Vong (Sprache)

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Als Vong wird ein Sprachstil der deutschen Schriftsprache bezeichnet, der Mitte der 2010er Jahre als Internetphänomen entstand. Nach der Wahl des Ausdrucks „I bims“ zum Jugendwort des Jahres 2017 ging Vong in den Sprachgebrauch bestimmter Gruppen in Sozialen Medien ein.

Charakteristiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vong zeichnet sich durch Anglizismen, Malapropismen, eine veränderte Grammatik und absichtlich positionierte Rechtschreib- und Tippfehler sowie Plenks aus. Hierdurch sollen die schlechten Sprachkenntnisse vieler Deutscher oder im Allgemeinen die Ausdrucksweise von Menschen mit geringer Intelligenz parodiert werden. Es treten häufig weit verbreitete Redewendungen auf, die so verändert werden, dass sie ihren ursprünglichen Sinn verlieren oder in dessen Gegenteil kehren.

Bekannte Ausdrücke der Vong-Sprache sind die Grußformel „Halo, I bims!“ („Hallo, ich bin’s!“), der Erstaunen oder Ungläubigkeit ausdrückende Satz „Was ist das für 1 life?“ und die nachgestellte Präpositionalphrase „vong … her“ (als adverbiale Bestimmung).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt wurde die Vong-Sprache durch die Facebook-Seite Nachdenkliche Sprüche mit Bilder, die von einem Account namens Willy Nachdenklich angelegt wurde. Als wesentliche Inspiration nennt der Betreiber die Beiträge des österreichischen Rappers Money Boy in den sozialen Netzwerken.[1][2] Im Juli 2017 veröffentlichte der Autor H1 sein VONG Wörterbuch als humoristisches E-Book.[3] Im August 2017 brachte der Autor Shahak Shapira sein Buch Holyge Bimbel heraus. Dabei handelte es sich um eine Bibel-Parodie in Vong.[4] Das Buch erreichte Rang sieben der Spiegel-Bestsellerliste.[5]

Nach einer YouGov-Studie vom Oktober 2017 hatten 48 Prozent der Befragten unter 25 Jahren die Vong-Sprache selbst benutzt. In dieser Altersgruppe kannten 81 Prozent die Sprache. Insgesamt hatten 51 Prozent der Deutschen diesen Jargon wahrgenommen. 59 Prozent der Befragten, die diese Sprachvarietät kennen, gaben an, dass ihnen deren Verwendung auf die Nerven gehe.[6] Am 17. November wählte eine Jury im Auftrag des Langenscheidt Verlages den Ausdruck „I bims“ zum Jugendwort des Jahres 2017. Auch in Österreich wurde 2017 der Satz „Hallo, I bims!“ zum Jugendwort des Jahres gewählt. Die Jury erklärte, er stehe stellvertretend für die anderen Phänomene dieses Sprachstils.[7]

Seit Ende der 2010er Jahre ist der Stil insbesondere auf Twitter verbreitet. Hier werden nur noch einzelne Elemente von Vong genutzt, wie etwa das Ersetzen des unbestimmten Artikels durch die Zahl 1, Plenks oder die bewusst nachlässige Verwendung von Grammatik. Der Stil wird dabei auch von Sprechern verwendet, die die Schriftsprache sehr gut beherrschen, etwa von Journalisten, die für seriöse Medien wie Spiegel (Margarete Stokowski) oder Zeit (Lars Weisbrod) schreiben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: vong – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vong Sprache her – Achtung: Das kann Sie verwirren. In: zeit.de. 13. Juni 2017, abgerufen am 9. Mai 2020.
  2. Leonie Feuerbach: Jugendwort des Jahres: „Ich hätte nie gedacht, dass das so groß wird“. In: faz.net. 17. November 2017, abgerufen am 4. Januar 2018.
  3. VONG – Was ist das für 1 Sprache? In: vorablesen.de. 2017, abgerufen am 5. Mai 2020.
  4. Shahak Shapira: Holyge Bimbel: Storys vong Gott u s1 Crew. 3. Auflage. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-499-63335-5.
  5. Shapira, Shahak: Holyge Bimbel. Buchreport, abgerufen am 25. September 2017.
  6. Fabian Müller: Mehrheit der Deutschen ist von Jugendsprache in der Werbung genervt. In: horizont.net. 17. November 2017, abgerufen am 14. Mai 2020.
  7. Armin T. Linder: Wir erklären die Herkunft und Bedeutung. „I bims“ zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt: Was bedeutet dieser Begriff, bitte? In: merkur.de, 17. November 2017, abgerufen am 9. Oktober 2019.