Bretzfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bretzfeld
Bretzfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bretzfeld hervorgehoben
49.1833333333339.4333333333333210Koordinaten: 49° 11′ N, 9° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Hohenlohekreis
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 64,69 km²
Einwohner: 12.103 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74626
Vorwahlen: 07946 und 07945Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KÜN
Gemeindeschlüssel: 08 1 26 011
Gemeindegliederung: Hauptort und 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Adolzfurter Straße 12
74626 Bretzfeld
Webpräsenz: www.bretzfeld.de
Bürgermeister: Thomas Föhl
Lage der Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis
Landkreis Heilbronn Landkreis Schwäbisch Hall Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Bretzfeld Dörzbach Forchtenberg Forchtenberg Ingelfingen Krautheim (Jagst) Künzelsau Kupferzell Mulfingen Neuenstein (Hohenlohe) Niedernhall Öhringen Pfedelbach Schöntal Waldenburg (Württemberg) Weißbach (Hohenlohe) ZweiflingenKarte
Über dieses Bild

Bretzfeld ist eine Gemeinde im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Bretzfeld nennt sich „Das Tor zum Hohenloher Land“.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bretzfeld ist die westlichste Gemeinde des Hohenlohekreises und hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Hohenloher-Haller Ebene.[2] Der gleichnamige Kernort liegt an der Mündung des Schwabbachs in die Brettach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Bretzfeld gehören außer der früheren Gemeinde Bretzfeld die ehemals selbstständigen Gemeinden Adolzfurt, Bitzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Rappach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach und Waldbach sowie der Weiler Brettach, der nach seiner Umgemeindung von Wüstenrot nach Bretzfeld im Jahre 1977 ebenfalls ein Ortsteil ist.

Die ehemalige Gemeinde Adolzfurt umfasst das Dorf Adolzfurt (1031 Einwohner, Stand: 31. Dezember 2012), die Weiler Hälden (auch zu Geddelsbach), Hahnenbusch und Hohenacker (auch zu Scheppach) und das Haus Wiesental sowie eine abgegangene Burg auf dem Schloßbuckel, die möglicherweise mit dem 1334 genannten Burgstall „Nuwen Heimeberc“ identisch ist.

Zur ehemaligen Gemeinde Bitzfeld gehören das Dorf Bitzfeld (1570 Einwohner) und der Weiler Weißlensburg sowie die abgegangenen Ortschaften Laubach und Hapbach.

Zur Gemeinde Bretzfeld in den Grenzen vom 31. Januar 1972 (1956 Einwohner) gehört das Dorf Bretzfeld.

Zur ehemaligen Gemeinde Dimbach (845 Einwohner) gehören das Dorf Dimbach sowie die abgegangene Ortschaft Bayershof.

Zur ehemaligen Gemeinde Geddelsbach (247 Einwohner) gehören das Dorf Geddelsbach und der Weiler Hälden (auch zu Adolzfurt) sowie die abgegangenen Ortschaften Kropfstatt und Himmelsweiler.

Zur ehemaligen Gemeinde Rappach (1412 Einwohner) gehören das Dorf Rappach sowie die abgegangene Ortschaft Steinfurt[3].

Zur ehemaligen Gemeinde Scheppach (1025 Einwohner) gehören das Dorf Scheppach und der Weiler Hohenacker (auch zu Adolzfurt).

Zur ehemaligen Gemeinde Schwabbach (1332 Einwohner) gehört das Dorf Schwabbach.

Zur ehemaligen Gemeinde Siebeneich (202 Einwohner) gehört das Dorf Siebeneich.

Zur ehemaligen Gemeinde Unterheimbach (1023 Einwohner) gehören das Dorf Unterheimbach und der Weiler Herrenhölzle sowie die abgegangene Ortschaft Hagenawe.

Zur ehemaligen Gemeinde Waldbach (1438 Einwohner) gehört das Dorf Waldbach.

Der Weiler Brettach (173 Einwohner) wurde am 1. Januar 1977 von der Gemeinde Wüstenrot im Landkreis Heilbronn nach Bretzfeld umgemeindet.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten]

Bretzfeld wurde als Bretesfeld erstmals 1037 urkundlich genannt. Der Ort unterstand bis 1423 zur Hälfte dem Stift Öhringen und zur Hälfte den Herren von Weinsberg, die die Hochgerichtsbarkeit ausübten. Weiteren Besitz am Ort hatten das Kloster Lichtenstern sowie verschiedene Niederadelige, ab dem 15. Jahrhundert auch zunehmend das Haus Hohenlohe. 1423 kam Bretzfeld mit anderen vormals weinsbergischen Orten an die Kurpfalz. Nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg kam Bretzfeld 1504 an Württemberg und wurde in das Oberamt Weinsberg eingegliedert.

Bereits seit 1357 ist der Weinbau im Ort nachgewiesen, außerdem spielten Ackerbau, Obstbau und Viehzucht eine bedeutende Rolle. Bretzfelder Bauern unter Führung des Schultheißen Hans Koberer waren 1525 im Bauernkrieg bei der Weinsberger Bluttat beteiligt. Im 17. und 18. Jahrhundert hatte Bretzfeld etwa konstant um die 330 Einwohner. Die Einwohnerzahl erhöhte sich erst um die Wende zum 19. Jahrhundert und stieg dann im Zeitraum 1837 bis 1939 von 433 auf 542 Personen an.

Mit der Auflösung des Oberamts Weinsberg kam der Ort 1926 an das Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten Heimatvertriebene vorwiegend aus Ungarn und der Tschechoslowakei knapp 19 Prozent der etwa 750 Personen zählenden Einwohnerschaft. Während viele der Vertriebenen wieder abwanderten und die Einwohnerzahl dadurch bis 1956 wieder um über 100 Personen abnahm, wuchs der Einwohnerstand danach durch den Zuzug von Pendlern wieder an.

Die Kreisreform 1973 brachte für Bretzfeld die Zugehörigkeit zum Hohenlohekreis. Im Zuge der damit einhergehenden Gemeindereform wurde am 1. Februar 1972 zunächst Rappach eingemeindet, wohl gab es aber auch schon Pläne für eine das ganze Brettachtal umfassende Einheitsgemeinde. Zunächst erwogen ab 1973 die heutigen Ortsteile Adolzfurt, Geddelsbach, Scheppach und Unterheimbach die Bildung einer Großgemeinde Weinfurt, doch wurden diese am 1. Januar 1975 mit fünf weiteren benachbarten Gemeinden zur neuen Gemeinde Bretzfeld vereinigt. Am 1. Januar 1977 kam noch Brettach dazu, das zuvor zur Gemeinde Wüstenrot gehörte. Der Einwohnerstand der Gesamtgemeinde hat sich von rund 8300 Personen im Jahr 1981 um rund die Hälfte auf über 12.000 Personen zum Ende des Jahres 2007 erhöht. Aktuell (31. Dezember 2012) hat die Gemeinde 12.275 Einwohner.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche in Bretzfeld

1534 wurde in Bretzfeld, das historisch eine Filialkirche von Bitzfeld war, die Reformation eingeführt. Die Einwohnerschaft blieb danach bis zum Zweiten Weltkrieg fast rein protestantisch. Der Anteil der Katholiken, der 1939 nur 5,5 Prozent betragen hatte, stieg erst durch den Zuzug der zumeist katholischen Vertriebenen aus Ungarn und Tschechien auf 18 Prozent im Jahr 1950 an.

Heute gibt es neben sieben evangelisch-landeskirchlichen Gemeinden die römisch-katholische Gemeinde St. Stephanus in Bretzfeld.

Außerdem bestehen eine Evangelische Täufergemeinde, die Freie Christengemeinde Philadelphia sowie das dem Mülheimer Verband (Pfingstler) zugehörige Christliche Gemeindezentrum Schwabbach.

Es gibt auch zwei neuapostolische Kirchengemeinden mit Kirchenzentren in Bitzfeld und Waldbach. Die Zeugen Jehovas gehören organisatorisch zu Öhringen.

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus in Bretzfeld

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 erbrachte das folgende Ergebnis:[6]

FWG 46,7 % +12,6 12 Sitze +4
CDU 33,3 % -8,8 8 Sitze -3
SPD/Unabhängige 19,9 % -3,9 5 Sitze -1

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Bretzfelder Wappens lautet: In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine rote Weintraube, von deren Stiel beiderseits je ein rotes Rebblatt ausgeht. Die Flagge der Gemeinde ist Rot-Gelb.

Das Wappen der neuen Gemeinde Bretzfeld greift mit der Weintraube als Symbol für den Weinbau und der Hirschstange als Symbol für die Zugehörigkeit zu Württemberg die Gemeinsamkeiten fast aller Ortsteile auf. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 17. Februar 1976 vom Landratsamt des Hohenlohekreises verliehen.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1989 besteht eine Partnerschaft mit Budaörs, Ungarn. Mit der Gemeinde Pretzfeld im Landkreis Forchheim (Bayern) besteht eine Gemeindefreundschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historisches Gasthaus Rößle

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Kirche in Bretzfeld geht auf ein 1357 erstmals erwähntes, gotisches Bauwerk zurück, das 1723 unter Beibehaltung des älteren Turmuntergeschosses neu erbaut wurde. Der von einem Kreuzgewölbe überspannte Chor der einschiffigen Kirche befindet sich im Untergeschoss des Ostturmes.

Im Ort befinden sich die historischen Gasthäuser Rößle und Linde aus dem 18. Jahrhundert. Das Gebäude des Alten Rathauses war vor 1850 ebenfalls Gaststätte. Hinter der Kirche befindet sich eine historische Mühle, im Ort sind außerdem einige altfränkische Hofanlagen sowie am Lindelberg eine alte Kelter von 1794 erhalten.

Auch wurde das ehemalige denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude zu einem Restaurant mit Hotelzimmern umgebaut.

Museen[Bearbeiten]

In Bretzfeld gibt es seit 1996 das Budaörser Heimatmuseum Bretzfeld, in dem Heimatvertriebene aus dem Ort in Ungarn an ihre frühere Heimat erinnern.

Landart Bretzfeld[Bearbeiten]

Zwischen der Bürgerwiese in Bretzfeld, der ehemaligen Pulvermühle in Adolzfurt und der Talaue in Richtung Geddelsbach wurde das Kunstprojekt Landart Bretzfeld 2012 installiert.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Bretzfeld ist ein Weinbauort im Anbaugebiet Württemberg. Seine Lagen gehören zur Großlage Lindelberg im Bereich Württembergisch Unterland, ausgenommen die im Ortsteil Brettach befindliche Lage Berg, die zur Großlage Staufenberg gehört.

Verkehr[Bearbeiten]

Bretzfeld ist durch die Bundesautobahn 6 (SaarbrückenWaidhaus) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Ausfahrt 39 befindet sich beim Ortsteil Schwabbach.

An das Schienennetz ist der Ort durch die Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn angebunden. Seit Dezember 2005 wird sie zwischen Heilbronn und Öhringen als Stadtbahn nach dem Karlsruher Modell betrieben. Im Gebiet der Gemeinde hält die S4 auf dem Weg von Karlsruhe über Heilbronn nach Öhringen an den Haltepunkten Scheppach, Bretzfeld und Bitzfeld. Der Haltepunkt Bretzfeld ist auch Knotenpunkt der regionalen Buslinien.

Tariflich ist Bretzfeld in den Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehrsverbund einbezogen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Neben der Grund-, Haupt- und Realschule Bretzfeld bestehen noch reine Grundschulen in den Ortsteilen Bitzfeld, Scheppach und Unterheimbach.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Wilhelm Lang (1852–1912), geboren in Schwabbach, württembergischer Oberamtmann

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Auf den abgegangenen Ort Steinfurt deutet heute noch der Flurname Steinsfeld nördlich des Schwabbachs hin, siehe Brettachtaler Heimatbuch (1983), S. 133: Das Werden von Siedlung und Gemarkung
  4. Stand der Einwohnerzahlen: 31. Dezember 2012, Quelle: Gemeindeverwaltung Bretzfeld. In der gesamten Gemeinde Bretzfeld waren am 31. Dezember 2011 11.998 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet.
  5. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 173–179
  6. http://www.statistik-bw.de/SRDB/Tabelle.asp?02045014GE126011 Kommunalwahl 2009
  7. Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 50
  8. Website zum Konzept Landart Bretzfeld (abgerufen am 6. Mai 2012)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Hermann Rauser: Brettachtaler Heimatbuch. Jahrbuch-Verlag, Weinsberg 1983 (Heimatbücherei Hohenlohekreis. Band 14)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bretzfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien