Trans-Adria-Pipeline

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Trans Adriatic Pipeline AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Sitz Baar, Schweiz
Leitung Kjetil Tungland
Mitarbeiter 250
Branche Gasversorgung
Website www.tap-ag.com
Verlauf der Trans Adriatic Pipeline

Die Trans-Adria-Pipeline (auch Transadriatische Pipeline), offizieller Projektname Trans Adriatic Pipeline (TAP), ist eine im Bau befindliche, rund 870 Kilometer lange Erdgaspipeline, die durch Griechenland, Albanien und das Adriatische Meer nach Süditalien verlegt werden soll. Sie soll mit der Transanatolischen Pipeline (TANAP) verbunden werden, deren Bau ebenfalls 2015 begonnen wurde, und die einmal Erdgas aus dem kaspischen Raum durch die Türkei nach Westen transportieren soll.

Die neue Pipeline soll im Jahr 2020 in Betrieb sein.[1] Die Transportkapazität der TAP-Pipeline ist auf zehn bis 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr veranschlagt. Zur Sicherstellung der Gaslieferung bei Engpässen soll das Projekt auch einen Gasspeicher in Albanien umfassen.[2]

Mit der TAP konkurrierte die Nabucco-West-Pipeline um aserbaidschanische Erdgas-Ressourcen. Das Anfang 2015 aufgelegte russisch-türkische Turkish-Stream-Projekt plant eine weitere Pipeline, die russisches Gas über die Türkei nach Südosteuropa transportieren soll.[3]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trans Adriatic Pipeline AG ist eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht mit Sitz in Baar, Schweiz. Es handelt sich um ein Joint Venture von sechs Energieunternehmen, die sich für Planung und Bau der TAP-Erdgaspipeline zusammengeschlossen haben.

Aktionäre der TAP
Überschrift Firmensitz Anteil
BP Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 20 %
SOCAR AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan 20 %
Statoil NorwegenNorwegen Norwegen 20 %
Fluxys BelgienBelgien Belgien 19 %
Enagás SpanienSpanien Spanien 16 %
Axpo Holding SchweizSchweiz Schweiz 5 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 wurde die Realisierbarkeitsstudie erstellt und im März 2006 wurde sie von Axpos Tochterfirma EGL beendet. Die technische, wirtschaftliche und ökologische Durchführbarkeit wurden darin bestätigt.

Im März 2007 beendete man die grundlegenden Planungen, unter anderem eine Untersuchung des Meeresbodens sowie vorläufige Verträglichkeitsstudien. 2008 begann die TAP mit den ersten Detailplanungen.

Das aserbaidschanische Schah-Denis-Konsortium gab im Februar 2012 bekannt, dass es die TAP für die Route nach Italien bevorzuge.

Im September 2012 unterzeichneten Albanien, Griechenland und Italien eine Absichtserklärung, um ihre politische Unterstützung für das Projekt sicherzustellen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger begrüßte den Entscheid.[4][5]

Am 26. Juni 2013 erhielt TAP den Zuschlag zum Transport des Erdgases des Produzentenkonsortiums des Schah-Denis-II-Gasfelds, womit sich TAP gegen die Nabucco-Pipeline durchsetzte.[6]

Anfang März 2016 hat die Europäische Kommission bekannt gegeben, dass die Vereinbarung zwischen Griechenland und der „Trans Adriatic Pipeline AG“ mit den EU-Vorschriften für staatliche Beihilfen vereinbar ist.[7]

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Beginn des Straßen- und Brückenbaus in Albanien, über welche die Trasse der künftigen Pipeline, die durch bergige Gegenden verläuft, erschlossen werden soll.
  • 2016: Verlegung der Pipeline-Rohre
  • 2015–2019: Abschluss von Auftragsvergabe und Pipeline-Bau
  • 2018–2019: nach der Planung des Schah-Denis-Konsortiums soll Erdgas zunächst an Georgien und die Türkei, ein Jahr später via TAP auch nach Europa verkauft werden.[8]

Baufortschritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juli 2015 begannen in Albanien offiziell die Bauarbeiten zur Pipeline.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trans-Adria-Pipeline macht Fortschritte. AZERTAG – Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur, 15. Februar 2016, abgerufen am 15. Februar 2016.
  2. E.ON beteiligt sich an Trans Adriatic Pipeline Projekt. Verivox.de, 20. Mai 2010, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  3. New York Times vom 8. Mai 2015: US Encourages Greece to Stick to Non-Russia Pipeline Project
  4. Projektplan. Trans-adriatic-pipeline.com, abgerufen am 16. Oktober 2012.
  5. Besar Likmeta: Albania, Greece and Italy Reach Pipeline Agreement. The three Mediterranean countries signed a memorandum of understanding in New York on Thursday, granting political support to the Trans Adriatic Pipeline, TAP, project. Balkan Insight, 2. Oktober 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012 (englisch).
  6. „Pipeline ‚Nabucco‘ gescheitert – Schwerer Schlag für OMV“, ORF.at, 26. Juni 2013.
  7. „Staatliche Beihilfen: Kommission genehmigt Vereinbarung zwischen Griechenland und TAP über neue Erdgaspipeline nach Europa“, Pressemitteilung der Europäischen Kommission, 3. März 2016.
  8. Meilensteine des TAP-Projektes