Yascha Mounk

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Yascha Mounk (* 1982) ist ein deutsch-amerikanischer Politikwissenschaftler, der als Dozent an der Harvard University in Boston arbeitet. Als freier Publizist schreibt er unter anderem für die New York Times, The Wall Street Journal, Foreign Affairs, slate.com und Zeit Online. Er unterhält auch einen Podcast „The Good Fight“. Mounk nahm 2017 die amerikanische Staatsbürgerschaft an.[1]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yascha Mounk kam 1982 in der bayerischen Landeshauptstadt München als Sohn einer Jüdin, die im Jahr 1969 die Erlaubnis bekommen hatte, Polen zu verlassen, zur Welt. Aufgrund diverser Erfahrungen fühlte er sich immer als Fremder in seinem Geburtsland, und obwohl Deutsch seine Muttersprache war, sah er sich von Gleichaltrigen nie als „echter Deutscher“ akzeptiert.[2]

SPD-Mitgliedschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Yascha Mounk bereits im Alter von 13 Jahren vorzeitig in die SPD eingetreten war, verließ er diese im Jahr 2015 öffentlichkeitswirksam mit einem offenen Brief an den damaligen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Als Gründe nannte er unter anderem die mangelnde Hilfsbereitschaft deutscher Institutionen Flüchtlingen gegenüber, die passive Haltung führender SPD-Exponenten und Teilen der Partei während der Krimkrise 2014 sowie die Griechenlandpolitik der SPD, die er einen „Verrat am sozialdemokratischen Traum eines vereinten Europas“ nannte.[3][4]

Auswanderung in die USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 ging Mounk zum Studium in die Vereinigten Staaten und erwarb dort einen Ph.D. in Political Science. Als er im März 2017 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, begründete er diesen Schritt unter anderem damit, dass er so der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA besser entgegentreten könne.[5]

Position zum Nationalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung erklärte Mounk im Februar 2018, dass er seine Position zum Nationalismus geändert habe. Während er diesen früher als Relikt der Vergangenheit angesehen habe, das überwunden werden müsse, sprach er sich nun für einen „inklusiven Nationalismus“ aus, da ansonsten das brachliegende Feld des Nationalen von Menschen besetzt werde, denen ein aggressiver Nationalismus vorschwebe.[6] In den Tagesthemen zeigte er sich zuversichtlich, dass das „historisch einzigartige[] Experiment, [...] eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln“, gelingen kann.[7] In der Haaretz riet er dem „liberalen Lager“, sich den so verstandenen Nationalismus zu eigen zu machen, damit es den Menschen leichter falle, in einer multiethnischen und demokratischen Gesellschaft zu leben. „Der Schlüssel“ dazu sei, merkt er mit „einem ironischen Lächeln“ an, die Übernahme der populistischen Forderung, Menschen und Nationen sollten wieder das Gefühl bekommen, die Kontrolle über ihr Leben bzw. ihr Schicksal zu haben.[8]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stranger in My Own Country. A Jewish Family in Modern Germany. Farrar, Straus and Giroux, New York 2014, ISBN 0-374-53553-1
  • The People vs. Democracy: Why Our Freedom Is in Danger and How to Save It. Harvard University Press, 2018, ISBN 978-0674976825
    • Der Zerfall der Demokratie. Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht. Droemer, München 2018, ISBN 978-3-426-27735-5

Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yascha Mounk: 'How Did I Celebrate Becoming American? Protesting Trump. New York Times. 24. März 2017. Abgerufen im 26. September 2017.
  2. Stranger in My Own Country: A Jewish Family in Modern Germany, jewishbookcouncil.org
  3. Hiermit trete ich aus der SPD aus, zeit.de, 15. Juli 2015
  4. Waarom ik uit de SPD stap, dewereldmorgen.be, 17. Juli 2015
  5. How Did I Celebrate Becoming American? Protesting Trump, nytimes.com, 24. März 2017
  6. "Die liberale Demokratie bricht gerade auseinander" , sueddeutsche.de, 15. Februar 2018
  7. Sendung vom 20.02.2018, Tagesthemen/ARD-aktuell, 20.02.2018, ab Minute 24:45
  8. Does the Political Scientist Who Foresaw the Trump Era Still Believe Democracy Has a Future?/Memento bei archive.is, Anshel Pfeffer, Haaretz, 29.03.2017; The key, says Mounk with an ironic smile, is in the slogan often used by populists, also popular among Brexit supporters: to give people a feeling they have a control over their lives and that your own nation has control over its destiny. In order for people to feel that, they have to be convinced that they can live in a multi-ethnic and democratic society and still be better off materially and the liberal camp must learn how to embrace nationalism.