Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg

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EGL AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
ISIN CH0003288229
Gründung 1956
Sitz Laufenburg AG, Schweiz
Leitung Hans Schulz
(CEO)
Heinz Karrer
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 803 (30. November 2010)
Umsatz 2,61 Mrd. CHF (GJ 2009/2010)
Branche Energiehandel
Website egl.eu

Die EGL AG (bis 2010 Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG[1]) ist ein europaweit tätiges Schweizer Unternehmen für Energiehandel mit Sitz in Laufenburg im Kanton Aargau (operativer Hauptsitz und Trading Center in Dietikon ZH). Das Unternehmen beschäftigt 803 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von 2.61 Milliarden Schweizer Franken. Eigentümerin ist mit 100 % die Axpo Holding[2].

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGL AG wurde 1956 durch die Kraftwerke Laufenburg (KWL) gegründet und ist heute mit eigenen Tochtergesellschaften in den bedeutendsten europäischen Märkten lokal präsent. Sie handelt mit physischer Energie und energiebezogene Finanzprodukten (Geschäftsbereich Energiehandel). Weiter hält das Unternehmen Kraftwerksbeteiligungen in der Schweiz (Kern- und Wasserkraft), Italien (Gas-Kombikraftwerke) und Spanien (Windpark) und verfügt über langfristige Energiebezugsverträge. Zudem investiert die EGL in den Bau von eigenen Produktionskapazitäten und Transportinfrastruktur in europäischen Schlüsselmärkten (Geschäftsbereich Assets). Schliesslich handelt die EGL auch mit Erdgas und investiert in ein Pipeline-Projekt (Geschäftsbereich Erdgas).

Hochspannungsleitungen beim Umspannwerk Laufenburg

Assets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGL baut in europäischen Märkten ein eigenes, so genanntes Asset-Portfolio auf. Unter dem Begriff Assets (Anlagevermögen) sind dabei ihre eigenen Anlagen zur Stromproduktion, langfristige Beschaffungsverträge für Strom und Erdgas sowie Transportinfrastruktur - also zum Beispiel Übertragungsnetze - zu verstehen.

Strom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fossile Kraftwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2007 ist das erste Gas-Kombikraftwerk der EGL in Italien in Betrieb. Die Anlage Calenia Energia in Sparanise in der Provinz Caserta verfügt über eine Kapazität von 760 MW und ist zu 85 % im Besitz der EGL, die italienische HERA-Gruppe hält einen Minderheitsanteil von 15 %. Seit Juli 2008 ist auch das Gas-Kombikraftwerk Rizziconi Energia der EGL in Kalabrien am Netz.[3] Auch diese Anlage verfügt über eine Kapazität von 760 MW, ist jedoch zu 100 % im Besitz der EGL. Seit Oktober 2010 ist auch das Gas-Kombikraftwerk SE Ferrara (760 MW) in der italienischen Provinz Ferrara, an dem die EGL mit 49 % beteiligt ist, operativ. In der Extremadura (E) plant die EGL den Bau eines 400-MW-Gaskraftwerks.[4]

Erneuerbare Energien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 75 % ist die EGL Mehrheitsaktionärin der Albula-Landwasser Kraftwerke AG in Filisur. Die EGL verfolgt regenerative Kraftwerksprojekte in Italien (Windpark mit rund 70 MW Kapazität) und Spanien (Biomasse). Zusätzlich ist die EGL seit 2009 mit 24,1 % an der Wetfeet Offshore Windenergy GmbH beteiligt, die den Bau eines Windparks mit einer Gesamtleistung von 400 Megawatt vor der norddeutschen Küste plant.

Beschaffungsverträge für Strom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben eigenen Produktionskapazitäten und Beteiligungen verfügt die EGL über langfristige Stromlieferverträge mit Produzenten in Frankreich.

Netz in der Schweiz und Verbindungen in die Nachbarländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGL ist über ihre für die Übertragung zuständige Tochtergesellschaft EGL Grid AG Eigentümerin eines 380/220-kV-Höchstspannungsnetzes, das sich über einen grossen Teil der Schweiz erstreckt und mit grenzüberschreitenden Leitungen Verbindungen mit allen Nachbarländern ermöglicht.

Die EGL besitzt die 380-kV-Leitung LaufenburgGösgen und einen Teil der Leitung Laufenburg–Bassecourt/–Bickingen–Creux de Chippis. Die Energiestrasse über den Gemmipass wurde in den 1960er-Jahren als längste Hochspannungsleitung der Schweiz erstellt und ist ein Gemeinschaftswerk der EGL und der BKW. Unter der Obhut der EGL durchquert die Gemmileitung zwischen Frick und Eiken das Fricktal und anschliessend den Kanton Basel-Landschaft. Sie ersetzte seinerzeit eine 220-kV-Leitung von Laufenburg nach Brislach, ist aber mit der der IWB (Industrielle Werke Basel) gehörenden Station von Brislach nicht verbunden. Heute zweigt beim Matzendörfer Stierenberg eine 380-kV-Leitung zum Unterwerk von Bassecourt ab. Von Bassecourt aus wird u. a. die Stadt Basel mit Elektrizität beliefert. Die längste Hochspannungsleitung der Schweiz war bis in die 1990er-Jahre mit drei und heute mit allen sechs Stromkreisen mit der Unterstation Bickingen der Bernischen Kraftwerke AG angeschlossen. Als Bestandteil des BKW-Übertragungsnetzes durchquert sie das Berner Mittelland und folgt anschliessend dem Kandertal. Dort sind wenige Tonnen- und Donaumasten mit einer leuchtroten Warnfarbe angestrichen. Sie passiert den Gemmipass und endet im Unterwerk Creux-de-Chippis im Kanton Wallis.

Nicht weniger als zehn Fernleitungen enden im Umspannwerk. Im Jahr 2000 wurden die EGL-Italia S.p.A. und die EGL-Polska Sp.z.o.o., 2001 die EGL Austria und 2003 Zweigbetriebe in Leipzig, Budapest, Oslo und Bukarest gegründet. Für den Stromexport ins Unterengadin geniesst die EGL Nutzungsrechte auf Fernleitungen der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) sowie der Albulaleitung der Engadiner Kraftwerke (EKW). Für den Export nach Italien ist sie stark von der Gotthardleitung, der Lukmanierleitung und der 380-kV-Leitung Sils–Soazza abhängig. Da diese dreipoligen Energiestrassen an ihre Kapazitätsgrenzen stiessen, zog die EGL den Bau von eigenen Kraftwerken auf italienischem Gebiet in Erwägung. Ein Nutzungsrecht geniesst die EGL auch auf der 380-kV-Leitung Bassecourt-Sierentz.

NorGer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGL war bis August 2011 mit 16,67 % am Projekt NorGer beteiligt, welches eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) durch die Nordsee zwischen Norwegen und Deutschland realisieren und betreiben wird. Ziel des Projektes ist es, den Austausch elektrischer Energie durch die Nordsee zu ermöglichen.

Erdgas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 verfügt die EGL über einen Geschäftsbereich Gas. Unter anderem entwickelt die EGL zusammen mit der norwegischen Statoil und der deutschen E.ON Ruhrgas das Erdgas-Pipelineprojekt Trans Adriatic Pipeline (TAP). Die Pipeline soll einen Korridor für die Versorgung Westeuropas mit Erdgas aus dem Kaspischen Raum und dem Mittleren Osten eröffnen. Dabei wird die TAP an bestehende Pipelines in Griechenland und der Türkei anknüpfen und danach Teile Griechenlands, Albanien und die Adria durchqueren, bevor sie Italien erreicht. Die grundlegenden Planungsarbeiten für die TAP sind abgeschlossen.

Durch die TAP soll dereinst Erdgas aus Aserbaidschan fliessen. Die EGL steht dazu in Verhandlungen mit dem Förderkonsortium des Erdgasfeldes Shah Deniz. Zuvor hatte die EGL auch Interesse an Erdgas aus dem Iran gezeigt, das weltweit über die zweitgrössten Reserven dieses Rohstoffes verfügt. Am 17. März 2008 wurde in Teheran darum ein Vertrag zwischen der EGL und der National Iranian Gas Export Company (NIGEC) unterzeichnet, der vorsieht, dass ab 2012 jährlich 5,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Iran an die EGL geliefert werden. Teillieferungen sollen schon früher erfolgen. Die Regierungen der USA und Israels stehen dem Geschäft ablehnend gegenüber.[5][6]

Energiehandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EGL kauft und verkauft Strom, Erdgas und energiebezogene Finanzprodukte. Sie ist hierzu an den wichtigen Energiebörsen zum Handel akkreditiert. Die Handels- und Verkaufsaktivitäten der EGL sind auf Grosskunden fokussiert. Für diese entwickeln kompetente Teams in den verschiedenen Ländern europaweite Beschaffungsmodelle und massgeschneiderte Vertragslösungen.

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amtierende Bundesrätin, Doris Leuthard, war von 2002 bis 2006 Mitglied des Verwaltungsrates der EGL.[1] Die EGL ist die Hauptsponsorin für den Oberfricktaler Eisenweg.

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Altes EGL Logo bis 2010.

Im Jahre 2010 wurde ein neues Logo eingeführt. Wobei der Farbverlauf im neuen Logo den strategischen USP des Unternehmens visualisiert, das heisst, seine multikulturelle Ausrichtung[7].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eintrag der «EGL AG» im Handelsregister des Kantons Aargau
  2. http://www.egl.eu/eglch/de/home/investor/contact1.html
  3. eigene Angaben Website EGL
  4. Zusammenstellung der Fossil-thermischen Kraftwerke von Schweizer Energieunternehmen
  5. Telepolis: Schweizer Energiekonzern unterzeichnet Milliardengeschäft mit Iran 17. März 2008, abgerufen am 19. März 2008
  6. EGL: Erdgasliefervertrag mit NIGEC unterzeichnet 17. März 2008, abgerufen am 19. März 2008
  7. green-design.ch - Showcase EGL AG

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]