Westsee

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Westsee
West Lake.JPG
Der Westsee bei Hangzhou
Geographische Lage China
Ufernaher Ort Hangzhou
Daten
Koordinaten 30° 14′ 50″ N, 120° 8′ 39″ OKoordinaten: 30° 14′ 50″ N, 120° 8′ 39″ O
Westsee (China)
Westsee
Länge 3,2 km
Breite 2,8 km
Mittlere Tiefe 2,3 m
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MED-TIEFE

Der Westsee (chinesisch 西湖, Pinyin Xī Hú) bei der Stadt Hangzhou in Zhejiang ist eine der größten Touristenattraktionen der Volksrepublik China. Eine lokale Bezeichnung lautet Xīzǐ Hú (西子湖) in Anlehnung an Xīzǐ (西子), eine der Vier Schönheiten des Altertums. Seit 2011 ist die Kulturlandschaft um den Westsee als UNESCO-Welterbe gelistet.[1]

Der 3,2 km lange und 2,8 km breite See wird durch zwei Dämme geteilt. Beide wurden nach berühmten Dichtern benannt, die als Beamte in Hangzhou gewirkt haben:

Sudi (蘇堤 / 苏堤) oder Su-Damm, nach Su Dongpo
Baidi (白堤) oder Bai-Damm, nach Bai Juyi

Wenn der chinesische Spruch „Da Oben gibt es das Paradies – hier Unten gibt es Su- und Hangzhou“ (上有天堂,下有蘇杭。 / 上有天堂,下有苏杭。, Shàng yǒu tiāntáng – xià yǒu Sū-Háng) genannt wird, ist automatisch die wunderschöne Landschaft um den Westsee gemeint.

Der Westsee wurde in vielen chinesischen Städten kopiert. Insgesamt gibt es 36 Westseen in China und außerdem noch einige in Japan. Der See regt die Phantasie der Chinesen an und ist das Ziel vieler Hochzeitsreisen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende zufolge fiel eine Perle, um die sich ein Phönix und ein Drache zankten, auf die Erde und bildete den Westsee. Tatsächlich entstand der See als Bucht des heute drei Kilometer entfernten Qiantang-Flusses im 8. Jahrhundert. Damals, während der Tang-Dynastie, wurde der See auf die heutige Tiefe von durchschnittlich 1,5 Meter per Hand ausgehoben und mit einer Sandbank vom Fluss abgetrennt. Der Westsee ist ca. 650 Hektar groß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plan des Westsee (s. Text)

Der Westsee wird durch den kurzen Bai-Damm (im Plan 1) und den langen Su-Damm (benannt nach dem Song-zeitlichen Dichter Su Dongpo; 2) in drei Teile geteilt. Während der Su-Damm tatsächlich erstmals von Su Dongpo während seiner Zeit als Beamter in Hangzhou angelegt wurde, ist die Verbindung von Bai-Damm und Bai Juyi späteren Datums. Ursprünglich bedeutete Baidi einfach "Weißer Damm". Ein dritter alter Damm, der „Yanggong-Damm“ (杨公堤, „Damm des Hohen Beamten Yang“; 3), verläuft heute als Straße am Westufer des Sees.

Die Brücke vom Festland zum Bai-Damm heißt „Duanqiao“ (断橋, „Durchbrochene Brücke“; 4). Ursprünglich war dort im Jahr 799 eine Schleuse angelegt worden, um den Wasserstand des Sees kontrollieren zu können. Später wurde die Schleuse durch die heutige Brücke ersetzt. Sie zählt zu den „Zehn Sehenswürdigkeiten des Westsees“. Über den Bai-Damm erreicht man die größte und wichtigste Insel des Westsees. Sie heißt „Gushan“ (孤山, „Einsamer Hügel“; 5), heißt so nach dem Berg im Hintergrund. Am Südrand, wo heute mehrere Gebäuden stehen, stand ursprünglich ein Palast, der für den Besuch der Gemahlin des Kaisers Qianlong erbaut worden war. Man verlässt die Insel über die „Xiling-Brücke“ (西冷橋, „Westliche Brücke der Einsame Kälte“; 6), die ebenfalls zu den Zehn Sehenswürdigkeiten zählt.

Im mittleren Bereich des Sees liegt die weitaus größte der drei künstlichen Inseln, „Xiao Yingzhou“ (小瀛洲, Kleine Paradiesinsel; 7) mit vier kleinen Teichen, Teehäusern und Gartenanlagen. Südlich der Insel ragen drei kleine Steinpagoden aus dem Wasser (三潭印月, Santan Yinyue, die drei Tiefen, die den Mond widerspiegeln; 8). Zwei winzige Inseln liegen zwischen Gushan und der Paradiesinsel: die östliche heißt „Huxinting“ (in Palast, der für den Besuch der Gemahlin des Kaisers Qianlong erbaut worden war. Man verlässt die Insel über die „Xiling-Brücke“ (湖心亭, „Pavillon im Herzen des Sees“; 9) und die westliche „Ruangongdun“ (阮公墩, Inselchen des Hohen Beamten Ruan; 9).

Eine weitere Attraktion ist die Leifeng-Pagode (雷峰塔, „Pagode am Donnergifel“; P) im Süden des Westsees. Sie wurde im Jahr 975 erbaut, stürzte 1924 zusammen, wurde aber 2002 wieder aufgebaut. Seitdem ist sie wieder eine beliebte Touristenattraktion.

Die Zehn Szenerien des Westsees[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der südlichen Song-Dynastie wurden erstmals zehn malerische Orte und Szenen am See unter dem Begriff „Zehn Szenerien des Westsees“ (西湖十景) zusammengefasst. Jede Szenerie wird mit einem Vier-Zeichen-Begriff beschrieben. Seit der Qing-Dynastie werden die zehn Orte durch Stelen gekennzeichnet, die den Namen der jeweiligen Szenerie in der Kalligrafie des Kangxi-Kaisers zeigen. Die Zehn Szenerien sind:

  • Frühlingsdämmerung auf dem Su-Damm (蘇堤春曉 / 苏堤春晓)
  • Grasmücke, die in den Weiden singt (柳浪聞鶯 / 柳浪闻莺)
  • Betrachten der Fische am Blumenteich (花港觀魚 / 花港观鱼)
  • Lotos in der Brise an gekrümmtem Hof (曲院風荷 / 曲院风荷)
  • Abendläuten am Nanping-Hügel (南屏晚鐘 / 南屏晚钟)
  • Herbstmond über dem ruhigen See (平湖秋月)
  • Leifeng-Pagode im Abendglühen (雷峰夕照)
  • Drei Tiefen spiegeln den Mond (三潭印月, auch Motiv des chinesischen 1-Yuan-Scheins)
  • Schmelzender Schnee auf der durchbrochenen Brücke (斷橋殘雪 / 断桥残雪)
  • Doppelgipfel, die die Wolken durchbohren (雙峰插雲 / 双峰插云)

Sehenswürdigkeiten in und am Westsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Su-Damm
  • Bai-Damm
  • „Durchbrochene-Brücke“ / Duan-Brücke
  • Lingyin-Tempel
  • Insel Gushan
  • Kleine Paradiesinsel (Xiao Yingzhou)
  • Insel Ruangongdun
  • Tempel des Generals Yue Fei
  • Yuedai-Brücke
  • Lotus-Park
  • Grab von Qiu Jin

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächstgelegene Station der Hangzhou Metro Linie 1 ist Longxiangqiao (龙翔桥, „Brücke zum gleitenden Drachen“) im Stadtbezirk Shangcheng.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simon Hollege: A guide to Hangzhou and the West Lake. Rand McNally & Co, Chikago New York San Francisco. 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Westsee – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. UNESCO World Heritage Centre: West Lake Cultural Landscape of Hangzhou. Abgerufen am 19. August 2017 (englisch).