Zahna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Ort Zahna; zum Fluss siehe Zahna (Fluss)

Koordinaten: 51° 55′ 0″ N, 12° 47′ 0″ O

Zahna
Wappen von Zahna
Höhe: 91 m
Fläche: 54,99 km²
Einwohner: 3883 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 06895
Vorwahl: 034924
Klebitz Rahnsdorf Woltersdorf Bülzig Zahna Ottmannsdorf Zallmsdorf Leetza Raßdorf Gadegast Külso Dietrichsdorf Zörnigall-Siedlung Zörnigall Zörnigall-Dorf Zemnick Meltendorf Gielsdorf Iserbegka Elster (Elbe) Listerfehrda Mühlanger Gallin Zahna-Elster Landkreis Wittenberg Brandenburg Jessen (Elster) Kemberg Lutherstadt WittenbergKarte
Über dieses Bild

Lage von Zahna in Zahna-Elster

Zahna ist eine von neun Ortschaften der Stadt Zahna-Elster im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Zahna hatte bis zur Bildung der Einheitsgemeinde Stadtrecht.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe des letzten Jahrtausends wandelte sich das Toponym des heutigen Ortes mehrmals. So sind in Publikationen der Jahre 1161 und 1190 Zcane, 1187, 1326 und 1528/33 Zane, 1292 Zanis, 1379, 1389, 1436/37 und 1528/33 Czane, 1411 vor der Zahna und in der Schrift von 1528/33 zusätzlich von der Zcan und zur Zane als Abwandlungen zu finden. Der heute gebräuchliche Name Zahna findet sich in Schriften von 1411 und dann später, 1753 und 1791, wieder.[2] In den Leipziger Ratsbüchern, welche die Zeit zwischen 1466 und 1500 behandeln, werden Zcane, Czane und Zahna verwendet, wobei Zahna bereits als Hauptbegriff verwendet wird.[3]

Nach diesem Wissensstand ist der heutige Name also seit dem frühen 15. Jahrhundert bekannt und spätestens seit dem 18. Jahrhundert hauptsächlich in Verwendung.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahna liegt im Fläming unweit der Bundesstraße 2 an der Bahnstrecke Berlin–Halle. Der Ort wird vom Zahnabach durchflossen.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Zahna gehören die Ortsteile Zahna, Bülzig, Klebitz, Rahnsdorf und Woltersdorf. Rahnsdorf gehört seit 1. Juli 2003[4] und Bülzig seit 1. Juli 2008[5] zu Zahna.

Zahna-Elster wurde am 1. Januar 2011 im Zuge einer Gebietsreform aus der Stadt Zahna und acht weiteren, südlich angrenzenden Gemeinden gebildet. Diese ehemals eigenständigen Gemeinden der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Elbaue-Fläming bilden laut § 16 der Hauptsatzung von Zahna-Elster neun Ortschaften. Jede, so auch Zahna, stellt einen eigenen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister. Sitz der Verwaltung ist das Rathaus der Ortschaft Zahna.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahna ist einer der ältesten Orte in Sachsen-Anhalt. Historisch belegt ist die von ca. 2000 v. Chr. bis heute durchgehende Besiedlung. Bodenfunde zeigen, dass der Germanenstamm der Semnonen vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zum Beginn der Völkerwanderung in der Region ansässig war.

Nach 600 übernahmen die Sorben die Wohnsitze der Semnonen. Der historische Stadtkern geht in seiner Form und Struktur auf die hochmittelalterliche Besiedlung des Flämings durch niederländische Kolonisten (Flamen) im 12. Jahrhundert zurück.

Der gesamte nördlich von Wittenberg gelegene Höhenzug wurde dabei so stark durch die Eigenheiten der Flamen geprägt, dass sich die Herkunfts- und Stammesbezeichnung der Neusiedler auf den ganzen Landstrich bezog, der heute noch Fläming genannt wird.

1189 wurde Zahna als Burgwardhauptort genannt. Die Burg war Sitz und Zentrum der kleinen Herrschaft Zahna. 1436 wurde daraus das kursächsische Amt Zahna gebildet, das bereits zwischen 1486 und 1490 mit dem Amt Wittenberg vereinigt wurde. In dieser Zeit verlor Zahna seine Funktion als Amtssitz.

1841 erhielt Zahna mit der Eröffnung der Anhalter Bahn BerlinWittenbergKöthen Bahnanschluss.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. August 1995 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt und im Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 65/1995 registriert.

Blasonierung: „In Grün über blauem Wasser eine fünftürmige silberne Burg mit offenen Torbögen; die Türme in unterschiedlicher Größe mit schwarzen Fenstern und roten, mit silbernen Dachknöpfen verzierten Spitzdächern; der mittlere Turm - erhöht und stärker als die anderen - mit rotem Sims; im Wasser sieben silberne schräglinks gewandte Fische.“

Die Farben zeigen Silber (Weiß) - Grün.

Das Wappenbild von Zahna ist erstmals auf einem Stadtsiegel von 1417 nachgewiesen. Es stellt die drei Wassertore und die alte Stadtmauer mit ihren Türmchen dar. Das Wasser deutet das Flüsschen Zahnabach an. Die sieben Fische deuten hier die ehemaligen sieben Teiche an, wobei heute lediglich der Ratsteich und der Tannenteich erhalten geblieben sind.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat von Zahna besteht aus 9 Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister. Er setzt sich seit 2014 wie folgt zusammen:[7]

Partei / Liste Sitze
CDU 5
SPD 2
Die Linke 1
Landwirtschaft, Umwelt und Natur (LUN) 1
Gesamt 9

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist Johannes Schneider (CDU). Er wurde am 1. Juni 2015 durch die Mitglieder des Ortschaftsrates gewählt.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stift zum Heiligen Geist
Kreuzkirche aus der Zeit um 1200
Rathaus von 1897

Zahna verfügt über mehrere Kulturdenkmale.

  • Stift zum Heiligen Geist: 1336 von Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg gegründet; 1547 abgebrannt, nachfolgend nebst einer Kapelle und den zum Betrieb der eigenen Landwirtschaft nötigen Gebäuden mit einer Beihilfe des Herzogs Moritz von Sachsen wieder aufgebaut; 1637 erneut abgebrannt und erst 1754 wieder aufgebaut. 1878 wurde die jetzige Stiftskapelle errichtet, 1906/07 das Anstaltsgebäude erweitert.
  • Sankt-Marien-Kirche: Die romanische Kreuzkirche mit wuchtigem Turm entstand ab dem späten 12. Jahrhundert in sorgfältigem Quadermauerwerk, das mit dem der Klosterkirche Zinna vergleichbar ist. Spätere Ergänzungen erfolgten in Backstein. Der Bau ist typisch für frühe Stadtkirchen der Region und verweist mit seinem ehemals basilikalen Grundriss auf die bereits zur Gründungszeit geplante Bedeutung des Ortes.[9]
  • Rathaus, 1897 nach elfmonatiger Bauzeit fertiggestellt
  • Bauernmuseum im Wohnhaus eines Flämingbauern aus dem Jahr 1730 einschließlich Scheune und Stallgebäude. Zu besichtigen sind eine Traktorenausstellung, eine Schmiede, eine Sammlung von Ackergeräten, eine Ausstellung Getreidetechnik, die Wohnung des Flämingbauern aus den 1920er Jahren und eine Heimatstube mit Gegenständen und Dokumenten. Es ist das größte landwirtschaftliche Museum in der Region mit einer Fläche von 1800 m2.
  • Sammelgrab auf dem Ortsfriedhof für elf Deutsche sowie einen namentlich bekannten Niederländer, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde. Sie starben bei einem Luftangriff.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Bundesstraße 2, die Berlin und Lutherstadt Wittenberg verbindet, sind es in westlicher Richtung 9 km. Die Landesstraße L 126 zwischen Lutherstadt Wittenberg und Klebitz durchquert den Ort.
  • Der Bahnhof Zahna liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle (Anhalter Bahn) und wird vom Regionalexpress RE 3 (Schwedt-Lutherstadt Wittenberg) der DB Regio im Zweistundentakt sowie der Regionalbahn RB 80 (Jüterbog-Lutherstadt Wittenberg-Halle) mit bis zu 4 Zugpaaren in der Hauptverkehrszeit angefahren.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Zahna wurde vom damaligen Bürgermeister Hermann Hunschke im Dezember 1880 gegründet und sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Derzeit ist sie eine Stützpunktfeuerwehr. Sie verfügt über eine Einsatzabteilung, einen Spielmannszug, die Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr und eine Altersabteilung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Zahna in Beziehung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zahna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Zahna-Elster. Archiviert vom Original am 10. April 2014, abgerufen am 10. April 2014 (PDF, ca. 6 MB).
  2. Inge Bily: Ortsnamenbuch des Mittelelbegebietes. Akad.-Verl., Berlin 1996, ISBN 3-05-002505-0, S. 400 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DuMPJ7iscKDoC~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA400~doppelseitig%3D~LT%3DDigitalisat~PUR%3D).
  3. Henning Steinführer: Die Leipziger Ratsbücher 1466-1500. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2003, ISBN 3-936522-41-3, S. 637 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DaSap5ubXyI8C~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA637~doppelseitig%3D~LT%3DDigitalisat~PUR%3D).
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  6. Hauptsatzung der Stadt Zahna-Elster vom 14. August 2014
  7. Mitglieder des Ortschaftsrates Zahna auf www.stadt-zahna.de
  8. Vom Vize zum Ortsbürgermeister. In: Mitteldeutsche Zeitung, 2. Juni 2015
  9. Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen-Anhalt II, Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4