Hartheim am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hartheim am Rhein
Hartheim am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hartheim am Rhein hervorgehoben
Koordinaten: 47° 56′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 26,05 km2
Einwohner: 4912 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 189 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 79258
Gewerbepark: 79244Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07633
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Feldkircher Straße 17
79258 Hartheim
Webpräsenz: www.hartheim.de
Bürgermeisterin: Kathrin Schönberger
Lage der Gemeinde Hartheim am Rhein im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Hartheim am Rhein ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald im deutschen Bundesland Baden-Württemberg und liegt knapp 20 km südwestlich von Freiburg im Breisgau. Laut einem Bericht des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg vom März 2012 ist sie in Bezug auf die Einwohnerzahl die typische Durchschnittsgemeinde des Bundeslandes.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Hartheim gehören die ehemals selbständigen Gemeinden Bremgarten und Feldkirch. Die vor der baden-württembergischen Gemeindereform der 1970er Jahre selbständigen Gemeinden bilden die drei Ortsteile der Gemeinde. Deren offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Ortsteile. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und in den beiden Ortsteilen Bremgarten und Feldkirch sind Ortschaften mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[3]
Zum Ortsteil Bremgarten gehören das Dorf Bremgarten, der Weiler Weinstetten und der Wohnplatz Weinstetter Mühle. Ebenfalls auf der Gemarkung Bremgarten befindet sich der nordöstliche Teil des Gewerbeparks Breisgau. Zum Ortsteil Feldkirch gehört das Dorf Feldkirch und zum Ortsteil Hartheim gehören das Dorf Hartheim und der Wohnplatz Rheinwärterhaus.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name und erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Hartheim geht auf das mittelhochdeutsche Wort „hart“ zurück, das Wald- oder fester Sandboden bedeutet, und weist auf der Ursprung der Ortschaft als einer Siedlung im oder am Wald hin. Die Gemeinde wird erstmals 772 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt.

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert geriet Hartheim unter die Herrschaft der Stadt Breisach. 1635 wurde es im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört. Nach Ende des Krieges wurde Hartheim gemeinsam mit Breisach nach Frankreich eingegliedert. 1768 wurde erstmals eine Schule eingerichtet; seit 1823 ist sie in einem eigenen Gebäude untergebracht.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1973 wurde die Gemeinde Bremgarten und am 1. Januar 1974 die Gemeinde Feldkirch nach Hartheim eingemeindet. Zum 1. Januar 2012 erfolgte die Umbenennung von Hartheim in Hartheim am Rhein.[5]

Ortsteile Bremgarten und Feldkirch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bremgarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Bremgarten.png

Bremgarten wurde erstmals 1313 erwähnt, als Johannes von Staufen das Dorf an die Johanniter verkaufte. Über diese kam es an die Grafen von Freiburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bremgarten fast vollständig zerstört, aber bald wieder aufgebaut. Auch im Zweiten Weltkrieg erfolgte erneut eine erhebliche Zerstörung des Ortes. 1973 wurde Bremgarten nach Hartheim eingemeindet. Von 1969 bis 1993 war der Flugplatz Bremgarten Heimat des Aufklärungsgeschwaders 51 Immelmann der deutschen Luftwaffe.

Feldkirch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Feldkirch (Hartheim).png

Um 1160 erscheint der Name Veltkilcha in Dokumenten. Um 1475 sind es 10 Herdstätten, d. h. 10 Familien, die sich um die „Kirche auf dem Feld“ niedergelassen haben. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–48) wurden das Dorf und die Kirche vollständig zerstört. Im Jahre 1690 begann der Umbau des Wessenbergischen Schlosses. Es erhielt weitgehend seine heutige Gestalt. Im Jahre 1866 endet die Präsenz der Wessenberger in Feldkirch. Seit dieser Zeit wechselte das Schloss häufig seine Besitzer. 1899 kam der Bürgermeister Heinrich Rinderle in den Besitz des Schlosses. Großzügig verteilte er die Felder an die Bauern der Gemeinde. Im Jahre 1960 konnte die umfassende Restaurierung der Martinskirche abgeschlossen werden. 1964 feierten die Feldkircher den Neubau der Wessenbergschule. Zehn Jahre später weihte man den Martinskindergarten ein. Im selben Jahr fand auch die Eingemeindung nach Hartheim statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,5 % (2009: 54,9 %)
 %
30
20
10
0
28,8 %
27,6 %
22,7 %
11,9 %
9,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,2 %p
-4,5 %p
+5,2 %p
-3,0 %p
+0,1 %p
1
2
5
4
4
Von 16 Sitzen entfallen auf:

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 49,5 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei/Liste Stimmen G/V Sitze G/V
FWG 28,8 % + 2,2 5 ± 0
CDU 27,6 % − 4,5 4 − 1
Für unsere Dörfer (FuD) 22,7 % + 5,2 4 + 1
Frauenliste 11,9 % − 3,0 2 ± 0
SPD 09,0 % + 0,1 1 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartheimer Rathaus
  • 1946–1969: Josef Widmann
  • 1969–1982: Alfred Vonarb
  • 1982–2001: Erich Dilger († 29. Juli 2001)
  • 2002–2009: Martin Singler
  • seit dem 1. Januar 2010: Kathrin Schönberger
St. Peter-und-Paul-Kirche Hartheim

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartheim verbindet seit 1993 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Fessenheim im Elsass (Département Haut-Rhin). Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen zu Mindszent an der Theiss (Ungarn).

Zweckverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartheim ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alemannenschule: eine Grund- und Werkrealschule; die Alemannenschule geht in ihrer Geschichte bis auf das Jahr 1768 zurück.
  • drei Kindergärten: je einen in Hartheim, Bremgarten und Feldkirch.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Lokalgeschehen in Hartheim berichten die Badische Zeitung und die Wochenzeitung ReblandKurier.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2001 bis zu seinem Tode 2004 lebt der Literaturwissenschaftler Dietrich Schwanitz (* 1940) in Hartheim, wo er den Gasthof Salmen erwirbt und 2002 den Theaterraum von der Trompe-l’œil-Malerin Andrea Berthel-Duffing mit einer "shakesperisierten" Version von Paolo Veroneses Das Gastmahl im Hause des Levi ausmalen lässt. 2005 übernimmt die Gemeinde den Salmen.[8] 2017 wurde eine Dauerausstellung unter dem Namen Schwanitz, Shakespeare und der Salmen eröffnet.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Badische Zeitung, dpa: Hartheim ist die Durchschnittsgemeinde. In: badische-zeitung.de, Nachrichten, Südwest, 10. März 2012 (10. März 2012).
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Hartheim vom 18. September 2012. (PDF-Datei; 43 kB)
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 69–71.
  5. Badische Zeitung: Keine neuen Ortstafeln. "Hartheim am Rhein" wird nicht über den Ortsnamen stehen. Abgerufen am 10. März 2012.
  6. Badische Zeitung online 26. Mai 2014.
  7. http://www.gemeinde-eschbach.de/wirtschaftsstandort/glct_goez.php
  8. Der Salmen: Gestern - Heute - Morgen - Salmen Hartheim - Historisches Gast- und Schwanitz-Haus. Abgerufen am 23. Mai 2017.
  9. Hans-Peter Müller: Hartheim: "Schwanitz, Shakespeare und der Salmen": Neuer Juwel der Literaturlandschaft. Badische Zeitung, 22. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hartheim am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien