Yayoi-Zeit

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Die Yayoi-Zeit (jap. 弥生時代, Yayoi jidai) bezeichnet eine geschichtliche und kulturelle Epoche Japans, die sich etwa vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.[1][Anm. 1] erstreckt und die der Kofun-Zeit vorangeht. Ihren Namen verdankt sie dem Fund einer neuen Keramikart. Diese rötliche und härtere Keramik wurde im Unterschied zur sogenannten „Schnurkeramik“ der vorangegangenen Jōmon-Zeit erstmals auf einer Töpferscheibe hergestellt und zuerst 1884 auf dem Gelände der heutigen Universität Tokio[2] gefunden. Durch die Verwendung der Töpferscheibe war es möglich geworden, zylindrische Gefäße und Teller herzustellen, die meist schmucklos blieben.

Um 300 v. Chr. gab es einen erneuten Einwanderungsstrom aus Ostasien (Südchina und Korea)[3][4], der die Menschen der Jōmon-Kultur verdrängte beziehungsweise sich mit diesen vermischte. Zunächst breitete sich der Zustrom von Nord-Kyūshū und Nara gen Osten aus, während sich in den westlichen und nördlichen Teilen von Kantō, im Norden von Tōhoku und auf Hokkaidō weiterhin die Jōmon-Kultur behaupten konnte.

Datierung und Periodisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Befunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert galt als gesichert, dass sich die Yayoi-Zeit von 300 v. bis 300 n. Chr. erstreckte. Die Yayoi-Zeit entspricht der Epoche der Jungsteinzeit, die gekennzeichnet ist durch den Beginn des Ackerbaus und der Tierhaltung. Dieser Entwicklungsschritt in der Ethnogenese kennzeichnet den Beginn der Sesshaftigkeit der Menschen. Daher ist neben den Funden der neuartigen Yayoi-Keramik der Nassreisanbau und damit der Übergang von einer Gesellschaft der Jäger und Sammler, wie die Jōmon-Zeit sie darstellte, bedeutsam.

Die Datierung basierte auf dem wissenschaftlichen Vergleich und der Einordnung vieler Tausender Keramikfunde in Japan und auf dem Festland. 2003 jedoch änderte das Nationalmuseum der japanischen Geschichte (National Museum of Japanese History) die bis dahin gültige Einteilung und verlegte den Beginn der Yayoi-Zeit in der Zeitrechnung um 200 Jahre nach vorn.[5] Neben der erwähnten typologischen Datierung begann man in Japan seit 1951 auch die Radiokohlenstoffmethode zu nutzen. Diese Methode schien für die Yayoi-Zeit wenig nützlich, da die Untersuchung der Fundstücke eine breite Streuung in der Datierung ergab, die keine klare Periodisierung erlaubte.[5] Erst als man den Blick auf die Keramik und insbesondere auch auf den Reisanbau erweiterte und mit den Besiedlungsvorgängen vom Festland in Verbindung brachte, begannen sich Zweifel an der ursprünglichen Datierung (3. Jh. v. bis 3. Jh. n. Chr.) zu regen.[6] Funde in Itazuke und Nabatake belegen, dass die gefundene Keramik der Jōmon-Zeit zuzuordnen ist und dass zugleich auch schon Nassreisanbau betrieben wurde.[5] Diese Erkenntnisse und die Bedeutung des Reisanbaus für das Neolithikum haben zu einer Differenzierung der Periodisierung geführt. Heute betrachtet man den letzten Abschnitt der Spätphase der Jōmon-Zeit auch schon als Beginn der Yayoi-Zeit. Die Dreiteilung wurde, wie das Schaubild zeigt, auf fünf Abschnitte (I-V) erweitert.[7]

Frühphase
Erste Phase I
Mittlere Phase II-IV
Letzte Phase V
Frühphase 1.H
Frühphase 2.H
Erste Phase Anfang
Erste Phase Mitte
Erste Phase Ende
Mittlere – Anfang
Mittlere – Mitte
Mittlere – Ende
Letzte – 1.H
Letzte – 2.H
Jōmon
letzte Phase
Yayoi
Beginn
Yayoi
frühe Phase
Yayoi
mittlere Phase
Yayoi
späte Phase
Yayoi
Ende
1000 v. Chr.
900 v. Chr.
800 v. Chr.
700 v. Chr.
600 v. Chr.
500 v. Chr.
400 v. Chr.
300 v. Chr.
200 v. Chr.
100 v. Chr.
0
100 n. Chr.
200 n. Chr.

Historiografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um sich ein Bild von der japanischen Ethnogenese zu machen, würde man auch Schriftdokumente heranziehen, allein die Schrift wird erst einige Jahrhunderte später mit dem Buddhismus nach Japan kommen. Dennoch liegt eine kleine Zahl von Belegen vor, denn Japan wird erstmals in chinesischen Quellen erwähnt. In den chinesischen „Chroniken der Dynastien“ wird Japan im Kapitel „Barbaren des Ostens“ (Dong-i) als Volk der Wa (, chin. Wo-jin) bezeichnet.[8] Die Quellen berichten von den Sitten der dort lebenden Menschen, wie sie sich mit roten und schwarzen Farben schminken und ihre Toten betrauern und verehren. Vor schweren Aufgaben werden aufgekochte Knochen zur Weissagung herangezogen, und es werden lange Rituale zur Verehrung der Gottheiten durchgeführt.

Die Chronik der Han-Dynastie aus dem 1. Jh. n. Chr. berichten von Tributsendungen Japans nach Lolang. Demnach hat Kaiser Wu-ti 57 v. Chr. ein goldenes Siegel zum Wa-Volk geschickt. Nach einer Zeit kriegerischer Unruhen (146–188 v. Chr.) berichtet die „Chronik der Nördlichen Wei-Dynastie“ erneut vom Wa-Volk. Aus dieser umstrittenen Quelle geht hervor, dass das Wa-Volk 188 von Königin Himiko im Lande Yamatai geeint wurde.[9]

Kulturelle Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst hatte man angenommen, dass die Neolithische Revolution mit dem Nassreisanbau gleichzusetzen sei, der von China über Kyūshū bis nach Ostjapan vordrang. Die Entwicklung stellt sich heute komplexer dar. Die neuen kulturellen Einflüsse, darunter der Reisanbau, gelangten mit den kontinentalen Volksgruppen bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. auf die japanischen Inseln. Im 7./6. Jh. v. Chr. ist der Reisanbau in Nord-Kyūshū, im 1. Jh. v. Chr. dann auch in der Kantō-Region nachweisbar.[10] Neben dem Nassreisanbau wurden auch Hirse und Buchweizen angebaut. Eine erweiterte Form der Landwirtschaft und des Ackerbaus leiteten damit das Neolithikum ein. Der Anbau von Reis wurde schnell zu einer tragenden wirtschaftlichen Komponente, da er fortan als Grundnahrungsmittel diente. Zudem wurden das Schwein, das Huhn und der Hund domestiziert. Bedingt durch die gesicherte Nahrungsmittelproduktion und die gute Wasserversorgung stieg die Bevölkerungszahl rasch an und es kam zu einer Vergrößerung der einzelnen Siedlungen.

Schon in der Jōmon-Zeit hatte man „Erdgrubenwohungen“[11] errichtet und Höhlen als Wohnstätte genutzt. Erdgrubenwohungen bestanden aus einem Steinwall, der um eine Vertiefung herum aufgeschichtet und mit einem Kegeldach aus Stroh bedeckt war. Fehlt die Vertiefung, dann spricht man von einer Erdbodenwohnung. In der Yayoi-Zeit werden zudem Pfahlbauten mit Giebel- und Walmdach, zunächst als Vorratsspeicher, dann als Wohnungen, errichtet.

Neben dem Alltagsleben übernahm man auch Bestattungsriten vom Festland. Insbesondere auf Kyūshū wurden Dolmen- und Megalithgräber gefunden, die denen in Korea ähneln. Diese monumentale Form der Bestattung scheint sich jedoch nicht durchgesetzt zu haben. Vielmehr findet man große Gefäße aus Yayoi-Keramik, die als Urnen dienten und Grabbeigaben beinhalteten.[12] Möglich war dies durch die Verbesserung der Geräte und Techniken.

Metallverarbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flache Dōtaku-Glocke

Neben dem Gebrauch von Steinwerkzeugen war die Einführung von Metallwaren von entscheidender Bedeutung. Zwar wurden Bronze und Eisen noch teuer aus Korea importiert, für die Produktion von Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenständen waren sie jedoch unverzichtbar geworden. Archäologische Funde belegen, dass die Kunst der Metallverarbeitung, die sich in China bereits im 16. Jh. v. Chr. zu einer hochentwickelten Bronzekultur entwickelt hatte[13], allmählich auch in Japan beherrscht wurde. Zu den gefundenen Kultgegenständen gehören Bronze-Spiegel und „Dōtaku“ (銅鐸), wenige Zentimeter bis ca. 1,2 m hohe ellipsenförmige Bronze-Glocken ohne Klöppel. Die genaue Bedeutung dieser Glocken liegt im Dunkeln, doch lassen Abbildungen vermuten, dass sie zur musikalischen Untermalung verwendet wurden, mit dem Ahnenkult und dem jahreszeitlichen Rhythmus in Verbindung stehen.[13] Sie sind durch kurvenförmige Muster und Ornamentierungen verziert[14] und durch Sägezahn- und Netzwerkstreifen in Felder unterteilt.[13]

Historische Stätte Yoshinogari (吉野ヶ里)

Archäologische Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten archäologischen Fundstätten aus der Yayoi-Zeit zählen:

Im Februar 1991 wurde in Izumi in der Präfektur Osaka ein Museum zur Yayoi-Kultur (Osaka Prefectural Museum of Yayoi Culture) mit einer Ausstellungsfläche von 4000 m² eröffnet.[15]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Yayoi-Menschen kamen vorallem aus dem südlichen China über Korea nach Japan.[16][17][18] Die frühen Yayoi zeigen starke kulturelle Ähnlichkeiten mit den Baiyue-Völkern des südwestlichen Chinas und nördlichen Vietnams auf.

DNA-Untersuchungen ergaben, dass die Yayoi-Menschen genetisch mit Bevölkerungen des heutigen Südchinas verwandt sind. Desweiteren ergab die genetische Analyse, dass auch ein erheblicher Teil der Yayoi in Korea blieb (Gaya?) und sich später mit den ankommenden Proto-Koreanern vermischte.[19][20][21]

Es wird angenommen, dass die Yayoi Proto-Japanisch sprachen. Verschiedene linguistische Analysen vermuten, dass die Yayoi eine austroasiatische Sprache sprachen. Der Linguist Alexander Vovin unterstützt diese Ansicht durch seine Rekonstruktion des Proto-Japanischen. Basierend auf der Rekonstruktion der proto-japanischen Wörter *(z/h)ina-Ci Reis (Pflanze), *koma-Ci (Hüllen) Reis, and *pwo Kornähre zeigt er Parallelen zum Austroasiatischen auf.[22][23]

Eine 2015 durchgeführte Analyse durch das Automated Similarity Judgment Program führt zu der Annahme, dass die Japanisch-Ryūkyū-Sprachen eng mit den austroasiatischen Sprachen verwandt seien.[24]

Die Historikerin Ann Kumar zeigt genetische und linguistische Beweise auf, dass ein Teil der Yayoi, möglicherweise eine Elite-Gruppe, austronesischen Ursprungs war und von der Insel Java aus über Taiwan zu den Ryūkyū-Inseln und Japan kamen.[25]

Vovin zeigt weiters mit seiner Rekonstruktion und Analyse des Proto-Tai-Kadai und des Proto-Japanischen, und somit der theoretischen Yayoi-Sprache, dass beide einen gemeinsamen Ursprung im südöstlichen China haben und Ähnlichkeiten auch zu den austronesischen Sprachen existieren.[26] Auch Weera Ostapirat zeigt mit ihre Rekonstruktion Ähnlichkeiten zum Proto-Japanischen auf. Desweiteren zeigt sie, dass das Proto-Tai-Kadai ursprünglich keine Tonsprache war.[27]

Vovin (2014) rekonstruierte einige lexikale Vergleiche zwischen Proto-Japanisch und Proto-Tai-Kadai:

Begriff Proto-Japanisch proto-japanischer
Akzent
Proto-Tai Töne in
Proto-Tai
Blatt *pa H *Ɂbaï A1
Seite *pia H *Ɂbaïŋ *bʕâŋ C1
oben *po H *ʔboŋ A1
Tante *-pa in *wo-n-pa H *paa 'ältere Schwester eines Elternteils' C1
Frau/Ehefrau *mia L *mia 'Ehefrau' A2
Wasser *na L *r-nam C2
Feuer *poy L *vVy A2
Zahn *pa L *van A2
Lang *nan-ka L-L *naan A2
Ecke *pa, cf. auch *pasi H, HH *faŋ
'Ufer, Ecke'
B1
einfügen *pak- 'tragen, Schuhe' H *pak D1S
Berg *wo L *buo A2, A1
Zersplittern *sak- H *čaak 'zerteilen' D1L, š-
Saugen *sup- H *ču[u]p D1S/L, š-
eingeweicht werden *sim- H *čim 'eintauchen' B1, C1, š-
Kalt *sam-pu- cf. sam-as- 'kühlen',
samë- 'gekühlt werden'
L *ǯam > šam C2
Tür *to H proto-Tai *tu,
*to,
Gang *tu
A1
Flügel *pa > Alt Japanisch pa 'Flügel, Feder' H *pwa C1
Innen *naka < *na-ka 'Innen' LH proto-Tai *ʔd-naï
  • NT = Nord-Tai, ZT = Zentral-Tai, SW = Südwest-Tai.

Eine weitere Theorie zum Ursprung der japanischen Sprache, und somit der Yayoi, stammt vom japanischen Linguisten Īno Mutsumi. Er verglich die Rekonstruktionen der Phonologie und Syntax der tibetobirmanischen Sprachen, des Proto-Chinesischen und des Proto-Japanischen und kam zu weitgehend identischen Ausgangsformen.[28] Weitere Analysen zeigten auch ein beachtliches Übereinstimmen von Basis-Vokabular der Proto-Sprachen, welches aber in den späteren Sprachstufen (Mitteljapanisch) mehr und mehr abnahm. Ein weiteres Argument dieser Theorie sind die übereinstimmenden grammatikalischen Regeln zwischen den birmanischen Sprachen und dem Japanischen. So ist die Wortstellung Subjekt-Objekt-Verb sowie die Benützung von Vokalen am Ende eines Wortes noch heute nahezu identisch.[29]

Der finnische Linguist Juha Janhunen findet bei seinen Analysen asiatischer Sprachen deutliche Hinweise, dass das Proto-Japanische eine starke Verwandschaft zu den sinotibetischen Sprachen aufweist. Seiner Meinung nach sei das Proto-Japanische unter den Einfluss von austronesischen Sprachen gekommen, und nach politischen Krisen startete die Migration nach Japan. Auf dem Weg nach Japan über die koreanische Halbinsel wurde das Proto-Japanische möglicherweise von proto-koreanischen oder tungusischen Sprachen beeinflusst. In Japan angekommen, entwickelte sich nach einiger Zeit das heutige Japanisch mit einer geringen Anzahl an Ainu-Lehnwörtern.[30]

Diese Tabelle zeigt Wortgleichungen des Proto-Japanischen mit dem Proto-Chinesischen:

Vokabular-Übereinstimmungen zwischen Japanisch und Chinesisch
Kanji Heian-Periode Kun-Lesung/Romaji Proto-Chinesisch Modernes Chinesisch (Pinyin) Kantonesisch Heian-Periode/Romaji Rekonstruktion der Heian-Periode/Romaji Bemerkungen
Sen zeni tsean qian2 chin3 sen, zen sen
Mutsumi mutu, mu muiu mu4 muk6 moku boku
Keikoku kafi ɣeap xia2 haap6 gefu kafu ① Die Konsonanten werden in der früheren Generation [p *] ausgesprochen.
Chu tu-gu tugio zhu4 jyu3 su shyu ① "Tsu → su / shu" beweist, dass es aus dem Proto-Chinesischen kommt und somit kein Lehnwort sein kann.
Maki maki miək mu4 muk6 moku boku
Tono tono, domu tyən dian4 din6 den ten
Kuni(guni) kuni, (kofori) giuən jun4 gwan6 gun kun
To to, tomu tɕiə zhi3 ji2 shi shi
Uma muma, nma xan ma3 ma5 me ba, ma
Ume mume, nme mei2 mui4 mai, me bai
Mugi mugi meək mai4 mak6 myaku baku
Ga a, aga, ware, waga ŋai wo3 ngo2 ga ga
ware ware ŋea wu2 ng4 gu go

Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Gesellschaft vollzog sich ein Wandel. Anhand der chinesischen Dokumente lässt sich eine hierarchische Gesellschaftsstruktur nachweisen:

Uji ()
Am mächtigsten waren die Uji, was frei übersetzt Klan oder Sippe bedeutet. Sie bestanden aus großen Familienverbänden und bildeten die Oberschicht in einer Region. Der uji no kami war der Sippenälteste und wurde als Abkömmling der Uji-Gottheit (ujigami) verehrt. Somit besaß er eine patriarchale Stellung und war oberster Priester bei Zeremonien. Die Uji trugen zudem Familiennamen.
Be ()
Die Be bildeten die Arbeiterklasse, die sich auch in Gemeinschaften zusammenschlossen. Sie waren zwar prinzipiell frei, standen jedoch im Dienste der Uji.
Yakko ()
Die Yakko war die Sklavenklasse. Sie gehörte den Uji und machte etwa fünf Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung Japans aus.

Mit der Zeit verschmolzen immer mehr Familien zu großen Klans (Geschlechterverbänden). Insbesondere die Yamato-Familie übte große Macht aus. In den japanischen Annalen (Kojiki, Nihonshoki) wird die Einheit Japans durch den ersten Kaiser Jimmu im Jahre 660 v. Chr. geschaffen, nachdem er das Land Yamato erobert haben soll. Dieses Datum wird jedoch angezweifelt und die tatsächliche Einigung eher auf die Wende zwischen der Yayoi-Zeit und der Kofun-Zeit verlegt.

Das Heiligtum im Ise-Schrein wird alle zwanzig Jahre identisch auf einem daneben liegenden zweiten Platz neu errichtet, das alte Gebäude wird angezündet. Archäologische Ausgrabungen von Yayoi-Dörfern haben bewiesen, dass sich der Baustil dieses Holzschreins, insbesondere die Dachkonstruktion, bis in die Yayoi-Zeit zurückverfolgen lässt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kiyoshi Inoue: Geschichte Japans, Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1995, ISBN 3-593-34845-4
  • Josef Kreiner: Yayoi, formative period japanischer Kultur. In: Josef Kreiner (Hrsg.): Kleine Geschichte Japans. Phillipp Reclam Stuttgart, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-010783-6, S. 33–39.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yayoi-Zeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Chronik der Nördlichen Wei-Dynastie – Quellen und Volltexte (japanisch)

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Da sich der Einfluss des Festlandes langsam von Süd-West nach Nord-Ost ausdehnte und aufgrund der Altersbestimmung archäologischer Fundstücke wird die Yayoi-Zeit häufig in drei Abschnitte: eine frühe (500–300 v. Chr.), eine mittlere (100 v. Chr.–100 n. Chr.) und eine späte Periode (100 n. Chr.–300 n. Chr.) unterteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles T. Keally: Yayoi Culture. 3. Juni 2006, abgerufen am 14. Mai 2012.
  2. Josef Kreiner: Yayoi, formative period japanischer Kultur. In: Josef Kreiner (Hrsg.): Kleine Geschichte Japans (= Reclam). Phillipp Reclam Stuttgart, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-010783-6, S. 33–39.
  3. Yayoi Culture. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  4. Earlier Start for Japanese Rice Cultivation. In: Science | AAAS. 30. Mai 2003 (sciencemag.org [abgerufen am 23. Juli 2018]).
  5. a b c Shōda Shinya: A Comment on the Yayoi Period Dating Controversy. In: Bulletin of the Society for East Asian Archaeology. Society for East Asian Archaeology, März 2007, abgerufen am 14. Mai 2012 (englisch).
  6. Shuzo Koyama: Jomon Subsistence and Population. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Senri Ethnological Studies 2. National Museum of Ethnology, 1978, S. 3, ehemals im Original; abgerufen am 14. Mai 2012 (PDF; 4,8 MB, englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/camel.minpaku.ac.jp (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Harunari Hideji (春成 秀爾): 弥生時代の開始年代. 25. Juli 2003, archiviert vom Original am 16. Mai 2012; abgerufen am 14. Mai 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rekihaku.ac.jp
  8. Josef Kreiner: Yayoi,formative period japanische Kultur. In: Josef Kreiner (Hrsg.): Kleine Geschichte Japans (= Reclam). Phillipp Reclam Stuttgart, Stuttgart 2010, S. 36.
  9. Josef Kreiner: Yayoi,formative period japanische Kultur. In: Josef Kreiner (Hrsg.): Kleine Geschichte Japans (= Reclam). Phillipp Reclam Stuttgart, Stuttgart 2010, S. 37.
  10. Josef Kreiner: Yayoi,formative period japanische Kultur. In: Josef Kreiner (Hrsg.): Kleine Geschichte Japans (= Reclam). Phillipp Reclam Stuttgart, Stuttgart 2010, S. 34.
  11. Chū Yoshizawa, Torao Miyagawa, Nobuo Itō, Taiji Maeda: Archaische Zeit. In: Jürgen Berndt (Hrsg.): Japanische Kunst I. Band 1.. Koehler & Amelang, Leipzig, S. 17 (Mit Abbildungen von Pfahlbauten auf S. 19).
  12. Renée Violet: Kleine Geschichte der japanischen Kunst (= DuMont TB 148). DuMont, Köln 1984, S. 18.
  13. a b c Renée Violet: Kleine Geschichte der japanischen Kunst (= DuMont TB 148). DuMont, Köln 1984, ISBN 3-7701-1562-7, S. 16.
  14. Chū Yoshizawa, Torao Miyagawa, Nobuo Itō, Taiji Maeda: Archaische Zeit. In: Jürgen Berndt (Hrsg.): Japanische Kunst I. Band 1.. Koehler & Amelang, Leipzig, S. 36.
  15. 大阪府立弥生文化博物館. Abgerufen am 14. Mai 2012.
  16. 崎谷満『DNA・考古・言語の学際研究が示す新・日本列島史』(勉誠出版 2009年)(in Japanese)
  17. Yayoi Culture. Abgerufen am 23. Juli 2018.
  18. Earlier Start for Japanese Rice Cultivation. In: Science | AAAS. 30. Mai 2003 (sciencemag.org [abgerufen am 23. Juli 2018]).
  19. Hui Li, Ying Huang, Laura F Mustavich, Fan Zhang, Jing-Ze Tan: Y chromosomes of Prehistoric People along the Yangtze River. In: Human genetics. Band 122, 1. Dezember 2007, S. 383–8, doi:10.1007/s00439-007-0407-2 (researchgate.net [abgerufen am 23. Juli 2018]).
  20. Vovin, Alexander. 2008. "高句麗에서 耽羅까지ᅳ韓国祖語를 말한 騎馬人들과 함께 南쪽을 향하여 천천히 내려오면서ᅳ" ("From Koguryo to Tamna: Slowly Riding South with the Speakers of Proto-Korean"). Lecture at the Seoul National University on May 15, 2008. Travel fully funded by the Seoul National University.
  21. Veronika Siska, Eppie Ruth Jones, Sungwon Jeon, Youngjune Bhak, Hak-Min Kim: Genome-wide data from two early Neolithic East Asian individuals dating to 7700 years ago. In: Science Advances. Band 3, Nr. 2, 1. Februar 2017, ISSN 2375-2548, S. e1601877, doi:10.1126/sciadv.1601877 (sciencemag.org [abgerufen am 23. Juli 2018]).
  22. Vovin, Alexander. 1998. Japanese rice agriculture terminology and linguistic affiliation of Yayoi culture. In Archaeology and Language II: Archaeological Data and Linguistic Hypotheses. Routledge.
  23. Vovin, Alexander. 2014. "Out of Southern China? – Philological and linguistic musings on the possible Urheimat of Proto-Japonic". Journées de CRLAO 2014. June 27–28, 2014. INALCO, Paris.
  24. Gerhard Jäger: Support for linguistic macrofamilies from weighted sequence alignment. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 112, Nr. 41, 13. Oktober 2015, ISSN 0027-8424, S. 12752–12757, doi:10.1073/pnas.1500331112, PMID 26403857, PMC 4611657 (freier Volltext) – (pnas.org [abgerufen am 23. Juli 2018]).
  25. Javanese influence on Japanese - Languages Of The World. In: Languages Of The World. 9. Mai 2011 (languagesoftheworld.info [abgerufen am 25. Juli 2018]).
  26. Alexander Vovin: Out of Southern China? (academia.edu [abgerufen am 26. Juli 2018]).
  27. Ostapirat, Weera (2018). Reconstructing Disyllabic Kra-Dai. Paper presented at the 28th Annual Meeting of the Southeast Asian Linguistics Society, held May 17-19, 2018 in Kaohsiung, Taiwan.
  28. 飯野睦毅 (1994) 『奈良時代の日本語を解読する』東陽出版
  29. Taw Sein Ko 1924, p. viii.
  30. ユハ・ヤンフネン 「A Framework for the Study of Japanese Language Origins」 『日本語系統論の現在』(pdf) 国際日本文化センター、京都、2003年、477-490頁。