Lindewitt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lindewitt
Lindewitt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindewitt hervorgehoben
Koordinaten: 54° 42′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Schafflund
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 53,27 km2
Einwohner: 1946 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24969
Vorwahlen: 04604, 04639 u. 04673Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 179
Adresse der Amtsverwaltung: Tannenweg 1
24980 Schafflund
Webpräsenz: www.amt-schafflund.de
Bürgermeister: Wilhelm Krumbügel (WGL)
Lage der Gemeinde Lindewitt im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
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Lindewitt (dänisch: Lindved) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Kleinwiehe (Lille Vi), Linnau (Lindaa), Lüngerau (Lyngvrå), Riesbriek (Risbrig) und Sillerup gehören zum Gemeindegebiet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindewitt liegt in einer waldreichen Landschaft zwischen Nordsee und Ostsee im Norden Schleswig-Holsteins. Die nächste größere Stadt ist Flensburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist seit der Jungsteinzeit besiedelt. Der Name des Ortes leitet sich davon ab, dass die Gegend recht waldreich ist. Das dänische lind für Linde und das dänische witt für Wald ergibt übersetzt Lindenwald.

Gut Lindewitt bestand um 1500, das Herrenhaus wurde um 1780 erbaut. Das adlige Gut Lindewitt wurde im Jahre 1796 parzelliert.[2] Das Gut steht heutzutage nicht mehr. – Die Sage vom Schloß von Lindewitt zeugt noch von diesem.

Am 24. März 1974 wurden die bis dahin zum Kreis Flensburg-Land gehörenden Gemeinden Kleinwiehe, Lindewitt-Lüngerau, Linnau, Riesbriek und Sillerup zur neuen Gemeinde Lindewitt zusammengeschlossen.[3] Der Kreis Flensburg-Land wurde gleichzeitig mit dem Kreis Schleswig zum Kreis Schleswig-Flensburg zusammengefasst.

Von 1974 bis 1993 befand sich in der Grund- und Hauptschule „Am Wald“ der Ausweichsitz der schleswig-holsteinischen Landesregierung (Dienststelle Lindewitt/Bunker Ludwig).[4] Ein zweiter Regierungsbunker befand sich südlich von Flensburg beim Ort Sankelmark beim dortigen Akademiezentrum Sankelmark. Der Bunker Ludwig kann heutzutage besichtigt werden.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft WGL seit der Kommunalwahl 2013 zehn Sitze und der SSW drei.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Grün im Wellenschnitt geteilt. Oben ein aus einem Blatt und einem Samenstand mit fünf Samenkapseln gebildeter Lindenzweig, unten ein unterhalbes Wagenrad in verwechselten Farben.“[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Es gibt auch eine große Zahl von Windkraftanlagen. Im Jahr 1972 wurde der Handels- und Gewerbeverein Großenwiehe-Lindewitt gegründet. Er ist einer der ältesten ländlichen Handels- und Gewerbevereine im Kreis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmale, die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragen wurden, sind auf der Seite Liste der Kulturdenkmale in Lindewitt aufgeführt. In einer ehemaligen Backstube in Lindewitt befindet sich heute ein Bäckereimuseum. Der alte Mühlenteich wird seit 1960 als Naturfreibad (Waldbad) genutzt. Beliebtes Naherholungsgebiet ist der Lindewitter Forst.

Bekannte Sagen von der Gemeinde Lindewitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sage vom Schloss Lindewitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Sage heißt es, dass man einst zur Mitternachtszeit im Rittersaal von Schloss Lindewitt Kampfgetöse und Waffengeklirr gehört habe. In anderen Räumen soll ein weiterer Geist sein Unwesen getrieben haben. Irgendwann habe man der Sage nach die Geister schließlich in einen großen Kessel gebannt und vergraben.[7]

Sage vom Nis Puk vom Lindewitt-Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einst soll der Puk vom Lindwitt-Hof auf dem Hundehaus gesessen haben und mit den Beinen die Hunde darunter geärgert haben. Heulend und bellend sollen sie versucht haben, den kleinen Nis zu fassen. Der Knecht des Hofes sah dies, wollte sich einen Spaß machen und schubste den Puk runter von der Hütte. Der Nis Puk schrie laut auf und schwor, sich zu rächen. Eines Tages band der Nis Puk die beiden Rappen los und jagte sie in die Richtung der Gastwirtschaft, wo der Knecht gerade zechte. Er bemerkte sofort den Tumult draußen, eilte hinaus, ergriff die beiden Pferde und wollte sie zurück in den Stall bringen. Er setzte sich auf eines der Pferde und ritt los. Doch auf dem Weg schlief er ein. Am nächsten Morgen wachte er verdutzt auf zwei schwarzen Torfhaufen im Oxlundmoor (bei Großenwiehe) auf.[8]

In dieser Sage werden die Bezeichnungen Nis, Puk und Nis Puk synonym verwendet.[9]

Sage von Speck und Braut aus Lüngerau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einst soll bei einer Hochzeitsfeier in einem Haus in Lüngerau der Braut ein Speckstück im Halse steckengeblieben und sie soll daran gestorben sein. Sie wurde in ihrem Brautkleide mit allem was sie an sich trug, begraben. Sie war zur Hochzeit mit viel Gold und Silber geschmückt worden. Zwei Diebe beschlossen, die Tote wieder auszugraben, um sie zu berauben. Sie öffneten das Grab und raubten der Braut den gesamten Schmuck. Beim Lösen des prachtvollen Gürtels mussten sie die Braut hochheben. Als sie sie wieder in den Sarg zurückfallen ließen, löste sich das Stück Speck und die Braut erwachte. Sie weckte den Pastor, der sie zurück nach Lüngerau brachte.[10]

Die Sage erinnert an das Märchen von Schneewittchen und wird daher auch als Märchen eingestuft.[10]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport wird beim TSV Lindewitt angeboten. Neben Fußball, Handball oder Badminton werden auch Randsportarten wie Bogenschießen und Faustball ausgeübt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Gemeinde Lindewitt, Kreis Schleswig-Flensburg; abgerufen am: 15. Dezember 2014
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  4. Flensburger Tageblatt: Einblicke in den geheimen "Ludwig", vom: 22. August 2012; abgerufen am: 3. Dezember 2017
  5. Besichtigung Regierungsbunker der schleswig-holsteinischen Landesregierung „LUDWIG“ in Lindewitt bei Flensburg
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 17
  8. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  9. Vgl. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 27
  10. a b Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992, Seite 97

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lindewitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien