V Corps (Vereinigte Staaten)

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Schulterabzeichen des V. US-Korps

Das V Corps (U.S.) (deutsch V. US-Korps, The Victory Corps) war ein Großverband der Korpsebene der US Army. Aufgestellt wurde das V. US-Korps im Amerikanischen Bürgerkrieg für die Army of the Potomac auf Seiten der Union.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

General Charles P. Summerall

Im Ersten Weltkrieg wurde das V. Corps im Juli 1918 erneut in Remiremont in Frankreich aufgestellt und nahm nach dem Training an den Kämpfen an der Westfront teil. Bei der Schlacht von St. Mihiel (12.-15. September 1918) hatte das V Corps unter Generalmajor George Cameron die unterstellte 4. und 26. Division am linken Flügel gegen Fresnes und die Combres-Höhe an der Westfront des Frontbogens anzusetzen. Die 26th Infantry Division (Generalmajor Edwards) konnte dabei erfolgreich durch die Woëvre-Ebene auf Vigneulles durchbrechen und die Verbindung zum IV Corps herstellen.

Während der Maas-Argonnen-Offensive im Zentrum der 1. US-Armee eingesetzt, nahm das Corps ab 26. September mit der unterstellten 91., 37. und 79. Division erfolgreich am Durchbruch in Richtung auf Montfaucon d’Argonne teil. In der zweiten Phase dieser Offensive übernahm Generalmajor Charles P. Summerall ab 12. Oktober die Führung des Corps. Das Korpskommando kehrte 1919 in die USA zurück und wurde anschließend aufgelöst.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonard T. Gerow

Die Reaktivierung erfolgte im Oktober 1941 während des Zweiten Weltkriegs im Camp Beauregard im Bundesstaat Louisiana. Nach erfolgreichen Manövern wurde das Korps im Frühjahr 1941 nach Irland verlegt.

Mit der Invasion landete das V. Corps unter Generalmajor Leonard T. Gerow im Rahmen der 1. US-Armee (Generalleutnant Omar Bradley) in der Normandie. Die Landung am Omaha Beach am 6 Juni 1944 begann um 6:30 Uhr mit der Ankunft des 16. Regiments der 1st Infantry Division (General Huebner) und dem am ersten Angriffstag zugewiesenen 116. Regiment der 29th Infantry Division (General Gerhardt). Viele Einheiten wurden mehr oder minder stark abgetrieben und verfehlten ihre Ziele. Die Landungstruppen erlitten die größten Verluste, da die 2. Bomberdivision der Eighth Air Force die deutschen Stellungen verfehlte, beziehungsweise die Verteidigungsanlagen trotz Bombardierung größtenteils intakt blieben. Nach der Überwindung des Aure-Abschnittes unterstützte die 1st Infantry Division dem links bei Arromanches gelandeten britischen XXX Corps am 7. Juni bei der Eroberung von Bayeux. Am 10. Juni brach das V. Corps zusammen mit dem rechts angesetzten XIX Corps aus dem etwa 5 Kilometer tiefen Brückenkopf nach Süden aus. In Folge der am 25. Juli durch das VII Corps eingeleiteten Operation Cobra, nahm das Corps an der weiteren Befreiung Nordfrankreichs teil. Während der Operation Totalize traf das V Corps am 18. August über Argentan nordwärts vorgehend auf das kanadische II. Korps (General Simonds) und schloss den Kessel von Falaise ab. Nach der Befreiung von Paris (25. August) erfolgte der weitere Vorstoß nordwärts zur Aisne. Aus den Raum Sedan über die Maas gehend, folgte Anfang September 1944 der Vormarsch zur Befreiung der Stadt Luxemburg. Nach dem Übergang in den Stellungskrieg im Raum südlich von Monschau erfolgte im Dezember 1944 die deutsche Ardennenoffensive.

Anfang März 1945 mit dem Ausbruch der 1. US-Armee aus dem östlichen Rhein-Brückenkopf bei Remagen folgte der Vorstoss des V Corps quer durch das Deutsche Reich nach Sachsen. Das V Corps war mittlerweile in den Befehlsbereich der 3. US-Armee übergegangen. Zwischen 16. und 20. April wurde Leipzig eingenommen und am 25. April kam es durch Soldaten der 69. Infantry Division zum Treffen mit sowjetischen Soldaten in Torgau. Danach folgte Anfang Mai 1945 die Befreiung von Pilsen. 1943 entstand der Kurzfilm Tomorrow We Fly, der sich mit der Ausbildung des Corps beschäftigt.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das V. Korps zur 7. US-Armee und während des Kalten Krieges wurde es ab 1951 mit Hauptquartier im General Creighton W. Abrams Building (I.G.-Farben-Haus) in Frankfurt am Main in der Bundesrepublik Deutschland neu aufgestellt. Ab 1960 gehörte das V. Korps in der NATO-Kommandostruktur neben dem VII. US-Korps als eines von zwei vorgelagerten Korps der US Army der Heeresgruppe Central Army Group (CENTAG) an.

Neueste Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Struktur des V. US-Korps

Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes nahm das Korps in Saudi-Arabien, Kuwait und Irak an den Operationen Desert Shield und Desert Storm teil. 1994 erfolgte der Umzug des Hauptquartiers von Frankfurt am Main auf das Gelände der Campbell Barracks bei Heidelberg und bildete ab 1993 bis 2005 das V. (US/GE) Korps. 1995 nahmen Truppen des V. Korps an der Operation Joint Endeavour in Bosnien und Herzegowina teil.

Ab 2002 erfolgte die Verlegung nach Kuwait und die Unterstellung unter CENTCOM und das Korps nahm ab 2003 an der Operation Iraqi Freedom zur Invasion des Iraks teil. Nach der Einnahme Bagdads gehörte das V. Korps ab Juni 2003 zur Combined Joint Task Force 7. Im Februar 2004 erfolgte die Rückkehr nach Heidelberg. Ab Januar 2006 löste das V. Korps das XVIII. US-Luftlandekorps im Irak ab und gehörte zum Multi-National Corps-Irak. Anfang 2007 erfolgt erneut die Rückverlegung nach Deutschland.

Aufgrund des Umbaus der US Army ab 2007 zu einer Interventionsarmee sollte das V. Korps ursprünglich 2009 aufgelöst werden. Teile des Hauptquartiers wurden ab Sommer 2009 nach Afghanistan verlegt. Ab Januar 2011 begann die Neuausrichtung und Restrukturierung des V. Korps und es erfolgte ab Juni 2011 der Umzug von Heidelberg zum Wiesbaden Army Airfield. Am 12. August 2011 wurde das Hauptquartier offiziell nach Wiesbaden verlegt[1]. Nach der Rückkehr aus Afghanistan wurde das V. Corps am 11. Juni 2013 im Schloss Biebrich in Wiesbaden aufgelöst[2][3].

Kommandierende Generale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das V. US-Korps hatte 58 Kommandierende Generale:[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Internetseite des V. US-Korps, Stand: 18. August 2011 (Memento vom 27. September 2011 im Internet Archive) (englisch)
  2. Peter Badenhop: Wiesbaden: Letzter Appell für das „Victory Corps“. In FAZ vom 11. Juni 2013.
  3. Daniel Cole: V Corps inactivates after nearly a century of service to U.S. Army Artikel vom 12. Juni 2013 auf army.mil (englisch)
  4. http://www.vcorps.army.mil/leaders/default.htm
  5. http://www.eucom.mil/doc/22862/brig-gen-allen-w-batschelet.pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]