungen wurde im Frühjahr 2007 ein öffentliche Anhörungsverfahren (Enquête publique) durchgeführt, welche sich für den Bau einer zweiten Straßenbahnlinie in West-Ost-Richtung durch die historische Innenstadt aussprach. Im Januar 2008 wurde dann auch der öffentliche Nutzen für das Projekt bestätigt, sodass mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte.[2] Im September 2008 wurde von der Europäischen Investitionsbank (EIB) für den Ausbau ein Darlehen in Höhe von 175 Millionen Euro bewilligt.[3]

Die neue Linie wird unter dem Namen CLEO (Concevoir la liaison Est-Ouest de l'agglo orléanaise – Errichtung einer West-Ost-Verbindung in der Agglomeration Orléans) vermarktet.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die Linie B verläuft in Ost-West-Richtung nördlich der Loire und in etwa parallel zu dieser und verknüpft vier Gemeinden auf einer Strecke von 11,8 km miteinander. Dabei wurden 25 Haltestellen und sechs P+R-Plätze errichtet.[3] Die Linie verläuft zu 90 % auf eigenem Gleiskörper, wobei ein Großteil der Strecke, nämlich die Abschnitte westlich der Haltestelle Pont de l'Europe und östlich von Halmagrand als Rasengleis ausgeführt ist.

In La Chapelle-Saint-Mesmin liegt die westliche Endstation Georges Pompidou. Sie besitzt 170 Parkplätze, womit Pendler aus dem westlichen Umland zum Umsteigen auf die Straßenbahn bewogen werden sollen. Außerdem entsteht ein Verknüpfungspunkt mit dem Busnetz.

Die Gemeinde Ingré wird nur auf einer Strecke von 300 m Länge von der Straßenbahn B durchfahren. Sie wird durch die Haltestelle Trois Fontaines der Nachbargemeinde bedient.

Saint-Jean-de-la-Ruelle besitzt vier Haltestellen: Trois Fontaines, Martin Luther King, Rol Tanguy, Pont de l’Europe. Zwei dieser Haltestellen besitzen Park and ride-Parkhäuser.

Orléans besitzt 14 Haltestellen: Porte Dunoise, Beaumonts, Madeleine, Croix Morin, De Gaulle (Umstieg in die Linie A) , Jeanne d’Arc, Cathédrale-Hôtel de Ville, Halmagrand, Eugène Vignat, Guy Marie Riobé, Droits de l’Homme, Mozart, Grand Villiers und Ambert. Mit den beiden Haltestellen Jeanne d’Arc und Cathédrale-Hôtel de Ville wird auch das historische Zentrum endlich (wieder) vom ÖPNV bedient.

In Saint-Jean-de-Bray liegen Gaudier-Brzeska, Pont Bordeau, Verville, Clos de l’Arche, Léon Blum-Mairie, mit Umsteigemöglichkeit zu den Bussen. Auch die östliche Endhaltestelle Clos du Hameau ist mit einer P+R-Anlage ausgestattet. In Saint-Jean-de-Bray befindet sich auch das Straßenbahndepot der Linie B.

Im historischen Stadtzentrum kann durch Anwendung des APS-Systems zwischen den Haltestellen Madeleine und Vignat auf die Oberleitung verzichtet werden.[1] Die Haltestelle De Gaulle der Linie A am westlichen Ende der Rue Jeanne d'Arc wurde zum Umsteigeknoten zwischen den beiden Linien umgebaut. Die Gesamtkosten des Projekts betrugen 395 Millionen Euro.[3] Die offizielle Eröffnung fand am 29. Juni 2012 statt.

Betriebsaufnahme[Bearbeiten]

Der Probefahrten auf der neuen Strecke begannen am 15. Oktober 2011 zwischen den Haltestellen Ambert in Orléans und Gaudier-Brzeska in Saint-Jean-de-Braye. Auf diesem 533 m langen Streckenabschnitt sollte das Fahrverhalten der einzelnen Garnituren z.B. beim Beschleunigen und Abbremsen geprüft werden. [4] Die offizielle Eröffnung fand am 29. Juni 2012 statt. Einen Tag später wurde der fahrplanmäßige Betrieb aufgenommen.

Rollmaterial[Bearbeiten]

Citadis 302 in Orléans auf der Place Halmagrand

Zum Einsatz kommen 22 Straßenbahnen des Typs Alstom Citadis 301 und 21 Bahnen des Typs Citadis 302. Die Citadis 301 wurden für den Betrieb der Linie A bestellt und verkehren auf dieser seit dem 20. November 2000. Für die Linie B bestellte Keolis Orléans Val de Loire 21 Citadis 302, welche etwas länger (32,3 m statt 29,9 m) und breiter (2,40 m statt 2,32 m) als die Citadis 301 sind. Außerdem verfügen sie über ein abgewandeltes Kopfdesign und über das APS-System. Eine Citadis 302 Einheit kostet 2,05 Millionen Euro.

Betriebszeiten[Bearbeiten]

Die Linie A verkehrt ab 4 Uhr morgens bis 00:40 Uhr, sonntags ab 06:40 Uhr. Die Linie B wird jeweils von 04:30 Uhr morgens bis 00:15 Uhr, sonntags ab 7 Uhr, betrieben. Montags bis freitags fahren die Bahnen alle 6-8 Minuten, samstags alle 8-10 Minuten, sonn- und feiertags alle 15–30 Minuten.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Orléans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b (en) Orléans-Val-de-Loire Tramway, Orléans, Loiret, France auf railway-technology.com
  2. Projekt CLEO. 2008. Archiviert vom Original am 21. Februar 2010. Abgerufen am 13. April 2013.
  3. a b c Europäische Investitionsbank
  4. les premiers pas de cleo, in Orléans.mag no 92; Oktober 2011
  5. Les lignes de Tram Fahrpläne und Fahrzeiten auf reseau-tao.fr