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William Tecumseh Sherman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Generalmajor William T. Sherman (1865)

William Tecumseh Sherman (* 8. Februar 1820 in Lancaster, Ohio; † 14. Februar 1891 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer General of the Army, Militärstratege und eine der prägenden Persönlichkeiten des Sezessionskriegs (1861–1865). Als Oberbefehlshaber der Unionsarmee im Westen erlangte er vor allem durch den Atlanta-Feldzug sowie seinen „Marsch zum Meer“ internationale Bekanntheit. Dabei wandte er eine Strategie der verbrannten Erde an, um die wirtschaftliche und moralische Widerstandskraft der Konföderation zu brechen. Sherman galt als enger Vertrauter von General Ulysses S. Grant und spielte eine entscheidende Rolle bei der militärischen Niederlage der Südstaaten. Nach dem Krieg diente er bis 1883 als Oberbefehlshaber der US-Armee und prägte die Militärpolitik der Vereinigten Staaten in der Phase der Reconstruction. Shermans Kriegsführung und seine Ansichten über den totalen Krieg sind bis heute Gegenstand historischer Debatten.

William Tecumseh Sherman wurde am 8. Februar 1820 in Lancaster, im US-Bundesstaat Ohio, in eine politisch einflussreiche Familie hineingeboren. Seinen zweiten Vornamen Tecumseh erhielt er in Anlehnung an den gleichnamigen Häuptling der Shawnee, dem sein Vater große Verehrung entgegenbrachte. Sein Vater, Charles Robert Sherman, war Richter am Obersten Gerichtshof von Ohio, starb jedoch bereits 1829 unerwartet, als Sherman erst neun Jahre alt war. Der frühe Tod des Vaters stürzte die Familie in wirtschaftliche Unsicherheit und führte dazu, dass die elf Kinder auf Verwandte und Freunde verteilt wurden. Sherman wurde daraufhin in den Haushalt des befreundeten Politikers Thomas Ewing aufgenommen, einer bedeutenden Persönlichkeit der Whig-Partei, der später unter anderem als US-Senator und Finanzminister amtierte. Ewing übernahm eine Art Vormundschaft und förderte Shermans Ausbildung und soziale Integration. In diesem Umfeld wuchs Sherman zusammen mit Ewings Kindern auf, darunter auch seine spätere Ehefrau Eleanor Boyle Ewing.

Shermans jüngerer Bruder John (1823–1900) ging in die Politik und bekleidete später verschiedene Ministerämter.

Senator Ewing verschaffte dem 16-Jährigen eine Ernennung zum Kadetten an der United States Military Academy in West Point, in die er am 1. Juli 1836 eintrat. Dort teilte er sich ein Zimmer mit dem später ebenfalls bedeutenden Unionsgeneral George Henry Thomas, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Sherman zeichnete sich durch gute akademische Leistungen aus und erhielt eine fundierte militärische sowie wissenschaftliche Ausbildung, begegnete jedoch dem strengen Disziplinarsystem der Akademie mit einer gewissen Gleichgültigkeit. Sein Mitkadett William Rosecrans erinnerte sich an ihn als „einen der klügsten und beliebtesten Kameraden“ sowie als „einen helläugigen, rothaarigen jungen Mann, der stets zu jedem Spaß bereit war.“ 1840 schloss Sherman die Offiziersausbildung erfolgreich ab und verließ West Point als Sechstbester seines Jahrgangs.[1]

Militärische Verwendung

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William T. Sherman als junger Mann

Nach seiner Graduierung trat Sherman am 1. Juli 1840 im Rang eines Leutnants in die United States Army ein. Er wurde zum 3rd Field Artillery Regiment abkommandiert und nahm während des Zweiten Seminolenkrieges (1835–1842) in Florida gegen die aufständischen Seminolen an seinen ersten Kampfeinsätzen teil. Anschließend war Sherman in Fort Moultrie unweit der Stadt Charleston, South Carolina, stationiert.[2]

Während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges (1846–1848) wurde Sherman nicht im aktiven Kampfgeschehen eingesetzt. Gemeinsam mit seinen Kameraden, den späteren Generälen Henry Halleck und Edward Ord, umschiffte er an Bord der USS Lexington Kap Hoorn und sie erreichten Monterey am 28. Januar 1847. In Kalifornien war Sherman Teil der amerikanischen Besatzungs- und Verwaltungsstruktur während und nach der Eroberung des Territoriums. Seine Aufgaben in den neu kontrollierten Gebieten waren überwiegend administrativer und logistischer Natur. Kalifornien war zu dieser Zeit ein strategisch wichtiges Ziel, da es den Zugang zum Pazifik sicherte. Den 1848 beginnenden Kalifornischen Goldrausch erlebte Sherman als Zeitzeuge mit, denn der unkontrollierte Bevölkerungszustrom (Forty-Niners) stellte die US-Militärverwaltung vor enorme Herausforderungen.[3] Sherman selbst beteiligte sich erfolgreich an Bodenspekulationen.

Unter Beförderung zum Captain verließ Sherman Kalifornien und wurde 1850 an das Army's Commissary Department nach St. Louis, Missouri, versetzt.

Ehe und Nachkommen

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Am 1. Mai 1850 heiratete Sherman in Washington, D. C. seine Pflegeschwester Eleanor Boyle Ewing (1824–1888). Da sein Pflege- und nunmehriger Schwiegervater mittlerweile als US-Innenminister amtierte, nahmen zahlreiche Persönlichkeiten aus der Politik an der Zeremonie teil, darunter US-Präsident Zachary Taylor sowie der Vizepräsident Millard Fillmore. Das Ehepaar hatte acht gemeinsame Kinder.

Aufgrund begrenzter Karrierechancen verließ Sherman 1853 auf eigenen Wunsch die Armee. Er kehrte nach San Francisco zurück und wurde Leiter einer Filiale der Privatbank Lucas, Turner & Co, die zunächst vom enormen wirtschaftlichen Aufschwung Kaliforniens profitierte, da der Goldrausch zu einem starken Zustrom von Kapital und Investitionen führte. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen basierten auf unsicheren Spekulationen und erwiesen sich daher als instabil. 1855 geriet die Bank in Schwierigkeiten und Sherman verlor dabei einen Großteil seines persönlichen Vermögens. Nachdem die Filiale in San Francisco schließen musste, zog Sherman 1857 nach New York City, um die dortige Niederlassung zu leiten.[4] Als die Bank während der Wirtschaftskrise von 1857 zusammenbrach, schloss er auch die New Yorker Filiale. 1858 war Sherman in Leavenworth, Kansas-Territorium, als Büroleiter der Rechtsanwaltskanzlei seiner Schwäger Hugh und Thomas Ewing, Jr. tätig. Er erhielt eine Zulassung als Anwalt, obwohl er kein formales Jurastudium absolviert hatte, war jedoch als Jurist nur wenig erfolgreich.

Am 2. Januar 1860 übernahm Sherman die Leitung des neu gegründeten Louisiana State Seminary of Learning & Military Academy in Pineville, Louisiana. Aus der Einrichtung ging die Louisiana State University hervor. Im Zuge der sich zuspitzenden Sezessionskrise verließ Louisiana die Union und trat den Konföderierten Staaten von Amerika bei, weshalb Sherman seinen Posten am 26. Januar 1861 niederlegte und in den Norden zurückkehrte.

Im Sezessionskrieg

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Einen Monat nach Ausbruch des Amerikanischen Sezessionskrieges trat Sherman am 14. Mai 1861 wieder in das Unionsheer ein und erhielt im Rang eines Colonel das Kommando über das neu aufgestellte 13. US-Infanterieregiment. Mit seinem Regiment kämpfte Sherman am 21. Juli 1861 in der Ersten Schlacht am Bull Run, die mit einem überraschenden Sieg der Konföderierten-Armee endete und die Hoffnungen der Nordstaaten auf einen schnellen militärischen Sieg zunichtemachte.

Am 7. August 1861 zum Brigadegeneral befördert, übernahm Sherman das Kommando über das Department of the Cumberland in Louisville. Seine Aufgabe bestand darin, den strategisch wichtigen Grenzstaat Kentucky militärisch zu sichern, Truppen zu organisieren und mögliche Angriffe der Konföderation abzuwehren (siehe hier). Angesichts der angespannten Lage, des hohen organisatorischen Drucks und seiner Einschätzung, dass die eigenen Kräfte den konföderierten Truppen deutlich unterlegen seien, geriet Sherman im Herbst 1861 in eine schwere psychische Krise. Zeitgenössische Berichte sprechen von einem Nervenzusammenbruch, der durch Überarbeitung, pessimistischen Lageeinschätzungen sowie Kritik aus Politik und Presse verstärkt wurde. Am 9. November 1861 wurde er von seinem Kommando entbunden und zog sich zur Genesung vorübergehend nach Ohio zurück.[5]

Nachdem Ulysses S. Grant die Eroberung von Fort Donelson gelungen war, wurde Sherman am 1. März 1862 seinem Wunsch entsprechend unter Grant zu dienen, zur Tennessee-Armee versetzt und erhielt den Befehl über die 5. Division. Sherman kämpfte mit seiner Division in der Schlacht von Shiloh (6./7. April 1862), die sich zu einer der verlustreichsten des Krieges entwickelte.[6] Obwohl Sherman vom Angriff der Konföderierten unter P.G.T. Beauregard unvorbereitet getroffen wurde, sammelte er seine Division und führte einen geordneten, kämpfenden Rückzug durch, der dazu beitrug, eine katastrophale Niederlage der Union abzuwenden. Durch persönlichen Mut und Führungskunst hatte er seine Truppe zusammengehalten und damit ein schnelles Vorrücken des Gegners verhindert.[7] Auch am zweiten Tag der Schlacht spielte er eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Gegenoffensive der Union. In Shiloh wurde Sherman zweimal verwundet – an der Hand und an der Schulter – und drei Pferde wurden unter ihm erschossen. Seine Vorgesetzten Grant und Halleck lobten seine Leistungen und nach der Schlacht erhielt Sherman, mit Wirkung vom 1. Mai, die Beförderung zum Generalmajor. Dieser Erfolg trug wesentlich dazu bei, sein Selbstvertrauen zu stärken und seine persönliche Sicht auf den Bürgerkrieg sowie seine eigene Rolle darin zu verändern.

Vom Dezember 1862 an nahm Sherman als Kommandierender General des XV. Korps, weiterhin unter Grant, an mehreren vergeblichen Versuchen teil, die Stadt Vicksburg, Mississippi einzunehmen, bis es nach einem erfolgreichen Feldzug und einer sechswöchigen Belagerung endlich gelang, die Verteidiger unter General Pemberton am 4. Juli 1863 zur Kapitulation und zur Übergabe der Stadt zu zwingen.

Oberbefehlshaber des westlichen Kriegsschauplatzes

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General Sherman zu Pferd (1864)

Sherman erhielt das Kommando über die Tennessee-Armee und nahm vom 23.–25. November 1863 an den Kämpfen der Schlacht von Chattanooga teil.

Nachdem es den Unionstruppen gelungen war, die konföderierte Tennessee-Armee bis nach Georgia zurückzudrängen, erhielt Sherman, mittlerweile als Nachfolger Grants Oberbefehlshaber des westlichen Kriegsschauplatzes, Mitte 1864 den Auftrag, auf den Eisenbahnknoten Atlanta vorzurücken und die Stadt einzunehmen.

Da die Truppen Johnstons, konföderierte Verluste in Grenzen haltend, bei heftigem Widerstand weitgehend ein Rückzugsgefecht lieferten, gelang es Sherman, Schritt für Schritt vorzurücken. Nachdem die konföderierte Armee, nun unter dem Befehl des Südstaaten-Generals Hood, unter großen Verlusten beider Seiten zurückgeschlagen worden war, marschierte Sherman am 2. September 1864 in Atlanta ein (siehe auch Atlanta-Feldzug).

Shermans Marsch zum Meer
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William T. Sherman im Jahr 1865

Shermans nächstes Ziel war nun die Hafenstadt Savannah, Georgia, an der Mündung des gleichnamigen Flusses, die er nach einem mit 62.000 Mann von Atlanta aus am 15. November begonnenen Marsch am 21. Dezember 1864 erreichte und kampflos einnahm. Dieser auch als Shermans Marsch zum Meer bekannte Feldzug brach, dem Militärhistoriker David J. Eicher zufolge, mit den tradierten militärischen Prinzipien, indem Sherman tief in Feindesland ohne eigenen Nachschub und von Nachrichten abgeschnitten operierte.[8] Sherman verfolgte dabei eine Strategie der „verbrannten Erde“. Er ordnete an, dass sich seine Truppen von erbeuteten Nahrungsmitteln versorgten und das, was sie nicht selbst benötigten, vernichten sollten. Außerdem ließ er auf dem Weg die komplette Infrastruktur, insbesondere Eisenbahnstrecken und -depots, zerstören.[9] In einer Form totalen Kriegs wollte Sherman darüber hinaus nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Bevölkerung bekämpfen, um so ihren Widerstandswillen und die Unterstützungsbereitschaft für die Sache der Konföderierten zu brechen. Was in Atlanta noch verschont worden war, wurde nun zerstört. Die auf Plünderungszüge in das Umland geschickten „Bummers“ machten dabei selbst vor Sklavenhütten keinen Halt.[10] Dennoch empfingen die Sklaven Shermans Truppen mit großem Enthusiasmus. Tausende verließen ihre Plantagen und schlossen sich dem Marsch an, obwohl Sherman sie aufrief, zuhause zu bleiben, weil er sie in dieser großen Zahl nicht versorgen konnte. Einige junge afroamerikanische Männer wurden als Freiwillige in die Armee aufgenommen und als Kundschafter, Informanten und Arbeiter eingesetzt.[11] Nach der Einnahme Savannahs schickte er ein berühmt gewordenes Telegramm an Präsident Lincoln, in welchem er diesem Savannah als „Weihnachtsgeschenk“ überbrachte.

Shermans „Marsch zum Meer“ hatte schwerwiegende Folgen für Georgia und die Kriegsanstrengungen der Konföderation. Sherman selbst schätzte das Ausmaß der Zerstörung auf $ 100 Millionen.[12] Seine Kriegsführung war dabei stets umstritten und sein Name insbesondere unter weißen Südstaatlern verhasst. Unbestritten ist, dass der Marsch durch Georgia die Südstaaten entscheidend schwächte und das Ende des Bürgerkriegs zugunsten der Nordstaaten herbeiführte.[13] Im Lied Marching through Georgia von Henry Clay Work wurde der militärische Erfolg Shermans glorifiziert, wobei Sherman selbst die recht fröhliche Melodie und den Text wenig schätzte.[14] Im Rahmen der „Lost Cause“-Ideologie, die bald nach dem Bürgerkrieg Fuß fasste, wurde Sherman vor allem nach seinem Tod Barbarei vorgeworfen und er sowie seine Truppen als Monster dämonisiert. General John McAllister Schofield berichtete in seiner Autobiographie vom „Marsch zum Meer“ und Shermans Motiven in diesem Zusammenhang. Laut dem Historiker Wesley Moody unterstellt der Autor in diesem Werk Sherman, dass er die Idee von der Schwächung der Moral der Südstaaten-Bevölkerung durch totale Kriegsführung erst dann in den Vordergrund rückte, als fraglich wurde, ob er rechtzeitig bei Grant eintraf, um am Triumph über Lee teilzuhaben.[15]

Feldzug in Süd- und Nord-Carolina
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Sherman gelang es, Grant davon zu überzeugen, dass er nach sechswöchigem Aufenthalt in Savannah am besten seinen Marsch durch South- und North Carolina fortsetzen sollte. Dabei reizte es Sherman besonders, dass South Carolina seinerzeit als erster Staat von der Union abgefallen war. Er hoffte deshalb, durch einen etwaigen militärischen Erfolg gerade hier der Kriegsmoral der Südstaaten einen besonders schweren Schlag zu versetzen.[16] Gegenüber nur geringem militärischen Widerstand der Südstaaten nahm er am 17. Februar 1865 Columbia, die Hauptstadt South Carolinas, ein. Noch in derselben Nacht brachen Feuer aus, die bis zum Morgen bereits den Großteil der Stadt zerstört hatten. Die Umstände der Zerstörung Columbias sind umstritten. Während einige behaupten, die Feuer seien als Racheakt gelegt worden, halten andere dagegen, es habe sich im Wesentlichen um eine Verkettung unglücklicher Umstände gehandelt, während wieder andere konföderierte Truppen verantwortlich machen, die bei ihrem Rückzug Baumwollbündel angezündet hätten.[17]

Bei ihrem Marsch durch North Carolina richteten Shermans Soldaten weitaus weniger Zerstörung an, wohl weil dieser Staat, der als letzter der Konföderation beigetreten war, von den Soldaten als weniger sezessionistisch angesehen wurde. Shermans Marsch endete in Goldsboro, North Carolina, wo er auf Unionstruppen traf, die ihn dort seit der Einnahme von Fort Fisher und Wilmington erwartet hatten. Er beabsichtigte, sich gemeinsam mit Grant gegen Lees Nord-Virginia-Armee in Petersburg, Virginia zu wenden, wozu es aber nicht mehr kommen sollte.

Sherman verfolgte mit seinen Feldzügen zum einen das Ziel, den Südstaaten die ökonomischen Ressourcen zum Kriegführen zu nehmen. Zum anderen wollte er der feindlichen Bevölkerung der Südstaaten die Grausamkeit des Krieges vor Augen führen:

“We are not only fighting armies, but a hostile people, and must make old and young, rich and poor, feel the hard hand of war, as well as their organized armies. I know that this recent movement of mine through Georgia has had a wonderful effect in this respect. Thousands who had been deceived by their lying papers into the belief that we were being whipped all the time, realized the truth, and have no appetite for a repetition of the same experience.”

„Wir kämpfen nicht nur gegen Armeen, sondern auch gegen ein feindseliges Volk, und wir müssen die Alten und die Jungen, die Reichen wie die Armen, die harte Hand des Krieges genauso spüren lassen wie ihre Armeen. Ich weiß, dass mein jüngster Marsch durch Georgia in dieser Hinsicht wahre Wunder gewirkt hat. Tausende, die von ihren Lügenblättern zu dem Glauben verführt worden waren, dass wir die ganze Zeit geschlagen würden, erkannten die Wahrheit und haben keinen Appetit darauf, diese Erfahrung zu wiederholen.“

William T. Sherman: Brief an Henry W. Halleck, 24. Dezember 1864.[18]

Wegen dieser Kriegsführung, die eine verheerende Wirkung auf die Moral der Zivilbevölkerung hatte, gilt Sherman als einer der ersten „modernen“ Generale. Der Schriftsteller E. L. Doctorow machte Shermans verheerenden Feldzug 2005 zum Thema seines Romans Der Marsch.

US-General William T. Sherman in Verhandlung mit Indianern bei Fort Laramie
Kapitulationsverhandlungen
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Nach Lees Kapitulation in Appomattox und Lincolns Ermordung gewährte Sherman in Verhandlungen mit dem Südstaatengeneral Joseph E. Johnston eigenmächtig großzügige Kapitulationsbedingungen, die von Verteidigungsminister Edwin M. Stanton aber zurückgenommen wurden. Letztlich wurden die Bedingungen, wie sie mit Robert E. Lee ausgehandelt waren, übernommen. Sherman marschierte mit 60.000 seiner Soldaten in Washington D.C. auf der Siegesparade am 24. Mai 1865, wonach die Soldaten entlassen wurden.

Oberbefehlshaber des Heeres

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Nach dem Krieg wurde Sherman am 25. Juli 1866 zum Generalleutnant befördert und nahm an einigen Indianerkriegen teil. Am 1. Juni 1868 schloss er als Vertreter der Vereinigten Staaten mit den Diné (Navajo) einen Vertrag ab, der diesen die Rückkehr in ihr Stammland ermöglichte und die Rechtsgrundlage für die Navajo Nation Reservation bildete.

1869 wurde er – wiederum als Nachfolger Grants, der Präsident wurde – zum General of the Army of the United States befördert und zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. 1875 veröffentlichte Sherman seine Memoiren. Sein berühmtester Ausspruch lautet verkürzt: „War is hell“ („Der Krieg ist die Hölle“). Er entstand aus der Verkürzung des Satzes There is many a boy here today who looks on war as all glory, but, boys, it is all hell (Viele Jungen hier sehen den Krieg heute als etwas Ruhmreiches an, aber, Jungs, es ist die Hölle.), den er 1879 vor Kadetten der Michigan Military Academy formulierte. Schon während seiner aktiven Zeit war er sich der verheerenden Wirkung des Krieges bewusst und lehnte die Glorifizierung ab. So schrieb er 1864 während der Atlanta Campaign: I am sick and tired of war. Its glory is all moonshine. It is only those who have neither fired a shot nor heard the shrieks and groans of the wounded who cry aloud for blood, for vengeance, for desolation. (Ich habe den Krieg satt. Sein Ruhm ist nichts als Blendwerk. Nur jene, die weder einen Schuss abgefeuert noch die Schreie und das Stöhnen der Verwundeten gehört haben, schreien laut nach Blut, nach Rache, nach Verwüstung.).

Am 8. Februar 1884 nahm Sherman seinen Abschied vom Heer und zog sich 1886 nach New York City zurück, wo er am 14. Februar 1891 starb. In seinem Leichenzug marschierte auch sein ehemaliger Gegner, General Joseph E. Johnston, trotz angeschlagener Gesundheit und ohne Kopfbedeckung mit, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Er starb daraufhin fünf Wochen später an einer Lungenentzündung.

Sherman galt als jähzornig, impulsiv und äußerst nervöse Persönlichkeit. Der US-amerikanische Historiker und Psychiater Nassir Ghaemi versuchte nachzuweisen, dass Sherman an einer manisch-depressiven Erkrankung litt, was nicht nur seine mehrmaligen physischen und psychischen Zusammenbrüche, sein unstetes Wesen und seinen geringen Erfolg im Zivilleben erklärt, sondern auch seine innovative und kreative Strategie der Kriegsführung, die ihn zum „Vater des totalen Krieges“ machten. Ghaemi sieht Shermans Erfolg als Beleg für seine These, wonach in Krisensituationen Führungspersönlichkeiten, die an einer affektiven Störung leiden, gesunden Menschen überlegen sein können. Zum Vergleich führt er das Scheitern des ruhigen und ausgeglichenen Generals George B. McClellan im selben Krieg an.[19]

“There is many a boy here today who looks on war as all glory, but, boys, it is all hell. You can bear this warning voice to generations yet to come. I look upon war with horror.”

„Es sind heute viele Jungs hier, die im Krieg nur den Ruhm sehen, aber Jungs, es ist die Hölle. Ihr könnt diese warnenden Worte in die kommenden Generationen tragen. Ich schaue mit Schrecken auf den Krieg.“

William T. Sherman: Speech, Grand Army of the Republic convention, Columbus, Ohio, 11. August 1880[20]
Vergoldetes Reiterstandbild Shermans in New York City
  • Robert G. Athearn: William Tecumseh Sherman and the Settlement of the West. University of Oklahoma Press, Norman OK 1956.
  • Edgar Laurence Doctorow: The March. Abacus, London 2006, ISBN 0-349-11959-7 (Originalausgabe 2005; deutsche Ausgabe: Der Marsch. Roman. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03917-7).
  • Michael Fellman: Citizen Sherman. A Life of William Tecumseh Sherman. Random House, New York NY 1995, ISBN 0-679-42966-2.
  • Michael Fellman (Hrsg.): Memoirs of General W. T. Sherman. Edited with an Introduction and Notes. Penguin Classics, New York NY 2000, ISBN 0-14-043798-3.
  • Stanley P. Hirshson: The White Tecumseh. A Biography of William T. Sherman. Wiley, New York NY u. a. 1997, ISBN 0-471-17578-1.
  • Lee Kennett: Sherman. A Soldier’s Life. HarperCollins, New York NY 2002, ISBN 0-06-017495-1.
  • John F. Marszalek: Sherman. A Soldier’s Passion for Order. Free Press, New York NY u. a. 1993, ISBN 0-02-920135-7.
  • James Lee McDonough: William Tecumseh Sherman. In the Service of My Country. A Life. W.W. Norton & Company, Inc., New York NY u. a. 2016, ISBN 978-0-393-24157-0.
  • Ferdinand von Meerheimb: Sherman’s Feldzug in Georgien. Vortrag gehalten am 30. Oktober 1868 in der Militairischen Gesellschaft zu Berlin. Mittler, Berlin 1869, (Digitalisat).
  • Wesley Moody: Demon of the Lost Cause. Sherman and Civil War History. University of Missouri Press, Columbia MO u. a. 2011, ISBN 978-0-8262-1945-9.
  • Brian Holden Reid: The Scourge of War. The Life of William Tecumseh Sherman. Oxford University Press, New York NY 2020, ISBN 978-0-19-539273-9.
Commons: William Tecumseh Sherman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. West Point Officers in the civil war
  2. https://www.nps.gov/fosu/learn/historyculture/william-t-sherman.htm
  3. William Tecumseh Sherman and the Bank of Lucas Turner
  4. Sherman's demons
  5. "Man konnte über das Schlachtfeld laufen, ohne den Boden zu berühren"
  6. Mit dieser Schlacht begann Amerikas totaler Krieg
  7. David J. Eicher The Longest Night. A Military History of the Civil War. Simon & Schuster, New York NY u. a. 2001, ISBN 0-684-84944-5, S. 768.
  8. William L. Barney: The Oxford Encyclopedia of the Civil War. Oxford University Press, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-19-978201-7, S. 379.
  9. James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges. Übersetzt von Christa Seibicke. Anaconda, Köln 2011, ISBN 978-3-86647-267-9, S. 795–798, (englisch: Battle Cry of Freedom. The Civil War Era (= The Oxford history of the United States. 6). Oxford University Press, New York NY 1988, ISBN 0-19-503863-0, S. 808–810).
  10. Love H. Whelchel, Jr.: Sherman’s March and the Emergence of the Independent Black Church Movement. From Atlanta to the Sea to Emancipation. Palgrave MacMillan US, New York NY 2014, ISBN 978-1-137-40517-3, S. 35f.
  11. Bruce Catton: The Centennial History of the Civil War. Band 3: Never Call Retreat. Doubleday, Garden City NY 1965, S. 415f.
  12. Marching through Georgia. In: The Economist, vom 26. Juli 2014. Abgerufen am 18. Februar 2024.
  13. Christian McWhirter: The Song That Drove Sherman Crazy. In: The New York Times, vom 8. März 2017. Abgerufen am 18. Februar 2024.
  14. Wesley Moody: Demon of the Lost Cause. Sherman and Civil War History. 2011, S. 99, 117.
  15. John F. Marszalek: Sherman. A Soldier’s Passion for Order. 1993, S. 320 f.
  16. John F. Marszalek: Sherman. A Soldier’s Passion for Order. 1993, S. 322–325.
  17. Rodney P. Carlisle: Civil War and Reconstruction. Facts On File, New York NY 2008, ISBN 978-0-8160-6347-5, S. 356.
  18. Nassir Ghaemi: A First-Rate Madness. Uncovering the Links between Leadership and Mental Illness. Penguin Press, New York NY u. a. 2011, ISBN 978-1-59420-295-7, S. 23 ff.
  19. Gerald Tebben: 200 Columbus Bicebtennial. In: The Columbus Dispatch. Abgerufen am 18. Februar 2024.