Wittnau (Breisgau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wittnau
Wittnau (Breisgau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wittnau hervorgehoben
Koordinaten: 47° 57′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 378 m ü. NHN
Fläche: 5,04 km²
Einwohner: 1459 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79299
Vorwahl: 0761
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 125
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 2
79299 Wittnau
Webpräsenz: www.wittnau.de
Bürgermeister: Enrico Penthin
Lage der Gemeinde Wittnau im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Wittnau ist eine Gemeinde im Südwesten von Baden-Württemberg nahe Freiburg im Breisgau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittnau liegt etwa 7 km südlich von Freiburg im Breisgau in der Mitte des Hexentals, das sich von Freiburg zwischen dem 644 m hohen Schönberg und den Westhängen des Hochschwarzwaldes über Wittnau bis nach Ehrenstetten erstreckt.

Wittnau am Schönberg, im Hintergrund liegt Freiburg

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Wittnau gehören die Dörfer Wittnau und Biezighofen, die Zinken Eck und Haseln und die Höfe Fahrnau, Stöckenhöfen und Stöckenmühle.[2]

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung der aus den Ortsteilen Wittnau und Biezighofen bestehenden Gemeinde umfasst 504 ha und ist durch drei Hügel geprägt, die bis heute für den Weinbau genutzt werden. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt bei 858 m ü. NN. Der tiefste Punkt der Gemarkung liegt bei 332 Meter. Am Schönberg, der hauptsächlich zu Ebringen gehört, hat die Gemeinde nur einen kleinen Anteil. Die Gemarkung Wittnau besteht aus etwa 45 % Wald, der etwa 215 ha groß ist, der Rest sind Wiesen, Bebauung und Äcker.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wittnau umgebenden Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Au, Horben, Bollschweil, Sölden und Ebringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Besiedelung des Hexentals im 7. und 8. Jahrhundert kamen die ersten alemannischen Bauern in das Gebiet der heutigen Gemeinde und gaben ihren Höfen den Namen Biezighöfen. Im Jahr 806 ist das Dorf erstmals als Piazinchova urkundlich erwähnt.

Bereits im Jahr 786 berichtet eine Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erstmals von einer Hofanlage namens Witunauia und der dazugehörigen Kirche. Die adeligen Hofbesitzer nahmen öffentliche Ämter wahr und vertraten das Kloster St. Gallen, dessen politischer und religiöser Einfluss zu jener Zeit in Wittnau kontinuierlich wuchs. Der Name Witunauia setzt sich zusammen aus den beiden althochdeutschen Wörtern witun (Wald/Holz) und auia (Aue).

Im 13. Jahrhundert wurde der Wittnauer Herrenhof unter der bollschweiler Adelsfamilie Snewlin-Bernlapp zu einem österreichischen Lehen, bis er im 19. Jahrhundert Eigentum des Großherzogtums Baden wurde. Unter den Freiherren von Bollschweil wurde 1795 eine neue Kirche errichtet. Sie sollte die letzte Barockkirche des Breisgaus werden. 42 Jahre später, im Jahr 1837, starb die männliche Linie der Snewlin-Bernlapp aus. Das Gehöft zu Wittnau wurde vom Großherzog von Baden an die Freiherren von Berstett verliehen, die auch das Bollschweiler Schloss übernommen hatten. Das Großherzogtum tilgte allerdings in seinem Bemühen, eine zentrale Verwaltung aufzubauen, im Laufe der Jahre alle Feudalrechte.

Seit 1811 wurden die Gemeinden Wittnau und Biezighofen als Einheit betrachtet und offiziell als Gemeinde Wittnau bezeichnet. In den 1960er Jahren begann sich Wittnau von einer Bauerngemeinde zur Wohngemeinde zu entwickeln. 1971 trat die Gemeinde im Zuge der Verwaltungsreform der Verwaltungsgemeinschaft Hexental bei, da sie ihre Selbständigkeit bewahren wollte. Die Entwicklung zur Wohngemeinde mit vorstädtischem Charakter setzte sich fort. Außerdem wurde Wittnau als Erholungsort anerkannt. Inzwischen ist Wittnau durch den Zuzug aus dem nahegelegenen Freiburg stark gewachsen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Pache (1970 bis 1978)
  • Erich Birkle (1978 bis 2002)
  • Enrico Penthin (seit 2002), auch Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wittnauer Gemeinderat besteht aus zehn Ratsherren und Ratsfrauen. Der Gemeinderat besteht aus dem stimmberechtigten Bürgermeister als Vorsitzendem und zehn Gemeinderäten. Die Gemeinderatswahlen am 7. Juni 2009 und 25. Mai 2014 brachten folgende Ergebnisse:[3]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
2009 2014 2009 2014
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 45,9 % 34,0 % 5 4
Freie Bürgervereinigung (FBV) 28,4 % 22,9 % 3 2
Wittnauer Bürger für Dorferhaltung und Bürgernähe (WB) 25,7 % 39,4 % 2 4

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittnau gehört mit den Gemeinden Au, Horben, Merzhausen und Sölden der Verwaltungsgemeinschaft Hexental mit Sitz in Merzhausen an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen erinnert an die Ursprünge der Gemeinde und die damalige Verbundenheit mit dem Kloster St. Gallen: die Kirche auf dem Berg als eine der ältesten des Hexentals, daneben der Bär, das Wappentier des Klosters St. Gallen.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 verbindet Wittnau eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-André-d’Apchon in der Weinbauregion Côte Roannaise am Fuße der Madleine-Berge, westlich von Roanne an der Loire.

Altes Schulhaus und Kirche Mariä Himmelfahrt
Stöckenmühle
Stein auf dem Kapuzinerbuck

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wittnau sind neben landwirtschaftlichen kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe ansässig. Ein Teil der Einwohner pendelt in die Gewerbegebiete in und um Freiburg. Wittnau verfügt über das Gallushaus für Veranstaltungen, ein Vereinsheim und ein Feuerwehrhaus.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wittnau fungiert als Träger des Kindergartens St. Gallus und der Franz-Xaver-Klingler-Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wittnau ist über die Linie 7208 der SüdbadenBus mit Freiburg und Bad Krozingen verbunden. Er verkehrt auf der Landesstraße L122 von Freiburg nach Ehrenkirchen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Bettlerpfad, ein überregionaler Wanderweg von Merzhausen/Freiburg nach Badenweiler führt durch Wittnau; ferner bestehen zahlreiche Wandermöglichkeiten in Richtung Sankt Ulrich im Schwarzwald, am Schönberg und auf dem Hexentalrundweg.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wittnauer Kapuzinerbuck galt lange als einer der höchstgelegenen Weinberge der Oberrheinebene. Diese Extremlage erlaubt jedoch nur die Anpflanzung im Erlös wenig attraktiver, robusterer Rebsorten, so dass in den vergangenen Jahrzehnten ein stetiger Rückgang der bestockten Fläche zu verzeichnen war. Die höchstgelegenen Rebflächen wurden nach 2000 sämtlich gerodet. Die Rebfläche umfasste 2010 nur noch etwa ein Drittel der Ausdehnung in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden Wittnaus befindet sich die AOK-Klinik Stöckenhöfe, eine Fachklinik für orthopädische und neurologische Rehabilitation.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Ginter (1889–1966), katholischer Geistlicher und Kunsthistoriker, Pfarrer von Wittnau, seit 1962 Ehrenbürger der Gemeinde

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Dirks (1901–1991), Publizist, seit 1986 Ehrenbürger der Gemeinde, und seine Frau Marianne Dirks (1913–1993), Musikpädagogin, lebten von 1967 an in Wittnau
  • Peter Dreher (* 1932), Maler und Graphiker, hat einen Wohnsitz in Wittnau
  • Joachim Löw (* 1960), Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, wohnt seit 2008 in Wittnau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Wittnau (Hrsg.): Wittnau, Biezighofen. Vom Leben im Dorfe - damals und heute. Redaktion und Gestaltung Elfi Harter-Bachmann. Gemeinde Wittnau Wittnau 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 136–137.
  3. Badische Zeitung online vom 25. Mai 2014, abgerufen am 10. August 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wittnau (Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien