Szprotawa

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Szprotawa
Wappen von Szprotawa
Szprotawa (Polen)
Szprotawa
Szprotawa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żagań
Fläche: 10,94 km²
Geographische Lage: 51° 34′ N, 15° 30′ OKoordinaten: 51° 34′ 0″ N, 15° 30′ 0″ O
Höhe: 132 m n.p.m.
Einwohner: 12.189
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 67-300
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZG
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Zielona GóraJelenia Góra
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 23 Ortschaften
Fläche: 232,31 km²
Einwohner: 21.462
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0810073
Verwaltung (Stand: 2016)
Bürgermeister: Józef Rubacha
Adresse: Rynek 45
67-300 Szprotawa
Webpräsenz: www.szprotawa.pl



Szprotawa [ʂprɔ'tava] (deutsch Sprottau) ist eine Stadt mit fast 13.000 Einwohnern in der Woiwodschaft Lebus in Polen. Sie liegt an der Mündung der Sprotte rechts in den Bober und gehört dem Powiat Żagański an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprottau südwestlich der Stadt Posen und westlich der Stadt Glogau auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Frühgotische Mariä-Himmelfahrts-Kirche in Szprotawa
Saganer Tor
Park im Stadtzentrum an der Sprotte
Westbastei im Stadtmauer

Die erste Erwähnung des Ortes ergibt sich aus einem Treffen des deutschen Kaisers Otto III. mit dem polnischen Herzog Bolesław Chrobry in der Burg Ilva im Jahre 1000 auf dessen Weg zur Heiligsprechung des Adalbert von Prag in Gnesen[2]. Diese Burg wird heute allgemein gleichgesetzt mit der mächtigen ehemaligen Burganlage Chrobry im Ortsteil Iława (ehemals deutsch Eulau).

1254 erhielt Sprottau die deutschen Stadtrechte vom ersten Glogauer Piastenherzog Konrad II., der seit 1251 auch als Herzog von Sprottau titulierte. Erhaltene Quellen der Stadt stammen aus dem Jahre 1263. Die Entwicklung der Stadt erfolgte recht schnell: Schon im Jahre 1304 bestätigt sein Sohn Konrad III. „Köberlein“ der Stadt Sprottau alle Stadtrechte und Privilegien, auch die Innenorganisation des Stadtrats „Concilium Magistratus“. Zusammen mit dem Herzogtum Glogau gelangte Sprottau 1331 als ein Lehen an die Krone Böhmen, die ab 1526 die Habsburger innehatten.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Sprottau wie fast ganz Schlesien an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 Sitz des Landkreises Sprottau, der zum Regierungsbezirk Liegnitz gehörte.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand die Stadt wirtschaftlich in hoher Blüte durch Eisen-, Textil- und Wachswarenindustrie. Zusätzlich bot eine Ofenfabrik mehr als 400 Arbeitsplätze, 1939 hatte die Stadt 12.578 Einwohner. Bei Kriegsende 1945 war Sprottau zu annähernd 90 % zerstört.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Sprottau im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt und in Szprotawa umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Dadurch ging die Einwohnerzahl deutlich zurück. 1946 waren es nur noch 2.672 Einwohner. Es wanderten Polen zu, die zum großen Teil polnischen Minderheiten in Gebieten östlich der Curzon-Linie angehört hatten. Diese Gebiete waren im Polnisch-Sowjetischen Krieg (1919–1921) erobert worden und mussten nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgetreten werden. Angehörige von Minderheiten waren von den sowjetischen Behörden vor die Wahl gestellt worden, entweder eine neue nationale Zugehörigkeit zu akzeptieren oder das Land verlassen zu müssen.

Sprottau besitzt eine sehenswerte katholische Stadtpfarrkirche, erbaut vom 13. bis 16. Jahrhundert.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Szprotawa gehören neben der Stadt selbst die Ortschaften:

  • Biernatów (Baierhaus)
  • Bobrowice (Boberwitz)
  • Borowina (Hartau)
  • Buczek
  • Cieciszów (Zeisdorf)
  • Długie (Langheinersdorf)
  • Dziećmiarowice (Dittersdorf)
  • Dzikowice (Ebersdorf)
  • Henryków (Sprottischdorf)
  • Kartowice (Kortnitz)
  • Kopanie (Waldhäuser)
  • Leszno Dolne (Nieder Leschen)
  • Leszno Górne (Ober Leschen)
  • Nowa Kopernia (Küpper)
  • Pasterzowice (Hirtendorf)
  • Polkowiczki (Klein Polkwitz)
  • Rusinów
  • Siecieborzyce (Rückersdorf)
  • Sieraków (Zirkau)
  • Szprotawka (Sprottischwaldau)[3]
  • Wiechlice (Wichelsdorf)
  • Witków (Wittgendorf)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühgotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert
  • Überreste der Stadtmauer
  • Rathaus (2 Türme)
  • Mariä-Himmelfahrts-Kirche aus dem 13. Jahrhundert
  • Spätromanische St.-Andreas-Kirche
  • Bürgerhäuser
  • Evangelische Kirche (Ruine)
  • Ehemaliges Klostergebäude
  • Saganer Tor
  • Die Dreigräben
  • Muzeum Ziemi Szprotawskiej
  • Wallburg Chrobry
  • Maulbeerbaum in der friderizianischen Kolonie Sprottischwaldau, aus dem Gründerjahr 1776, Grundstück Nr.16

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Szprotawa liegt an der hier nicht mehr im Personenverkehr betriebenen Bahnstrecke Łódź–Forst (Lausitz). Früher endete auch die Kleinbahn Grünberg–Sprottau hier.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Städtepartnerschaft mit Gevelsberg wurde mit einem offiziellen Festakt am 17. Mai 1996 in der Aula West von Gevelsberg begründet. Es besteht ein reger Austausch mit der Sankt-Engelbert-Gemeinde. Das 10-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft wurde vom 16. bis 18. Juni 2006 offiziell in Sprottau gefeiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Szprotawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. in der Chronik des Thietmar von Merseburg
  3. Artikel Sprottischwaldau im GenWiki
  4. Das erste deutsche Buch über Bienenzucht, von einem Schlesier. In: Monatschrift von und für Schlesien. Band 1, 1829, S. 84–87 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  5. Gedenkschrift (PDF; 898 kB)