Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität des Bistums Limburg

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Turmgebäude der Kirche des Zentrums für christliche Meditation und Spiritualität
Logo des Bistums Limburg

Das Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität des Bistums Limburg ist eine Profilkirche des Bistums Limburg für Gottesdienste, Kontemplation, Meditationskurse, Besinnungstage, Exerzitien, geistliche Begleitungsgespräche und andere Veranstaltungen, wie Konzerte. Die Meditationskirche befindet sich in Frankfurt-Bornheim in der Wohnsiedlung oberhalb des Bornheimer Hangs in den Räumen der Heilig-Kreuz-Kirche. Die Heilig-Kreuz-Kirche beherbergt eine von insgesamt fünf Themenkirchen des Bistums Limburg. Darüber hinaus gibt es neben dem ebenfalls 2007 gegründeten Zentrum für Trauerseelsorge in der Kirche St. Michael in Frankfurt-Nordend auch die drei 2005 gegründeten Jugendkirchen Crossover in der Kirche St. Hildegard in Limburg an der Lahn, Jona in der Kirche St. Bonifatius in Frankfurt-Sachsenhausen und Kana in der Kirche Maria-Hilf in Wiesbaden-Nordost.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meditationsbereich in der Krypta der Kirche
Weihbischof Thomas Löhr 2012 beim fünfjährigen Jubiläum des Zentrums
Kretisches Advents-Labyrinth aus 2500 brennenden Teelichtern am 15. Dezember 2012 in der Kirche
Erstellung und Nutzung des Adventslabyrinths 2013
"Tram of silence" 2013 mit M-Wagen 102 der VGF
Kompositionen aus Licht, Worten und Musik während der Luminale 2014 im Frankfurter Dom mit der Jugendkirche JONA

2004 führte der der damalige Bischof des Bistums Limburg Franz Kamphaus eine Visitationsreise durch die Kirchengemeinden in Frankfurt am Main durch. Ein Ergebnis war, dass viele Menschen spirituelle Erfahrungen und die Begegnung mit Gott suchen, aber nicht den Zugang zu einer herkömmlichen Kirchengemeinde finden.[1]

Am 15. Januar 2007 unterzeichnete Bischof Franz Kamphaus die Urkunde über die Errichtung eines Zentrums für christliche Meditation und Spiritualität in der Heilig-Kreuz-Kirche in Frankfurt-Bornheim. Diese Urkunde wurde zum 1. Juli 2007 wirksam.[2]

Wie die Kirche St. Michael, in der sich das Zentrum für Trauerseelsorge des Bistums Limburgs befindet, ist auch die Heilig-Kreuz-Kirche heute eine Filialkirche der Pfarrkirche St.-Josef in Frankfurt-Bornheim.

Das Zentrum ist eine pastorale Einrichtung des Bistums[2] und untersteht der Dezernentin für Pastorale Dienste des Bischöflichen Ordinariates (Stand 12/2017: Dr. Hildegard Wustmans).[2] [3] Verantwortet wird das Angebot von dem Franziskaner Helmut Schlegel (Deutsche Franziskanerprovinz)[4] als Leiter des Zentrums sowie weiteren Referentinnen, unter anderem von den Missionsärztlichen Schwestern.[5] Es war die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Angebot des Hauses ist christlich geprägt, richtet sich jedoch an Menschen aller Konfessionen, Weltanschauungen und Kulturen. Das Team[6] veröffentlicht jährlich ein Programm[7]. In und von dem Zentrum werden Gottesdienste in verschiedenen Formen, unter anderem mit Elementen wie etwa Ausdruckstanz, Meditationskurse, Kontemplatives Gebet, Zen-Meditationsabende, Besinnungstage, Exerzitien, geistliche Begleitungsgespräche, Vorträge verschiedener Gastredner wie Anselm Grün[8], Meditationen mit dem Soto-Zen-Priester und Veteran des Vietnamkriegs Claude AnShin Thomas[9] und andere Veranstaltungen angeboten.

Dazu gehören Veranstaltungsreihen, wie zum Beispiel Übungstage der christlichen Mystik, meditatives Singen, spirituelle Stadtspaziergänge, die Themen Frankfurter Gästeführer mit spirituellen Themen verbinden oder Pilger-Wanderungen mit einem gemeinsamen Picknick und Andachten.[7] Einzelveranstaltungen ergänzen das Programm. Dazu gehörten erstmals 2013 Fahrten unter dem Motto "Tram of Silence" mit einem Straßenbahn-Triebwagen der VGF, deren wichtigste Elemente Schweigen mit kurzen, wohldosierten Impulsen zum Sehen, Hören, Fühlen und Riechen sind.[10]

Der Dialog zwischen den Kulturen und Religionen im Bereich der Meditation und Spiritualität ist ein weiteres wichtiges Element der Arbeit des Zentrums. Dazu gehörten bisher auch Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen über die Kunst der Meditation mit persönlichen Erfahrungsberichten aus den verschiedenen Religionen. Andere Beispiele sind Kurse in Yoga und Yoga Nidra oder Tanzaufführungen eines Paters der indischen Jesuiten, der Elemente traditioneller meditativer Tänze wie dem Bharatanatyam aus dem Hinduismus als eine Art von Gebet zu Gott versteht.[11]

Zur Einleitung des dritten Adventssonntages wurde am vorhergehenden Samstag erstmals 2011 ein Advents-Labyrinth nach kretischem Muster aus 2500 Teelichtern gestaltet, das auch Bestandteil eines Gottesdienstes war und begangen werden konnte.[12][13]

Bei der Luminale 2014 bot das Zentrum in Zusammenarbeit mit der Jugendkirche JONA im Frankfurter Dom eine Meditation mit Worten und Musik zusammen mit Licht und Klang an.[14]

Zu den Konzerten gehörten bisher Aufführungen des Deutschen Requiems von Johannes Brahms oder meditativer Musik aus dem Mittelalter von und nach Hildegard von Bingen, Abaelard und Hrabanus Maurus.[15]

Umgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kircheninneren wurden bis 2010 nach und nach kleinere Veränderungen umgesetzt. Die bisherigen Kirchenbänke wurden durch Klappstühle ersetzt, die eine flexiblere Nutzung des zur Verfügung stehenden Raumes ermöglichen. Der bisherige Hauptaltar wird nicht mehr genutzt und wurde in seiner Funktion durch einen kleinen Altar aus Holz ersetzt, der mit den Klappstühlen zusammen einen Kreis bildet. Für den barrierefreien Zugang zum Kircheninnenraum oder anderen Räumlichkeiten wurden Treppenlifte oder Rollstuhlrampen eingebaut. Die ehemalige Krypta und die Räume des ehemaligen Pfarrhauses wurden der Nutzung als Meditationszentrum entsprechend umgestaltet. In der Krypta wurde unter anderem der Boden mit einem Parkettbelag versehen und der eigentliche Meditationsbereich durch Stoffbahnen aus Leinen abgegrenzt und mit einem Türrahmen aus Holz als Zugang versehen.[16]

Kirche und Pfarrgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum befindet sich auf dem Gemeindegebiet der katholischen Pfarrei St. Josef Frankfurt am Main, die seit dem 1. Januar 2015 eine Pfarrei neuen Typs ist, in deren Gemeindegebiet sich vier Kirchen als sogenannte Kirchorte und zwei Kirchen als sogenannte Profilkirchen befinden. Eine dieser Profilkirchen ist die zum Zentrum gehörende Heilig-Kreuz-Kirche, die für die Gottesdienst und Veranstaltungen des Zentrums genutzt wird. Die Gebäude werden von der Stadtkirche Frankfurt am Main verwaltet. Es besteht eine rege Zusammenarbeit zwischen der Pfarrgemeinde St. Josef und dem Zentrum. Während einer Restaurierung des Innenraumes der St. Leonhardskirche finden die Gottesdienste der dort heimischen englischsprachigen Gemeinde seit dem 7. Mai 2011 in der Heilig-Kreuz-Kirche statt.[17]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist von der Straßenbahn-Endhaltestelle Ernst-May-Platz der Linie 14 in der Wittelsbacher Allee in etwa einer Minute und von dem von der Stadtbahn-Linie U7 der U-Bahn Frankfurt angefahrenen U-Bahnhof Eissporthalle/Festplatz in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. In der Nähe ist außerdem die Anschlussstelle Frankfurt-Ost der Bundesautobahn 661.

Jakobsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb des Bornheimer Hangs im Osten der Kirche verläuft ein Zweig des deutschen Jakobswegs.[18] Dieser orientiert sich an dem Verlauf des historischen Fernhandelsweges von Leipzig nach Frankfurt am Main (Des Reiches Straße). Er beginnt in der Bischofsstadt Fulda, führt über Schlüchtern, Steinau an der Straße, Bad Soden-Salmünster, Gelnhausen, Langenselbold, Erlensee und Bruchköbel und gehört zum Netz der Hauptwege der Jakobspilger in Europa, die nach Santiago de Compostela zum vermuteten Grab des Hl. Jakobs in der dortigen Kathedrale führen. Der Weg führt über insgesamt 116 km an der Heilig-Kreuz-Kirche vorbei über den Frankfurter Ostpark an dem Neubau der Europäischen Zentralbank auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle weiter zum Ufer des Mains in die Innenstadt Frankfurts, weiter am Main entlang bis zum Eisernen Steg, auf dem linken Mainuferweg in Richtung Mainz und anschließend weiter nach Trier.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meditationskirche (Frankfurt am Main) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meditationskirche Heilig Kreuz. In: wege mit franziskus – Zeitschrift der Thüringischen Franziskanerprovinz von der heiligen Elisabeth. März 2009, S. 22.
  2. a b c Bistum Limburg: Dekret des Bischofs Franz Kamphaus vom 15.01.2007. Veröffentlicht im Amtsblatt des Bistums Limburg 2007 Nr. 2 vom 01.02.2007 Nr. 449: Urkunde über die Errichtung der Profilkirche "Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität". In: Webseite der Pfarrgemeinde St.-Josef Frankfurt. 1. Februar 2007, abgerufen am 18. Februar 2018.
  3. Bistum Limburg: Dezernat Pastorale Dienste. In: Webseite des Bistums Limburg. 2018, abgerufen am 18. Februar 2018.
  4. Schlegel, Helmut. In: Internetauftritt des Bistums Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 7. August 2014, abgerufen am 1. März 2018.
  5. Missionsärztliche Schwestern in Frankfurt am Main. In: Webseite. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  6. Team von Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität - Wir stellen uns vor. Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, 2018, abgerufen am 18. Februar 2018.
  7. a b Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität – Programm August bis Dezember 2018. Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, 20. Juni 2018, abgerufen am 18. Juli 2018.
  8. Heilig Kreuz Kirche wird zur Galerie. Frankfurter Neue Presse, 9. Januar 2014, abgerufen am 18. Februar 2018.
  9. Meditation mit einem Zen-Mönch - Claude AnShin Thomas kommt nach Bornheim. In: Bornheimer Wochenblatt Jahrgang 20 Nr. 42. 19. Oktober 2016, S. 8.
  10. Tram of Silence – Ganz im Schweigen Straßenbahn fahren. Taron-Antiquariat, 12. September 2013, abgerufen am 18. Februar 2018.
  11. P. Dr. Saju George SJ – Indischer Jesuit und Bharatanatyam Tänzer. kirche-und-dialog.de, 5. März 2009, abgerufen am 18. Februar 2018 (PDF).
  12. Terminanmeldung - Meditation und Gestaltung eines Adventslabyrinths. Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, 2016, archiviert vom Original am 23. Dezember 2016; abgerufen am 28. März 2018.
  13. Stefanie Matulla: Das "Türchen" zum 3. Advent. Referat für Mädchen- und Frauenarbeit des Bistums Limburg, 11. Dezember 2016, abgerufen am 18. Februar 2018.
  14. Jugendkirche JONA: JONA bei der Luminale 2014. In: Bildergalerie auf Flickr. Jugendkirche JONA, 2014, abgerufen am 18. Februar 2018.
  15. Stephanie Haas, Christoph Haas: Ensemble Cosmedin. In: Webseite. Abgerufen am 18. Februar 2018.
  16. Hermann Gille, P. Helmut Schlegel: Katholische Heilig-Kreuz-Kirche Frankfurt-Bornheim. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-6808-8.
  17. St Leonhard’s & St Mary’s: International English-Speaking Roman Catholic Parishes Frankfurt am Main Area St Leonhard’s & St Mary’s. Bistum Limburg, 2018, abgerufen am 18. Februar 2018.
  18. rmv.de: Rhein-Main-Vergnügen - Jacobsweg. Rhein-Main-Verkehrsverbund, 11. April 2011, abgerufen am 20. Februar 2018 (PDF).
  19. rmv.de: Rhein-Main-Vergnügen Wanderkarte: Der Jakobsweg von der Fulda an den Main. Rhein-Main-Verkehrsverbund, 2014, abgerufen am 20. Februar 2018.

Koordinaten: 50° 7′ 37″ N, 8° 43′ 6″ O