Susanne Dagen

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Susanne Dagen (* 1972 in Dresden[1]) ist eine deutsche Buchhändlerin und Kommunalpolitikerin der Freien Wähler in Dresden.

Buchhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagen betreibt seit 1995 mit ihrem Lebenspartner Michael Bormann das BuchHaus Loschwitz, eine Buchhandlung in Dresden-Loschwitz,[2] die neben dem Buchverkauf auch Veranstaltungen im KulturHaus Loschwitz bietet. Dagen gibt jährlich den Kalender Literarisches Dresden und Lyrik-Publikationen für poet in residence heraus; für Letzteres sitzt sie seit 2013 in der Jury zur Vergabe des Lyrik-Stipendiums.[3] Das BuchHaus Loschwitz gewann 2015 und 2016 den Deutschen Buchhandlungspreis in der Kategorie besonders herausragende Buchhandlungen.[1][4] Zusätzlich auf Youtube übertragen wird seit Mai 2018 die Lesereihe Aufgeblättert. Zugeschlagen – Mit Rechten lesen, die Dagen gemeinsam mit Ellen Kositza vom neurechten Verlag Antaios moderiert.[5][6]

Rechter Aktivismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel des Magazins Der Spiegel im Mai 2016[7] und in der Wochenzeitung Die Zeit vom März 2017 bezeichneten Dagen als „pegida-nah“.[1] Dagen unterstützt die Forderungen von Pegida und vertritt selbst islamkritische Positionen.[8][9] In Reaktion auf Störaktionen am Stand des Antaios-Verlages auf der Frankfurter Buchmesse initiierte sie im Oktober 2017 die „Charta 2017“, in der sie dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vorwarf, einen „Gesinnungskorridor“ vorzugeben und kritisierte, dass „unsere Gesellschaft nicht mehr weit von einer Gesinnungsdiktatur entfernt“ sei. Diese „Charta“ wurde unter anderem von den Schriftstellern Cora Stephan und Uwe Tellkamp sowie den Publizisten Vera Lengsfeld und Matthias Matussek unterzeichnet.[10][11]

Im März 2018 wurde Dagen in das Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung berufen,[12] dem sie bis zu ihrer Stadtratskandidatur für die Freien Wähler angehörte. Im September 2018 wurde Dagen von der Teilnahme an einem Workshop zum Thema „Echokammern und Filterblasen: Vernetzung über Social Media“ im Rahmen der Tagung „Die neue Mitte? Rechte Ideologien und Bewegungen in Europa“ im Deutschen Hygiene-Museum Dresden ausgeschlossen.[13][14] Auf Dagens Klage hin urteilte das Landgericht Dresden, dass der Ausschluss rechtswidrig war, sprach ihr jedoch keine Geldentschädigung zu.[15]

Seit September 2019 sitzt sie für die Freien Wähler im Dresdner Stadtrat und im Stadtbezirksbeirat von Dresden-Loschwitz.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dagens Mutter war Kunstwissenschaftlerin an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und als Galeristin im Staatlichen Kunsthandel tätig, ihr Vater ein aus Kroatien stammender Chemiker.[8] Dagen hat zwei Töchter.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Maria Timtschenko: Susanne Dagen – Wut im Buch. In: Zeit Online, 23. März 2017, abgerufen am 17. September 2019
  2. Buchhändlerin Susanne Dagen über das Leben am Elbhang, sachsen-fernsehen.de, 13. August 2015, abgerufen am 18. September 2019
  3. Susanne Dagen bei Kulturhaus Loschwitz
  4. Preis 2015
  5. Tomas Gärtner: Lingnerpodium: Meinungsgräben müssen kein Unglück sein. In: Dresdner Neueste Nachrichten (online), 22. Februar 2019.
  6. Alexa Hennings: Süße Krankheit Elbhang. Innenansichten einer Dresdner Spezies. Deutschlandfunk Kultur, Sendung Das Feature, 20. August 2019.
  7. Herr Preuß schreibt Geschichte spiegel.de, 14. Mai 2016, abgerufen am 19. September 2018
  8. a b Chronik einer Denunziation, Interview mit Gunter Neumann, Johanna Kelch, wahlzone.mdr.de, abgerufen am 17. September 2019
  9. Bernhard Honnigfort: Geschichten von missverstandenen Menschen. In: Frankfurter Rundschau (online), 3. April 2017.
  10. Susanne Dagen reagiert mit einer "Charta 2017" auf die Buchmesse-Vorfälle – "Nicht mehr weit von einer Gesinnungsdiktatur entfernt". In: Börsenblatt, 17. Oktober 2017.
  11. Cornelius Pollmer: Neue Rechte – "Charta 2017". In: Süddeutsche Zeitung (online), 18. Oktober 2017.
  12. Moritz Lehmann: Buchhändlerin Dagen in AfD-naher Stiftung. In: Badische Zeitung, 22. März 2018, abgerufen am 18. September 2019
  13. Michael Kunze: Ausschluss aus „geschütztem Raum“. In: Sächsische.de, 19. September 2018.
  14. Stellungnahme: Warum die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen nicht zu einem Workshop der Tagung „Die neue Mitte? Rechte Ideologien und Bewegungen in Europa“ zugelassen worden ist. Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 2. Oktober 2018.
  15. Rauswurf der Buchhändlerin Dagen aus Seminar im Hygiene-Museum war rechtswidrig. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 28. Juni 2019.