Argentan

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Argentan
Wappen von Argentan
Argentan (Frankreich)
Argentan
Region Normandie
Département Orne
Arrondissement Argentan
Kanton Argentan-1 (Hauptort)
Argentan-2 (Hauptort)
Gemeindeverband Argentan Intercom
Koordinaten 48° 45′ N, 0° 1′ WKoordinaten: 48° 45′ N, 0° 1′ W
Höhe 152–228 m
Fläche 18,18 km2
Einwohner 13.769 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 757 Einw./km2
Postleitzahl 61200
INSEE-Code
Website Argentan

Argentan – Herzogsschloss

Argentan ist eine Kleinstadt und eine nordfranzösische Gemeinde mit 13.769 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Orne in der Region Normandie.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt Argentan liegt auf dem Nordufer der Orne in einer Höhe von ca. 165 m[1] Nächstgrößere Stadt ist das ca. 45 km (Fahrtstrecke) südöstlich gelegene Alençon. Das Klima ist stark vom Meer beeinflusst und deshalb nahezu frostfrei; Regen (ca. 725 mm/Jahr) fällt verteilt übers ganze Jahr.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999
Einwohner 5.618 5.673 6.291 8.339 16.596

Das Bevölkerungswachstum der Stadt im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft in den Dörfern und Gemeinden der Umgebung und die daraus resultierende Abwanderung zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt war Marktort für die Bauern der Umgebung; hier ließen sich Handwerker, Händler und Dienstleister aller Art nieder. Heute verfügt Argentan über ca. 20 Ärzte, ein Krankenhaus, mehrere Grund- und weiterbildende Schulen. Kleinere Industriebetriebe schlossen in den letzten Jahrzehnte die Pforten, aber von Seiten der Stadt bemüht man sich um Neuansiedlungen, was durch die im Jahr 2010 fertiggestellte Autoroute A88 begünstigt werden könnte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentan wurde in einer Senke entlang der Orne gegründet. In der Antike hieß der Ort Vagoritum und war Zentrum der gallischen Arvier. Als gallorömische Stadt erhielt sie eine wachsende Bedeutung bis zum Beginn des Mittelalters. Mit der Sesshaftwerdung der Wikinger gelangte Argentan zur Normandie. Argentan litt das ganze Mittelalter über stark unter den Kriegen zwischen England und Frankreich, in denen es mehrfach erobert und zerstört wurde. Colbert machte Argentan zum Zentrum der Herstellung von Spitzen und setzte es damit in Konkurrenz zu Alençon.

Während der Luftschlacht um England lagen zwischen Juli 1940 und März 1941 deutsche Ju 88 der III. Gruppe des Sturzkampfgeschwader 77 (III./St.G 77) auf dem Flugplatz Arpajon. Argentan wurde am 5. Juni 1944 bombardiert, wobei lediglich das Stadtviertel Saint-Martin verschont blieb. Ab dem 15. August wurde die Stadt von US-amerikanischen Streitkräften belagert, und konnte erst am 20. August befreit werden; sie wurde bei den Kämpfen zu 80 % zerstört.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Germain
  • Donjon von Argentan, Rest der Stadtmauer
  • mittelalterliche Tour Marguerite, Teil der Stadtbefestigung
  • herzogliches Schloss (château) aus dem 14. Jahrhundert, heute Justizpalast (Palais de Justice)
  • Kapelle Saint Nicolas, ehemalige Burgkapelle des Château
  • Haus des Malers Fernand Léger
  • Kirche Saint Martin (15.-16. Jahrhundert)
  • Kirche Saint Germain (15.-18. Jahrhundert)
  • Kapelle Saint Roch
  • Museum für Spitzen (Musée des Dentelles)
  • Pferderennbahn von Argentan in Urou-et-Crennes

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlotte Corday

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Alexandre Germain: Histoire d’Argentan et de ses environs. Nabu-Press 2014, ISBN 978-0260101594

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Argentan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Argentan – Karte mit Höhenangaben
  2. Argentan – Klimatabellen