U 203

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
U 203
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Bundesarchiv DVM 10 Bild-23-63-15, Kiel, Indienststellung U-Boot U 203.jpg
Indienststellung von U 203, Krupp-Germaniawerft Kiel
Typ: VII C
Feldpostnummer: M 36 449
Werft: Germaniawerft, Kiel
Bauauftrag: 23. September 1939
Baunummer: 632
Kiellegung: 28. März 1940
Stapellauf: 4. Januar 1941
Indienststellung: 18. Februar 1941
Kommandanten:
  • 18. Februar 1941 – 11. September 1942
    Kapitänleutnant Rolf Mützelburg
  • 11. – 20. September 1942
    Oberleutnant zur See Hans Seidel (i.V)
  • 21. September 1942 – 25. April 1943
    Kapitänleutnant Hermann Kottmann
Flottillen:

1. U-Flottille (Kiel) Ausbildungsboot
Februar 1941 – Mai 1941
1. U-Flottille (Brest) Frontboot
Mai 1941 – April 1943

Einsätze: 11 Unternehmungen
Versenkungen: 21 Schiffe (90.270 BRT)
Verbleib: am 25. April 1943 im Nordatlantik südöstlich von Kap Farvel versenkt.

U 203 war ein deutsches Unterseeboot des Typs VII C, auch als „Atlantikboot“ bezeichnet. Es wurde von der Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges im Nord-, West- und Mittelatlantik eingesetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bauauftrag für U 203 wurde am 23. September 1939 an die Krupp Germaniawerft in Kiel vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 28. März 1940 und der Stapellauf am 4. Januar 1941. Am 18. Februar 1941 wurde es unter Kapitänleutnant Rolf Mützelburg in Dienst gestellt. Bis zum 1. Mai 1941 war U 203 als Ausbildungsboot der 1. U-Flottille (Kiel) zugeteilt. Danach gehörte es, bis zu seiner Versenkung, als Frontboot zur 1. U-Flottille (Brest).

U 203 machte unter Mützelburgs Führung bis zum Sommer 1942 sieben Feindfahrten. Auf dem achten Einsatz verunglückte Mützelburg am 11. September 1942 beim Baden durch einen Kopfsprung vom Turm tödlich. I.WO Seidel brachte das Boot nach Brest zurück. Danach übernahm Kapitänleutnant Hermann Kottmann das Kommando über U 203, welches er bis zum Untergang des Bootes innehatte.

Als Bootsabzeichen führte U 203 das Stadtwappen seiner Patenstadt Essen an der Frontseite des Turmes. Dieses Wappen zierte zur Zeit von Mützelburgs Kommando auch einen inoffiziellen Kommandantenwimpel des Bootes – unter dem Bild standen hierauf die Buchstaben MÜBU. Unter Kottmanns Kommando wurde außerdem an der rechten Turmseite eine Schildkröte aufgemalt.[1]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Kommandanten von U 203 versenkten auf ihren elf Feindfahrten mit diesem Boot insgesamt 21 Schiffe mit 90.270 BRT. Darunter war auch der britische Passagierdampfer Avoceta (Lage) der Yeoward Line. Bei dessen Versenkung, am 26. September 1941, kamen 123 Besatzungsmitglieder und Passagiere, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, ums Leben.

Untergang und Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. April 1943 griff U 203 den Geleitzug ONS 4 südöstlich von Kap Farvel an. Eine Fairey Swordfish des Flugzeugträgers HMS Biter sichtete das Boot und meldete es dem Zerstörer HMS Pathfinder. Dieser attackierte U 203 mit Wasserbomben und zwang es zum Auftauchen. 38 Besatzungsmitglieder konnten sich retten, während zehn Männer ums Leben kamen. U 203 sank auf der Position 55° 5′ N, 42° 25′ W.

Nach dem Kommandanten Rolf Mützelburg wurde in Flensburg-Mürwik ein Wehrmachtslager benannt. Das Mützelburglager wurde nach dem Krieg von Flüchtlingen bewohnt und letztlich Mitte der 1950er Jahre abgerissen. Der ehemalige Standort des Lagers liegt heute in einem Landschaftsschutzgebiet.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 4. Auflage. 2001, S. 73.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Band 2: Die Gejagten, 1942–1945. Heyne, München 1998, ISBN 3-453-16059-2.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1.
  • Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1997, ISBN 3-8132-0512-6.
  • Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 4. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0826-9.
  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes-Verlag, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]