Aegidienkirche (Lübeck)

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Turm der Aegidienkirche von Süden
Aegidien aus Westen von der Königstraße gesehen
Westwerk der Aegidienkirche

Die St.-Aegidien-Kirche, auch Aegidienkirche, ist die kleinste und östlichste der Lübecker Innenstadtkirchen und dem heiligen Ägidius von St. Gilles geweiht. Sie war das Zentrum des Viertels der Handwerker, das auf dem östlichen Abhang des Innenstadthügels in Richtung Wakenitz angesiedelt war. In diesem Viertel lebten in Umgebung der Kirche seit jeher viele Menschen, die der sozialen Fürsorge bedurften. Die verbliebenen Gebäude der Beginenkonvente werden wie der Aegidienhof heute zum Wohnen genutzt, das St.-Annen-Kloster als Museum. Zusammen machen sie heute das Aegidien-Viertel der Lübecker Altstadt aus.

Geschichte[Bearbeiten]

1227 wurde St. Aegidien das erste Mal urkundlich erwähnt. Nicht belegbar, aber aufgrund der für Norddeutschland ungewöhnlichen Namensgebung vermutet wird die ursprüngliche Errichtung einer Holzkirche bereits zwischen den Jahren 1172 und 1182 unter Bischof Heinrich I. von Brüssel, der zuvor Abt des Benediktinerklosters St. Aegidien in Braunschweig gewesen war. St. Aegidien führt ein „T“ in seinem Wappen, ein Verweis auf den plattdeutschen Namen der Kirche, „Tilgenkark“ von „St. Tilgen“ oder „St. Illigen“ – in Anlehnung an „St. Giles“, den englischen und französischen Namen des Heiligen.

In die Regelungen des Vergleichs des Jahres 1286 über die Besetzung der Pfarrstellen zwischen dem Rat der Stadt Lübeck und dem streitbaren Bischof Burkhard von Serkem wurde die aufgrund der wenig wohlhabenden Gemeinde nicht mit einträglichen Pfründen versehene Aegidienkirche nicht einbezogen. Sie blieb daher bis zur Reformation unter der ausschließlichen Kontrolle des nahen Domkapitels, das auch den Pfarrherrn stellte und die Prediger bestimmte.

Im Zusammenhang mit den Anfängen der Reformation in Lübeck spielte diese Kirche jedoch eine Vorreiterrolle: Nachdem sich ihre Pastoren Andreas Wilms und Wilhelm Antoni als erste in Lübeck zur neuen Lehre bekannten, wurde kurz nach Ostern 1530 hier das erste Abendmahl „unter beiderlei Gestalt“ gefeiert[1] und der Pastor Johann by der Erde „war der erste Geistliche Lübecks, der sich in demselben Jahre verehelichte“.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Äußerlich weist die ursprünglich einschiffige, später durch Seitenkapellen ergänzte dreischiffige Hallenkirche die typischen Merkmale der Backsteingotik auf. Im Turmbereich finden sich romanische Spuren der 1227 erwähnten ersten steinernen Kirche. Das Mittelschiff hat bei einer Höhe von 15,3 Metern bis zum Scheitelpunkt eine Breite von etwa 8,5 Metern, die beiden Seitenschiffe sind bei einer Höhe von 11,3 Metern mit 3,5 Metern im Verhältnis zu den anderen Lübecker Altstadtkirchen sehr schmal. Die ersten drei Joche des Mittelschiffs sind fast quadratisch, das letzte Joch vor dem Chor ist bereits zum Trapez gestaucht, da der schräg im Baufeld liegende Baukörper durch die dahinter liegende Straße beschränkt wird. Die Seitenschiffe werden neben dem Chor durch Kapellen abgeschlossen, deren Grundrisse aufgrund der Lage zur Straße ebenfalls nicht symmetrisch sind, sondern eine Trapezform von unterschiedlicher Größe aufweisen.[2]

An die Seitenschiffe sind außen sowohl auf der Südseite wie auch auf der Nordseite Kapellen angefügt. Durch die im Verhältnis zu den Kirchenschiffen niedrige Höhe der Fenster der Seitenkapellen wird die Belichtung der Kirche insgesamt erschwert.

Der westlich in ganzer Breite vor dem Hauptschiff stehende Turm ist 86 m hoch. Er bildet bautechnisch im Ursprung mit dem Kirchenschiff keine Einheit und entstand in zwei Bauabschnitten, den beiden Untergeschossen und drei Obergeschossen. Die Untergeschosse des Turms standen bereits, als Mittelschiff und Seitenschiffe daran angebaut wurden. Die Aufstockung des Turmes um die drei Obergeschosse erfolgte hingegen, als das Mittelschiff und die Seitenschiffe bereits standen.[3] Daraus wird unter anderem geschlossen, dass er ursprünglich an drei Seiten frei von Anbauten vor der ursprünglichen einschiffigen Halle gestanden haben muss, die mit einem Giebel abgeschlossen war. Die einschiffige Aegidienkirche wird aufgrund gleichartiger Befunde an der Basilika Altenkrempe und den Fundamentresten der Kirche des St. Johannisklosters auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert. Die aufgestockten Geschosse des Turmes ähneln mit dem Kleeblattfries denen der Marienkirche und werden der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zugeordnet, so dass das heutige Mittelschiff mit den beiden Seitenschiffen zeitlich vorher zu Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden sein muss.[4]

Beim Schiff ist zunächst von der Erstellung der ersten drei Joche des Mittelschiffs und den dazugehörigen Seitenschiffen auszugehen. Der Chor wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (zusammen mit der gherwekammer, der Sakristei von 1437) errichtet und um 1446 fertiggestellt.[5]

Scharbau-Kapelle
Singechor von 1587, Ostseite
... Detail
Wickede-Epitaph

Seitenkapellen[Bearbeiten]

Am südlichen Seitenschiff angebaut befinden sich benannt nach den in ihnen gelegenen Begräbnissen die Woltersen-Kapelle[6] und die Darsow-Kapelle[7] auf Höhe und in voller Ausdehnung des zweiten bzw. dritten Jochs. Südwestlich auf Höhe des Turms sind die Marientiden- oder Ahlefeldt-Kapelle[8] sowie zwischen dieser und dem Turm an der Innenseite der Westfassade die Holstein-Kapelle[9] gelegen.

Die später so benannte Woltersen-Kapelle ist wohl die älteste der Kapellen und muss aufgrund der Baubefunde zunächst allein bestanden haben. 1392 wird für ihren Altar bereits eine Vikarie gestiftet.[10]

An der Nordseite der Aegidienkirche befindet sich in entsprechender Lage wie die Holsteinkapelle auf der Südseite die Breitenau-Kapelle.[11] Auf Höhe des zweiten Joches der Kirchenschiffe dann die jochbreite Vorrade- oder Calven-Kapelle[12] gefolgt von der Gerwekammer und schließlich der Scharbau-Kapelle[13] am Ende des vierten Jochs rechtwinklig zur Außenkante des nördlichen Seitenschiffes beim nördlichen Wendelstein.

Siehe auch Hauptartikel: Kapellen der Aegidienkirche in Lübeck

Kriegseinwirkungen[Bearbeiten]

Die Kirche hat alle kriegerischen Auseinandersetzungen überstanden. In der Schlacht bei Lübeck zu Beginn der Lübecker Franzosenzeit erhielt sie zwar 1806 den Treffer einer Haubitzgranate ins Gewölbe. Dieser Blindgänger zündete jedoch nicht. Eine Kanonenkugel im Mauerwerk beim Nordportal erinnert heute an diese Beinahekatastrophe. Beim Luftangriff auf Lübeck im März 1942 blieb die Kirche trotz schwerer Schäden in der näheren Umgebung (Wahmstraße und Krähenstraße) von größeren Schäden verschont – allerdings wurden durch die Druckwelle einer Luftmine alle Fenster und damit die Glasmalereien, auch die neueren von Curt Stoermer, zerstört. Insgesamt jedoch gibt sie ähnlich wie die Jakobikirche innen einen weitgehend von Kriegszerstörungen unbeeinträchtigten Gesamteindruck.

Ausstattung[Bearbeiten]

Altar

Der innere Zustand der Kirche ist nach Fertigstellung des Baukörpers auch durch regelmäßige Erneuerungen und Renovierungen über die Jahrhunderte beeinflusst und verändert worden, von denen eine der ältesten überlieferten 1645 unter dem Lübecker Bürgermeister Anton Köhler stattfand.

Das älteste erhaltene Ausstattungsstück der Kirche ist ein spätromanisches Relief eines thronenden segnenden Christus, wohl aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Der ursprüngliche gotische Hochaltar der Kirche aus der Zeit um 1430 wurde 1701 aus Anlass der Aufstellung des heute noch vorhandenen barocken Hochaltars entfernt und dann der Kapelle des Siechenhauses in Klein Grönau geschenkt. Von dort gelangte er 1913 in die Sammlung des St.-Annen-Museums. Der flämische Künstler dieses Meisterwerks gotischer Schnitzkunst ist namentlich nicht bekannt und wird daher in der Kunstgeschichte mit dem Notnamen Meister des Grönauer Altars bezeichnet. Seine Werkstatt wird in Brügge vermutet.[14] Es ist einer von zwei erhaltenen gotischen Hochaltären aus den Lübecker Kirchen und der einzige, der sich in Lübeck befindet.

Das Triumphkreuz wurde von Walter Paatz zunächst auf 1495–1500 datiert und einem von ihm erdachten Künstler mit dem Notnamen Meister der lübeckischen Triumphkruzifixe zugeschrieben.

Der barocke Hochaltar von 1701, vermutlich aus der Werkstatt Hassenberg, nimmt in Holz die Formsprache des von Thomas Quellinus kurz zuvor für die Marienkirche geschaffenen marmornen Fredenhagen-Altars auf. Über einer gemalten Predella mit einer Darstellung des letzten Abendmahls erhebt sich zwischen Säulen eine lebensgroße Hauptgruppe mit dem Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes im Mittelfeld, flankiert von Allegorien des Glaubens und der Liebe. Den oberen Abschluss bildet eine Darstellung des Auferstandenen zwischen zwei Engeln.

Die Kanzel des Bildhauers Hans Freese wurde 1706-08 aus Mitteln der Stiftung des Lübecker Kaufmanns Lorenz Russe († 1584) geschaffen, der auch schon 1560 die vorhergehende Kanzel der Kirche geschenkt hatte. Lorenz Russe und sein Testament waren der überragende und die Ausstattung des Innenraums prägende Mäzen dieser Kirche.

Den Innenausbau dominiert der Singechor oder Lettner des Bildschnitzers Tönnies Evers d. J. (1587). Er geht ebenfalls auf die Stiftung von Lorenz Russe aus seinem Testament zurück und ersetzte einen früheren Lettner.[15] Die Gemälde werden dem Maler Gregor von Gehrden zugeschrieben.

Die Sitzanordnung des 1702 entstandenen Kastengestühls ist als lutherische Predigtkirche um die Kanzel gruppiert.

das Taufbecken

Bemerkenswert ist das auf 1453 datierte Taufbecken von Hinrich Gerwiges, dessen schmückende Reliefs allerdings im Laufe der Zeit verloren gingen.[16] . Die barocke Ausstattung der Taufe mit Taufdeckel, Unterbau und schmiedeeisernem Prunkgitter geht wiederum auf eine Stiftung der Testamentsverwalter des Lorenz Russe aus dem Jahr 1710 zurück.

Die Kirche zählt mehrere Epitaphien, die alle aus Holz gefertigt sind, mit Ausnahme des von Hieronymus Hassenberg in schwarzem und weißem Marmor ausgeführten Epitaph des Bürgermeisters Thomas von Wickede († 1716).

Orgelprospekt, um 1880...
und 2006

3 Glasfenster für die Kirche schuf Professor Alexander Linnemann aus Frankfurt, wie sich aus einem Werkverzeichnis aus dem Jahr 1902 ergibt. Sie sind nicht erhalten und wurden vermutlich durch die Druckwelle einer Luftmine 1942 zerstört.

Orgel[Bearbeiten]

St. Aegidien als die kleinste der Lübecker Kirchen war auch die einzige, die immer nur über eine Orgel verfügte. Eine erste Orgel wurde um 1451 eingebaut.

Die heutige Orgel (1624-26) stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Hans Scherer des Jüngeren. Der mächtige Hamburger Prospekt wurde von Michael Sommer (Fassade) und Baltzer Winne (Intarsien und Schnitzereien) gefertigt. 1642 fügte Friedrich Stellwagen ein neues Brustwerk hinzu, das die Anzahl der Stimmen auf 42 vergrößerte. 1714 reparierte Hans Hantelmann die Orgel, der bei dieser Gelegenheit auch die Prospektpfeifen in hochwertigem Zinn erneuerte, welche heute noch erhalten sind. Im 19. Jahrhundert erfuhr die Orgel Umbauten im Sinne der Zeit, vor allem 1853/54 durch Johann Friedrich Schulze, der das Rückpositiv und die Windversorgung maßgeblich veränderte.

1916 erhielt der Lübecker Orgelbauer Emanuel Kemper den Auftrag zu einem kompletten Neubau mit drei Manualen und Pedal mit insgesamt 47 Stimmen. Der historische Prospekt blieb dabei erhalten, die Prospektpfeifen wurden stumm. Schon kurz nach der Fertigstellung jedoch wurde diese Orgel, die eigentlich ein Muster spätromantischen Orgelbaus war, im Sinne der Orgelbewegung verändert und 1939/40 von Karl Kemper durchgehend umgebaut. Einige der von Kemper eingelagerten historischen Pfeifen wurden von ihm in die Arp Schnitger-Orgel in St. Pankratius, Hamburg-Neuenfelde eingebaut.

Probleme der Statik und der schadhafte Zustand von Pfeifen und Spielanlage ließen in den späten 1970er Jahren den Plan zu einem abermaligen Neubau reifen, der 1982 durch die Firma Johannes Klais durchgeführt wurde. Gleichzeitig wurden Prospekt und Gehäuse restauriert. Das dreimanualige Instrument im alten Prospekt und den klingenden Prospektpfeifen von 1714 hat 42 Register. Die Spieltrakturen sind mechanisch. Diese Orgel wurde 2003 überholt und mit einer größeren Setzeranlage versehen.[17]

I Rückpositiv C–g3
1. Prinzipal 8’
2. Rohrflöte 8’
3. Quintadena 8’
4. Octave 4’
5. Blockflöte 4’
6. Octave 2’
7. Quinte 11/3
8. Sesquialtera II 22/3
9. Scharff IV
10. Cromorne 8’
Tremulant
II Hauptwerk C–g3

11. Prinzipal 16’
12. Bordun 16’
13. Octave 8’
14. Spitzflöte 8’
15. Octave 4’
16. Nachthorn 4’
17. Quinte 22/3
18. Octave 2’
19. Cornett V 8’
20. Mixtur V 2’
21. Trompete 8’
Zimbelstern
III Schwellwerk C–g3
22. Bordun 8’
23. Salicional 8’
24. Vox coelestis (ab c0) 8’
25. Prinzipal 4’
26. Rohrflöte 4’
27. Nazard 22/3
28. Waldflöte 2’
29. Terz 13/5
30. Sifflet 1’
31. Cymbel IV 2/3
32. Doucaine 16’
33. Hautbois 8’
Tremulant
Pedal C–f1
34. Prinzipal 16’
35. Subbass 16’
36. Gedackt 8’
37. Octave 8’
38. Octave 4’
39. Hintersatz V 22/3
40. Posaune 16’
41. Trompete 8’
42. Clarine 4’

Glocken[Bearbeiten]

Im hölzernen Glockenstuhl hängen an Stahljochen drei Glocken aus drei Jahrhunderten.[18] Zu den Gottesdiensten am Samstag um 18 Uhr und am Sonntag um 10 oder 11 Uhr erklingt das Vollgeläut.[19]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(HT-1/16)
1 Pulsglocke 1591 Matthias Benningk, Lübeck 1698 3000 h0 –9
2 Abend- oder Kleine Sermonisglocke 1682 Albert Benningk, Lübeck 1399 1864 dis1 –8
3 1748 Johann Gottfried Anthonÿ, Danzig 1165 900 e1 ±0

Personen[Bearbeiten]

Bedeutende Prediger und Pastoren[Bearbeiten]

Hinrich Scharbau

Bedeutende Organisten[Bearbeiten]

  • Joachim Christoph Mandischer war von 1791 für über 60 Jahre (bis 1856) Organist an St. Aegidien und zugleich der letzte Ratsmusiker in Lübeck.
  • Der Kirchenmusiker Manfred Kluge († 1971) prägte von 1957 bis 1968 als bekannter Aegidienorganist das Musikleben der Gemeinde. Zur Fertigstellung der Restaurierung des Lettners schrieb er 1962 eins seiner Hauptwerke, die Kantate De Salvatore Mundi nach Bildern und Inschriften des Lettners für Tenor- und Sopransolo, gemischten Chor und Harfe, fünf Holzbläser und tiefe Streicher.
  • Klaus Meyers (geb. 1943) war von 1974 bis 2008 Kirchenmusiker an St. Aegidien. Mit seinem Lübecker Bach-Chor prägte er eine lange Ära der Musik an dieser Kirche. Er hat eine sehr große Zahl chorsymphonischer Werke aus allen Epochen aufgeführt. Schwerpunkte seines Repertoires waren selten aufgeführte Werke und Opern für den Kirchenraum. Viel beachtet war die Uraufführung seiner eigenen Opernkomposition Der Sündenfall (1983, Partitur und Aufführungsmaterial in der Stadtbibliothek Lübeck). Großen Wert legte er auf die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Klaus Meyers war jahrzehntelang Dozent der Musikhochschule Lübeck für das Fach Instrumentalensembleleitung.

Gemeinde[Bearbeiten]

Heutige Bedeutung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist heute ein soziales Zentrum Lübecks, mit Verbindung zu Stadtteil- und Obdachlosenarbeit. Die Gemeinde steuert mit Musik- und Chorarbeit (insbesondere durch den Lübecker Bachchor bis vor kurzem unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus Meyers) ihren Teil zum kulturellen Leben der Hansestadt bei und ihre Pastoren führen auf neuen Wegen Menschen an den Glauben heran. Die kleinste der fünf Lübecker Altstadtkirchen hat heute mit rund 4.700 Mitgliedern die größte Gemeinde.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zur Adventszeit findet in St. Aegidien seit Begründung der Tradition durch Paul Brockhaus in den 1920er Jahren das Krippenspiel in niederdeutscher Sprache statt, die Darsteller um die Weihnachtskrippe sind sämtlich Schüler des Katharineums.

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Albrecht, Jörg Rosenfeld und Christiane Saumweber: Corpus der Mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein, Band I: Hansestadt Lübeck, St. Annen-Museum. Kiel: Ludwig, 2005. ISBN 3-933598-75-3
  • Uwe Albrecht, Ulrike Nürnberger, Jan Friedrich Richter, Jörg Rosenfeld, Christiane Saumweber: Corpus der Mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein, Band II: Hansestadt Lübeck, Die Werke im Stadtgebiet. Ludwig, Kiel 2012, ISBN 3-933598-76-1
  • Rainer Andresen: Lübeck, Geschichte.Kirchen.Befestigungen. Band 1, S.45
  • Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baubehörde. Band III: Kirche zu Alt-Lübeck. Dom. Jakobikirche. Ägidienkirche. Verlag von Bernhard Nöhring: Lübeck 1920, S. 451-548. Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9
  • Jürgen Fick: Das Lübecker Krippenspiel. In: Festschrift zum 475-jährigen Bestehen des Katharineums zu Lübeck. Lübeck 2006, S. 57-61
  • Peter Guttkuhn (Hg.): 750 Jahre St. Aegidien, St. Jacobi und St. Petri (Festschrift). Vaterstädtische Blätter, 28. Jg., Lübeck 1977.
  • Lutz Wilde: Die Aegidienkirche Lübeck, Große Baudenkmäler, Heft 253. 4. Auflage, München/Berlin 1982
  • Dietrich Wölfel: Die wunderbare Welt der Orgeln: Lübeck als Orgelstadt. 2., neu überarb. und erw. Aufl., Lübeck: Schmidt-Römhild 2004 ISBN 3-7950-1261-9, S. 36-46
  • Heinrich Christian Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt Lübeck und ihrer Umgebungen. Frankfurt a. M. 1822.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Zietz, S. 88.
  2. Baltzer/Bruns, S. 454.
  3. Baltzer/Bruns, S. 456.
  4. Baltzer/Bruns, S. 462.
  5. Baltzer/Bruns, S. 462 ff.
  6. Benannt nach dem - späteren - Erbbegräbnis des Ratsherrn Cordt Wolters († 1591).
  7. Benannt nach dem Ratsherrn Bernhard Darsow († 1479), fertiggestellt 1485.
  8. Erbaut zwischen 1506 und 1509, geweiht 1515 von Bischof Johannes VIII. Grimholt. 1717 als Erbbegräbnis an Wulf Christian von Ahlefeldt († 1722).
  9. Erworben 1743 von dem dänischen Kammerherrn Karl von Holstein († 1767), er war Schwiegersohn v. Ahlefeldts.
  10. Baltzer/Bruns, S. 464
  11. Beide sind etwa baugleich mit der nachstehenden Vorrade-Kapelle entstanden; benannt nach dem Begräbnis der Familie des Christoph Gensch von Breitenau (1715).
  12. Benannt nach dem Ratsherrn Dietrich Vorrade († 1385), erbaut von seiner Witwe bis 1410; 1441 übergegangen an den Lübecker Bürgermeister Wilhelm von Calven.
  13. Erworben am 8. Februar 1759 von der Witwe des zwei Tage zuvor verstorbenen Seniors und Pastors M. Heinrich Scharbau.
  14. Albrecht #26, S. 114-122.
  15. Erste Erwähnung eines Lettners in Aegidien im Jahr 1420.
  16. Gustav Lindtke: Lübecker Bronzetaufen des Mittelalters. In: Der Wagen 1966, S. 53–62.
  17. Nähere Informationen zur Geschichte der Orgeln und zur derzeitigen [http(:)//www(.)kirche-in-luebeck(.)de/inhalt.asp?ID=24608&Zeit=05:40:59&BesucherID=59198559 Orgel der Aegidienkirche]
  18. Videoaufnahme der beiden kleineren Glocken im Turm (01′00″) auf YouTube.
  19. Videoaufnahme des Vollgeläuts (00′31″) auf YouTube.


53.86390555555610.689772222222Koordinaten: 53° 51′ 50″ N, 10° 41′ 23″ O