Bahnstrecke Naumburg–Reinsdorf

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Naumburg (Saale) Hbf–Reinsdorf (b Artern)
Streckennummer: 6726
Kursbuchstrecke (DB): 585
Streckenlänge: 52,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Strecke – geradeaus
von Halle (Saale) Hbf
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Teuchern
Bahnhof, Station
0,0 Naumburg (Saale) Hbf
Straßenbrücke
Bundesstraße 180
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Erfurt und nach Jena
Brücke über Wasserlauf (groß)
Saale
Haltepunkt, Haltestelle
1,6 Naumburg-Roßbach (seit 2012)
Haltepunkt, Haltestelle
3,1 Kleinjena
Bahnübergang
Bundesstraße 180
Straßenbrücke
Bundesstraße 176, Bundesstraße 180
Bahnhof ohne Personenverkehr
6,2 Freyburg (Unstrut) (SPNV-Halt bis 2012)
Haltepunkt, Haltestelle
6,5 Bft Freyburg (Unstrut) Bahnsteig (seit 2012)
Haltepunkt, Haltestelle
8,6 Balgstädt
Bahnübergang
Bundesstraße 176
Bahnhof, Station
13,2 Laucha (Unstrut)
Bahnübergang
Bundesstraße 176
   
Finnebahn nach Kölleda
Haltepunkt, Haltestelle
16,1 Kirchscheidungen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Unstrut
Haltepunkt, Haltestelle
19,6 Karsdorf Zementwerk
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Anst Zementwerk Karsdorf
Haltepunkt, Haltestelle
20,6 Bft Karsdorf Bahnsteig (seit 2012)
Bahnhof ohne Personenverkehr
20,8 Karsdorf (SPNV-Halt bis 2011)
Planfreie Kreuzung – unten
Unstruttalbrücke mit NBS Erfurt-Leipzig/Halle
Haltepunkt, Haltestelle
24,9 Reinsdorf (b Nebra) (seit 2012)
   
von Querfurt
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
25,7 Vitzenburg (Awanst) (bis 2011 Pbf; bis 2015 Bf)
Bahnübergang
Bundesstraße 250
Bahnhof, Station
29,1 Nebra
Kilometer-Wechsel
Infrastrukturgrenze DB Netz / DRE
Haltepunkt, Haltestelle
31,5 Wangen (Unstrut)
   
Sachsen-Anhalt / Thüringen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Anst Kaliwerk
Bahnhof, Station
40,1 Roßleben
Brücke über Wasserlauf (groß)
Unstrut
Brücke über Wasserlauf (groß)
Unstrut-Flutkanal
Bahnhof, Station
44,3 Donndorf (Unstrut)
Bahnhof, Station
48,8 Gehofen
Gleisdreieck – geradeaus, ex nach links, von links
nach und von Erfurt
Kilometer-Wechsel
Infrastrukturgrenze DRE / DB Netz
Bahnhof, Station
52,7 Reinsdorf (b Artern)
Strecke – geradeaus
nach Sangerhausen

Die Bahnstrecke Naumburg–Reinsdorf (Unstrutbahn) ist eine Nebenbahn in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie verläuft im Tal der Unstrut von Naumburg (Saale) über Freyburg (Unstrut) und Nebra nach Reinsdorf, wo sie in die Hauptbahn Sangerhausen–Erfurt einmündet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstruttalbrücke bei Karsdorf über der Unstrutbahn

Zwischen Naumburg/Saale und Roßleben verläuft die Strecke größtenteils unmittelbar an der Unstrut und dem Unstrutradwanderweg entlang und bietet häufig Ausblicke in die hügelige Landschaft und auf Schlösser und Burgen. Bei Karsdorf überquert die Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle auf der 2668 Meter langen Unstruttalbrücke die Strecke der Unstrutbahn und den daneben verlaufenden gleichnamigen Fluss.

Ostwärts schließt sich an die Unstrutbahn die Naumburg-Teucherner Bahn an, auf der nur noch zwischen Naumburg (Saale) Hbf und Naumburg (Saale) Ost Personenzüge verkehren.[1] Diese sind mit der Unstrutbahn durchgebunden. Westwärts schloss sich an die Unstrutbahn die 2006 stillgelegte Kyffhäuserbahn von Bretleben nach Sondershausen an. In Laucha zweigt die inzwischen stillgelegte Finnebahn von der Unstrutbahn ab, eine funktionsfähige Verbindung besteht nicht mehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Wegfall der Zollschranken und der beginnenden Industrialisierung wurde der Ruf nach einer Eisenbahnstrecke durch das Unstruttal lauter, da man sich hier auch Salz-, Kohle- und Buntsandsteinvorkommen erhoffte. Der Transport mit dem Schiff erschien wenig wirtschaftlich.

1872 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die den Bau der Strecke durch das damals gewerbereiche Unstruttal bewerkstelligen sollte. Das Projekt scheiterte jedoch an der Finanzierung. Man übertrug dann die Verwirklichung des Projekts der Deutschen Eisenbahnbaugesellschaft in Berlin; diese ging jedoch in Konkurs. Daraufhin löste sich die Unstrutbahn-Gesellschaft 1874 auf.

Die ersten Aktivitäten, die den eigentlichen Bahnbau einleiten sollten, begannen am 19. Juni 1882. Der Reichsbahndirektion Erfurt erteilte der preußische Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten Albert von Maybach den Auftrag, mit Vorarbeiten für die Strecke zu beginnen. Damit war auch der Beginn von Vermessungsarbeiten verbunden. Dies vollzog sich alles zügig und zweckmäßig. Im Abschnitt zwischen Naumburg und Roßbach lief der Vermessung relativ problemlos, auf dem restlichen Verlauf hingegen eher schwierig. Das ist darauf zurückzuführen, dass der gewünschte Streckenverlauf sich nicht auf öffentlichen Gelände befand. Ebenfalls wollten die Bauern keine Teilung ihrer Felder durch die Eisenbahn in Kauf nehmen. Des Weiteren stellte das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen spezielle Forderungen bezüglich der Trassenführung, die als nicht akzeptabel erachtet wurden. Aus dem Grund galt die Querung einer Auenniederung bei Donndorf und Geholfen als alternativlos. Ein preußisches Gesetz vom 4. April 1884 erteilte die Genehmigung zum Bau und Betrieb der Strecke, welche von Naumburg über Freyburg, Laucha, Karsdorf, Nebra, Roßleben und Donndorf nach Artern führen soll. Die Planung war bereits abgeschlossen und die Finanzierung vorerst gesichert. Aufgrund länger anhaltender Streitfragen dauerte der Baubeginn noch bis September 1887. Beim Bau kam es neben der Sumpfquerung auch zu Dammaufschüttungen und Abbrüchen von Bundsandsteighängen. Die Strecke konnte bereits am 20. September 1889 landespolizeilich abgenommen werden. Mit dem Bau waren allerdings auch etliche Bauunfälle teils auch mit Personenschäden verbunden.

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Strecke vorzubereiten, konstituierte sich dazu ein Festkomitee. Im Umkreis von Artern berichtete ab dem 24. September ein Anzeiger darüber. Wie eine andere Ausgabe berichtet, meldeten sich im Vorfeld weit über 200 Personen für die Eröffnungsfeier an. Am 30. September, einen Tag vor der offiziellen Inbetriebnahme, fand schließlich die Einweihung statt. Um 8:50 Uhr startete ein voll besetzter Sonderzug von Naumburg in Richtung Artern. An Bord befanden sich wichtige Vertreter aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Handelsminister Albert von Maybach. In allen Zwischenbahnhöfen der Strecke wurde gehalten. Einen längeren Stopp legte man in Laucha ein. Gegen 12:00 Uhr endete der Sonderzug in Artern. Kanonenschläge, Musikkapellen und ein Heer an Menschen begleiteten die Feierlichkeiten. Genau um 12:48 Uhr fuhr der Sonderzug mit ungefähr 240 Gästen wieder zurück nach Naumburg. Die Inbetriebnahme der Bahnstrecke erfolgte am 1. Oktober 1889. Zunächst verkehrten vier Zugpaare von Artern nach Naumburg. Diese Fahrzeit auf dieser Relation betrug zweieinhalb Stunden. In die entgegengesetzte Richtung dauerte es aufgrund mehrerer Zugkreuzungen etwa 20 Minuten länger.

Zwei Tage nach der Inbetriebnahme, am Vormittag des 3. Oktobers, musste der Verkehr auf dem Abschnitt zwischen Donndorf, Roßleben, Nebra und Naumburg wieder eingestellt werden. Grobe Fehler beim Bau kürz vor der Eröffnung werden als Ursache für Dammrutsche, Gleissenkungen und -verwerfungen betrachtet. Die Reparaturarbeiten wurden zügig abgeschlossen, sodass am 6. Oktober schon wieder Züge fahren konnten. Doch das erste Betriebsjahr war trotz einiger Aus- und Unfälle grundsätzlich von einem stetigen Aufschwung geprägt. Im Winter 1890 kam es zu einem Hochwasser, das einen Damm unterspülte. Hinzu kamen noch die Entgleisung eines Reisezuges im März 1890 und ein tödlicher Unfall eines Rangierarbeiters.

Einer Meldung des Querfurter Kreisblattes zufolge betrug der Personenverkehr etwa 23000 Personen im ersten Drittel seines Bestehens. Dafür wurden die Fahrpläne mehrfach verändert. Ebenso fuhren nun fünf Zugpaare täglich und eine Verbesserung der Anschlüsse in Artern und Naumburg erfolgte. Die Region profitierte von der Eisenbahn sehr. Von verschiedenen Bahnhöfen der Strecke zweigten später noch weitere Kleinbahnen ab. Auch zahlreiche Anschlussbahnen sowie Güter- und Ladegleise der örtlichen Kali- und Zementindustrie entstanden.

Erste Betriebsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die aller ersten Betriebsjahre durch einen stetigen Aufwärtstrend geprägt waren, setzte sich diese Entwicklung in die Jahren 1895 bis zum Jahreswechsel 1905/06 nicht weiter fort. Ein Grund ist darin zu sehen, dass die Verkehrsbedürfnisse im Einzugsgebiet nicht weiter wuchsen. Die entsprechenden Einnahmen blieben aus, um mit Ausbaumaßnahmen zu beginnen. Mit der im Jahre 1914 eröffneten Finnebahn war in Laucha ein kompletter Umbau des Bahnhofs verbunden, womit es sich von nun um einen Trennungsbahnhof handelte. Die Bahnsteige verrückte man in Richtung Süden, um Platz für neue Güter- und Ladegleise zu schaffen. Hinzu kamen zwei Stellwerke der Bauart Jüdel. Die Unstrutbahn erhielt einen eigenen Bahnsteig. Als Zugang zu den Bahnsteigen diente ein neu errichteter Personentunnel. Teilweise waren diese Bahnsteige auch überdacht. Der Bahnsteig der Unstrutbahn verfügte sogar über einen kleinen Kiosk.

Anfangs prägten Kalk- und Sandstein sowie die Landwirtschaft das Güterverkehrsaufkommen auf der Unstrutbahn. Mit der Zeit gewannen auch die beiden Großkunden wie das Zementwerk Karsdorf und der Kalischacht Roßleben mehr an Bedeutung. Ohne die Eisenbahn wären diese Verkehrsleistungen gar nicht erst möglich gewesen. Daher gab es Mitte der 1970er-Jahre Vorhaben, die die Durchlässigkeit der Strecke erhöhen sollten. So wurde über einen zweigleisigen Ausbau und über die Elektrifizierung nachgedacht. Güterzüge mit bis zu 120 Achsen Länge fehlte es für die Zugkreuzungen an Platz. Auch auf der Verbindung zwischen Naumburg und Erfurt besaß die Unstrutbahn als Umleitungsstrecke eine gewisse Bedeutung.

Betrieb nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Güterverkehr ist auf dem Abschnitt Reinsdorf (b Artern)–Nebra seit dem 31. Dezember 2001 eingestellt.

Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf Thüringer Seite wurde am 9. Dezember 2006 seitens der Landesregierung wegen Unwirtschaftlichkeit nicht mehr weiter bestellt. Daraufhin hat die DB Netz AG Anfang 2007 den Thüringer Abschnitt der Strecke ausgeschrieben, um sie an ein anderes Unternehmen zu verkaufen oder zu verpachten. Die Ausschreibungsfrist endete am 30. April 2007. Beworben hatten sich nach Angaben der DB zwei Unternehmen. Ein Bewerber war die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), der andere Bewerber die Westfälische Almetalbahn GmbH (WAB). Die WAB wollte die Bahn für den Güterverkehr, insbesondere Zementtransporte, wieder reaktivieren. Schließlich hat die DRE im Mai 2008 den 20-jährigen Pachtvertrag mit der DB Netz AG für den Streckenabschnitt Nebra–Artern abschließen können.[2]

Der neue Haltepunkt in Wangen mit zwei LVT/S der Burgenlandbahn.

Am 22. Januar 2009 erhielt die DRE die Betriebsgenehmigung für die Strecke Nebra–Artern.[3] Nachdem die DRE einen Behelfsbahnsteig in Wangen errichtete,[4] der am 9. April 2009 von Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre eingeweiht wurde, befahren seit 10. April die vom Land bestellten Züge die etwa zwei Kilometer lange Strecke von Nebra nach Wangen (Unstrut).[5][6] Damit existiert für die Besucher der im Sommer 2007 eröffneten Arche Nebra (das Besucherzentrum zur Himmelsscheibe von Nebra) eine direkte Bahnverbindung aus Richtung Naumburg, ohne dass in Nebra in den Omnibus umgestiegen werden muss.

Vom 8. Oktober 2011 bis zum 31. Januar 2012 war die Strecke für den Bahnverkehr komplett gesperrt. Während dieser Zeit wurde die noch aus dem Jahr 1887 stammende Saalebrücke bei Naumburg neu gebaut. Neben dieser Baumaßnahme wurden die Bahnhöfe und Haltepunkte an der Strecke erstmals saniert.[7] Neue Bahnsteige wurden an den Bahnhöfen und Haltepunkten Kleinjena, Balgstädt, Laucha, Kirchscheidungen, Karsdorf, Reinsdorf (b Nebra) und Nebra errichtet, hierbei wurden in Karsdorf, Reinsdorf (b Nebra) (ehemals Vitzenburg) und Freyburg (Unstrut) die Bahnsteige in eine verkehrsgünstigere Lage verschoben.[8] Ein völlig neuer Haltepunkt im Naumburger Stadtteil Roßbach wurde am 10. März 2012 in Betrieb genommen, ebenso der in der Lage verschobene neue Haltepunkt in Freyburg (Unstrut).[9]

Die für den westlichen Streckenteil Nebra–Artern von der DRE geplante Ertüchtigung zur Aufrechterhaltung des Güterverkehrs bis zum Beginn der Streckensperrung im Jahr 2011 erfolgte nicht.[10][11] Diese erfolgte erst Anfang Mai 2012, als erstmals nach vier Jahren wieder ein Zug den bisher gesperrten Streckenabschnitt Roßleben–Artern befuhr.[12] Da jedoch wegen einer baufälligen Eisenbahnbrücke östlich von Roßleben kein Güterverkehr auf diesem Streckenabschnitt möglich war, wurde diese im Sommer 2014 beseitigt und der Bahndamm geschlossen. Dadurch ist wieder die gesamte Strecke zwischen Artern und Naumburg für schwere Güterzüge befahrbar.[13]

Im November 2011 wurde das Anschlussgleis zum ehemaligen Kaliwerk in Roßleben wieder befahrbar gemacht, da zur Abdeckung der Kalihalde Schüttguttransporte geplant waren, die allerdings bisher nicht stattfanden.[14]

Nördlich von Naumburg wurde Anfang 2015 die Streckenhöchstgeschwindigkeit von 50 auf 80 km/h erhöht, so dass die Fahrzeit bis Freyburg um ein bis zwei Minuten reduziert werden konnte.[15] Auch im DRE-Abschnitt wurde mit dem Durchstopfen von etwa 1200 Meter Gleis zwischen Nebra und der Landesgrenze die Streckengeschwindigkeit auf 40 bzw. 50 km/h erhöht. Dadurch verkürzt sich die gesamte Reisezeit zwischen Nebra und Roßleben um bis zu 6 Minuten.[16]

Im November 2015 wurden im Bahnhof Laucha nicht mehr benötigte, bereits abgeklemmte Weichen und die Unterführung Richtung Stadtzentrum zurückgebaut. Der verbleibende denkmalgeschützte Teil nach Stadtfeld wurde saniert und am ebenerdigen Überweg zur Bushaltestelle eine Schranke installiert. Außerdem wurde der Bahnhof Vitzenburg zur Ausweichanschlussstelle umgebaut. Die in Naumburg ansässige Saale-Unstrut-Bahn UG (SUB), die 2011 von Mitgliedern des Vereins der Unstrutbahnfreunde gegründet worden ist, hat dort Gleise erworben, um Schienenfahrzeuge abstellen sowie be- und entladen zu können.[17]

Gegenwärtiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgenlandbahn 672 902 + 672 910 als RB 34868 (Naumburg Ost–Roßleben), in Wangen
Ein „Ferkeltaxi“ der Erfurter Bahnservice als „Unstrut-Schrecke-Express“ in Roßleben, 2013

Auf dem Streckenabschnitt Naumburg – Wangen in Sachsen-Anhalt wird der SPNV durch die Burgenlandbahn mit Triebwagen der Baureihe 672 im Stundentakt durchgeführt.[18] Die Zugkreuzungen erfolgen kurz vor der halben Stunde im Bahnhof Laucha (Unstrut) und kurz vor der vollen Stunde im Bahnhof Nebra. Der weiterführende Streckenabschnitt von Wangen bis in das thüringische Artern wird nur selten für Sonderfahrten genutzt.[19]

Güterverkehr findet derzeit regelmäßig zur Anschlussbahn im Zementwerk Karsdorf statt. Dort werden vorwiegend auf den Gleisanlagen der Erfurter Bahnservice GmbH Kesselwagen aus Großkorbetha und Leuna abgestellt und bei Bedarf wieder durch Loks von InfraLeuna geholt.

Sonderzüge im Unstruttal sind regelmäßig zu beobachten, die vorwiegend aus dem Raum Chemnitz, Leipzig und Eisenach Touristen in die Weinstadt Freyburg bringen, um die Sektkellerei oder das jährlich Winzerfest zu besuchen.[20] Seit dem Jahr 2012 verkehrt darüber hinaus der „Unstrut-Schrecke-Express“, ein Projekt der IG Unstrutbahn. Mehrmals im Jahr verkehrt dieser von Naumburg über Erfurt und Artern nach Roßleben, um Ausflüglern den landschaftlich reizvollen Höhenzug der Hohen Schrecke, am Unterlauf der Unstrut gelegen, durch Wanderungen oder Besichtigungen von dortigen Ausflugszielen näher zu bringen.[21]

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Thüringen hat sich die gemeinnützige „Interessengemeinschaft Unstrutbahn“ gegründet, die sich für die Nutzung und den Erhalt der Unstrutbahn einsetzt. Der Verein hat durch die Mithilfe beim Bahnsteigbau in Wangen dazu beigetragen, dass die Zugverbindung von Nebra dorthin verlängert werden konnte. Er setzt sich vor allem durch die Organisation von Sonderfahrten dafür ein, dass auf der Gesamtstrecke bis Artern wieder regelmäßig Schienenpersonenverkehr stattfindet. Hierzu werden auch Arbeiten an der Strecke, wie zum Beispiel das Freischneiden von Bewuchs, durchgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Lauerwald, Johannes Leipold, Werner Niemeyer: 100 Jahre Unstrutbahn Naumburg (S.) Hbf. – Artern: 1.10.1889 – 1.10.1989, Geschichte und Gegenwart der Eisenbahnstrecke Naumburg (Saale) Hbf – Artern. Herausgegeben im Auftrage des Organisationskomitees zur Vorbereitung und Durchführung der Jahrhundertfeier vom Bahnhof Artern, Druckerei Möbius, Artern 1989
  • Paul Lauerwald: Die Unstrutbahn Artern–Naumburg. Aktualisierte Neuauflage. Herdam, Gernrode 1999, ISBN 978-3-933178-05-3
  • Paul Lauerwald: Naumburg (Saale) Hbf - Artern. In: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland einst & jetzt. 104. Ergänzungslieferung, GeraMond München 2014, ISSN 0949-2143, 26 S. DIN A 4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unstrutbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bahnverkehr von Naumburg nach Teuchern eingestellt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 3. März 2010, abgerufen am 26. März 2014.
  2. Vgl. DRE-Pressemeldung. Abgerufen am 21. Mai 2008.
  3. Vgl. DRE-Pressemeldung, wiedergegeben in: Kyffhäuser Nachrichten vom 26. Januar 2009. Abgerufen am 27. Januar 2009.
  4. Vgl. Gerd Stöckel: Mit Bahnsteig bald regulärer Haltepunkt. Eröffnungszug mit Minister für 9. April angekündigt. Ab Mai verkehren die Triebwagen täglich., in: Naumburger Tageblatt vom 27. März 2009. Abgerufen am 29. März 2009.
  5. Vgl. Christian Kirchner, Bilder zur Eröffnung des Hp Wangen im Forum Drehscheibe Online. Abgerufen am 12. April 2009.
  6. Vgl. Per Bahn jetzt bis zur Arche Nebra, in: Wochenspiegel Zeitz. Abgerufen am 10. April 2009.
  7. Gerd Stöckel: Mit Wetterhäuschen und Uhr. In: Mitteldeutsche Zeitung. 10. Februar 2011, abgerufen am 27. Juli 2011.
  8. Die Deutsche Bahn nimmt modernisierte Strecke der Unstrutbahn in Betrieb. Deutsche Bahn AG, 31. Januar 2012, abgerufen am 1. Februar 2012.
  9. Oliver Schumacher: Die Deutsche Bahn nimmt modernisierte Strecke der Unstrutbahn in Betrieb. Deutsche Bahn AG (veröffentlicht auf www.unstrutbahn.de), 27. Januar 2012, abgerufen am 25. Mai 2015.
  10. Thomas Müller: DRE saniert Streckengleis. Juli 2011, abgerufen am 20. November 2011.
  11. Dieter Jäger: Aktivitäten auf der Thüringer Seite fehlen. Interessengemeinschaft klagt in offenem Brief. 7. November 2011, abgerufen am 1. Juni 2015.
  12. Grit Pommer: Unstrutbahn komplett befahrbar. Thüringer Allgemeine, 2. Mai 2012, abgerufen am 2. Mai 2012.
  13. Thomas Müller: Langwieriger Gengpass wurde beseitigt. IG Unstrutbahn e.V., Oktober 2014, abgerufen am 7. November 2014.
  14. Nebengleis zur Kalihalde befahrbar. In: Naumburger Tageblatt. IG Unstrutbahn e.V., 14. November 2012, abgerufen am 21. November 2012.
  15. Naumburg - Freyburg nun mit Tempo 80. In: Naumburger Tageblatt. 14. November 2012, abgerufen am 25. Mai 2015.
  16. http://unstrutbahn.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=3280&Itemid=77
  17. http://www.unstrutbahn.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=3329&Itemid=263
  18. Triebwagen der Baureihe 672
  19. Fahrten zum 120. Geburtstag der Unstrutbahn. Abgerufen am 27. Oktober 2009.
  20. Sonderzüge im Unstruttal
  21. Unstrut-Schrecke-Express