Wladimir Tarasjanz

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Wladimir Tarasjanz – Schauspieler und Regisseur

Wladimir Tarasjanz (* 1948[1][2][3], nach anderen, aber nicht zutreffenden Quellen 1959[4], in Georgien[4], damals Georgische SSR) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schauspielcoach armenischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarasjanz studierte zunächst von 1972 bis 1976 Literaturwissenschaft an der Rostower Staatsuniversität (RGU) in Rostow am Don, Russland. 1972 gründete er das Theater-Studio in Rostow am Don. Von 1976 bis 1981 absolvierte er anschließend ein Regiestudium an der Moskauer Theaterakademie (GITIS), Klasse Maria Knebel. Während des Studiums inszenierte er im Moskauer Theater (SOWREMENNIK), außerdem am Moskauer Jugendtheater MTÜS. Von 1982 bis 1987 war er als Dozent für Schauspiel und Regie an der GITIS in Moskau tätig. Dort unterrichtete er die Studenten nach der Methode von Stanislawski. Ende der 1980er Jahre kam er nach Deutschland, wo er von 1988 bis 1991 als Regisseur am Neuen Theater Halle/Saale mit mehreren Inszenierungen tätig war. Daneben wirkte er als Schauspielpädagoge und Regisseur am Poetischen Theater der Leipziger Universität. 1989/90 hospierte er am Berliner Ensemble und Deutschen Theater Berlin; 1994 folgte eine Hospitanz am Actors Studio in New York City. Von September 1991 bis 1994 war er Dozent für Schauspiel und Regie an der Theaterakademie Ulm. Von 1994 bis 1998 war er Gastdozent im Aufbaustudio Hamburg, der Regieklasse der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, und Dozent in Schauspielführung für Filmregie am Filminstitut der Universität Hamburg. Seit 1994 ist er Dozent für Szenen- und Rollenstudium und Film an der Schule für Schauspiel Hamburg.[5] Zwischen 2001 und 2014 inszenierte Tarasjanz insgesamt 15 Stücke am Monsum Theater Hamburg.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Tarasjanz regelmäßig in deutschsprachigen, aber auch internationalen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Aufgrund seiner ethnischen Herkunft wird er oft in Rollen mit osteuropäischen Hintergrund eingesetzt; er verkörperte aber auch Charaktere aus dem Orient und Nordafrika. Tarasjanz stellt, aufgrund seiner eleganten Erscheinung, häufig distinguierte, aber auch zwielichtige Figuren in Krimifilmen und Krimiserien dar.

In dem Kinofilm Willenbrock (2005) spielte er den aus Moskau stammenden Russen Krylow, den Chef einer Autoschieberbande und Stammkunden des Gebrauchtwagenhändlers Willenbrock (Axel Prahl). In der Kinokomödie Max Minsky und ich (2007) übernahm er die Rolle des Hebräisch-Lehrers Wladimir Kasarov. In dem Kinofilm Underdogs (2007) war er der Häftling Wladimir Kiriakov. In Ninja Assassin (2009), einem US-amerikanischen Martial-Arts-Film der Wachowski-Brüder hatte er eine Nebenrolle; er spielte den ehemaligen KGB-Agenten Aleksei Sabatin.

Neben seinen Kinoauftritten war Tarasjanz in zahlreichen Fernsehfilmen in Haupt- und Nebenrollen zu sehen. Im Tatort: Investigativ (2007) spielte er Dr. König, den Rechtsberater des bekannten Investors und Unterstützers von gemeinnützigen Projekten Alexander Radu (Tonio Arango), der Hauptfigur des Krimis. Im Wilsberg-Krimi Filmriss (Erstausstrahlung: Januar 2008) spielte er den georgischen Nachtclubbesitzer und Zuhälter Viktor Kobalazde. In dem ZDF-Sonntagsfilm Ein Sommer in Marrakesch (Erstausstrahlung: Mai 2010) spielte er Rafiq Mernissi, den Onkel des marokkanischen Bräutigams.[6] Im selben Jahr war Tarasjanz im Dezember 2010 noch in einem weiteren ZDF-Film zu sehen; in der Fernsehreihe Kreuzfahrt ins Glück spielte er den Griechen Jannis Tannidis, die große Jugendliebe der weiblichen Hauptfigur Renate May (Ursela Monn). In der ZDF-Krimireihe Ein starkes Team war er im Oktober 2014 in einer Hauptrolle zu sehen; er spielte Nicolai Rataev, einen Geschäftsmann und Ladenbesitzer russischer Herkunft in Berlin, der früher für den sowjetischen Geheimdienst arbeitete.[7] In dem ARD-Fernsehfilm Das Programm, der im Januar 20126 erstausgestrahlt wurde, hatte Tarasjanz eine Nebenrolle als im Gefängnis einsitzender Schwerstkrimineller Philip Darankow.[8] In der Kinokomödie Kundschafter des Friedens (2017) spielte Tarasjanz den Leiter des russischen Geheimdienstes, Dymov.

Tarasjanz hatte außerdem Episodenrollen in den Fernsehserien Einsatz Hamburg Süd (1997), Sardsch (1997; als Fjodor Tscherkassow, Zuhälter im Dresdner Rotlichtmilieu), Der letzte Zeuge (2004; als Assen Ignatow, Inhaber eines russisch-ukrainischen Clubs), Lutter (2007; als Geschäftsmann und Lobbyist Agorov), Die Pfefferkörner (2008; als Kunsträuber Tomasz Reiter), Notruf Hafenkante (2009; als russischer Café-Besitzer Sergej Sorokin), SOKO Leipzig (2009; an der Seite von Cornelia Schmaus, als Russe Gregor Wassilijew und Halbbruder der Mörderin Renate) und Küstenwache (2014; als Schachweltmeister Nikolai Semjonov). Im Dezember 2016 war Tarasjanz in der ZDF-Serie Die Bergretter in einer Episodennebenrolle zu sehen; er spielte den polnischen Stallknecht Tomasz.

Weiters war er in mehreren Folgen der ORF/ZDF-Krimiserie SOKO Wien in einer wiederkehrenden Rolle zu sehen, in der er den georgischen Mafiaboss Mate Leonidse spielte.

Tarasjanz lebt in Hamburg.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wladimir Tarasjanz. Agenturprofil (Memento des Originals vom 10. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ohene-dokyi-management.de. Abgerufen am 23. August 2018.
  2. Wladimir Tarasjanz. Eintrag bei vollfilm.com.Abgerufen am 23. August 2018.
  3. Wladimir Tarasjanz. Profil bei CAST FORWARD. Abgerufen am 6. Mai 2016.
  4. a b c Wladimir Tarasjanz. Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Zuletzt abgerufen am 23. August 2018.
  5. Wladimir Tarasjanz Vita; Schule für Schauspiel Hamburg. Abgerufen am 6. Mai 2016.
  6. Ein Sommer in Marrakesch Handlung/Produktionsdetails/Besetzung und Szenenfoto. Offizielle Internetpräsenz des ZDF. Abgerufen am 6. Mai 2016
  7. Ein starkes Team: Späte Rache (Memento des Originals vom 6. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stimme.de; Fernsehkritik; in: Heilbronner Stimme. Abgerufen am 6. Mai 2016
  8. ARD-Drama "Das Programm": Leben im Zeugenschutzprogramm Fernsehkritik; in: Tagesspiegel vom 4. Januar 2016. Abgerufen am 6. Mai 2016