Vlkanov u Nového Kramolína

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Vlkanov
Wappen von ????
Vlkanov u Nového Kramolína (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Domažlice
Fläche: 428,7091[1] ha
Geographische Lage: 49° 29′ N, 12° 48′ OKoordinaten: 49° 29′ 17″ N, 12° 48′ 23″ O
Höhe: 450 m n.m.
Einwohner: 126 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 345 22
Kfz-Kennzeichen: P
Verkehr
Straße: PoběžoviceKlenčí pod Čerchovem
Bahnanschluss: Domažlice–Tachov
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Doktor (Stand: 2014)
Adresse: Vlkanov 24
34522 Poběžovice
Gemeindenummer: 566250
Website: www.vlkanov.com

Vlkanov (deutsch Wilkenau) ist eine westböhmische Gemeinde im Okres Domažlice in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vlkanov liegt etwa drei Kilometer südlich von Poběžovice an der Eisenbahnlinie PoběžoviceDomažlice, hat aber keinen Bahnhof.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Poběžovice, Otov und Nový Kramolín.

Wappen von Poběžovice
Poběžovice
3 km
Wappen von Poběžovice
Poběžovice
3 km
Wappen von Poběžovice
Poběžovice
3 km
Wappen von Poběžovice
Poběžovice
3 km
Nachbargemeinden
Otov
3 km

Nový Kramolín
2 km

Nový Kramolín
2 km

Otov
3 km

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der tschechische Name Vlkanov (vlk = Wolf) muss als ursprünglich gelten und wurde wohl schon vor 1600 lautmalerisch eingedeutscht durch eingeschobenes i zur Vermeidung von im Deutschen ungebräuchlichen Konsonantenhäufungen, durch Ersetzung von -ov durch -au (wie auch in: Vranov -> Frohnáu, Smolov -> Schmoláu, Pařezov -> Parisáu) und durch Verschiebung der Betonung von der ersten (im Tschechischen liegt die Betonung immer auf der ersten Silbe) auf die letzte Silbe: Wilkenáu.[3]

Bei der Ersterwähnung von Wilkenau im Jahr 1359 gehörte es Zdenko von Hirschstein. 1421 wurde Wilkenau von König Sigismund dem Chotieschauer Kloster verschrieben.

Vor 1621 gehörte Wilkenau zur Ronsperger Herrschaft, die Peter von Schwanberg bis zu seinem Tode 1620 innehatte. Wegen dessen Beteiligung am Prager Aufstand wurden seine Besitztümer 1621 vom Fiskus eingezogen, darunter auch Wilkenau.[4]

1656 wurden in Wilkenau 8 Bauern, einen Chalupner, 5 Gärtner, 13 Gespanne, 15 Kühe, 37 Stück Jungvieh, 108 Schafe und 54 Schweine registriert.[5] 1789 hatte Wilkenau 33 Häuser, 1839 53 Häuser, 369 Einwohner, einen Meierhof, eine Schäferei, ein Wirtshaus und eine Abdeckerei.

1913 gab es in Wilkenau 357 Einwohner, zwei Gasthäuser, einen Kaufladen, eine Trafik, einen Schneider, einen Schmied und eine Wasenmeisterei. Es war nach Ronsperg eingepfarrt und eingeschult. Einige mutige Männer aus Wilkenau bauten in Eigeninitiative trotz Ablehnung durch die Gemeindeverwaltung eine Stichleitung nach Wilkenau, so dass 1945 alle Häuser des Ortes elektrifiziert waren.[4]

Nach dem Münchner Abkommen wurde Wilkenau dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Bischofteinitz.

Heute (2013) hat Vlkanov ein Gasthaus, eine öffentliche Bücherei und einen Kinderspielplatz.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vlkanov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/566250/Vlkanov
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Ernst Richter: Ortsnamen und Besiedlung des Landkreises Bischofteinitz. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 66.
  4. a b Josef Bernklau, Adam Gröbner, Franz Buchauer: Wilkenau. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 283–286.
  5. Die Steuerrolle 1654. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 96.
  6. http://www.vlkanov.com/