Woiwodschaft Stanisławów

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Die Woiwodschaft Stanisławów (auch Woiwodschaft Stanislau[1] polnisch Województwo Stanisławowskie) war in den Jahren 1921 bis 1939 eine Woiwodschaft der Zweiten Polnischen Republik. Der Sitz der Verwaltung und die Hauptstadt war Stanisławów (Stanislau, heute Iwano-Frankiwsk).

Woiwodschaft Stanisławów
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Wappen der Woiwodschaft Stanisławów
Lage der Woiwodschaft Stanisławów
Verwaltungs-Karte, 1938

Lage und Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft mit den Städten Stanisławów, Kołomyja, Stryj, Knihinin (bis 1925), Śniatyn, Turka und Horodenka erstreckte sich über den östlichen Teil von Südpolen.

Sie grenzte im Nordwesten an die Woiwodschaft Lemberg, im Nordosten an die Woiwodschaft Tarnopol, im Osten an Rumänien und im Südwesten an die Tschechoslowakei.

Im nördlichen Teil ist die Landschaft hügelig und im Süden gebirgig (Karpaten), quer durch das Gebiet fließt der Dnister.

1921 umfasste die Woiwodschaft eine Fläche von 18.368 km². Die 29 Städte und 904 Landgemeinden waren in 15 Powiats gegliedert.[2] Durch die Ausgliederung des Powiats Turka in die Woiwodschaft Lemberg im Jahr 1931 betrug die Fläche der Woiwodschaft 1939 nur noch 16.894 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woiwodschaft entstand nach dem Frieden von Riga zum Abschluss des Polnisch-Sowjetischen Krieges am 1. September 1921 auf den südöstlichen Teilen des ehemaligen österreichischen Kronlandes Galizien, als Hauptstadt wurde Stanisławów festgelegt.

Am 1. April 1929 wurde der Powiat Peczeniżyn aufgelöst und das Gebiet dem Powiat Kołomyja angeschlossen. Am 17. April 1931 wurde der Powiat Turka an die Woiwodschaft Lemberg abgetreten, am 1. April 1932 wurde der Powiat Bohorodczany aufgelöst und dessen Gebiet auf die Powiats Nadwórna und Stanisławów aufgeteilt, am gleichen Tag wurde der Powiat Skole aufgelöst und das Gebiet dem Powiat Stryj zugeteilt.

Im September 1939 wurde die Woiwodschaft im Verlauf des 2. Weltkrieges durch die Sowjetische Besetzung Ostpolens sowjetisch und nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 durch Deutschland besetzt. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde das Gebiet der Woiwodschaft ein Teil der Sowjetunion (Ukrainische SSR).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl betrug 1921 1,348 Mill., davon 22 % Polen, 7 % Juden und 1931 1,466 Mill., davon 23 % Polen und 7 % Juden. Die große Mehrheit der Bevölkerung (940 555 Bewohner) bildeten die Ukrainer.[3]

Administrative Unterteilung (1934)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Powiat Dolina bestehend aus den Städten Bolechów, Dolina und Rożniatów sowie den Gminas:

Powiat Horodenka bestehend aus der Stadt Horodenka sowie den Gminas:

Powiat Kałusz bestehend aus der Stadt Kałusz sowie den Gminas:

Powiat Kołomyja bestehend aus den Städten Kołomyja und Peczeniżyn sowie den Gminas:

Powiat Kosów bestehend aus den Städten Kosów und Kuty sowie den Gminas:

Powiat Nadwórna bestehend aus den Städten Delatyn und Nadwórna sowie den Gminas:

Powiat Rohatyn bestehend aus den Städten Bołszowce, Bursztyn und Rohatyn sowie den Gminas:

Powiat Stanisławów bestehend aus den Städten Stanisławów, Bohorodczany und Halicz sowie den Gminas:

Powiat Stryj bestehend aus den Städten Skole und Stryj sowie den Gminas:

Powiat Śniatyń bestehend aus den Städten Śniatyn und Zabłotów sowie den Gminas:

Powiat Tłumacz bestehend aus den Städten Otynia, Tłumacz und Tyśmienica sowie den Gminas:

Powiat Żydaczów bestehend aus den Städten Mikołajów n/Dn., Rozdół, Żurawno und Żydaczów sowie den Gminas:

September 1939 und seine Nachwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1939 überfielen deutsche und sowjetische Truppen Polen, wobei das Land und die Woiwodschaft Stanisławów der Ukrainischen Sowjetrepublik einverleibt wurden. Nach 1945 verblieb das Gebiet bei der Sowjetunion, heute gehört die ehemalige Woiwodschaft Stanisławów in großen Teilen der ukrainischen Oblast Iwano-Frankiwsk sowie kleinere Teile der Oblast Lwiw an.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Grosse Brockhaus: Handbuch des Wissens, Band 14, 1933
  2. https://web.archive.org/web/20170930231022/http://www.szukamypolski.com/strona/wojewodztwo/11
  3. Jew. lt. entspr. amtlicher Bevölkerungszählung 1921 bzw. 1931.