Lindewitt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lindewitt
Lindewitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindewitt hervorgehoben

Koordinaten: 54° 42′ N, 9° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 53,27 km2
Einwohner: 1959 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24969
Vorwahlen: 04604, 04639, 04673
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 179
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Website: www.amt-schafflund.de
Bürgermeister: Wilhelm Krumbügel (WGL)
Lage der Gemeinde Lindewitt im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklundBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Lindewitt (dänisch: Lindved) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Lindewitt erstreckt sich im Norden vom Naturraum Schleswiger Vorgeest südwestlich von Flensburg an der Linnau.[2] Der Zufluss der Soholmer Au, ebenso wie die im Seelander Moor entspringende Ostenau (dänisch Øster å), prägen die Weide-Wald-Moorlandschaft dieses Bereichs der Schleswigschen Geest.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaften Haselundsiek, Kleinwiehe (dänisch Lille Vi), Linnau (dänisch Lindaa), Lüngerau (dänisch Lyngvrå), Riesbriek (dänisch Risbrig), Seeland und Sillerup.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Lindewitt wird umschlossen (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend) von:[3]

NordhackstedtMeynGroßenwieheJörlLöwenstedtJoldelundGoldebekGoldelundLütjenholmEnge-SandeHörup

Die Gemeindegrenze zu den Nachbargemeinden von Joldelund bis Enge-Sande ist zugleich Kreisgrenze nach Nordfriesland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Der Name des Ortes leitet sich davon ab, dass die Gegend recht waldreich ist. Das dänische lind für Linde und das dänische witt für Wald ergibt übersetzt Lindenwald.

Gut Lindewitt bestand um 1500, das Herrenhaus wurde um 1780 erbaut. Das adlige Gut Lindewitt wurde im Jahre 1796 parzelliert.[5] Das Gut steht heutzutage nicht mehr. – Die Sage vom Schloß von Lindewitt zeugt noch von diesem.

Gemeindestein, der an die Vereinigung 1974 erinnert

Am 24. März 1974 wurden die bis dahin zum Kreis Flensburg-Land gehörenden Gemeinden Kleinwiehe, Lindewitt-Lüngerau, Linnau, Riesbriek und Sillerup zur neuen Gemeinde Lindewitt zusammengeschlossen.[6] Der Kreis Flensburg-Land wurde gleichzeitig mit dem Kreis Schleswig zum Kreis Schleswig-Flensburg zusammengefasst.

Grund- und Hauptschule „Am Wald“ (ehemalige Dienststelle Lindewitt/Bunker Ludwig)

Von 1974 bis 1993 befand sich in der Grund- und Hauptschule „Am Wald“ der Ausweichsitz der schleswig-holsteinischen Landesregierung (Dienststelle Lindewitt/Bunker Ludwig).[7] Ein zweiter Regierungsbunker befand sich südlich von Flensburg beim Ort Sankelmark beim dortigen Akademiezentrum Sankelmark. Der Bunker Ludwig kann heutzutage besichtigt werden.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft WGL seit der Kommunalwahl 2013 zehn Sitze und der SSW drei.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Grün im Wellenschnitt geteilt. Oben ein aus einem Blatt und einem Samenstand mit fünf Samenkapseln gebildeter Lindenzweig, unten ein unterhalbes Wagenrad in verwechselten Farben.“[9]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Es gibt auch eine große Zahl von Windkraftanlagen. Im Jahr 1972 wurde der Handels- und Gewerbeverein Großenwiehe-Lindewitt gegründet. Er ist einer der ältesten ländlichen Handels- und Gewerbevereine im Kreis. Die Landesstraße 14 verläuft von der Bundesstraße 199 in Wallsbüll über Lindewitt-Kleinwiehe zur Bundesstraße 200 in Wanderup-Kragstedt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmale, die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen wurden, sind auf der Seite Liste der Kulturdenkmale in Lindewitt aufgeführt. Entsprechend sind auf der Seite Liste der Bodendenkmale in Lindewitt die in die Bodendenkmalliste des Archäologischen Landesamts Schleswig-Holstein eingetragenen Bodendenkmale aufgeführt. In einer ehemaligen Backstube in Lindewitt befindet sich heute ein Bäckereimuseum. Der alte Mühlenteich wird seit 1960 als Naturfreibad (Waldbad) genutzt. Beliebtes Naherholungsgebiet ist der Lindewitter Forst.

Bekannte Sagen von der Gemeinde Lindewitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sage vom Schloss Lindewitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Sage heißt es, dass man einst zur Mitternachtszeit im Rittersaal von Schloss Lindewitt Kampfgetöse und Waffengeklirr gehört habe. In anderen Räumen soll ein weiterer Geist sein Unwesen getrieben haben. Irgendwann habe man der Sage nach die Geister schließlich in einen großen Kessel gebannt und vergraben.[10]

Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einst soll der Puk vom Lindwitt-Hof auf dem Hundehaus gesessen haben und mit den Beinen die Hunde darunter geärgert haben. Heulend und bellend sollen sie versucht haben, den kleinen Nis zu fassen. Der Knecht des Hofes sah dies, wollte sich einen Spaß machen und schubste den Puk runter von der Hütte. Der Nis Puk schrie laut auf und schwor, sich zu rächen. Eines Tages band der Nis Puk die beiden Rappen los und jagte sie in die Richtung der Gastwirtschaft, wo der Knecht gerade zechte. Er bemerkte sofort den Tumult draußen, eilte hinaus, ergriff die beiden Pferde und wollte sie zurück in den Stall bringen. Er setzte sich auf eines der Pferde und ritt los. Doch auf dem Weg schlief er ein. Am nächsten Morgen wachte er verdutzt auf zwei schwarzen Torfhaufen im Oxlundmoor (bei Großenwiehe) auf.[11]

In dieser Sage werden die Bezeichnungen Nis, Puk und Nis Puk synonym verwendet.[12]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport wird beim TSV Lindewitt angeboten. Neben Fußball, Handball oder Badminton werden auch Randsportarten wie Bogenschießen und Faustball ausgeübt.[13] Seit der Saison 2017/2018 ist die Fußballabteilung des TSV Lindewitt in die „SG Nordau“ integriert, eine Spielgemeinschaft mit dem SSV Schafflund, dem TSV Medelby und dem Höruper SC[14], deren erste Männermannschaft in der Saison 2019/20 als Aufsteiger in der schleswig-holsteinischen Verbandsliga Nord spielt.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2019 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Duerrehilfe_Liste_Gemeinde.pdf. (PDF) Abgerufen am 9. April 2021.
  3. a b Digitaler Atlas Nord. Abgerufen am 9. April 2021.
  4. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 6: Kronprinzenkoog - Mühlenrade. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2006, ISBN 978-3-926055-85-9, S. 166 (dnb.de [abgerufen am 25. Juli 2020]).
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Gemeinde Lindewitt, Kreis Schleswig-Flensburg (Memento des Originals vom 15. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schleswig-holstein.de; abgerufen am: 15. Dezember 2014
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  7. Flensburger Tageblatt: Einblicke in den geheimen "Ludwig", vom: 22. August 2012; abgerufen am: 3. Dezember 2017
  8. Besichtigung Regierungsbunker der schleswig-holsteinischen Landesregierung „LUDWIG“ in Lindewitt bei Flensburg
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 17
  11. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  12. Vgl. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  13. Webpräsenz des TSV Lindewitt
  14. Webpräsenz der SG Nordau
  15. Fupa.net: Verbandsliga Nord 19/20

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lindewitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien