Fortschritt ZT 300

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Kombinat Fortschritt Landmaschinen
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GDR tractor ZT 300 (aka).jpg
Roßthal 2010 Schulfest 04.jpg


Fortschritt ZT 300 (links) und ZT 303 (rechts)
ZT 300
Hersteller: Traktorenwerk Schönebeck
Verkaufsbezeichnung: ZT 300
Produktionszeitraum: 1967–1984
Motoren: 6,56 Liter, 66 – 74 kW
Zugkraft: Auf nassen Böden:
ZT 300: 13 kN
ZT 303: 18 kN
Am Hang, ZT 303: 34[1] kN
Länge: 4690 mm
Breite: 2020 mm
Höhe: 1800 mm
Radstand: 2800 mm
Spurweite: vorne: 1550 mm
hinten: 2000 mm
Standardbereifung: vorne: 7.50-20 10PR
hinten: 18.4/15-30 8PR
Höchstgeschwindigkeit: 28,84 km/h
Leergewicht: 4820 kg
Vorgängermodell: RS14
Nachfolgemodell: Fortschritt ZT 320

Der Zugtraktor ZT 300, hergestellt im Kombinat Fortschritt Landmaschinen – VEB Traktorenwerk Schönebeck (Elbe), ist ein Schlepper der Zugkraftklasse 20 kN, der von 1967 bis 1984 gefertigt wurde. Er löste die Traktoren der Famulus-Baureihe ab. Mit ZT 300 wird sowohl das Basisfahrzeug als auch die gesamte darauf basierende Baureihe bezeichnet. Von September 1967 bis Anfang 1984 wurden insgesamt 72.382 Traktoren der ZT-Baureihe hergestellt. Der Preis für einen ZT 303 betrug Anfang der 1980er Jahre 81.000 Mark. Die ZT-300-Baureihe wurde von der ZT-320-Baureihe abgelöst.

Am Kühlergrill angebrachtes Emblem des Traktoren­werks (TW) Schönebeck

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den „ZT“, wie er umgangssprachlich meist nur genannt wurde, gibt es in mehreren Ausführungen:

  • ZT 300: Das Basisfahrzeug.
  • ZT 303: Wie das Basisfahrzeug, mit zusätzlichem Vorderachsantrieb (gebaut ab 1972, meistgebautes Modell).
  • ZT 304: Straßenzugmaschine, ohne Unterlastschaltstufe, Zapfwelle und Arbeitsscheinwerfer, aber mit einfachen Hydraulikanschlüssen.
  • ZT 305: Basierend auf ZT 303, mit Zweikreisbremsanlage und gebremster Vorderachse, standardmäßige Zwillingsbereifung.
  • ZT 300 GB: Basierend auf dem ZT 300, mit Gleiskettenlaufwerk anstatt Rädern (nur Kleinserie).
  • ZT 403: Basierend auf ZT 303, mit stärkerem Motor des Typs 6 VD 14,5/12-1 SRW mit 110 kW (Umbau aus ZT 303).
  • ZT 307: Basierend auf ZT 305, mit stärkerem Motor des Typs 6 VD 14,5/12-1 SRW mit 110 kW (nur Prototyp).

Einige Traktoren wurden zu Zweiwege-Traktoren umgerüstet und als Rangiergeräte vor allem in DDR-Kleinbetrieben mit Bahnanschluss eingesetzt. Neben den erforderlichen Signaleinrichtungen (Spitzen- und Zugschlusssignal) waren diese Traktoren mit hydraulisch absenkbaren Spurkränzen ausgestattet.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung am ZT 300
Ein Traktor ZT 303 auf einer Briefmarke der Deutschen Post der DDR
Motor eines ZT 303
Zwillingsbereifter ZT 303

Der ZT 300 ist ein Schlepper, der in Halbrahmenbauweise hergestellt wurde. Die Vorderachse ist als Pendelachse ausgeführt, während die Hinterachse starr ist. Der ZT 300 hat eine Regel- und Krafthydraulik. Als Motor kommt der direkteinspritzende Dieselreihenvierzylindermotor 4 VD 14,5/12-1 SRW aus dem IFA W50 zum Einsatz. Seine aus 6,56 Litern Hubraum geschöpfte Motorleistung betrug anfangs 66 kW bei 1.500/min,[2] wurde jedoch 1973 auf 68 kW und 1978[1] nochmals auf 74 kW bei 1.800/min erhöht.[2] Das maximal anliegende Drehmoment beträgt 422 Nm bei 1350/min,[2] der spezifische Kraftstoffverbrauch bei 1.350/min liegt bei 238 g/kWh.[2] Für Anbaugeräte stehen ein Dreipunktkraftheber und eine Zapfwelle zur Verfügung. Ab 1974 konnte optional eine Zugkraftverstärkungsvorrichtung (Regelhydraulik) verbaut werden, die das Gewicht des Anbaugerätes zur Zugkraftsteigerung besser auf die Hinterachse drückt.[1] Die Traktoren der ZT-300-Baureihe verfügen über ein Teillastschaltgetriebe mit drei Gängen, das in drei Gruppen schaltbar ist. Insgesamt stehen sechs Rückwärts- und neun Vorwärtsgänge zur Verfügung, was einen Geschwindigkeitsbereich von 3,1 bis circa 30 km/h ermöglicht. Die Kraft wird vom Motor über die pneumatisch unterstützte Doppelkupplung DK 80 auf das Getriebe übertragen. Mit der zweiten Stufe der Kupplung werden die Zapfwelle(n) und die sogenannte Unterlastschaltstufe zu- oder abgeschaltet. Das Zuschalten der Unterlaststufe und somit die Erhöhung des Drehmoments geschieht, ohne den Kraftfluss auf die Antriebsräder unterbrechen zu müssen. Die Hinterachse verfügt über eine Differenzialsperre. Die Lenkung der ersten Modelle ist eine mechanische Zahnstangenlenkung, die hydraulisch unterstützt wird; spätere Modelle verfügen über eine vollhydraulische Lenkung. Alle Schlepper der ZT-300-Reihe verfügen über eine Innenbackenbremse, die nur auf die Hinterräder wirkt. Die Bremse kann auch als Lenkbremse fungieren. Die Handbremse ist eine auf die Bremstrommeln der Hinterachse wirkende Bandbremse. Die zulässige Anhängelast der Schlepper beträgt 24 Tonnen bei Vorhandensein einer anhängerseitigen Druckluftbremsanlage.

Besonderheiten der Allradtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Allradantrieb schaltet sich über einen Klemmrollenfreilauf automatisch zu bzw. ab, wenn der Schlupf der Hinterachse einen Sollwert von sieben bis acht Prozent über- bzw. unterschreitet. Die Vorderachse entspricht der des Lastwagens IFA W50-LA und sorgt bauartbedingt für eine geringere Bodenfreiheit gegenüber dem ZT 300. Sie kann wie die Hinterachse mittels Sperrdifferenzial gesperrt werden. Der Typ ZT 305 besitzt zusätzlich eine Zweikreisbremsanlage mit druckluftgebremster Vorderachse, größere Reifen vorne und hinten sowie über verbreiterte Radkästen und standardmäßige Zwillingsreifen hinten. Er wurde speziell für den Einsatz an Hanglagen mit bis zu 45 % Neigung entwickelt.

Heckansicht

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gültig für alle Fahrzeuge gebaut ab 1978.

ZT 300 ZT 304 ZT 300 GB ZT 303 ZT 305 ZT 403 ZT 307
Motor
Motorbezeichnung 4 VD 14,5/12-1 SRW 6 VD 14,5/12-1 SRW
Motortyp Reihenvierzylinderviertaktdieselmotor mit Direkteinspritzung Reihensechszylinderviertaktdieselmotor mit Direkteinspritzung
Kühlsystem Wasserumlaufkühlung
Bohrung × Hub 120 × 145 mm
Hubraum 6560 cm³ 9839 cm³
Nennleistung 74 kW bei 1800 min−1 110 kW bei 2000 min−1
Drehmoment Maximaldrehmoment 422 Nm bei 1350 min−1 Nenndrehmoment 525 Nm bei 2000 min−1
Treibstoffverbrauch 238 g/kWh  ?
Kraftübertragung
Kraftübertragung auf Hinterachse Hinterachse, ab 6 % Schlupf zusätzlich auf Vorderachse
Standardbereifung vorne: 7.50-20 10 PR
hinten: 18.4/15-30 8 PR
Gleisketten vorne: 12.5-20 A19
hinten: 18.4/15-30 AS 8 PR
vorne: 16-20 AS
hinten: 18.4-34 AS 10 PR
vorne: 16-20 AS
hinten: 23.1/18-26
Kupplung Doppelkupplung DK 80 mit Unterlastschaltstufe
Getriebe Teillastschaltgetriebe mit drei Gängen und drei Gruppen, Gruppe I und II reversierbar
Zapfwelle Kupplungsbetätigte Zapfwelle mit 540 min−1 oder 1000 min−1,
optionale Front- oder Zwischenzapfwelle
keine Kupplungsbetätigte Zapfwelle mit 540 min−1 oder 1000 min−1,
optionale Front- oder Zwischenzapfwelle
Kupplungsbetätigte Zapfwelle mit 540 min−1 oder 1000 min−1
Hydraulik Dreipunktkraftheber mit Regelautomatik, 147 bar Arbeitsdruck, Hubkraft 17,65 kN, Schwenkwinkel 80 ° nur für Lenkung Dreipunktkraftheber mit Regelautomatik, 147 bar Arbeitsdruck, Hubkraft 17,65 kN, Schwenkwinkel 80 °
Weitere Systeme
Bremssystem Hintere Innenbackenbremse, hydraulisch betätigt, als Lenkbremse nutzbar  ? Hintere Innenbackenbremse, hydraulisch betätigt, als Lenkbremse nutzbar Zweikreisbremssystem, hintere Innenbackenbremse, hydraulisch betätigt, vorn Trommelbremse,

Druckluftunterstützung

Hintere Innenbackenbremse, hydraulisch betätigt, als Lenkbremse nutzbar Zweikreisbremssystem, hintere Innenbackenbremse, hydraulisch betätigt, vorn Trommelbremse,

Druckluftunterstützung

Elektrische Anlage 2 × Bleisäureakkumulator 12 V, parallelgeschaltet
Schubschraubentriebanlasser, 24 V, 2942 W
Lichtmaschine 12 V, 500 W
Maße und Gewichte
Länge 4690 mm 4890 mm 4690 mm 4890 mm
Breite 2020 mm 3263 mm 2020 mm 3263 mm
Höhe über Haube: 1800 mm
Spurweite 1550 / 2000 mm 2000 mm 1550 / 2000 mm 1850 / 2800 mm 1550 / 2000 mm 1850 / 2800 mm
Radstand 2800 mm kein Radstand 2800 mm
Bodenfreiheit 460 mm 319 mm
Gewicht 4820 kg 5255 kg 6520 kg
Maximal zulässige Anhängelast 24 t

Geschwindigkeiten vor- und rückwärts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschwindigkeiten in km/h
Gruppe – Gang vorwärts rückwärts
Gruppe I – 1. Gang 3,02 3,12
Gruppe I – 2. Gang 4,70 4,86
Gruppe I – 3. Gang 6,45 6,71
Gruppe II – 1. Gang 3,76 3,88
Gruppe II – 2. Gang 5,86 6,06
Gruppe II – 3. Gang 9,27 9,59
Gruppe III – 1. Gang 11,67
Gruppe III – 2. Gang 18,19
Gruppe III – 3. Gang 28,84

Lackierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Traktoren der Fortschritt-ZT-300-Baureihe gibt es in vier möglichen Farbkombinationen:

  • Blutorange/Grauweiß/Fehgrau
  • Himmelblau/Grauweiß/Fehgrau
  • Sienagrün/Grauweiß/Fehgrau
  • TGL 21196 Chlorblunagrün

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Achim Bischof: Traktoren in der DDR. Podszun, Brilon 2004, ISBN 3-86133-348-1.
  • Klaus Tietgens: Fortschritt ZT 300. Typengeschichte und Technik. GeraMond, München 2014, ISBN 978-3-86245-575-1.
  • Jan Welkerling: FORTSCHRITT in allen Ähren. DDR-Landmaschinen im Einsatz. 2005, (Bildband).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZT 300

 Commons: Fortschritt ZT300 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

ZT 303

 Commons: Fortschritt ZT303 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Oberingenieur R. Blumenthal: Neuerungen an den Zugtraktoren ZT 300 und ZT 303 für die Bodenbearbeitung. Erschienen in agrartechnik, 28. Jahrgang, Heft 10, Oktober 1978
  2. a b c d VEB IFA Motorenwerke Nordhausen: Dieselmotor 4 VD 14,5/12-1 SRW Reparaturhandbuch (PDF) Seite 7. 2. Auflage. VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1986.