Zweiflingen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zweiflingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Zweiflingen
Zweiflingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zweiflingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 9° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Hohenlohekreis
Höhe: 308 m ü. NHN
Fläche: 32,1 km2
Einwohner: 1673 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74639
Vorwahl: 07948
Kfz-Kennzeichen: KÜN, ÖHR
Gemeindeschlüssel: 08 1 26 094
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eichacher Straße 17
74639 Zweiflingen
Webpräsenz: www.zweiflingen.de
Bürgermeister: Klaus Gross
Lage der Gemeinde Zweiflingen im Hohenlohekreis
Landkreis Heilbronn Landkreis Schwäbisch Hall Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Bretzfeld Dörzbach Forchtenberg Forchtenberg Ingelfingen Krautheim (Jagst) Künzelsau Kupferzell Mulfingen Neuenstein (Hohenlohe) Niedernhall Öhringen Pfedelbach Schöntal Waldenburg (Württemberg) Weißbach (Hohenlohe) ZweiflingenKarte
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Zweiflingen ist eine Gemeinde im Hohenlohekreis (Region Heilbronn-Franken) 8 km nördlich von Öhringen im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken (bis 20. Mai 2003 Region Franken).

Der Ort wurde erstmals 1230 urkundlich erwähnt und hat heute etwa 1800 Einwohner (Stand 2012). Zweiflingen liegt am UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Zweiflingen gehören die ehemaligen Gemeinden und heutigen Ortsteile Orendelsall, Westernbach und Zweiflingen.

  • Zur ehemaligen Gemeinde Orendelsall gehören das Dorf Orendelsall sowie die abgegangene Ortschaft Bergheim.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Westernbach gehören das Dorf Westernbach sowie die abgegangene Ortschaft Bongartten oder Baumgarten.
  • Zur ehemaligen Gemeinde Zweiflingen (in den Grenzen vom 31. März 1972) gehören die Dörfer Zweiflingen, Eichach, Friedrichsruhe, Pfahlbach, Tiefensall und die Häuser Heiligenhaus und Schönau sowie die abgegangenen Ortschaften Archenbrunnen, Baningen, Bradbach, Büttelhausen, Eselsdorf, Fockenweiler, Poppenrodt und Schweinebuch.[2]

Die Gemeinde hat mit der Großen Kreisstadt Öhringen und der Gemeinde Pfedelbach eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiflingen wurde erstmals 1230 urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert kam das gesamte Gebiet der heutigen Gemeinde unter hohenlohische Herrschaft. Die Landesteilung 1553 führte zur Zugehörigkeit zur Grafschaft Hohenlohe-Neuenstein, die wiederum zum Fränkischen Reichskreis gehörte.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die hohenlohischen Lande durch den Reichsdeputationshauptschluss 1806 ihre Unabhängigkeit verloren, kam auch Zweiflingen zum Königreich Württemberg und dort zum Oberamt Öhringen (seit 1938: Landkreis Öhringen). Mit der Kreisreform 1972 fiel die Gemeinde an den neugebildeten Hohenlohekreis.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Orendelsall eingemeindet; am 1. September 1972 folgte die Gemeinde Westernbach.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Zweiflingen Orendelsall Westernbach
1672 0140 0000 0000
1807 0222 0000 0000
1819 0216 0000 0000
1880 1106 0000 0000
1939 0796 0000 0000
1950 1053 0000 0000
1961 0912 0163 0205
1970 0925 0186 0210
1991 1508 0000 0000
1995 1549 0000 0000
2005 1723 0000 0000
2010 1781 0000 0000
2015 1673 0000 0000

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Zweiflingen

In Zweiflingen wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Zweiflingen hat nach der letzten Wahl 11 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 % (2009: 64,1 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgerliste 91,6 % 10 Sitze
Zweite Liste-Erste Wahl 8,4 % 1 Sitz
Jagdschloss Friedrichsruhe
Kirche in Zweiflingen

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2010 wurde Klaus Gross (* 1960) für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[5]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Zweiflinger Wappens lautet: In Silber unter einem schreitenden, hersehenden schwarzen Löwen (Leoparden) mit untergeschlagenem Schweif, drei mit den Stielen gekreuzte grüne Ähren. Die Flagge der Gemeinde ist Grün-Weiß.

Nach der Gemeindereform nahm die Gemeinde ein Wappen an, das auf die Landwirtschaft und auf die vom Hohenloher Leoparden repräsentierte Zugehörigkeit zu Hohenlohe als Gemeinsamkeiten aller Ortsteile Bezug nimmt. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 1. März 1974 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweiflingen ist auch heute noch eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde.

Überregional bekannt ist das Sternerestaurant mit Hotel und Golfplatz im Ortsteil Friedrichsruhe.

Daneben befindet sich die große Gartenbahnanlage der Dampfbahnfreunde Friedrichsruhe mit regelmäßigem öffentlichem Betrieb im Sommerhalbjahr.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führen die Landesstraßen L 1048 und L 1050. Der nächste Autobahnanschluss ist die Anschlussstelle Neuenstein (Nr. 41) der Bundesautobahn 6 in ca. 8 km Entfernung, erreichbar über Neuenstein. Aus Richtung Heilbronn kommend kann auch die Anschlussstelle Öhringen (Nr. 40) benutzt werden.

Omnibusanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird mit Linienbussen durch den Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr sichergestellt.

Bahnanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich in Öhringen an der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn in ca. 8 km Entfernung.

Touristische Limes-Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Deutschen Limes-Straße. Die Gemeinde ist Mitglied im „Verein Deutsche Limes-Straße“.[7]

Limes-Radfernweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Pfahlbach und Westernbach führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Orendelsall wurde der Dichter Ludwig Amandus Bauer (1803-1846) geboren. Er schrieb mehrere Dramen zu einem gemeinsam mit seinem Freund Eduard Mörike (1804-1875) ersonnenen Mythos Orplid.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 241–244
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Zweiflingen.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 455.
  5. http://www.stimme.de/hohenlohe/nachrichten/sonstige-Klaus-Gross-geht-in-zweite-Runde;art1919,1778244
  6. Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 146
  7. siehe Eintrag von Zweiflingen beim Verein Deutsche Limes-Straße

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zweiflingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien