Česká Skalice

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Česká Skalice
Wappen von Česká Skalice
Česká Skalice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Náchod
Fläche: 1736 ha
Geographische Lage: 50° 24′ N, 16° 3′ O50.39388888888916.048611111111284Koordinaten: 50° 23′ 38″ N, 16° 2′ 55″ O
Höhe: 284 m n.m.
Einwohner: 5.178 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 552 03
Verkehr
Bahnanschluss: Jaroměř–Trutnov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 6
Verwaltung
Bürgermeister: Tomáš Hubka (Stand: 2006)
Adresse: třída T.G.Masaryka 80
552 03 Česká Skalice
Gemeindenummer: 573990
Website: www.ceskaskalice.cz

Česká Skalice (deutsch: Böhmisch Skalitz) ist eine Stadt im Bezirk Nachod in Tschechien. Sie liegt an der Aupa, einem Nebenfluss der Elbe. Zu Česká Skalice gehört auch die bis 1942 selbständige Gemeinde Malá Skalice.

Geschichte[Bearbeiten]

Muzeum Boženy Němcové
Der Bahnhof
Statue der Božena Němcová
Kirche im Ortsteil Malá Skalice

Das heutige Česká Skalice entwickelte sich ursprünglich aus zwei Siedlungen, die später als „Kleinskalitz“ (Malá Skalice; auch: Skalička) und „Großskalitz“ (Velká Skalice) bezeichnet wurden. Die Feste Kleinskalitz (tvrz maloskalická), an einer Furt am rechten Ufer der Aupa gelegen, sollte die wichtige Straßenverbindung von Prag über Nachod und Glatz nach Breslau sichern, die Feste Großskalitz (tvrz velkoskalická) am linken Flussufer den Weg durch das Aupatal nach Úpice und Schweidnitz.

Die erste indirekte schriftliche Erwähnung von Skalice stammt aus dem Jahr 1238, als Peter von Skalitz (Petr ze Skalice) in einem Dokument als Zeuge genannt wird. Es wird vermutet, dass seiner Familie seit Anfang des 13. Jahrhunderts die Kleinskalitzer Feste und die zugehörige Siedlung gehörten. Er und seine Söhne Tas und Sezema errichteten mit Unterstützung des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl an der mittleren Aupa die Burgen Wiesenburg Riesenburg und Rothenburg.

Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Kleinskalitz, das bis 1575 eine selbständige Herrschaft war, Hedwig Smiřická von Smiřice, eine Enkelin des böhmischen Königs Georg von Podiebrad. Sie gliederte Kleinskalitz der Herrschaft Nachod an, die sie für ihren minderjährigen Sohn Vaclav Smiřický von Smiřice und nach dessen Tod 1593 für ihren Enkel Albrecht Vaclav Smiřický von Smiřice verwaltete. Bis 1942 blieb Kleinskalitz jedoch eine selbständige Gemeinde.

Um die Großskalitzer Feste entwickelte sich eine Siedlung, die 1336 im Besitz des Hynek Hlaváč von Dauba (Hynek Hlaváč z Dubé) war. 1366 gehörte sie dem Vaňak von Boskowitz (Vaňak z Boskovic). Nach dessen Tod ging sie 1380 an seine Brüder Tas und Oldřich. 1393 erwarb Großskalitz Jetřich von Janowitz (Jetřich z Janovic), der es seiner Herrschaft Nachod inkoporierte.

Ab 1575 gehörten somit beide Ortsteile zur Herrschaft Nachod. Unter der Herrschaft der Smiřický von Smiřice wurde die wirtschaftliche Entwicklung gefördert. Nachdem ihre Güter nach der Schlacht am Weißen Berge konfisziert wurden, kamen Groß- und Kleinskalitz an die Trčka von Lípa. Adam Erdmann Trčka von Lípa erteilte Großskalitz am 24. Juni 1631 mehrere Privilegien. Dazu gehörten ein jährlicher Viehmarkt, zwei jährliche Wollmärkte und ein wöchentlicher Getreidemarkt.

In den 1840er Jahren war Skalice ein Zentrum der Nationalen Wiedergeburt. Die entsprechenden Aktivitäten wurden u. a. von Václav Kliment Klicpera unterstützt. Auch mit dem sogenannten „Dahlienfest“ (Jiřinkové slavnosti) wurden ab 1837 die Ziele der Nationalen Erneuerung verfolgt. In Kleinskalitz errichtete der Großindustrielle Hermann Dietrich Lindheim 1837 eine Baumwollspinnerei, die später an die Familie von Löbbecke überging.

Am 28. Juni 1866 fand in der Nähe die Schlacht bei Skalitz zwischen preußischen und österreichischen Truppen statt. An den Sieg der Preußen unter General Karl Friedrich von Steinmetz über die Österreicher unter Erzherzog Leopold erinnern noch heute zahlreiche Denkmale.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veranlasste der damalige Besitzer der Herrschaft Nachod, Prinz von Schaumburg-Lippe, auf Skalitzer Wiesen den Bau von Bewässerungsanlagen und andere Maßnahmen zur Bodenbeverbesserung. Dadurch konnte die Menge des gewonnenen Heus von 170 Tonnen im Jahre 1875 auf 384 Tonnen im Jahre 1881 mehr als verdoppelt werden. Auf der Internationalen Weltausstellung in Paris 1889 erhielt deshalb die Herrschaft Nachod eine hohe Auszeichnung. 1892 gründete Ladislav Bartoň, ein Sohn des Textilindustriellen Josef Bartoň in Česká Skalice eine Textilfärberei und -druckerei. Während der kommunistischen Herrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bewässerungsanlagen dem Verfall preisgegeben. Auch die Bemühungen, einen Teil der Anlage als Technisches Denkmal zu erhalten, blieben ohne Erfolg.

Sowohl Böhmisch Skalitz, das bis ins 18. Jahrhundert hinein den Namen Großskalitz trug, als auch Kleinskalitz wurden im Laufe der Zeit von zahlreichen Bränden und Hochwasser heimgesucht. Beide Ortsteile gehörten zur böhmischen Bezirkshauptmannschaft Neustadt und lagen an der Eisenbahn JosefstadtLiebau. In Böhmisch Skalitz bestanden um 1880 ein Bezirksgericht, eine Bierbrauerei sowie eine Dampfbrettsäge.

In der Nähe von Česká Skalice liegt das Naherholungsgebiet des Stausees Rozkoš.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Česká Skalice besteht aus den Ortsteilen Česká Skalice (Böhmisch Skalitz), Malá Skalice (Kleinskalitz), Ratibořice (Ratiborschitz), Spyta (Spitta), Zájezd (Furt) und Zlíč (Slitsch).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Rathaus von 1586 wurde nach mehreren Bränden jeweils aufgebaut, zuletzt 1864 im Stil der Neugotik errichtet.
  • Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt enthält einen geschnitzten Hochaltar von 1712.
  • Ein Museum erinnert an die Schriftstellerin Božena Němcová, die im nahen Ratibořice ihre Kindheit verbrachte und in Česká Skalice zur Schule gegangen war. Angeschlossen ist ein Textilmuseum.
  • Die Alte Schule ist ein Holzbau von 1798
  • Babiččino údolí „Großmutters Tal“

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Božena Němcová (1820–1862), Schriftstellerin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Česká Skalice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)