Zweiter Weltkrieg

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Zweiter Weltkrieg – Bündnisse Europa 1939–1945
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Kriegsverlauf in Europa (Animation)

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Zweiter Weltkrieg – Kriegsschauplätze im Pazifik bis 1942
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Pazifikraum: Maximale Ausweitung des japanischen Herrschaftsbereichs

Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 war der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den „bislang größten militärischen Konflikt“[1] in der Geschichte der Menschheit dar. Im Kriegsverlauf bildeten sich zwei militärische Allianzen, die als Achsenmächte und Alliierte bezeichnet werden. Direkt oder indirekt waren über 60 Staaten am Krieg beteiligt, über 110 Millionen Menschen standen unter Waffen.[2] Die Zahl der Kriegstoten liegt zwischen 60 und 70 Millionen (s. u. Opferzahlen). Gekennzeichnet wurde der Konflikt unter anderem durch Blitzkriege, Flächenbombardements und den bisher einzigen Einsatz von Atomwaffen sowie Holocaust, Porajmos und zahllose Kriegsverbrechen.

Der Zweite Weltkrieg begann mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Zu diesem Zeitpunkt führte Japan bereits einen Grenzkrieg gegen die Sowjetunion (1938/39), und in Ostasien befand es sich mit China seit dem Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke am 7. Juli 1937, wenn nicht gar seit dem Mukden-Zwischenfall am 18. September 1931, im Pazifikkrieg. Ohne die Ereignisse in Europa wäre dieser jedoch isoliert geblieben; zudem hat sich Japan nicht direkt an den in Europa begonnenen Feindseligkeiten beteiligt.[3]

Bis Mitte 1941 wurde der Konflikt von der deutschen Wehrmacht in Europa vorwiegend als Eroberungskrieg geführt. Nach Polen wurden in kurzen, konzentriert geführten Feldzügen Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, der Großteil Frankreichs, Jugoslawien und Griechenland erobert und besetzt. Die Gebiete wurden teils ins Deutsche Reich eingegliedert, teils mit vom Deutschen Reich abhängigen Regierungen beherrscht und wirtschaftlich ausgebeutet. Juden, Oppositionelle und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus verdächtigte Personen wurden planmäßig verschleppt, zur Zwangsarbeit herangezogen oder sofort ermordet. Großbritannien war von der Kapitulation Frankreichs (22. Juni 1940) bis zum deutschen Angriff auf die Sowjetunion (22. Juni 1941) Deutschlands einzig verbliebener europäischer Kriegsgegner. Dieses Durchhalten der Briten, das von Churchills Standfestigkeit gegenüber Adolf Hitler angeführt wurde, war von großer, wohl mitentscheidender Bedeutung für den Verlauf des Zweiten Weltkrieges.[4] Das nationalsozialistische Deutsche Reich führte den Krieg gegen die UdSSR als einen Vernichtungskrieg.[5] Hitler gilt dabei als treibende Kraft. Bereits in Mein Kampf hatte er die Vorstellung der Eroberung von „Lebensraum im Osten“ weiterentwickelt, indem er sie mit Sozialdarwinismus, Rassenideologie, Antisemitismus und Antibolschewismus verknüpfte. Immer wieder betonte er, dass er Osteuropa bis zum Ural als Ergänzungs- und Siedlungsraum für ein künftiges „Großgermanisches Reich“ begriff.[6] Die Rote Armee konnte den Vormarsch der Wehrmacht im Winter 1941/42 vor Moskau erstmals abwehren. Nachdem die Rote Armee im Winter 1942/43 einen erneuten Vormarsch bei Stalingrad stoppen konnte, drängte sie die Invasoren nach und nach zurück. Im Juni 1944 gelang ihr dann die Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte, womit die deutsche Niederlage unausweichlich geworden war. Bis Ende 1944 hatte sich die geschlagene Wehrmacht an die Reichsgrenzen zurückgezogen.

Mit dem Kriegseintritt des Königreichs Italien an der Seite des Deutschen Reiches im Juni 1940 wurde auch Nordafrika zum Kriegsschauplatz. Italienische Truppen mussten in Ägypten gegen britische Verbände empfindliche Verluste hinnehmen und verloren auch die Kontrolle über Italienisch-Ostafrika. Das ab Februar 1941 an den Kämpfen beteiligte Deutsche Afrikakorps konnte zwar die Niederlage der Achsenmächte in Nordafrika verzögern, aber nicht abwenden.[7] Im November 1942 landeten anglo-amerikanische Truppen in Nordafrika und zwangen die deutschen und italienischen Truppen in Tunesien zur Kapitulation (Mai 1943). Nach der Landung auf Sizilien (Juli 1943), in der Normandie (Juni 1944) und in Südfrankreich (August 1944) führten US-amerikanische, britische, kanadische und französische Truppen auch in Kontinentaleuropa einen Landkrieg gegen die Truppen der Wehrmacht.[8] Italien stand ab Oktober 1943 offiziell auf der Seite der Alliierten.[9] Ab Oktober 1944 drangen alliierte Truppen im Westen auf das Gebiet des Deutschen Reiches (Aachen) vor, und im Januar 1945 rückte die Rote Armee nach Ostpreußen vor. Mit Durchhaltebefehlen trieb die politische und militärische Führung derweil die deutschen Truppen noch im Frühjahr 1945 weiter in einen längst verlorenen Krieg, wodurch auf beiden Seiten noch Hunderttausende von Menschen getötet wurden.[10] Am 25. April 1945 stießen an der Elbe US-amerikanische Truppen auf sowjetische Truppen. Am 8. Mai 1945 (VE-Day) trat die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft, der Krieg in Europa war damit beendet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stieg die Sowjetunion neben den USA in den Rang einer Supermacht auf.[11]

Einen Tag nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 erklärten die USA dem Kaiserreich Japan den Krieg; der Konflikt wurde zum Weltkrieg, als Hitler am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg erklärte, obwohl er dazu nach dem Dreimächtepakt nicht verpflichtet war. Die UdSSR blieb gemäß dem Neutralitätsabkommen vom 13. April 1941 gegenüber Japan vorerst neutral. In der Arcadia-Konferenz (Dezember 1941/Januar 1942) wurde der Schwerpunkt der US-amerikanischen und britischen Kriegsanstrengungen auf die Bekämpfung des Deutschen Reichs gelegt. Die US-Rüstungsindustrie baute in Rekordzeit neue Schiffe für die Pazifikflotte der United States Navy, die ab Mitte 1942 in kombinierten See-Luftschlachten der japanischen Marine schwere Verluste zufügen konnte. Japanische Truppen hatten bis dahin Hongkong, Britisch-Malaya,[12] die Philippinen, Teile Burmas, Niederländisch-Indien und Teile von Neuguinea erobert.[13] Thailand wurde von Indochina aus besetzt und zur Kriegserklärung an die USA gezwungen. Die Schlacht um Midway Anfang Juni 1942, in der die japanische Marine vier ihrer sechs großen Flugzeugträger verlor, brach die japanische Überlegenheit im See-Luft-Krieg und bewirkte die Wende im Pazifikkrieg. Bis 1945 kämpften sich die US-Truppen im Zuge des sogenannten Island Hopping immer näher an die vier Hauptinseln Japans heran, wobei große Teile von Südostasien weiter von japanischen Truppen besetzt blieben. Von Tinian aus starteten die beiden Bomber, die im August 1945 je eine Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki abwarfen. Am 2. September 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Japans.

Der Zweite Weltkrieg veränderte grundlegend die politischen und sozialen Strukturen der Welt. Die Organisation der UN wurde gegründet, deren ständige Mitglieder im Sicherheitsrat die Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkriegs, USA, Sowjetunion, China, Großbritannien und Frankreich, wurden. Die USA und die Sowjetunion wurden zu Supermächten, deren Rivalität zum Kalten Krieg führte. Die europäischen Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich verloren ihre Großmachtstellung, und die meisten ihrer afrikanischen und asiatischen Kolonien wurden unabhängig.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Benito Mussolini und Adolf Hitler, München 1938

In den Jahren von 1920 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus beziehungsweise Rechtsextremismus zunehmend die politische Macht. In Italien riss Benito Mussolini bereits 1922 mit dem Marsch auf Rom die Macht an sich. In Deutschland wuchs der Nationalsozialismus ab etwa 1930 zur Massenbewegung heran. Am 30. Januar 1933 wurde ihr und ihren rechtskonservativen Verbündeten die politische Macht übergeben: Adolf Hitler wurde vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er bildete aus Nationalsozialisten und Deutschnationaler Volkspartei das Kabinett Hitler.

Die Revision der internationalen Ordnung nach dem Versailler Vertrag, bereits ein Ziel früherer deutscher Regierungen, gehörte zum Programm der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten. Mit der 1935 vollzogenen Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Deutschen Reich und der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht (ebenfalls 1935), dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland im März 1936, dem „Anschluss“ Österreichs (März 1938) und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchner Abkommen (30. September 1938) wurde die Friedensordnung des Versailler Vertrages schrittweise zunichte gemacht. Begünstigt wurde dies durch die britische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit dem nationalsozialistischen Deutschland abzielte. Selbst nach dem Einmarsch in die sogenannte Rest-Tschechei im März 1939 gab es lediglich Proteste auf britischer und französischer Seite. Kurz darauf gab Litauen unter dem Druck der Verhältnisse das Memelland an Deutschland zurück, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen 'Schutzvertrag' eng an Deutschland gebunden. Großbritannien und Frankreich wollten das deutsche Expansionsstreben eingrenzen und gaben am 31. März 1939 eine Garantieerklärung für Polen ab, die kurze Zeit später in ein förmliches Bündnis umgewandelt wurde.

Bereits im Oktober 1935 griff Italien, das enge Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte, Äthiopien an und besetzte am 7. April 1939 Albanien.

In Spanien bekämpften sich von 1936 bis 1939 im Spanischen Bürgerkrieg eine hauptsächlich durch Republikaner, Sozialisten und Kommunisten geführte Volksfrontregierung und Anhänger einer durch General Francisco Franco geführten Militärrevolte. Die Sowjetunion und zunächst auch die französische Volksfront lieferten der „Volksfront“ Waffen und Kriegsmaterial, während Italien und Deutschland die Truppen der Nationalisten Francos unterstützen. Die deutsche Regierung entsandte zu diesem Zweck die Legion Condor, die italienische die Corpo Truppe Volontarie (CTV), welche entscheidend zum Sieg des Franquismus beitrugen.

Josef Stalin und Joachim von Ribbentrop, Moskau 23. August 1939

Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung stärker wurde. Japan verstand sich als Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an Arbeitskräften, das die Nachbarländer boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugutekommen. Das Hauptinteresse galt zunächst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus. Ende 1936 schlossen Deutschland und Japan den Antikominternpakt. Mitte 1937 begann Japan den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg.

Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, später „Hitler-Stalin-Pakt“ genannt. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte „Interessensphären“ beschlossen. Dies lief letztlich hinaus auf die Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion sowie die einseitige Eroberung und Besetzung weiterer Gebiete (unter anderem der baltischen Staaten und Finnlands) sowie weiter Teile Rumäniens durch die UdSSR.

Kriegsziele und -führung der Großmächte

Die Möglichkeit, dass ein umfassender Krieg eintreten könnte, wurde von den Großmächten einkalkuliert, so dass sie entsprechende Vorbereitungen trafen. Die Kriegsvorbereitungen umfassten daher beispielsweise die Bevorratung von kriegswichtigen Ressourcen und Gütern sowie die Ausdehnung von Zivilschutzprogrammen.[14]

Achsenmächte

Deutschland

Im europäischen Kontext war der Zweite Weltkrieg ein vom nationalsozialistischen Deutschland ausgelöster Raub-, Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem langfristigen Ziel, ein unangreifbares deutsches Großreich aus eroberten und abhängigen Gebieten zu schaffen. Das von Beginn an anvisierte Ziel war eine deutsche Weltmachtstellung und die „rassische Neuordnung des [europäischen] Kontinents“.[15] Dabei vermischten sich klassische machtpolitische mit rassenideologischen Motiven. Hierzu zählten einerseits die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ mit Umsiedlung oder Vernichtung der dort lebenden, als „rassisch minderwertig“ angesehenen, vorwiegend slawischen Völker, andererseits die „Endlösung der Judenfrage“, das Tarnwort für die Vernichtung der Juden im Machtbereich des Nationalsozialismus. Beides wurde durch die antisemitische Vorstellung eines „jüdischen Bolschewismus“ als Teil einer Verschwörung des „Weltjudentums“ begründet, das in Gestalt der Sowjetunion als Bedrohung der Lebensgrundlagen der „arischen Rasse“ und der durch sie repräsentierten europäischen Zivilisation gesehen wurde.

Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollte die Volksgruppe der Slawen den Deutschen zunächst unterworfen und das eroberte Osteuropa von deutschen Siedlern, sogenannten Wehrbauern, nutzbar gemacht werden. Nach Vernichtung ihrer Elite sollten die slawischen Völker für immer ein Reservoir an ungebildeten und gehorsamen Land- und Hilfsarbeitern stellen. Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Nur Weißrussen, Ukrainer und baltische Völker wurden als lebenswerte Völker eingestuft, jedoch galt nach den Worten Alfred Rosenbergs, „dem Russentum werden sicher sehr schwere Jahre bevorstehen“.[16]

Die deutsche Strategie sah die Nutzung einer politisch und zeitlich begrenzten Gelegenheit zur strategischen Offensive vor („Blitzkrieg“). Sie verfolgte militärische, rassisch-hegemoniale, wirtschaftliche und diplomatische Ziele. In militärischer Hinsicht sollte der Blitzkrieg einen raschen und ausgiebigen Raumgewinn ermöglichen, um der sich abzeichnenden Überlegenheit der gegnerischen Rüstung zuvorzukommen. Damit stellte diese Strategie eine spezielle Ausprägung des Bewegungskriegs in Kombination mit der Entscheidungsschlacht[17] dar, die auf deutsche Erfahrungen im Ersten Weltkrieg zurückgriff. In wirtschaftlicher Hinsicht sollte sie Ressourcen schonen, um die Industriekapazitäten nicht zu Ungunsten der Konsumwirtschaft zu belasten. In der deutschen Bevölkerung sollte keine Unzufriedenheit wegen einer möglichen materiellen Verknappung entstehen. Zur Sicherung der „Heimatfront“ und im Sinne einer optimalen Nutzung der eroberten Kapazitäten wurde ein Zweifrontenkrieg zunächst vermieden.[18] Drittens sollte die Ausplünderung der besetzten Territorien, vor allem in Ostmittel- und Osteuropa, die Versklavung ihrer Bewohner zugunsten des Deutschen Reiches und seiner „arischen“ Bevölkerung die rassisch motivierten Hegemonialvorstellungen des Nationalsozialismus verwirklichen. Die diplomatische Gewinnung von europäischen und außereuropäischen Verbündeten sollte diese Hegemonialstellung absichern, vor allem im Hinblick auf die geplante oder erwartete Auseinandersetzung mit den „Flügelmächten“ USA und Sowjetunion.

Die Empörung über den Versailler Vertrag, insbesondere die harten und als ungerecht empfundenen Reparationsforderungen, sowie die einseitige Schuldzuweisung an die Mittelmächte, fanden sich in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung wieder. Die Revision des Versailler Vertrags und die Rückkehr des Deutschen Reiches in den Kreis der Großmächte war stets mit besonderem Nachdruck von der deutschen Generalität, dem monarchistisch und antirepublikanisch gesinnten Teil des deutschen Bürgertums und der wirtschaftlichen Elite angestrebt worden. Für die Nationalsozialisten war dies lediglich ein Etappenziel.

In der geheimen Denkschrift zum Vierjahresplan forderte Hitler im August 1936, die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfähigkeit der Wirtschaft seien innerhalb von vier Jahren herzustellen, um eine kriegerische „Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und Ernährungsbasis“ für das Deutsche Reich zu erzielen.[19] Hierfür formulierte er zwei unterschiedliche Szenarien: Ersteres sollte bis 1944/45 bei ungünstiger politischer und militärischer Entwicklung, letzteres bis 1941/42 bei entsprechend günstigeren Aussichten erreicht werden. Am 5. November 1937 präzisierte er vor den militärischen und außenpolitischen Führungskräften seine Kriegsziele.[20]

Japan

Seit seiner Modernisierung im Zuge der Meiji-Restauration im Jahre 1868 strebte das japanische Kaiserreich eine territoriale Ausdehnung auf dem asiatischen Kontinent an, die ihm vor allem der Sicherung wichtiger Rohstoffe dienen sollte. Seine Bemühungen konzentrierten sich besonders auf China, das Japan aufgrund seiner wirtschaftlichen und innenpolitischen Situation als schwach ansah. Von einer expansiven Dynamik ermutigt, die mit dem Vertrag von Tientsin begann, sich durch den Sieg im Russisch-Japanischen Krieg fortsetzte und zunächst in der Besetzung der Mandschurei gipfelte, betrachtete Japan die zunehmenden Spannungen in Europa als Gelegenheit, dem wachsenden Einfluss der Vereinigten Staaten von Amerika in Ostasien entgegenzutreten. Zu den geostrategischen Spannungen kamen die häufige Einmischung der Streitkräfte in die Angelegenheiten der zivilen Führung und eine wechselseitige kulturelle Aversion zwischen breiten Bevölkerungsschichten in Japan und den Vereinigten Staaten. Dies veranlasste die Bundesregierung der Vereinigten Staaten nach Beginn des Pazifikkrieges beispielsweise zur Internierung japanischstämmiger Amerikaner.[21]

Japan sah sich, ähnlich dem Deutschen Reich in Europa, einer sich im Laufe der Jahre verschlechternden strategischen Ausgangslage in Ostasien gegenübergestellt. Ursache war vor allem seine bündnispolitische Isolation. Dem vorwiegend amerikanischen Unwillen, die japanische Ausdehnung in der Region hinzunehmen, schlossen sich China, die Sowjetunion und die Kolonialmächte grundsätzlich an. Konkret sah sich das japanische Kaiserreich in einem vierfachen geostrategischen Kontext bedroht.[22] Im Osten war dies die Pazifikflotte der Vereinigten Staaten, im Norden die Sowjetunion. Auch ein Mangel an Gegenwehr anderer Großmächte änderte wenig an der latenten Bedrohung durch China im Westen sowie Australien, Neuseeland, Niederländisch-Indien und den Philippinen im Süden. Sie lagen auf amerikanischen und britischen Marschrouten und waren aufgrund ihrer räumlichen Ausdehnung als Operationsbasen geeignet.

Diese geostrategische Ausgangslage veranlasste die japanische Führung, ähnlich wie Deutschland, zu einer Mischung diplomatischer Instrumente mit einem Bewegungskrieg. Sie schloss daher nach gescheitertem Vordringen auf sowjetischem Gebiet im Jahre 1938/39 mit der UdSSR einen Nichtangriffspakt. Der Angriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte auf Pearl Harbor, deren Aufbau angesichts der Einschränkungen des Washingtoner Flottenabkommens qualitativ ausgerichtet war, beabsichtigte vor allem, der Marine der Vereinigten Staaten angesichts ihrer zunehmenden Rüstung einen Schlag von strategischem Ausmaß zu versetzen. Auch in Südostasien selbst konzentrierte sich Japan im ersten Schritt auf die Neutralisierung konzentrierter militärischer Ressourcen, beispielsweise der Ansammlung von B-17-Langstreckenbombern auf den Philippinen und rückte auf Australien vor. Die dann folgende umfangreiche japanische Invasion Südostasiens diente zum einen der Beschaffung von Rohstoffen, vorrangig von Erdöl, und zum anderen, den USA den Nachschubweg nach Australien abzuschneiden.

Alliierte

Westmächte

An der Westfront sahen die Kriegsplanungen der Westmächte, dem Ersten Weltkrieg ähnlich, im Wesentlichen eine Abnutzung des Deutschen Reiches vor, die vor allem die Bombardierung und Blockade des deutschen Wirtschaftskreislaufes umfasste.[17]

Sowjetunion

Die Sowjetunion eignete sich nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa bewusst Lehren der vorangegangenen deutschen Aufrüstung an. Zu Lande folgte sie dem deutschen Beispiel der Heeresgruppe, deren Kernstück mobile und schwer gepanzerte Divisionen bildeten, und gründete zentral koordinierte Luftflotten, die durch deutliche Verbesserung im Informationsfluss eine zielgerichtete Luftnahunterstützung ermöglichten. Stalin delegierte nach der vorangegangenen, politisch motivierten Dezimierung des Offizierskorps die operative Führung wieder an einen Flaggoffizier, Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow, dessen überdurchschnittliche Kompetenzen die erfolgreiche Führung von mehreren Millionen Mann ermöglichten.[23]

Kriegsverlauf in Europa

Vom Angriff auf Polen bis zur Niederlage Frankreichs, September 1939 bis Juni 1940

In manchen Darstellungen, jedoch geschichtswissenschaftlich umstritten, wird der Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 als eigentlicher Beginn des Zweiten Weltkrieges angegeben.

In der ersten Phase des Krieges eroberte Deutschland Polen (September 1939), Dänemark und Norwegen (April/Mai/Juni 1940) sowie die Niederlande, Belgien und Frankreich (Mai/Juni 1940). Gerade die schnelle Niederlage Frankreichs kam für die meisten Menschen unerwartet, nicht zuletzt auch für Josef Stalin.[24] Dennoch erreichte Hitler sein Hauptziel nicht, Großbritannien aus dem Krieg herauszuhalten, zur Aufgabe zu zwingen oder militärisch zu besiegen. Dies wurde spätestens im Oktober 1940 deutlich. Großbritannien blieb der einzige Staat, der vom Beginn des Krieges an durchgehend handlungsfähiger Gegner Deutschlands war.

Deutscher Angriff auf Polen 1939

Hauptartikel: Polenfeldzug
Polenfeldzug 1939

Das erste unmittelbare Kriegsereignis war der Angriff auf Polen am 1. September 1939 um 4:45 Uhr.

Die persönliche Weisung Hitlers (Geheime Kommandosache Nr. 170/39) vom 31. August 1939 enthielt folgende Passagen:

„Der Angriff gegen Polen ist nach den für Fall Weiß getroffenen Vorbereitungen am 1.9.39 um 4 Uhr 45 zu führen. […] Im Westen kommt es darauf an, die Verantwortung für die Eröffnung von Feindseligkeiten eindeutig England und Frankreich zu überlassen. […] Eröffnet England und Frankreich die Feindseligkeiten gegen Deutschland, so ist es Aufgabe der im Westen operierenden Teile der Wehrmacht unter möglichster Schonung der Kräfte die Voraussetzung für den siegreichen Abschluss der Operation gegen Polen zu erhalten. […] Die von uns Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz zugesicherte Neutralität ist peinlich zu achten. […] Die Ostsee ist gegen feindlichen Einbruch zu sichern. Die Entscheidung, ob zu diesem Zweck die Ostsee-Eingänge mit Minen gesperrt werden dürfen, trifft Ob. d. M. [Abk. für: Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Anm.] […] Die Kriegsmarine führt Handelskrieg mit dem Schwerpunkt gegen England. […] Die Angriffe gegen das englische Mutterland sind unter dem Gesichtspunkt vorzubereiten, dass unzureichender Erfolg mit Teilkräften unter allen Umständen zu vermeiden ist.“[25]

Diesem Angriff ging keine formale Kriegserklärung voraus.

Deutsche Soldaten stellen die Zerstörung eines polnischen Schlagbaums an der Grenze zur Freien Stadt Danzig nach, 1. September 1939

Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der bekannteste ist der vorgetäuschte Überfall auf den Sender Gleiwitz von als polnische Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen am 31. August. Dabei verkündeten diese in polnischer Sprache über Radio die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.

Den militärischen Angriff begann das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein auf die polnische Stellung „Westerplatte“ in Danzig. Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete mit der Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 2. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.

Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die britisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff eine eigene Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Rest-Tschechei“ gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Dieser Angriff aus dem Westen blieb tatsächlich aus, jedoch erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg.

Zusammentreffen deutscher und sowjetischer Soldaten in Lublin, September 1939
Russische Offiziere in Przemyśl am 1. Oktober 1939

Am 17. September, nach der Zerschlagung der organisierten polnischen Verteidigung durch die Wehrmacht, dem Zusammenbruch des polnischen Staates und der Flucht der polnischen Regierung nach Rumänien, begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Übereinstimmung mit dem geheimen Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Dabei besetzte die Rote Armee Teile Ostpolens (in erster Linie die Westukraine, den westlichen Teil Weißrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf organisierten militärischen Widerstand zu stoßen. Dennoch fielen 3000 sowjetische Soldaten. Erst am 18. Dezember 1939 erklärte die Polnische Exilregierung den Kriegszustand mit der Sowjetunion. Großbritannien und Frankreich schlossen sich dem nicht an.

Am 28. September kapitulierten rund 100.000 polnische Soldaten in der Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September vollständig von deutschen Truppen eingeschlossen und am 27./28. September einem intensiven Bombardement ausgesetzt worden waren. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin. Polens letzte Truppen kapitulierten am 6. Oktober nach der Schlacht bei Kock.

Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das eroberte Gebiet durch eine Demarkationslinie, was als die „Vierte Teilung Polens“ in die Geschichte einging. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement unter der Leitung von Hans Frank.

Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Besatzer gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden wurden Opfer der nationalsozialistischen Rassen- und Vernichtungspolitik. Im östlichen Teil Polens wurden zahlreiche „Klassenfeinde“ von den sowjetischen Besatzern in den Gulag deportiert.

Die auf einen schnellen Sieg ausgelegte – und hierbei erfolgreiche – Taktik beim Angriff auf Polen förderte die Verwendung des Begriffs „Blitzkrieg“ und prägte die weitere Kriegführung Deutschlands bis Ende 1941.

Stellungskrieg an der Westfront 1939

Hauptartikel: Sitzkrieg
Premierminister Neville Chamberlain erklärt Deutschland am 3. September 1939 den Krieg
Text der Rede (englisch)
Lautsprecherwagen der NSDAP an der Front am Oberrhein, 1939

Am 3. September erklärten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark befestigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als „Sitzkrieg“ (französisch: „drôle de guerre“,[26] englisch: „phony war“[27]) bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte die Propagandamaschinerie an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen“ zu.

Am 27. September erging eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, des sogenannten „Falls Gelb“. Bis zum 29. Oktober waren die Planungen abgeschlossen. Sie sahen vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.

Letztlich fand jedoch 1939 kein Angriff statt, da aufgrund schlechter Witterungsbedingungen und viel größerer Verluste in Polen als erwartet (22 % Verluste bei Kampfflugzeugen, 25 % bei Panzern) der Angriff insgesamt neunundzwanzigmal verschoben wurde.

Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg 1939/1940

Hauptartikel: Winterkrieg
Leuchtspurmunition über der finnisch-sowjetischen Grenze, Dezember 1939

Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kirill Merezkow im so genannten Winterkrieg die 950 Kilometer lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1500 Panzern und 3000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Sowjetunion unterschätzte die Finnen. Sie verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann.

Erst nach umfassenden Umgruppierungen und Verstärkungen konnte die Rote Armee im Februar 1940 eine entscheidende Offensive beginnen und die finnischen Stellungen durchbrechen.[28]

Schweden unterstützte Finnland indirekt, ohne allerdings seine Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht zustande, da diese beiden Staaten nicht noch einen weiteren Kriegsgegner haben wollten. Das Deutsche Reich sympathisierte zwar mit Finnland, eine militärische Unterstützung erfolgte jedoch wegen des bestehenden Nichtangriffspakts mit der Sowjetunion nicht.

Ein Friedensvertrag, der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland große Teile Kareliens an die Sowjetunion abtreten musste, darunter mit Wyborg auch die damals zweitgrößte Stadt Finnlands. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Krieg gegen die Sowjetunion teil, um die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Eine wesentliche Folge des Winterkriegs war, dass Stalin mit einer Reorganisation der Roten Armee begann, in deren Verlauf auch Offiziere rehabilitiert wurden, die im Zuge des Großen Terrors nach Sibirien verbannt worden waren. Diese Reorganisation trug erheblich dazu bei, dass die Rote Armee 1941 mehr Kampfkraft hatte als die Deutschen es erwartet hatten.

Besetzung Dänemarks und Norwegens April 1940

Hauptartikel: Unternehmen Weserübung
Norwegen und Westfeldzug 1940

Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Ausfall der Eisenerzeinfuhren aus Frankreich (lothringische Minette), deckten die Erzlieferungen aus dem neutralen Schweden 40 Prozent des deutschen Bedarfs. Diese wurden von den schwedischen Abbaugebieten mit der Erzbahn zum ganzjährig eisfreien Verladehafen Narvik in Nord-Norwegen transportiert. Norwegen war daher für das Deutsche Reich von außerordentlichem wirtschaftlichem und militärischem Wert. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen stören und frühestmöglich abschneiden (Altmark-Zwischenfall), weswegen am 5. Februar 1940 beim obersten franko-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart worden war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erging eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde das Unternehmen Weserübung endgültig beschlossen. Es sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten.

Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfred statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite das Unternehmen Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte Kriegsmarine mobilisiert und die Hälfte der gesamten deutschen Zerstörerflottille in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision in Narvik.

Panzerspähwagen der Wehrmacht in Viborg (Dänemark), April 1940
Wehrmachtssoldaten beim Kampf um ein brennendes Dorf in Norwegen, April 1940

In Großbritannien hielt die militärische Führung eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, sodass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte am 12. April aus strategischen Gründen die dänischen Färöer im Nordatlantik.

Am 13. April versenkten neun Zerstörer und das Schlachtschiff HMS Warspite bei einem zweiten britischen Angriff die restlichen acht noch im Ofotfjord vor Narvik befindlichen deutschen Zerstörer. Zwei Leichte Kreuzer der Kriegsmarine und zahlreiche Frachter konnten von britischen U-Booten und Flugzeugen der Royal Air Force versenkt werden.

Am 17. April landeten die Alliierten schließlich bei Narvik und setzten die Truppen der Wehrmacht durch gleichzeitigen massiven Beschuss durch Schiffe der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, darunter polnische Soldaten und Teile der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet. Die Alliierten eroberten Narvik und drängten die Gebirgsjäger der Wehrmacht in die Berge zurück.

Inzwischen verbesserte sich das Wetter in Norwegen, sodass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 3. Mai vor Namsos ein britischer und ein französischer Zerstörer versenkt.

Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und den wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen Soldaten der Norwegischen Streitkräfte, woraufhin das Unternehmen Weserübung abgeschlossen war.

Norwegen unter deutscher Besatzung wurde Reichskommissariat und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler eine Invasion befürchtete. Im Februar 1942 wurde eine Marionettenregierung unter Vidkun Quisling eingesetzt.

Westfeldzug Mai/Juni 1940

Hauptartikel: Westfeldzug

Regierung und Militärs in Frankreich vertrauten auf die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen deutschen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt. Die ursprünglichen deutschen Pläne, die eine Umgehung im Norden ähnlich dem „Schlieffenplan“ vorsahen, fielen jedoch im Januar durch ein verirrtes Kurierflugzeug den Belgiern in die Hände.

Ein neuer Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er, durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen.

Nach der Landung in Brand geschossene Flugzeuge Ju 52 in Delft, 10. Mai 1940
Deutsche Truppen in Brüssel, 1940

Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände („Fall Gelb“) mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche Divisionen standen rund 137 alliierten gegenüber. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil ihrer Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber nach anfänglichen Erfolgen wegen starker Attacken deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben.

Die Niederländer waren nach ihrer Neutralität im Ersten Weltkrieg noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, sodass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Nach Beginn des deutschen Angriffs gingen Königin Wilhelmina und die Regierung am 13. Mai 1940 ins Exil nach London. Der Befehl zur Kapitulation der niederländischen Armee war am 14. Mai 1940 unterwegs; die Nachricht davon erreichte die deutschen Kommandostellen jedoch zu spät, um die Bombardierung Rotterdams am selben Tag zu verhindern.[29] Die niederländischen Streitkräfte kapitulierten am 15. Mai 1940. Als Reichskommissar für die Niederlande setzte Hitler Arthur Seyß-Inquart ein, der sein Amt am 19. Mai 1940 antrat.

Zerstörter Häuserblock in Châlons-sur-Marne, Mai 1940

Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A erhielten jedoch am 24. Mai den Befehl, den Vormarsch zu stoppen. Dieser wurde erst nach mehr als drei Tagen aufgehoben. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl waren damals unklar, und selbst noch heute ist das „Rätsel Dünkirchen“ in der historischen Forschung umstritten. Erklärungsansätze waren ein für Panzer wenig geeignetes Gelände, der Vortritt für Hermann Görings Luftwaffe oder eine bewusste Schonung der Briten. Es handelte sich vermutlich jedoch um Kompetenzgerangel und einen Denkzettel Hitlers an eigenmächtige Generäle.

Am 27. Mai begann die Operation Dynamo, die Evakuierung der alliierten Soldaten, an der etwa 1.200 Seefahrzeuge teilnahmen. Über 366.000 Soldaten, darunter 139.911 Soldaten der französischen Armee, konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe bis zum 4. Juni evakuiert werden.[30] Aus militärischer Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung fast des gesamten britischen Expeditionskorps ermöglichte, einen schweren taktischen und vor allem in der Rückschau folgenreichen Fehler dar. Die Fähigkeit zur Fortsetzung des Krieges wäre nach dem Verlust des Expeditionskorps für Großbritannien deutlich schwieriger geworden, da es sich um erfahrene Berufssoldaten handelte. So ging den Alliierten nur das am Strand zurückgelassene Kriegsmaterial verloren, das leichter ersetzt werden konnte.

Deutsche Soldaten vor dem Arc de Triomphe du Carrousel in Paris, 1940

Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Der „Fall Rot“, so der deutsche Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, die eigentliche Schlacht um Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Am 10. Juni trat Italien auf Seiten Deutschlands in den Krieg ein und begann am 21. Juni eine Offensive an der Alpenfront, obwohl die Regierung Pétain am 20. Juni Italien um Waffenstillstand gebeten hatte.

Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um ihre Zerstörung zu verhindern, wurde sie zur offenen Stadt erklärt und kampflos von den französischen Truppen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie, und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.

Himmler, Offizier der Waffen-SS, Hitler, Göring, Raeder, v. Ribbentrop, Heß vor dem Wagen von Compiègne

Als am 17. Juni ein Waffenstillstandsgesuch von Philippe Pétain, dem Ministerpräsidenten der neu gebildeten französischen Regierung, in Hitlers Hauptquartier eingetroffen war, wurde der Führer von Keitel[31] als „der größte Feldherr aller Zeiten“ bezeichnet.[32] Der Waffenstillstand wurde am 22. Juni 1940 im Wald von Compiègne von Keitel und dem französischen General Charles Huntziger unterzeichnet.[33] Er trat am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli diese im algerischen Hafen Mers-el-Kébir bei Oran unter Beschuss.

Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert, in dem über 135.000 alliierte und etwa 46.000 deutsche Soldaten ihr Leben verloren. Die Schweiz konnte ihre Unabhängigkeit wahren und wurde nie Ziel einer deutschen Offensive (→ Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg). Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: Der Norden und Westen Frankreichs war deutsch besetzt; hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest und La Rochelle wurden die wichtigsten Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Marschall Philippe Pétain regierte von Vichy aus den so genannten „État français“ als Marionettenstaat des Deutschen Reichs. Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, später jedoch begnadigt.

Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes als „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.

Von der Kapitulation Frankreichs bis zum Angriff auf die Sowjetunion, Juni 1940 bis Juni 1941

Trotz der Kapitulation der französischen Regierung ging der Krieg weiter, da Großbritannien Hitlers sogenanntes Friedensangebot vom 19. Juli 1940 nicht annahm.[34] Obwohl der Ausgang des Krieges mit Großbritannien noch völlig offen war, verkündete Hitler schon am 31. Juli den Generälen seine grundsätzliche Absicht, für 1941 einen Angriff auf die Sowjetunion vorbereiten zu lassen. Kurz darauf, am 17. September, verschob er das Unternehmen Seelöwe auf eine unbestimmte Zeit.[35]

Hitler bemühte sich, seine Herrschaft über das „Neue Europa“ zu konsolidieren und durch weitere Bündnisse mit Spanien, Frankreich (Vichy-Regime), Ungarn, Rumänien und Bulgarien abzusichern. Franco und Pétain widersetzten sich aber einem formellen Bündnis mit Deutschland.

Luftschlacht um England 1940/1941

Hauptartikel: Luftschlacht um England
Bordkamera einer Spitfire zeigt Leuchtspurmunition, die eine He 111 trifft, über England am 25. September 1940

Als „Luftschlacht um England“ bezeichnete die nationalsozialistische Propaganda die Vorbereitung einer Invasion Großbritanniens (Unternehmen Seelöwe) durch Ausschaltung der Royal Air Force durch die deutsche Luftwaffe. Hitler glaubte nicht an den Erfolg eines solchen Unternehmens und zog einen Friedensschluss mit Großbritannien vor, freilich nur, wenn es die ehemals deutschen Kolonien zurückgeben und auf Einfluss in Europa verzichten würde.[36]

In den zwei Jahren zwischen dem Münchner Abkommen und der „Luftschlacht um England“ hatten die Briten ihre Luftverteidigung verbessert. An der Süd- und Ostküste der Britischen Insel wurden „Chain Home“-Radarstationen installiert. Die britische Industrie konnte in den drei Monaten vor dem Beginn des 2. Weltkrieges mehr als 1400 Jagdflugzeuge produzieren. Die Royal Air Force (RAF) warb erfolgreich Piloten aus dem Commonwealth, Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei an, denn auf einen Piloten der RAF kamen sechs deutsche.[37]

Durch deutsche Angriffe zerstörte Gebäude in London während des Zweiten Weltkrieges

Am 2. Juli begann Göring die Luftschlacht mit einer begrenzten Offensive gegen die Schifffahrt im Ärmelkanal. Dowding nahm die Herausforderung nicht an. Die erste Hauptphase begann Mitte August. Die RAF sollte durch die Vernichtung ihrer Flugzeuge in der Luft zerschlagen werden, während die Bekämpfung der Schifffahrt weiterging. In der ersten Schlacht am 13. August vernichteten britische Jäger 45 deutsche Flugzeuge und verloren selbst nur 13. Vom 16. bis zum 18. August erlitt die Luftwaffe wieder schwere Verluste. 296 deutsche und 95 britische Flugzeuge gingen verloren. Die RAF hatte den Vorteil, dass die Piloten der abgeschossenen Maschinen nicht jedes Mal für sie verloren waren, sofern sie sich mit dem Fallschirm retten konnten. Jetzt erkannte Göring seinen Fehler, dass er nicht alles daran gesetzt hatte, die RAF in der Luft zu schlagen. Das war in der zweiten Phase vom 19. August bis zum 6. September sein Operationsziel. Deutsche Jäger (von belgischen Flugplätzen) kamen bei Tage und Bomber (von nordfranzösischen Flugplätzen) in der Nacht. Die RAF konzentrierte sich auf die Abwehr der deutschen Bomber. In der Anfang September beginnenden dritten Phase konzentrierte die Luftwaffe ihre Angriffe auf London. Hitler sprach bezeichnenderweise von Vergeltung und völliger Vernichtung, nachdem in der Nacht zum 26. August auf Befehl Churchills die RAF einen Angriff mit 60 Bombern auf Berlin geflogen hatte, der kaum Schäden verursacht hatte. Am 7. September griff die Luftwaffe die Londoner Docks mit 300 Bombern und 600 Jägern an, aber die Luftwaffe verlor wieder mehr Flugzeuge als die 21 britischen Jagdstaffeln, die London verteidigten. Am 15. September erreichten die deutschen Angriffe, von den Briten The Blitz genannt, ihren Höhepunkt mit zwei Tagesangriffen. Die RAF setzte praktisch alles ein, was sie hatte. Die deutschen Bomber wurden dezimiert und die Jäger abgewiesen. Die Entscheidung, London anzugreifen, gilt als ein großer strategischer Fehler Hitlers und Görings mit weit reichenden Folgen, denn viele weitere Angriffe auf London bis zum Jahresende mit durchschnittlich 160 Bombern bewirkten, militärisch besehen, wenig, waren aber für die Luftwaffe äußerst verlustreich. Am 17. September 1940 verschob Hitler die Operation „Seelöwe“ auf unbestimmte Zeit. Am 13. Februar 1941 brachte Großadmiral Erich Raeder ihn dazu, einem völligen Verzicht zuzustimmen.[38]

Die Luftwaffe setzte im Winter und Frühjahr ihre Nachtangriffe fort, nicht um die Invasion vorzubereiten, sondern um die Industrie zu treffen und die Bevölkerung zu demoralisieren. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 1940 waren die Motorenfabriken in Coventry Ziel eines Angriffs der Luftwaffe, wobei durch Brandbomben auch drei Viertel der Wohngebiete getroffen wurden.[39] Der Begriff „coventrieren“, eine Wortprägung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels, fand daraufhin Eingang in den deutschen Militärjargon.[40]

Die Bombardements Londons, Coventrys[41] und weiterer englischer Städte töteten bis zum Jahresende 1940 etwa 23.000 Zivilisten. Allein in London starben bei 57 Nachtangriffen zwischen dem 9. September 1940 und dem Neujahrstag 1941 14.000 Menschen. Im Oktober 1940 hatte die Luftwaffe 1733 Kampfflugzeuge verloren, die RAF 915.[42] „Eine vorsätzliche Bombardierung ziviler Ziele ist den Luftwaffenakten nicht zu entnehmen. […] Die politischen Führungen allerdings wussten, dass ihre Waffe Produktion und Produzenten, Industrie und Stadt, Industrie und Industriearbeiterkind nicht unterschied.“[43]

„Die Luftschlacht endete als militärisches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage ersten Ranges für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.“[44] Mitentscheidend für den Misserfolg der Luftwaffe waren die Fehleinschätzung der Effektivität der britischen Radaranlagen und des Leitsystems sowie die mangelnde Reichweite der deutschen Jagdflugzeuge. Außerdem fertigten die britischen Flugzeugwerke mehr Maschinen als die deutschen.

Mit dem Ende der Luftschlacht „war auch die Invasion geplatzt.“[45] Am 18. Dezember 1940 gab Hitler seine formelle Weisung für das Unternehmen Barbarossa heraus, „auch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen.“[46] Hitlers Entschluss war auch dadurch geprägt, „London via Moskau“ doch noch zu besiegen.[47] Ab Mai 1941 gingen die deutschen Luftangriffe auf Großbritannien deutlich zurück, weil Bomber und Jagdflugzeuge für den bevorstehenden Angriff auf die Sowjetunion gebraucht wurden.

Hitlers Bündnispolitik

Nachdem der Kriegsgegner Großbritannien nicht besiegt werden konnte, suchte Hitler nach einem Ausweg. In Hitlers Vorstellung boten sich zwei Möglichkeiten an: ein Angriff auf Englands Positionen im Mittelmeer oder ein Angriff auf die Sowjetunion, deren Ausbeutung als „Lebensraum im Osten“ seit langer Zeit fester Bestandteil von Hitlers Ideologie war.[48]

Philippe Pétain, Paul-Otto Schmidt, Adolf Hitler und Joachim von Ribbentrop in Montoire-sur-le-Loir, 24. Oktober 1940

Zunächst wandte er sich der Mittelmeeroption zu. Spaniens Diktator Franco war im Juni 1940 noch bereit gewesen, in den Krieg an deutscher Seite einzutreten. Er forderte dafür Gibraltar, Französisch-Marokko, Oran und Vergrößerung der Kolonien Spanisch-Sahara und Spanisch-Guinea sowie vorherige umfangreiche Lieferungen von Waffen, Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Hitler hielt Spaniens Unterstützung damals nicht für nötig und ließ ausweichend antworten. Als er sich am 23. Oktober in Hendaye mit Franco traf, zeigte Hitler nunmehr ein viel größeres Interesse am Kriegseintritt Spaniens, den er für Januar 1941 vorschlug. Spanische und deutsche Truppen sollten im Unternehmen Felix Gibraltar erobern. Franco und auch Súñer, dessen Schwiegersohn und späterer Außenminister, waren jedoch nicht mehr von der baldigen Niederlage Großbritanniens überzeugt. Sie ließen sich nicht zu unbedachten Schritten verleiten und wiederholten absichtlich überzogene Forderungen nach der Lieferung von Waffen. Hitler wiederum musste hinsichtlich der spanischen Kolonialwünsche in Nordafrika Rücksicht auf Vichy-Frankreich nehmen. Franco war daher lediglich mit der Unterzeichnung eines Protokolls einverstanden, in dem Spanien seine Bereitschaft erklärte, Mitglied des Dreimächtepakts zu werden und in den Krieg einzutreten – unter dem Vorbehalt, dass der Zeitpunkt noch gemeinsam festgesetzt werden sollte. Damit war die Abmachung für Hitler praktisch wertlos.[49] Im internen Kreis „wütete“ er über das „Jesuitenschwein“ und den „falsche[n] Stolz des Spaniers“.[50]

Wie in Hendaye hinsichtlich Spaniens, so blieb auch in Montoire hinsichtlich Frankreichs offen, ob es zu einer konkreten Zusammenarbeit kommen würde. Hitler wollte, wenn schon nicht eine Kriegserklärung an England, so wenigstens die Verteidigung der französischen Kolonien in Nordafrika und Nahost gegen Angriffe der FFL und der Briten erreichen sowie die Überlassung von Stützpunkten an der afrikanischen Mittelmeer- und Atlantikküste für den Seekrieg gegen Großbritannien. Marschall Pétain stimmte im Prinzip einer Zusammenarbeit mit dem Reich zu, lehnte aber indirekt einen Kriegseintritt Frankreichs ab, indem er den Ministerpräsidenten Laval darauf hinweisen ließ, dass auch nach der neuen französischen Verfassung eine Kriegserklärung nur durch Parlamentsbeschluss ausgesprochen werden könne. Ein solcher Beschluss sei aber fraglich, denn das Parlament sei noch vor 1940 zusammengesetzt worden. (Begegnung in Montoire, 24. Oktober 1940).[51] Das Ergebnis war für Hitler im Kampf gegen Großbritannien bedeutungslos.[52]

Italien hingegen war im Juni 1940, kurz vor der französischen Kapitulation, Hitlers Kriegsverbündeter geworden. Zusammen mit Japan schlossen Mussolini und Hitler am 27. September 1940 in Berlin den Dreimächtepakt, der gegenseitigen Beistand bei der Gewinnung der Hegemonie über Europa (Deutschland und Italien) beziehungsweise Asien (Japan) vorsah. Die Bestimmungen richteten sich nicht gegen die Sowjetunion; vor allem sollten die USA von einem Kriegseintritt abgehalten werden. Obwohl der Pakt ein großer propagandistischer Erfolg war, blieb er für die Bildung einer aktiven Front gegen Großbritannien ohne sofortige Wirkung.[53]

In Osteuropa gewann Hitler Rumänien als Verbündeten hinzu, das für ihn wegen der strategischen Lage und der Erdölfelder äußerst wertvoll war. Zwar ließ er die Sowjetunion das nach dem Ersten Weltkrieg verlorene Bessarabien einfordern, wie im Hitler-Stalin-Pakt vorgesehen. Doch Hitler garantierte im Sommer 1940 Rumäniens Bestand, das seinerseits aus dem Völkerbund austrat.

Italienischer Parallelkrieg im Mittelmeerraum und Ostafrika 1940/1941

Italienische Kriegsgefangene während der Operation Compass, Januar 1941

Mussolini hoffte, dass nach dem deutschen Achsenpartners nun auch Italien militärische Erfolge erringen könne, obwohl König Viktor Emanuel III. noch 1939 die realistische Einschätzung vertreten hatte, das Heer befinde sich in einem erbärmlichen Zustand und die Offiziere würden nichts taugen. Nachdem Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eingetreten war, ließ Mussolini britische Positionen im Mittelmeer[54] sowie in Nord- und Ostafrika angreifen.[55] Nach geringen italienischen Anfangserfolgen (Invasion Ägyptens und Britisch-Somalilands) ging im Spätsommer und Herbst 1940 die Initiative verloren, und die Gegenoffensive von britischen und Commonwealth-Truppen (Operation Compass) führte zu einer verheerenden Niederlage in Ägypten und im Gebiet zwischen Tobruk und der libysch-ägyptischen Grenze sowie zum Verlust Italienisch-Ostafrikas. 130.000 italienische Soldaten gerieten in britische Gefangenschaft. Im Februar 1941 reagierte Hitler mit der Entsendung des Deutschen Afrikakorps (Unternehmen Sonnenblume), um wenigstens zu verhindern, dass Italien die Kolonie Libyen verlor.

Die Großmachtambitionen Mussolinis waren bereits seit den 1930er Jahren auch auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober 1940 griffen italienische Verbände das Königreich Griechenland an (Griechisch-Italienischer Krieg). Mussolini glaubte an einen raschen Sieg, doch stattdessen entwickelte sich der Krieg zu einem Fiasko. Die griechischen Truppen waren gut organisiert und kannten sich in dem schwierigen Gelände aus. Binnen vierzehn Tagen hatte sich der erwartete Triumph in eine Demütigung für Mussolinis Regime verwandelt, als die Angreifer bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt worden waren.

Noch bedeutsamer war, dass die Position der Achse im Wüstenkrieg (Nordafrika) ernstlich geschwächt wurde, weil angesichts des sich anbahnenden Debakels dringend benötigte Truppen von dort nach Griechenland verlegt wurden. Dabei war Nordafrika von größter Bedeutung: „Wären die schwachen britischen Truppen aus Ägypten und vom Suezkanal vertrieben worden, hätte der Weltkrieg einen anderen Verlauf genommen.“[56] Hitler war über Mussolinis Entschluss nicht informiert worden. Mussolini war nämlich über Hitler verärgert, weil dieser kürzlich zuvor die Stationierung deutscher Truppen in Rumänien angeordnet hatte, um rumänische Ölgebiete zu sichern.

Balkanfeldzug 1941

Hauptartikel: Balkanfeldzug (1941)
Balkanfeldzug 1941

Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete Hitler dem Königreich Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März wurde zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren antideutsche Demonstrationen und ein Staatsstreich des serbischen Offizierskorps gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, woraufhin der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.

Diese unerwartete Wendung führte zu Hitlers Entscheidung, auch Jugoslawien anzugreifen. Er rechtfertigte den Angriff als Vergeltung gegen eine serbische „Verbrecherclique“ in Belgrad.[57] Die deutsche Propaganda nannte den Überfall „Bestrafung“.[58] Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffe begann, Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen (→ Luftangriff auf Belgrad). Der weitere Vormarsch erfolgte wie in einem geplanten Manöver. Bereits am 10. April wurde Zagreb besetzt, wo am gleichen Tag der Unabhängige Staat Kroatien ausgerufen wurde. Belgrad wurde am 13. April von deutschen Truppen besetzt. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber die Kapitulation der jugoslawischen Armee.

Zerstörungen in Belgrad, 1941

Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurde die griechische Armee in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.

Die in Griechenland stationierten britischen Verbände bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, woraufhin die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Kreta und Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht in Athen ein.

Einmarsch deutscher Truppen in Athen, Mai 1941

Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeinvasion von Kreta (→ Unternehmen Merkur). Am Invasionstag, dem 20. Mai 1941, brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten nach Kreta. Die deutschen Fallschirmjäger bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, sodass viele bereits im Flug getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da viele Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation für die Angreifer. Die Alliierten, darunter Neuseeländer und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich mit etwa 17.000 Mann absetzen mussten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.

Vom Entstehen der Ostfront bis zur Westfront, Juni 1941 bis Juni 1944

Die Absicht, die Sowjetunion zu überfallen, erörterte Hitler bereits im Juli 1940, parallel zu den Invasionsplänen gegen Großbritannien, mit dem Wehrmachtführungsstab. Zu diesem Zeitpunkt hoffte Hitler noch, dass Großbritannien über kurz oder lang aufgeben würde und er auf der Basis einer „Verständigung mit England“ alle Kraft nach Osten werfen könne, um sein großes Ziel anzugehen, „Lebensraum im Osten“ zu erobern.[59] Am 18. Dezember 1940 erfolgte die Weisung, im Mai 1941 die Sowjetunion anzugreifen. Hintergrund dieser Entscheidung war auch die Erkenntnis der Unmöglichkeit einer Landung auf der britischen Insel, solange Luftwaffe und Marine dazu zu schwach waren. Wenn auch nicht alleiniges Motiv, so stand doch der Wunsch dahinter, London via Moskau zum Ausscheiden aus dem Krieg zu zwingen. Ein Angriff auf die Sowjetunion wurde von Hitler als wenig riskant angesehen, weil er die politische Stabilität der Sowjetunion und deren militärisches Potential unterschätzte.[60] Mit seiner Unterschätzung des sowjetischen Militärpotentials stand Hitler nicht alleine da; fast alle seine Befehlshaber teilten sie ebenfalls.[61]

Mit dem Angriff auf die Sowjetunion, dem Unternehmen Barbarossa, entstand am 22. Juni 1941 eine neue Front im Osten Deutschlands. Sie wurde (neben der japanisch-chinesischen) die am längsten bestehende Front im Zweiten Weltkrieg, die die meisten Opfer forderte. Die deutschen Truppen eroberten riesige Gebiete des europäischen Teils der Sowjetunion; zusammen mit unmittelbar nachrückenden Einheiten der SS und Einsatzgruppen hatten sie den Auftrag, die Gebiete rücksichtslos auszubeuten, einen Teil ihrer Einwohner zu töten und die anderen zur Zwangsarbeit zu zwingen. Dabei wurden systematisch viele Zehntausende Juden umgebracht.

Ein halbes Jahr später wurden auch die USA, die allerdings bereits zuvor Großbritannien indirekt unterstützt hatten, durch Hitlers Kriegserklärung offizieller Kriegsgegner Deutschlands. Amerika brauchte Zeit, seine Wirtschaft auf den Krieg umzustellen. Eine Konfrontation der deutschen mit anglo-amerikanischen Landstreitkräften fand erstmals im November 1942 in Nordafrika statt (Operation Torch).

Krieg gegen die Sowjetunion bis zur Schlacht von Stalingrad, Juni 1941 bis Oktober 1942

Hauptartikel: Deutsch-Sowjetischer Krieg
Russlandfeldzug 1941–1942

Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand erst am 22. Juni 1941 statt. Obwohl Berechnungen auf deutscher Seite zeigten, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie entlang Pskow, Kiew und der Krim möglich war, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. Hier zeigte sich dessen gefährliche Unterschätzung der Sowjetunion, die schon nach der Kapitulation Frankreichs im Juni 1940 zum Ausdruck gekommen war (s. o.). Für den Überfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten auf Murmansk, den Hafen und die dortige Eisenbahnverbindung, die „Murmanbahn“. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren 600.000 Soldaten aus verbündeten, neutralen und besetzten Staaten[62] in geschlossenen Großverbänden bis zur Ebene von Armeen und unter der Befehlsgewalt ihrer eigenen Offiziere. Später kamen 30 000 Freiwillige aus neutralen und besetzten Gebieten (u. a. Polen, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Russland, Kaukasus) hinzu, meist Repräsentanten rechtsradikaler oder faschistischer Strömungen in ihren Heimatländern.[63]

Lagebesprechung im Hauptquartier der Heeresgruppe Süd in Poltawa, 1. Juni 1942

Am frühen Morgen des 22. Juni 1941, zwischen 3:00 Uhr und 3:30 Uhr, begann der Angriff gegen die Sowjetunion.[64] Obwohl ihm mehrere ernst zu nehmende Hinweise, u. a. von Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack und Richard Sorge, zugegangen waren,[65] blieb Stalin davon überzeugt, dass Hitler die Sowjetunion nicht vor einem Sieg über Großbritannien angreifen werde.[66] Der Angriff wurde von 153 deutschen Divisionen, darunter 19 Panzer- und 12 motorisierten Divisionen, auf einer Frontlänge von 1600 km zwischen der Ostsee und den Karpaten geführt. Zwei Divisionen operierten von Finnland aus. Die militärischen Befehlshaber der Roten Armee waren nicht auf diese bisher größte militärische Offensive der Weltgeschichte mit 3,2 Millionen deutschen Soldaten eingestellt. Innerhalb einer Woche kamen Soldaten aus den verbündeten Staaten Rumänien, Italien, Slowakei und Ungarn[67] sowie Finnland hinzu, das kein Bündnis mit Deutschland hatte,[68] und Wert auf die Feststellung legte, dass es gegen die Sowjetunion einen «Fortsetzungskrieg» zur Rückeroberung der 1940 abgetretenen Gebiete führe.[69] Die Rote Armee umfasste im Juni 1941 rund 5 Millionen Soldaten, von denen aber nicht alle an der sowjetischen Westgrenze stationiert waren. Viele der sowjetischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vorankommen konnten. Die Fähigkeit der sowjetischen Streitkräfte, zum damaligen Zeitpunkt einen Angriff oder einen Krieg gegen Deutschland zu führen, muss auch nach neueren Erkenntnissen stark bezweifelt werden. Der erste Wehrmachtbericht am Morgen des 22. Juni 1941 erweckte dagegen den Eindruck, sowjetische Truppen seien nach Ostpreußen eingedrungen.[70] Er unterstützte damit die Präventivkriegslegende der NS-Propaganda, die den Angriff als Verteidigungskrieg darstellte. Tatsächlich war der Überfall auf die Sowjetunion im Wesentlichen ein ideologisch verbrämter Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem von Hitler bereits Jahre zuvor formulierten Ziel der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“. Damit war „ein blockadefestes Großimperium“ bis zum Ural und über den Kaukasus hinaus gemeint.[71]

Sowjetische Soldaten bei der Bergung eines Verwundeten bei Leningrad, Oktober 1941

Am 22. Juni mittags verlas der sowjetische Außenminister Molotow im Rundfunk eine Rede, in der er den Ausbruch des Krieges bekannt gab. Erst elf Tage später richtete sich Josef Stalin am 3. Juli mit einer Rundfunkansprache an das Volk.[72] Davor war Minsk eingeschlossen und wenig später besetzt worden. Hitler beharrte gegenüber dem OKH lange Zeit auf dem Vorrang der Eroberung der Ukraine anstelle Moskaus. Trotz siegreicher Kesselschlachten scheiterte der Plan Barbarossa bereits im August 1941, weil aus diesen Schlachten dennoch große Teile des Gegners entkamen und sich neu formierten, der Überraschungseffekt des Überfalls abflaute, die deutschen Verluste zunahmen und Hitlers „Zickzack der Anordnungen“ zur Schwerpunktbildung bei der Heeresgruppe Mitte oder der Heeresgruppe Süd sich häuften.[73] Erst nach der Einnahme Kiews wurde am 2. Oktober der Vorstoß auf Moskau wieder aufgenommen. Doch schon im Oktober begann es zu regnen, im November setzte Frost mit minus 22° Celsius ein. Daraufhin verlangsamte sich die deutsche Offensive, sie blieb immer häufiger in Schlamm oder Schnee stecken, und der Angriff auf Moskau kam am 5. Dezember wegen arktischer Temperaturen von bis zu minus 50° Celsius und der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr zum Erliegen. Am Tag darauf setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen, für den Winterkrieg ausgerüsteten Einheiten aus Fernost unter dem Befehl von General Georgi Konstantinowitsch Schukow ein, wodurch eine Eroberung der Hauptstadt Moskau durch deutsche Truppen verhindert wurde. Die Flucht der Heeresgruppe konnte zwar durch einen unbedingten Haltebefehl Hitlers gestoppt werden, aber sein Ziel, „die Sowjetunion in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen“,[74] war verfehlt, „Barbarossa“ gescheitert.[75] Die verlorene Schlacht um Moskau war der geopolitische Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges, „die eigentliche Zäsur“,[76] weil die Serie der deutschen Blitzkriege abriss. Die Wehrmacht verlor bis Ende Januar 1942 rund ein Drittel ihrer Soldaten. Eine Million Gefallene, Verwundete oder Vermisste konnten nur zur Hälfte ersetzt werden. Noch weit stärkere Verluste hatte die Rote Armee mit bis zu diesem Zeitpunkt rund 3,3 Millionen Gefangenen, einer nicht näher bekannten Zahl von Toten sowie 2,2 Millionen Verwundeten und Kranken.[77]

Deutsche Soldaten in einem brennenden Dorf bei Mahiljou, 16. Juli 1941

Finnland versuchte im Fortsetzungskrieg, mit deutscher Unterstützung die im Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurückzuerobern. Nachdem es dieses Ziel im Sommer 1941 erreicht hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern besetzte bis Dezember 1941 umstrittene, nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete.

Als Reaktion auf den deutschen Angriff marschierten britische und sowjetische Truppen am 25. August 1941 im Rahmen der Anglo-Sowjetischen Invasion in den Iran ein. Ziel des Angriffs waren zum einen die Sicherung der Ölförderung der Anglo-Iranian Oil Company und zum anderen die Übernahme der Transiranischen Eisenbahn, um die sowjetischen Truppen auch auf dem Weg über den Iran mit britischem und US-amerikanischem Militärgerät versorgen zu können.

Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die wichtigsten Großbetriebe der Rüstungsproduktion wurden unerreichbar für die deutsche Luftwaffe an den Ural in Städte wie Ufa und Tscheljabinsk verlegt. Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt.

Sowjetische Soldaten bei der Verteidigung eines Dorfes im Kaukasus, Juni 1942

Hitlers „Weisung Nr. 41“ vom 5. April 1942 („Fall Blau“) legte für die Sommeroffensive fest, dass zunächst Stalingrad an der Wolga, dann der Kaukasusraum bis zur türkischen und iranischen Grenze erobert werden sollte, um die dortigen Erdölzentren in die Hand zu bekommen. Zunächst trat aber im Südabschnitt der Front die Rote Armee zum Gegenangriff an. In der Schlacht bei Charkow wurden im Mai 1942 die angreifenden sowjetischen Verbände vollständig eingeschlossen. Erneut geriet fast eine Viertelmillion sowjetischer Soldaten in Gefangenschaft. Von Mai bis Juli wurden Sewastopol und die Halbinsel Kertsch auf der Krim erobert, die als Sprungbrett für die Offensive bis zum Kaukasus dienen sollten. Dabei gerieten 150.000 Rotarmisten in Gefangenschaft. Weil im Juni 1942 auch Tobruk in Nordafrika fiel (→ Unternehmen Theseus), weckte die NS-Propaganda nach der Krise im Winter nun wieder große Hoffnungen auf einen baldigen Gesamtsieg.[78]

Zerstörter Hafen von Sewastopol, Juli 1942

Ende Juni 1942 begann die Sommeroffensive im Süden der Ostfront zwischen Kursk und Taganrog am Asowschen Meer, deren Bedeutung Hitler noch einmal am 1. Juni 1942 auf einer Oberbefehlshaber-Besprechung in Poltawa (Heeresgruppe Süd) herausgestellt hatte: „Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren.“[79] Am 3. Juli überschritten deutsche Kräfte den Don bei Woronesch. Zwanzig Tage später konnte Rostow am unteren Don erobert werden, doch blieb die Gefangenenzahl gering, da die Rote Armee – im Gegensatz zu 1941 – einen strategischen Rückzug hinter den Don, die Wolga bei Stalingrad und zum westlichen und mittleren Kaukasus einleitete.[80] Am selben Tag änderte Hitler die „Weisung Nr. 41“ so ab, dass statt des vorgesehenen Nacheinanders nunmehr gleichzeitige Vorstöße gegen Stalingrad und ins Kaukasusgebiet vorgesehen waren.

Nachschubkonvoi der Alliierten in Persien

Die Heeresgruppe Süd wurde daher in die Heeresgruppe A (→ Kaukasus) und Heeresgruppe B (→ Stalingrad) geteilt. Die schwächere Heeresgruppe B bekam die Aufgabe zugeteilt, Stalingrad zu erobern und danach die Wolga hinunter bis Astrachan am Kaspischen Meer vorzudringen. Die Heeresgruppe A, die gemäß der Operation Edelweiß die Ölquellen von Maikop, Grosny und Baku erobern sollte, rückte bis Noworossijsk am Schwarzen Meer vor, nahm auch den Westkaukasus und das nördlich davon gelegene Maikop ein, dessen Ölanlagen aber systematisch und fachmännisch zerstört worden waren. Die Tatsache, dass die vollständige Zerstörung der ökonomischen Infrastruktur eine Nutzung der Ölquellen im Nordkaukasusgebiet unmöglich machte, war viel mehr als die spätere Schlacht um Stalingrad eine strategische Wende für den Krieg im Osten.[81]

Das nächstgelegene und wichtige Erdölgebiet von Grosny, dessen Besitz Hitler als wesentlich für die Weiterführung des Krieges ansah, wurde nicht erreicht. Damit wurde Mitte August deutlich, dass das operative Ziel der Heeresgruppe A nicht erreicht worden war; der Angriff auf die Passhöhen des Kaukasus musste Ende August 1942 eingestellt werden.

Einfluss- und Herrschaftsbereich der Achsenmächte im September 1942

Der Weg zum Persischen Korridor, über den amerikanisches Kriegsmaterial in die Sowjetunion transportiert wurde, blieb versperrt. Als Hitler mit Goebbels im Führerhauptquartier Werwolf bei Winniza (Ukraine) unter vier Augen sprach, war er dagegen übertrieben optimistisch: Man werde auch Kleinasien erobern und danach den Iran, den Irak sowie Palästina, um derart die Briten von ihrer Ölversorgung abzuschneiden. Beim baldigen Angriff auf Stalingrad erwarte er die Eroberung der Stadt innerhalb von acht Tagen.[82] Die bisherigen Verluste (mehr als 1 Million Soldaten seit Beginn des Russlandfeldzuges),[83] gigantische Überdehnung der Front, unzureichender Nachschub und massiver sowjetischer Widerstand ließen indes den Vormarsch der Heeresgruppen A und B Anfang September 1942 zum Stillstand kommen. Deswegen kam es zu einer Führungskrise im deutschen Oberkommando, in deren Verlauf der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, Feldmarschall Wilhelm List, und der Generalstabschef des Heeres, Generaloberst Franz Halder, von Hitler entlassen wurden. Hitler übernahm selbst (bis zum 22. November 1942) den Oberbefehl der Heeresgruppe, Nachfolger Halders wurde General Kurt Zeitzler.[84]

Am 4. Oktober 1942 besprachen Vertreter des sowjetischen Oberkommandos, Georgi Schukow und Alexander Wassilewski, mit den Befehlshabern der um Stalingrad eingesetzten Fronten (sowj. Armeen) die geplante sowjetische Umfassungsoperation, durch die die deutsche 6. Armee im Raum zwischen Wolga und Don eingeschlossen und vernichtet werden sollte.

Verhaftete Mitglieder der Résistance in Frankreich

Partisanenkrieg

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen wurde in den verschiedenen Staaten Europas eine Umgestaltung entsprechend den nationalsozialistischen besatzungspolitischen, rassenideologischen und bevölkerungspolitischen Vorstellungen eingeleitet, die die Besatzer mit allen Mitteln der Repression durchzusetzen versuchten. Das betraf vor allem den politischen und militärisch-politischen Widerstand und die jüdische Minderheit, die im gesamten deutschen Machtbereich zum Objekt von Verfolgung und Vernichtung wurde.

Mit dem Generalplan Ost entstand unter Heinrich Himmler als dem Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums ein umfassendes bevölkerungs- und siedlungspolitisches Konzept zur kolonialistischen „Germanisierung“ der besetzten und noch zu erobernden Ostgebiete. Besonders die Bevölkerung Polens, Serbiens, der Ukraine, Weißrusslands und Russlands sollte demnach „durchaus niedergehalten werden“. Aus der rücksichtslosen Ausplünderung dieser Gebiete ergab sich, dass Millionen der Hungertod drohte, was von den Planern hingenommen, wenn nicht begrüßt wurde. Nach der Entscheidung für den „Arbeitseinsatz“ als dem ökonomisch ergiebigeren Umgang mit der Bevölkerung vor allem der Sowjetunion wurden Millionen Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Repression und Ausbeutung stießen bald auf Widerstand.

Aussiedlung der polnischen Bevölkerung im deutsch besetzten Wartheland, 1939

In den Niederlanden streikten zum Beispiel die Polizei und die Eisenbahner. In Frankreich kam es zu bewaffneten Angriffen. In den Balkanstaaten und in Osteuropa war der Widerstand besonders stark und verteilte sich oft auf verschiedene Gruppierungen. Jugoslawische Partisanen unter der Führung von Tito konnten einzelne zusammenhängende Gebiete befreien, und in Griechenland kontrollierten Partisanen der ELAS, EDES und EKKA die Berge. In der Sowjetunion bekämpften kommunistische und anarchistische Gruppen das deutsche Besatzungsregime. Der Partisanenkrieg in der Sowjetunion war von der Roten Armee schon vor dem Krieg geplant worden; entsprechende Einheiten wurden aufgestellt, die nach der Eroberung eines Gebietes den Widerstand gegen die Besatzer im Hinterland der Front weiterführen sollten.

Hingerichtete Partisanen in der Sowjetunion, Januar 1943

Im Allgemeinen war der Partisanenkrieg durch zahlreiche Verstöße gegen das Kriegsrecht gekennzeichnet. Die Partisanen machten meistens keine Gefangenen oder zwangen sie zum Überlaufen. Auf deutscher Seite enthielt der Kommissarbefehl die Anweisung, Politkommissare der Roten Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln, sondern sie „nach durchgeführter Absonderung zu erledigen“.[85] So nahm der Partisanenkrieg in Osteuropa seinen Anfang als systematischer Ausrottungskrieg. In Griechenland (Kefalonia, Chortiatis), Frankreich (Oradour, Maillé) oder Italien (Marzabotto, Caiazzo) kam es zu vereinzelten Massakern an der Zivilbevölkerung.

Kriegseintritt der USA, Dezember 1941

Zerstörte Flugzeuge nach dem Angriff auf Pearl Harbor, 7. Dezember 1941

Die Vereinigten Staaten hatten in dem Konflikt zunächst formal Neutralität gewahrt. Die isolationistische Grundstimmung in der US-Bevölkerung ermöglichte es Präsident Roosevelt nicht, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzugreifen.

Japan nutzte den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa zur Besetzung des nördlichen Teils von Französisch-Indochina, zwang Großbritannien zur Schließung der Burmastraße und schloss im September 1940 in Berlin den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien, der dazu dienen sollte, die USA von einem Kriegseintritt abzuhalten. Der Kongress der USA schuf mit dem Leih- und Pachtgesetz vom 11. März 1941 die legale Grundlage für die vorher bereits praktizierte Unterstützung Großbritanniens. Am 31. Juli 1941 froren die USA, Großbritannien und die Niederlande die finanziellen Mittel Japans ein, was praktisch einem Embargo gleichkam. Dieses hatte fehlende Rohstofflieferungen aus Südostasien und den USA zur Folge, sodass die Führung des japanischen Kaiserreichs in einem Krieg gegen die USA, Großbritannien und die Niederlande die einzige Möglichkeit sah, ihre imperialistischen Ambitionen in Richtung Südostasien abzusichern.

Nach dem Angriff Japans auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 und den am 11. Dezember erfolgten Kriegserklärungen Deutschlands und Italiens befand sich das Land auch offiziell im Kriegszustand mit den Achsenmächten. Trotz des japanischen Angriffs und unmittelbar nach der Beantragung der Kriegserklärung an Japan im Kongress erinnerte Roosevelt seine Berater daran, dass Deutschland das Hauptziel bleibe.[86] Der Grundsatz „Germany first“ wurde während der Arcadia-Konferenz mit dem Entschluss, Deutschland als den gefährlichsten und von England und Russland auch einzigen direkt erreichbaren Gegner zuerst zu besiegen, bestätigt. Außerdem würde die Niederringung Deutschlands auch den Zusammenbruch Japans über kurz oder lang herbeiführen.[87] Zu ersten Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen kam es Ende 1942 in Nordafrika.

Siehe auch: Operation Jubilee
Erwin Rommel westlich von Tobruk, 16. Juni 1942

Kriegsschauplatz Nordafrika, 1940 bis 1943

Hauptartikel: Afrikafeldzug

Ähnlich wie auf dem europäischen Kriegsschauplatz mussten die Italiener in Nordafrika schwere Rückschläge gegen die Briten hinnehmen. Die italienische Offensive gegen Ägypten im September 1940 kam bereits nach 100 Kilometern infolge der Zerstörung der Nachschubbasen in Libyen und Ägypten zum Erliegen. In der folgenden britischen Gegenoffensive gerieten gegen Ende des Jahres 1940 130.000 Italiener in britische Gefangenschaft.

Der deutsche Generalleutnant Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Auftrag, mit zwei Infanteriedivisionen und einer Panzerdivision des neu aufgestellten Deutschen Afrikakorps den erfolglosen Bündnispartner bei dessen Verteidigung zu unterstützen. Rommel hielt eine defensive Haltung für unangebracht, stattdessen wollte er angreifen. Am 31. März begann Rommel den Vormarsch. Schon am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlibyschen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und dann beinahe kampflos geräumt worden war. Nach drei erfolglosen Angriffen musste Rommel vorerst die Eroberung Tobruks zurückstellen. Auch weitere Vorstöße konnten auf Grund von Versorgungsengpässen nicht durchgeführt werden, sodass beide Seiten zu einem Stellungskrieg übergingen. Im November 1941 griffen die Briten wieder an, wobei es der Besatzung von Tobruk endlich gelang, den Belagerungsring zu sprengen. Am 7. Dezember zog sich das Afrikakorps zur Gazala-Linie (60 km westlich von Tobruk) zurück. Nachdem Tobruk einer Eroberung durch das Afrikakorps widerstehen konnte, griff Rommel erst im nächsten Jahr wieder an.

Italienische Panzer M13/40 in Nordafrika, April 1941
Britischer Panzer Valentine in Nordafrika, April 1941

Am 26. Mai 1942 befahl Rommel das Unternehmen Theseus, um Tobruk zu erobern. Nach schweren Panzergefechten gelang es den Achsenmächten am 10. Juni Bir Hacheim einzunehmen. Danach wurden Stadt und Festung am 20. Juni besetzt, wofür Rommel als jüngster Offizier der Wehrmacht die Beförderung zum Generalfeldmarschall erhielt. Die deutschen und italienischen Erfolge wurden durch die Verlegung großer Teile der britischen Mittelmeerflotte in den Indischen Ozean begünstigt, die dort der japanischen Aggression Einhalt gebieten sollten.[88] Ziele des weiteren Vormarsches durch die Libysche Wüste waren Alexandria und der Sueskanal. Kurz vor der ägyptischen Bahnstation von El-Alamein hatten die Briten einen 7 Kilometer breiten Verteidigungsgürtel zwischen Mittelmeer und Qattara-Senke aufgebaut, in dem im Juli 1942 bei der ersten Schlacht von El-Alamein die Offensive der Achsenmächte steckenblieb. Am 23. Oktober 1942 befahl der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery den Gegenangriff zur zweiten Schlacht von El-Alamein. Das zahlenmäßig unterlegene Afrikakorps musste den Rückzug antreten.

Italienische und deutsche Soldaten auf dem Marsch in die Kriegsgefangenschaft, Tunesien 1943

Die Lage der deutschen Truppen in Nordafrika wurde aussichtslos, nachdem am 8. November 1942 in der Operation Torch alliierte Truppen in Casablanca und Algier gelandet und somit die deutschen und italienischen Truppen in Nordafrika von zwei Seiten in die Zange genommen waren. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand, am 23. Januar 1943 Tripolis.

Deutsche und italienische Truppen rückten im November 1942 in Tunesien ein, um den US-Amerikanern zuvorzukommen. Im Februar 1943 konnte Rommel den US-Amerikanern in der Schlacht am Kasserinpass nahe der tunesisch-algerischen Grenze eine schwere Niederlage zufügen, aber deren weiteres Vordringen nicht aufhalten.[89] Im März und April wurden die Truppen der Achsenmächte im Tunesienfeldzug eingekesselt. Lediglich an der Mareth-Linie wurde noch erbitterter Widerstand geleistet. Am 12. Mai 1943 – Rommel war inzwischen aus Nordafrika abberufen worden – kapitulierten dessen Nachfolger, General von Arnim, und sein Stab. Am 13. Mai ergab sich die italienische 1. Armee. 275.000 deutsche und italienische Soldaten gerieten bei Tunis in Kriegsgefangenschaft; weitere 40.000 waren seit November 1942 gefallen oder schwer verwundet worden. Die deutsche Bevölkerung reagierte entsetzt auf die hohen deutschen Verluste in Nordafrika, die als endgültige Kriegswende gedeutet wurden. Hinter vorgehaltener Hand sprach man von einem „zweiten Stalingrad“ oder von „Tunisgrad“.[90]

Von Stalingrad bis Berlin, Oktober 1942 bis April 1945

Deutscher Luftangriff auf Stalingrad, 1942
Das Zentrum von Stalingrad, 2. Februar 1943

Trotz der angespannten Kräfte- und Nachschubsituation hatte Hitler am 23. Juli 1942 in Abänderung des ursprünglichen Plans („Fall Blau“) und gegen teilweise erhebliche Bedenken der Generalität neben der südlichen Offensive in Richtung des Kaukasusgebietes eine gleichzeitige Offensive gegen Stalingrad befohlen (siehe auch Abschnitt Der Krieg gegen die Sowjetunion bis Stalingrad). Die Heeresgruppe Süd wurde deswegen in die Heeresgruppe A (→ Kaukasus) und Heeresgruppe B (→ Stalingrad) aufgeteilt. Ursprünglich sollte zuerst Stalingrad als Verkehrsknotenpunkt und danach das Kaukasusgebiet mit seinen Ölquellen erobert werden. Aus dem Nacheinander wurde die Gleichzeitigkeit zweier Offensiven mit gefährlich überdehnten Flanken. Eine deutsche Panzerabteilung erreichte am Abend des 23. August 1942 die Wolga; am selben Tag bombardierten 600 Maschinen der Luftwaffe Stalingrad und die ersten Einheiten der 6. Armee konnten in die Außenbezirke der Stadt eindringen. In erbitterten Einzelkämpfen in den Häusern und Straßen kamen die Deutschen nur unter hohen Opfern bei der Eroberung von Stalingrad voran. Schließlich beherrschte die 6. Armee zwar etwa 90 Prozent der in einen Trümmerhaufen verwandelten Stadt, die vollständige Inbesitznahme misslang jedoch. Einen schmalen Uferstreifen der Wolga am östlichen Stadtrand, an dem ständig neue Truppen angelandet wurden, konnten die sowjetischen Verteidiger unter hohen Verlusten halten.

Sowjetischer Soldat nach dem Sieg der Roten Armee in Stalingrad, Ende Januar/Anfang Februar 1943
Gegenoffensive 1943–1945

Am 19. November begann die Großoffensive der Roten Armee (Operation Uranus) gegen die rumänischen und deutschen Linien nordwestlich und südlich von Stalingrad. Wenige Tage später vereinigten sich die sowjetischen Panzerspitzen bei Kalatsch am Don. Damit war die 6. Armee eingekesselt. Die von Göring versprochene Luftversorgung war nicht durchführbar. Die deutschen Verbände waren recht unbeweglich und völlig unterversorgt. Ein Entsatzangriff der 4. Panzerarmee (Operation Wintergewitter), der bis zu 40 Kilometer an die Stadt heranführte, musste am 23. Dezember abgebrochen werden. Generaloberst Paulus schätzte einen Ausbruchsversuch wegen mangelnder Treibstoffreserven als unmöglich ein, fühlte sich an den Haltebefehl Hitlers gebunden und gab weder einen Befehl zum Ausbruch aus dem Kessel noch wollte er kapitulieren. Am 10. Januar 1943 eröffneten daraufhin sieben sowjetische Armeen den Angriff auf die Stadt. Bis zum 23. Januar eroberten sie die Flugplätze Pitomnik und Gumrak zurück. Am 24. Januar gelang es ihnen, den Kessel in eine nördliche und eine südliche Hälfte zu spalten. Am 25. Januar verließ die letzte Ju 52 den Behelfsflugplatz Stalingradski. Am 31. Januar ging Paulus, zwischenzeitlich zum Generalfeldmarschall befördert, angesichts der aussichtslosen Lage, in sowjetische Gefangenschaft, ohne eine Gesamtkapitulation der 6. Armee auszusprechen. Es folgten ungeregelte Teilkapitulationen von Einheiten des Südkessels, der Nordkessel kämpfte noch bis zum 2. Februar. In der Schlacht um Stalingrad kamen, je nach Quelle, zwischen 700.000 und 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Etwa 110.000 deutsche Soldaten gerieten in sowjetische Gefangenschaft. Schätzungen nennen 5.000 Wehrmachtssoldaten, die nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrten, unter ihnen Generalfeldmarschall Paulus, sein Stabschef und die meisten anderen hohen Offiziere.

Die Schlacht von Stalingrad war, nach der Niederlage gegen die Briten bei El-Alamein im Oktober 1942 (s. o.), die zweite, noch größere Katastrophe der deutschen Wehrmacht. Sie war der psychologische Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Von nun an ging es an allen Fronten unaufhaltsam zurück, und ab diesem Zeitpunkt nahmen die Zweifel der Deutschen am „Endsieg“ massiv zu, ungeachtet der Sportpalastrede von Goebbels am 18. Februar 1943 mit dem Aufruf zum „Totalen Krieg“ und der frenetischen Zustimmung ihrer ausgewählten Zuhörer. So kommt Heinz Boberach, der Herausgeber der Meldungen aus dem Reich, zu dem Befund, „dass mit der Niederlage von Stalingrad 1943 ein Stimmungsumschwung begonnen hat, der durch die Kapitulation der deutschen Truppen in Nordafrika (im Mai 1943) und die Steigerung der Luftangriffe noch verstärkt wurde“.[91] Am Morgen des 16. Februar wurde die Stadt Charkow von Truppen der Wehrmacht und Waffen-SS unter dem Befehl von SS-Obergruppenführer Paul Hausser gegen den Befehl Hitlers aufgegeben, um einer drohenden Einkesselung zu entgehen.

Mittl. Schützenpanzerwagen Sd. Kfz. 251 während der Operation Zitadelle, Juli 1943

Am 21. Februar begann jedoch eine deutsche Gegenoffensive. Bis zum 14. März wurde das Gebiet bis zum mittleren Donezk einschließlich Charkows zurückerobert. Dabei wurden erhebliche Geländegewinne erzielt, dem Gegner hohe Verluste beigebracht und wieder eine geschlossene Front hergestellt. Ein im Frühjahr 1943 potentiell bevorstehender Zusammenbruch der Ostfront wurde so verhindert. Eine weitere Offensive im Sommer, die Operation Zitadelle, sollte den Frontbogen bei Kursk ausräumen und große Teile der Roten Armee einkesseln und vernichten. Die Operation gipfelte in der größten Panzerschlacht der Geschichte. Der monatelang vorbereitete Angriff war jedoch von der Roten Armee vorausgesehen worden, die sich durch tiefe Verteidigungsstellungen vorbereitet hatte, und blieb nach einigen Tagen stecken. Der deutsche Vorstoß wurde auf dem Höhepunkt der Schlacht abgebrochen. Die sowjetische Gegenoffensive bei Orel, die ihrerseits das Ziel verfolgte, Teile der Heeresgruppe Mitte einzukesseln, und die Bindung deutscher Kräfte durch die am 10. Juli erfolgte Landung der Westalliierten auf Sizilien (Operation Husky) verhinderten eine Weiterführung der Offensive.

Die in der Operation Zitadelle verlorenen deutschen Panzerreserven konnten nicht mehr ersetzt werden, die Verluste bedeuteten damit die endgültige Kriegswende zugunsten der Sowjetunion. Nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten musste die Wehrmacht an der gesamten Front den Rückzug antreten, wobei auch die Schlacht um die Krim mit einer deutschen Niederlage endete. Weitere größere Schlachten waren die Schlacht am Dnepr und die Dnepr-Karpaten-Operation. Am Ende des Jahres 1943 war Kiew wieder in der Hand der Sowjetunion.

Rückzug deutscher Truppen am Ilmensee, Februar 1944

Am 14. Januar 1944 begann mit der sowjetische Leningrad-Nowgoroder Operation, dem Angriff auf den deutschen Belagerungsring um Leningrad, eine Serie von Angriffsoperationen, die die sowjetische Propaganda später als „Zehn Stalinsche Schläge“ bezeichnete. Die folgende sowjetische Frühjahrsoffensive brachte weitere Gebietsgewinne, und die Wehrmacht musste sich bis zum Peipussee zurückziehen. Am 12. Mai war die Krim wieder fest in sowjetischer Hand. Am 9. Juni begann die Offensive an der finnischen Front auf der Karelischen Landenge. Ende Juni kam dieser Angriff auf Höhe der alten Grenze von 1940 zum Stillstand.

Im Juni und Juli 1944 gelang der Sowjetunion mit der Operation Bagration die vollständige Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte. Sie gilt mit einem Verlust von 28 Divisionen der Wehrmacht als verlustreichste Niederlage in der deutschen Militärgeschichte. Die Rote Armee konnte bis kurz vor Warschau und zur Grenze Ostpreußens vorstoßen. Am 3. Juli eroberten die sowjetischen Truppen Minsk zurück, weiter südlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere sowjetische Offensive (Lwiw-Sandomierz-Operation) bis Lemberg an die Weichsel vor. Ab diesem Zeitpunkt war die Wehrmacht nur noch zu hinhaltendem Widerstand gegen die Rote Armee fähig.

Ungarische Soldaten mit PaK bei Straßenkämpfen, November 1944

Am 1. August begann der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee. Am 20. August marschierte die Rote Armee in der Operation Jassy-Kischinew in Rumänien ein, woraufhin am 23. August König Michael durch einen Staatsstreich den Diktator Ion Antonescu stürzte und am 24. August die rumänische Armee den Kampf an Deutschlands Seite einstellte. Als die Wehrmacht am 29. August aufgrund zunehmender Partisanenaktivitäten mit der militärischen Besetzung der Slowakei begann, brach dort der Slowakische Nationalaufstand aus, der von Teilen der slowakischen Armee getragen wurde. Die Erfolge der Sowjetunion zwangen die Wehrmacht zum Rückzug aus Griechenland, am 13. Oktober rückten britische Einheiten in Athen ein. Am 5. September nahm die Rote Armee Bulgarien ein; der Unterstützung durch die Sowjetunion sicher, führten die bulgarischen Kommunisten am 9. September eine gewaltsame Änderung der Staatsform herbei und übernahmen die Führung im Land.

Finnland schloss am 19. September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad. Im Norden zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurück. In Ostpreußen kam die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfänglichen Erfolgen zum Erliegen. In der Schlacht um Budapest wurde die ungarische Hauptstadt belagert, konnte aber erst am 11. Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen werden.

Flüchtlinge auf einem Schiff in Königsberg, 1945

Die Rote Armee stieß Anfang 1945 von Warschau (Befreiung am 17. Januar) aus nach Norden vor und schnitt damit Ostpreußen vom Rest des Reiches ab. Zehntausende flohen während der Schlacht um Ostpreußen über das zugefrorene Frische Haff nach Westen. Insgesamt gelangten über zwei Millionen Flüchtlinge über das Meer nach Westen. Im Zuge dieser Rettungsaktion (Unternehmen Hannibal) wurde am 30. Januar das ehemalige KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“ mit Tausenden von Menschen an Bord von dem U-Boot S-13 der Baltischen Flotte torpediert und ging auf Höhe von Stolpmünde unter, wo 11 Tage später die Steuben ebenfalls ein Opfer von S-13 wurde. Die Versenkungen der Gustloff, Steuben, Goya (16. Februar 1945) und Cap Arcona (3. Mai 1945) mit zusammen mehr als 20.000 Opfern gelten als die größten Katastrophen der Schifffahrt.

In der Schlacht um Königsberg besetzten die russischen Angreifer am 9. April endgültig die Stadt. Am 27. Januar erreichte die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau, das von der SS zuvor aufgegeben worden war. Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten Küstrin und damit die Oder.

Sowjetische Artillerie bei Berlin, April 1945

Nach der sowjetischen Weichsel-Oder-Operation stand die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der Oder und Neiße von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin. Bei den Seelower Höhen wurde eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges geschlagen (16. April – 18. April). Unterdessen wurde im Süden der sowjetische Belagerungsring um Breslau am 15. Februar geschlossen, das erst am 6. Mai in die Hände der Roten Armee fiel. Am 25. April schloss sich der Belagerungsring um Berlin, am 28. April scheiterte der Versuch der 12. Armee unter General Walther Wenck, die Hauptstadt zu entsetzen; am 30. April tötete Adolf Hitler sich selbst im Führerbunker unter der Neuen Reichskanzlei. Am 2. Mai gab General Helmuth Weidling an die letzten Verteidiger von Berlin den Befehl zur Einstellung der Kampfhandlungen.

Nach dem Scheitern der Plattenseeoffensive im Frühjahr 1945 war Ungarn am 4. April vollständig von der Roten Armee erobert. Wien fiel am 13. April, von Osten aus wurden Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark erobert. Am 8. Mai 1945 trat um 23:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Kraft. Am gleichen Tag erreichte die Rote Armee Graz und Dresden. Die meisten der 900.000 Soldaten der Heeresgruppe Mitte (der früheren Heeresgruppe A) unter Generalfeldmarschall Schörner gerieten in sowjetische Gefangenschaft. Auch der am 5. Mai beginnende Prager Aufstand forderte im Zusammenhang mit der anfangs ungeordneten Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei eine unbekannte Zahl an Opfern. Am 10. Mai rückten sowjetische Einheiten in Prag ein.

Italien 1943 und 1944

Am 10. Juli 1943 landeten die Alliierten in Sizilien (Operation Husky), woraufhin der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwarf. Danach wurde der Duce auf Befehl des italienischen Königs verhaftet. Als neuer Ministerpräsident wurde Pietro Badoglio eingesetzt.

Mussolini beim Verlassen des Hotels Campo Imperatore, 12. September 1943
Durch deutsche Soldaten bewachte und entwaffnete italienische Soldaten in Bozen, September 1943

Am 22. Juli konnte die sizilianische Hauptstadt Palermo von den Alliierten besetzt werden. Am 3. September landeten zwei britische Divisionen gegen nur geringen Widerstand der Verteidiger auf dem italienischen Festland bei Reggio Calabria. Fünf Tage nach der Landung schloss die neue italienische Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten, woraufhin der Fall Achse eingeleitet wurde, in dem deutsche Soldaten alle italienischen Verbände entwaffneten und am 10. September Rom besetzten. Am 12. September gelang es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien. Mussolini wurde zur „Wolfsschanze“ (Ostpreußen) gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können (Republik von Salò) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen. Nachdem sich die auf der griechischen Insel Kefalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September etwa 5000 Italiener gefangen genommen und von deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen.

Am 13. Oktober erklärte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg. An der Seite der offiziellen italienischen Verbände operierte eine kampfstarke Partisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen zehn Wehrmachtsdivisionen band.

240-mm-Haubitze der US-Amerikaner in der Nähe von Mignano (Italien), Januar 1944

Der Vormarsch der Alliierten erfolgte nur sehr langsam. Die Deutschen verteidigten ihre Stellungen bis zum Äußersten, während im Hinterland schon die nächsten Verteidigungsstellungen ausgehoben wurden. Erst wenn der Druck zu stark wurde, zogen sie sich zurück, um sich wieder neu zu verschanzen.

Die Entscheidung der Alliierten, in Sizilien und nicht gleich bei Rom zu landen, verlängerte den Krieg möglicherweise erheblich. Es gibt Einschätzungen, dass die italienischen Verbände und die Partisanen bei einer Landung der Alliierten bei Rom Süditalien selbst hätten befreien können.

Während sich die Alliierten schwere Gefechte mit den Truppen der Wehrmacht lieferten, konnten sie die Deutschen nach einer Landung bei Anzio (Operation Shingle, 21. Januar) weiter in Bedrängnis bringen, woraufhin diese gezwungen waren, zusätzliche Divisionen nach Italien zu verlegen. Die Alliierten errichteten in Italien eine zweite Front, nutzten aber nicht die Gelegenheit, bis Rom vorzustoßen.

Von neuseeländischen Soldaten bewachte deutsche Kriegsgefangene bei Monte Cassino, März 1944

Am 15. Februar wurde bei der Schlacht um Monte Cassino das bis dahin von den Deutschen nicht besetzte Bergkloster Monte Cassino, das eine strategische Lage in der Gustav-Linie hatte, bombardiert und zwei Tage später durch Artilleriebeschuss völlig zerstört. 50.000 deutsche Verteidiger, darunter viele Veteranen der Landung auf Kreta, verschanzten sich daraufhin in den und um die Ruinen des Klosters, das von 200.000 alliierten Soldaten aus zehn Nationen angegriffen wurde. Erst drei Monate später, am 18. Mai, nahm das 2. Polnische Korps unter Führung von General Władysław Anders das Kloster unter hohen Verlusten ein.

Nachdem das Hindernis Monte Cassino überwunden war, begann der alliierte Vormarsch auf Rom. Am 25. Mai vereinten die Alliierten ihre beiden Fronten und drängten die deutschen Truppen auf die „Grüne Linie“ zwischen La Spezia und Rimini zurück.

Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Oberbefehlshaber der Heeresverbände in Italien, lehnte es ab, in der „ewigen Stadt“ zu kämpfen und befahl seinen Einheiten, Rom am 4. Juni widerstandslos zu verlassen. Die Hoffnung der Alliierten, die Wehrmacht bis in die Alpen zurücktreiben zu können, wurde bei der Apennin-Verteidigungslinie vorerst zerschlagen, sodass 1944 der Krieg in Italien noch nicht entschieden war. In diesen Zeitraum fallen ebenfalls alliierte Überlegungen eines weiteren Vorrückens über den Balkan, die jedoch verworfen wurden, um Spannungen mit der UdSSR zu vermeiden.

Von der Westfront bis zum Kriegsende, Juni 1944 bis Mai 1945

Deutsche Soldaten an einer leichten Feldhaubitze auf Drehsockel in Nordfrankreich, 1944
Into the Jaws of Death: US-amerikanische Soldaten landen am Omaha Beach, 6. Juni 1944

Westfront 1944/1945

Mit Jahresbeginn übernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire. Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden. Während die Alliierten damit beschäftigt waren, riesige Mengen Versorgungsmaterial anzuhäufen, verstärkten die Deutschen ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall.

Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Der Plan für die Operation Overlord fußte auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen und war vom britischen Lieutenant General (Generalleutnant) Sir Frederick E. Morgan in seiner endgültigen Fassung erarbeitet worden. Er sah vor, mit vier Armeen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen. Die Deutschen waren schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Hitler erwarteten die Landung immer im Pas-de-Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Das Gebiet von Calvados, wo die Alliierten schließlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und wenigen MG-Nestern verteidigt. Aber nicht überall, denn trotz der falschen Erwartungen des OKW über den Ort der Invasion waren manche Abschnitte der Normandieküste doch recht schwer befestigt. Das Invasionsgebiet war in fünf Landungsabschnitte aufgeteilt mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte), sowie Utah und Omaha (US-amerikanische Landungsabschnitte). Die Bombardierungen der Küste aus der Luft und Beschießungen von See verliefen planmäßig, verfehlten bei Omaha jedoch die erste deutsche Linie. Das führte, zusammen mit der Tatsache, dass die Deutschen dort zwei Divisionen zur Verfügung hatten (und nicht, wie die Alliierten glaubten, nur eine), zu sehr schweren Verlusten der ersten Welle (etwa 70 Prozent).

Am so genannten D-Day waren an der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, fast 6700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt. Am frühen Morgen des 6. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision) zu ihren Einsätzen im Hinterland. Wegen Navigationsfehlern und überraschend starkem deutschen Flakfeuer erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, sodass die Fallschirmjäger über weiten Teilen der Halbinsel Cotentin abgesetzt wurden.

Toter deutscher Soldat in Frankreich, Juni 1944

Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur sehr langsam voran. Andererseits gelang es der deutschen Seite aufgrund der alliierten Luftüberlegenheit und des großflächig zerstörten Schienennetzes nicht, schnell zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Cherbourg im Norden der Cotentin-Halbinsel, befehligt von Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben, ging am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen Straßenkämpfen (→ Schlacht um Cherbourg) verloren.

Die Einnahme von Caen, einem Primärziel des ersten Landungstages, erwies sich für die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-Brückenkopfes als ungleich schwieriger (→ Schlacht um Caen). Erst nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe konnten sie die Stadt am 19. Juli vollständig besetzen.

Am 15. August begann eine zweite Invasion in Südfrankreich an der Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes (Operation Dragoon, ursprünglich bekannt unter dem Decknamen Anvil). An der Landung waren 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1370 Landungsboote sowie ungefähr 5000 Flugzeuge beteiligt. Drei amerikanische Divisionen bildeten die Angriffstruppen. Die Franzosen und US-Amerikaner stießen kaum auf Widerstand und rückten zügig in das Landesinnere vor.

Ruinen im Hafengebiet von Caen, Juni 1944

In der Normandie unternahmen die Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopf-Sektor (→ Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zur Abschnürung der Cotentin-Halbinsel bis nach Avranches führte. Im Osten konnten US-amerikanische Einheiten bei Saint-Lô nach anfänglicher Verzögerung schnell die deutsche Front durchbrechen. Am 6. August starteten die Deutschen zwar unter dem leitenden Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, einen Gegenangriff bei Mortain (→ Unternehmen Lüttich). Dieser wurde aber schon nach zwei Tagen wieder gestoppt, was schließlich mit Hilfe der nördlich kämpfenden Briten und Kanadier zum Kessel von Falaise führte.

Am 25. August wurde Paris befreit (→ Schlacht um Paris). Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos. Durch die enorme Materialfülle und absolute Luftherrschaft konnten deutsche Truppenansammlungen zu jeder Zeit zerschlagen werden, und die Alliierten kamen in der Folgezeit recht zügig voran. Zwar überdehnten sie bei ihrem schnellen Vorstoß zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (→ Red Ball Express) gelang es vor allem, den in großen Mengen benötigten Treibstoff bereitzustellen. Bereits am 3. September fiel Brüssel und am Tag darauf konnte Antwerpen besetzt werden. Einzig bei der Luftlandeoperation Market Garden konnte das II. SS-Panzerkorps Amerikanern, Briten und Polen[92] bei und in Arnheim noch einmal eine schwere Niederlage beibringen.

Nach dem Verlust der Atlantikhäfen am Ärmelkanal und vor allem in der Bretagne (→ Schlacht um die Bretagne) setzte die deutsche Marine ihren U-Boot-Krieg von Norwegen aus fort. Bis zum 1. September griffen die Deutschen von Abschussrampen in Nordfrankreich aus mit Marschflugkörpern (V1) und Raketen (V2) London an. Beide Typen waren für die Bekämpfung von Einzelzielen zu ungenau und konnten daher nur gegen große Städte eingesetzt werden. Mit Arbeiten an dem Projekt Friesenwall sollte dem direkten Eindringen der Alliierten an der deutschen Nordseeküste entgegengewirkt werden. Er wurde jedoch nicht fertiggestellt.

Amerikanische Truppen beim Parademarsch in Paris, 29. August 1944

Am 21. Oktober eroberten US-Soldaten nach heftigen Kämpfen Aachen als erste deutsche Großstadt und stießen von dort bis zur Rur vor, wurden aber im Hürtgenwald in äußerst verlustreiche Kämpfe verwickelt. Die Schlacht im Hürtgenwald wurde die längste Schlacht (Oktober 1944 bis Februar 1945), die je auf deutschem Boden tobte. Für die Amerikaner war es der verlustreichste Kampf auf dem europäischen Kriegsschauplatz.[93] Das stark bewaldete, hügelige Gebiet und die schlechte sowie sehr kalte Witterung begünstigten die deutschen Verteidiger, so dass die amerikanischen Soldaten ihre materielle Überlegenheit nicht ausspielen konnten. Erst im Februar 1945 gelang es der US-Armee, die deutsche Abwehr zu überwinden und weiter zum Rhein vorzurücken. Auch im Süden, in Lothringen und im Elsass, blieb es bei Teilerfolgen für die Alliierten: die Festung Metz und Straßburg wurden besetzt. Am 16. Dezember eröffneten die Deutschen die Ardennenoffensive, um die Oberhand im Westen zurückzugewinnen. Das Operationsziel, die Linien der Alliierten zu spalten, in breiter Front nach Belgien vorzustoßen und den alliierten Nachschubhafen Antwerpen zu besetzen, konnte nicht einmal annähernd erreicht werden. Zum Jahreswechsel 1944/45 war nicht mehr zu übersehen, dass die Offensive stecken geblieben war, nachdem auch das Unternehmen Bodenplatte gescheitert war.[94] Da in der Ardennenoffensive und beim Unternehmen Nordwind (31. Dezember 1944 bis 25. Januar 1945 im Elsass und in Lothringen) die letzten Treibstoff-Reserven aufgezehrt wurden, waren Luftwaffe, Heer und Marine an allen Kriegsschauplätzen danach weitgehend bewegungslos, weil die deutschen Hydrierwerke in der zweiten Jahreshälfte 1944 immer wieder bombardiert worden waren. Es nützte nichts, dass immer noch viele Panzer und Flugzeuge fertiggestellt wurden.

Zwei US-amerikanische Soldaten während der Explosion eines Benzintankanhängers auf dem Marktplatz von Kronach, 14. April 1945

Am 7. März 1945 erreichten US-Soldaten die nicht vollständig zerstörte Brücke von Remagen südlich des Ruhrgebiets, sodass sie einen Brückenkopf auf dem rechtsrheinischen Ufer einrichten konnten. Am 23. März begann die Operation Plunder zur Rheinüberquerung nördlich des Ruhrgebiets bei Wesel durch britische, amerikanische und kanadische Soldaten. Die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Walter Model mit über 320.000 Soldaten – mehr als in Stalingrad – wurde am 1. April im sogenannten Ruhrkessel eingeschlossen. Damit war der Krieg im Westen, militärisch gesehen, endgültig verloren. Die Heeresgruppe B kapitulierte am 18. April, weil zwei Drittel der Soldaten ohne Waffen waren und in hellen Scharen desertierten.[95] Am selben Tag nahmen US-Truppen Magdeburg ein, einen Tag später Leipzig.

In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 eroberten französische Truppen unter Befehl von General Jean de Lattre de Tassigny, angeführt von Major Christian Marie de Castries und mit amerikanischer Luftunterstützung, Freudenstadt. Sie zerstörten das Zentrum dieser im Schwarzwald gelegenen Stadt fast vollständig. Es gab zahlreiche Ausschreitungen von Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung (Plünderungen, Massenvergewaltigungen). Dann zogen die französischen Truppen in Richtung Rottweil und Stuttgart weiter. Zugleich rückte die britische Armee vom Niederrhein aus zügig nach Norddeutschland vor.

Sowjetische und US-amerikanische Soldaten in Torgau, 26. April 1945
Amerikanische und sowjetische Truppen an der Elbe

Am 25. April trafen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen 30 km südlich von Torgau an der Elbe. Damit waren die auf ihrem Heimatboden und in angrenzenden Gebieten kämpfenden deutschen Truppen in zwei voneinander getrennte Kampfräume gespalten.[96] Am 26. April fiel Bremen an die Briten. In rascher Folge nahmen sie Lübeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai[97]), während britisch-kanadische Truppen in Wismar einmarschierten.

Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Blaskowitz, dessen Truppen in Holland eingekesselt waren. Während die britischen Einheiten Norddeutschland eroberten, drangen US-Truppen rasch nach Süddeutschland und weiter nach Tirol vor, „oft als Befreier begrüßt […]. Viele Soldaten ließen sich einfach überrollen und gefangen nehmen.“[98] Die Amerikaner besetzten am 30. April München. Stuttgart fiel am 22. April an die französische Armee, die nach Süden bis Vorarlberg vordrang. Die US-Armee traf am 3. Mai am Brennerpass mit ihren Landsleuten zusammen, die von Süden her Oberitalien besetzt hatten.

In Italien wurde Bologna am 21. April von polnischen Truppen[99] besetzt. Benito Mussolini flüchtete am 25. April vor den Alliierten von Salò aus in Richtung Schweiz, was als Ende der Italienischen Sozialrepublik gilt. Am 27. April wurde Genua erobert; einen Tag später ergriffen italienische Partisanen Mussolini in Dongo und erschossen ihn. Am 2. Mai kapitulierten die deutschen Einheiten in Italien, am selben Tag marschierten britische Truppen in Triest ein.

Kriegsende in Europa 1945

Proklamation Nr. 1 von General Eisenhower an das deutsche Volk, März 1945
Montreal Daily Star: "Germany Quit", 7. Mai 1945
Sonderausgabe der US-amerikanischen Soldatenzeitung Stars and Stripes zur Kapitulation am 8. Mai 1945.
Sowjetische Soldaten im Mai 1945 vor dem Brandenburger Tor nach dem Ende der Kämpfe in Berlin.
Keitel unterzeichnet die ratifizierende Kapitulationsurkunde in Berlin-Karlshorst, 8./9. Mai 1945

Einen Tag bevor Hitler sich am 30. April das Leben nahm, hatte er in seinem politischen Testament Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Propagandaminister Joseph Goebbels zum Reichskanzler bestimmt. Nachdem dieser sich am 1. Mai ebenfalls das Leben genommen hatte, erklärte Dönitz am gleichen Tag in einer Rundfunkansprache die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Dönitz wollte damit erreichen, dass möglichst viele deutsche Soldaten in amerikanisch-britische statt sowjetische Gefangenschaft gerieten. Nachdem die letzten Einheiten in Berlin am 2. Mai kapituliert hatten, schlug er sein Hauptquartier am 3. Mai in Flensburg-Mürwik auf und benannte eine Geschäftsführende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk. Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtseinheiten, die im Nordwesten gegen den britischen Feldmarschall Montgomery gekämpft hatten – diese Teilkapitulation trat am 5. Mai um 7 Uhr in Kraft.

Nachdem Dwight D. Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurückgewiesen hatte, unterzeichnete Generaloberst Jodl in den Morgenstunden des 7. Mai die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. Sie trat am 8. Mai, 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft. In einem weiteren Dokument wurde die Ratifizierung dieser bedingungslosen Kapitulation durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine vereinbart. Das geschah durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst. In den späten Abendstunden des 8. Mai wurde die Urkunde von Generalfeldmarschall Keitel (für das OKW und das Heer), Generaladmiral von Friedeburg (Kriegsmarine) und Generaloberst Stumpff (Luftwaffe, als Vertreter des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Greim) unterzeichnet. Die Ratifizierung zog sich bis nach Mitternacht hin. Da die Kapitulation ebenfalls erst am 9. Mai in Moskau bekannt gegeben wurde, wird in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten der 9. Mai als Tag des Sieges begangen. Zum Kriegsende in Europa am 8. Mai, dem Victory in Europe Day beziehungsweise Tag der Befreiung, befanden sich im Westen die Kanalinseln und die Städte Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle, im Osten das nördliche Kurland und im Südosten Teile der Ägäis noch unter der Kontrolle der Wehrmacht. Auch in Dänemark und Norwegen blieb die deutsche Herrschaft bis zur Kapitulation erhalten. Das Deutsche Reich selbst war weitgehend besetzt, lediglich der Alpenraum, Teile des Protektorats Böhmen und Mähren und der Großteil Schleswig-Holsteins standen noch unter Kontrolle deutscher Truppen.

In Norwegen und zum Teil auch in Nordwestdeutschland waren die deutschen Truppen in Gewahrsam der britischen Streitkräfte. Sie waren formal Kriegsgefangene, jedoch nicht entwaffnet und in ihrer militärischen Gliederung und Kommandostruktur unverändert. Sie wurden in Einsatzbereitschaft gehalten und zum Teil auch weiter ausgebildet. Die Truppenteile unterstanden britischem Kommando. Während der Potsdamer Konferenz wurde Churchill von Stalin auf diese nicht entwaffneten 400.000 deutschen Soldaten in Norwegen angesprochen.[100] Am 8. und 9. Mai versuchten ungezählte deutsche Soldaten aus dem sowjetischen Machtbereich noch in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete zu gelangen, vor allem solche aus dem böhmisch-mährischen Raum.

Die Oberbefehlshaber der vier Verbündeten, Montgomery, Eisenhower, Schukow und Lattre de Tassigny, in Berlin am 5. Juni 1945 anlässlich der Übernahme der obersten Regierungsgewalt im Deutschen Reich.

Der großen Mehrheit gelang dies nicht, zumal die US-Armee sich strikt an die Waffenstillstandsbedingungen hielt und in ihren Bereich gelangte deutsche Soldaten in Lagern (u. a. Pisek) festhielt und der Sowjetunion übergab. Keinerlei Aussicht, der Gefangenschaft zu entgehen, bestand für die eingeschlossene Heeresgruppe Kurland. Stalin verkündete am 9. Mai den „Völkern der Sowjetunion“, man feiere den Sieg, schicke sich jedoch nicht an, „Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten“.[101]

Der Oberste Sowjet hob in einer einseitigen Erklärung den Kriegszustand mit Deutschland erst am 25. Januar 1955 auf.[102][103]

Richard von Weizsäcker äußerte 1985 in seiner Rede zum 8. Mai, das Kriegsende ginge seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland als Befreiung vom Nationalsozialismus in die nationale Erinnerungskultur ein.[104]

Krieg in Asien und im Pazifik

Hauptartikel: Pazifikkrieg

Japans Neuordnung Ostasiens und der Weg nach Pearl Harbor

Japan war vor dem Zweiten Weltkrieg bereits an mehreren Kriegen beteiligt gewesen. Unter Tennō Yoshihito kämpfte Japan an der Seite der Alliierten im Ersten Weltkrieg, in dem Japan Kolonien des Deutschen Kaiserreichs übernehmen konnte, darunter einen Teil Deutsch-Neuguineas (japanisches Südseemandat). Etwa zehn Jahre zuvor war es wegen Streits um die Vorherrschaft in der Mandschurei und in Korea zum Russisch-Japanischen Krieg (1904–1905) gekommen.

Zur Überwindung der Wirtschaftskrise ab 1929 schlugen einflussreiche Politiker und Militärs eine territoriale Expansion Japans vor. Ab den 1930er Jahren erlangten Militärs verstärkt Kontrolle über die Regierung, einschließlich des Amts des Premierministers, politische Gegner wurden verfolgt und Medien zensiert. Der aggressive Einsatz für eine Neuordnung der Pazifikregion hatte vorgeblich zum Ziel, die Hegemonie über die asiatischen Länder und deren Kolonien durch westliche, europäische Staaten zu beenden (Panasienbewegung). Tatsächlich war es der Wille, durch gewaltsame Sicherung von Rohstoff- und Absatzgebieten sowie Siedlungsland für Auswanderer die chronischen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Japans zu lösen.[105]

Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt dem Gebiet der damaligen Republik China. Nach dem Mukden-Zwischenfall am 15. September 1931, der vermutlich von den Japanern selbst inszeniert wurde, kam es drei Tage später zur Mandschurei-Krise, und im Februar 1932 wurde ein japanischer Vasallenstaat Mandschukuo errichtet. Nach internationalen Protesten über das Vorgehen in China trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus; 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an.

Pazifikkrieg 1937–1942

Am 7. Juli 1937 kam es zum Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke in Peking, den die japanische Armee zum Anlass nahm, ohne Kriegserklärung in Nordchina einzudringen und die Haupthäfen entlang der gesamten chinesischen Küste zu besetzen. Da sie auch das Hinterland von Hongkong und Macao besetzt hielten, blockierte sie fast die gesamte chinesische Küste, um die wirtschaftlichen Verbindungen Chinas nach Übersee abzuschneiden. Diese Ereignisse werden von einigen Historikern als der eigentliche Beginn des Zweiten Weltkrieges angesehen. Gleichwohl unterschied sich der „China-Zwischenfall“, wie der Krieg mit China in Japan genannt wurde, stark von dem Krieg in Europa, der am 1. September 1939 begann. Im Frühjahr und Sommer 1940, als die deutsche Wehrmacht die Niederlande, Belgien und Frankreich überrannte und „Großbritannien beinahe in die Knie zwang“, war kein Ende des asiatischen Krieges in Sicht.[106]

China stand zu diesem Zeitpunkt vor einem Scheideweg, da die Kommunisten unter Mao Zedong und die Nationalisten der Kuomintang unter Chiang Kai-shek um die Vorherrschaft im Land kämpften. Die Kommunisten hatten sich nach dem Langen Marsch in das Landesinnere zurückgezogen und griffen beim Kampf gegen die Japaner nur vereinzelt ein.

Japanische Truppen bei der Einnahme von Tanyang, Dezember 1937
Japaner kämpfen bei Kanton, 1938

Um den 8. Dezember 1937 erreichten japanische Truppen Nanjing, die Hauptstadt der Kuomintang, und kesselten sie ein. Chiang Kai-shek ließ die Hauptstadt in das entfernte Chongqing verlegen. Bei der Besetzung der Stadt kam es in den folgenden sechs Wochen zum Massaker von Nanking, in dem mindestens 200.000 chinesische Zivilisten und Kriegsgefangene ermordet und etwa 42.000 Frauen und Mädchen aller Altersstufen vergewaltigt wurden. „Die Berichte über die Mord- und Vergewaltigungsorgie erschütterten die Welt.“[107] Die öffentliche Meinung im Westen, insbesondere in den USA, wandte sich scharf gegen Japan. Im Juli 1939 kündigte die Regierung der USA einen seit 1911 bestehenden wichtigen Handelsvertrag, durch den fast ein Drittel aller japanischen Einfuhren betroffen waren. Ein Ausweg aus der zunehmenden Isolation schien ein Bündnis mit Deutschland zu sein, das auch vom deutschen Außenminister Ribbentrop befürwortet wurde.[108]

Der Weg nach Pearl Harbor war zwar keine Einbahnstraße, aber im Sommer 1940 unternahm die japanische Führung entscheidende Schritte, sodass die beiden Kriege in Europa und Asien zu einem einzigen globalen Flächenbrand verschmolzen.[106] Japan nutzte die Niederlage der Westmächte und erpresste im Juni 1940 von Großbritannien und Frankreich, die lebenswichtigen Hilfslieferungen an die chinesischen Nationalisten über Burma und Indochina einzustellen. Die niederländische Exilregierung in London wurde unter Druck gesetzt, Öl aus Niederländisch-Indien nach Japan zu exportieren.[109] Außerdem setzte es in Nanking Wang Jingwei als Chef einer Marionettenregierung ein.

Fürst Konoe Fumimaro, der im Juli 1940, nach den dramatischen Ereignissen in Europa, zum zweiten Mal Ministerpräsident geworden war, hatte im selben Jahr in einer Denkschrift argumentiert, der Krieg in China werde letztendlich zu einer „großostasiatischen Wohlstandssphäre“ führen, gebildet aus Japan, Mandschukuo und China sowie ehemaligen Kolonien Großbritanniens, der Niederlande und Frankreichs. Geprägt hatte den Ausdruck Matsuoka Yōsuke, Außenminister im zweiten Kabinett Konoe.[110] Der Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien vom 27. September 1940 erweiterte den bestehenden Antikominternpakt um gegenseitige militärische Unterstützung. Damit verwarf Japan seine im September 1939 verkündete Neutralität und unterstrich seine aggressive Außenpolitik vor allem gegenüber China. Der Pakt richtete sich nicht gegen die Sowjetunion,[111] sondern sollte vor allem die USA aus dem Krieg heraushalten.[112] Die amerikanische Reaktion zeigte rasch, wie haltlos Matsuokas und Ribbentrops Behauptungen, der Dreimächtepakt werde abschreckend wirken, gewesen waren. Im Weißen Haus fühlte man sich in der Ansicht bestärkt, dass Japan eine aggressive, kriegslüsterne Macht sei, ein asiatisches Gegenstück zum nationalsozialistischen Deutschland, das aufgehalten werden müsse. Bestätigt wurde diese Auffassung, als Japan im September 1940, als noch Verhandlungen mit den Franzosen im Gange waren, in zweitägigen Gefechten den nördlichen Teil von Französisch-Indochina gewaltsam besetzte.[113] Schon im folgenden Monat verhängten die USA ein totales Ausfuhrverbot für Eisen- und Stahlschrott nach Japan, und Großbritannien öffnete wieder die Burmastraße für den Nachschub nach China.

Die japanische Führung wollte die Niederlagen Frankreichs und der Niederlande sowie die erwartete Niederlage Großbritanniens im Krieg gegen Deutschland zu einer Südexpansion (Indochina, Niederländisch-Indien, Hongkong, Malaya und Singapur) ausnutzen. Am 25. Juni 1940 sagte Heeresminister Shunroku Hata zu seinen Mitarbeitern: „Ergreifen wir die goldene Gelegenheit! Nichts soll uns aufhalten!“[114] Mit einer japanischen Besitzergreifung der englischen, französischen und niederländischen Kolonien in Südostasien wäre auch die Möglichkeit eines chinesischen Zusammenbruchs in greifbare Nähe gerückt. Die Errichtung einer japanischen Hegemonialmacht in Ostasien und die Hegemonie eines nationalsozialistischen Deutschlands in Europa hätten darüber hinaus bedeutet, dass Amerika sich einer von totalitären Mächten gemeinsam beherrschten Alten Welt gegenübergesehen hätte. Denn auch die Sowjetunion schien zu dieser Zeit ihre Einflusssphäre mit den Achsenmächten und Japan auf friedliche Weise abzugrenzen.[115]

Hull (Mitte) mit den japanischen Diplomaten Nomura Kichisaburō (links) und Saburō Kurusu (rechts) am 20. November 1941.

Das Jahr 1941 begann mit verstärkten Bemühungen der USA und Japan, einen drohenden Krieg zu verhindern. Gleichzeitig nahmen aber die Kriegs- und Eroberungspläne der Japaner für Südostasien konkrete Formen an. In Verhandlungen zwischen dem US-Außenminister Cordell Hull und dem neu ernannten japanischen Botschafter Kichisaburō Nomura waren die Japaner bereit, auf ein weiteres Vorgehen nach Süden zu verzichten, wenn ihnen die Amerikaner die Unterwerfung Chinas ermöglichten. Aber die Weigerung, Japan freie Hand in China zu lassen, d. h. den Preis zu zahlen, den die Japaner für die Erhaltung des Friedens forderten, sollte im Dezember 1941 letzten Endes den japanischen Angriff auf Pearl Harbor auslösen.[116] Am 2. Juli fiel in Japan die Entscheidung, den territorialen Anspruch auch nach Südostasien auszuweiten, wo die ergiebigen Bodenschätze der niederländischen und britischen Kolonien ein lohnendes Ziel waren. Zwei Tage nach der Besetzung auch des südlichen Teils von Indochina, der als Sprungbrett für diese Südexpansion gebraucht wurde, froren die USA, Großbritannien und seine Dominions sowie Niederländisch-Indien am 26. Juli 1941 die japanischen Auslandsguthaben in ihren Ländern ein, was praktisch einem völligen Exportembargo – auch von Erdöl – gleichkam. Wegen dieses Embargos blieb ein Krieg die vermeintlich einzige Alternative, weil dessen Ölreserven in spätestens zwei Jahren aufgebraucht sein würden. Am 5. November 1941 fiel in Tokio die Entscheidung, den Krieg im folgenden Monat mit Angriffen auf Pearl Harbor, Malaya und die Philippinen auszulösen. Das strategische Ziel war, innerhalb von acht Monaten die Herrschaft über Südostasien und den Westpazifik zu gewinnen, um von dieser Machtbasis aus längere Zeit gegen die Vereinigten Staaten zu kämpfen oder sie zu einem Verhandlungsfrieden zu Japans Vorteil zwingen zu können. Zugleich rechnete man damit, dass im Zuge der Expansion auch die Hilfslieferungen an China unterbrochen werden würden.[117] Letzte Verhandlungen in Washington zwischen Nomura, dem Sondergesandten Saburō Kurusu und Hull, den Krieg zu vermeiden, scheiterten an Hulls kompromissloser Forderung nach Rückzug aller japanischen Truppen aus China und Indochina. Im Gegenzug wollten die USA die japanischen Guthaben freigeben. Wie nicht anders zu erwarten, wurde Hulls Zehnpunkteprogramm,[118] als es am 27. November in Tokio eintraf, als Ultimatum aufgefasst – praktisch als Beleidigung.[119] Die Kaiserliche Konferenz vom 1. Dezember 1941 stellte fest, dass Japan die „äußerst hochmütige, starrsinnige und respektlose“ Haltung der Vereinigten Staaten nicht dulden könne.[120]

Beim Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 versenkten japanische Flugzeuge, die von sechs Flugzeugträgern aus gestartet waren, in zwei Wellen sechs Schlachtschiffe und zwölf weitere Kriegsschiffe der USA. Admiral Yamamoto ließ keine dritte Angriffswelle aufsteigen, weil er sich Sorgen um den Standort der nicht anwesenden drei amerikanischen Träger machte, die einen schweren Gegenschlag führen konnten. Durch diese Entscheidung blieben Docks und Werftanlagen sowie Nachschubdepots und Treibstofflager intakt, was den USA einen raschen Wiederaufbau ihrer pazifischen Flotte in den nächsten sechs Monaten ermöglichte.[121] Am nächsten Tag erklärte der amerikanische Kongress Japan den Krieg, der am selben Tag auch die von Großbritannien, seinen Dominions und den Niederlanden folgten. In den nächsten Monaten drängten die Japaner weiter nach Süden vor und besetzten, ideologisch vorbereitet durch den Schlachtruf „Asien den Asiaten“, europäische und US-amerikanische Kolonien wie Hongkong, Teile Burmas bzw. Britisch-Indiens, Britisch-Malaya, Singapur, Niederländisch-Indien und die Philippinen.

Von Pearl Harbor bis zur japanischen Kapitulation

Machtbereich Japans im März 1942

Innerhalb von vier Monaten (Dezember–März) hatten japanische Truppen weite Teile Südostasiens und einen Großteil der Pazifikinseln mit etwa 450 Millionen Menschen unter ihre Kontrolle gebracht. Dies war die größte Ausdehnung japanischer Macht in der Geschichte des Kaiserreichs. Die Eroberungen Malayas und von Niederländisch-Indien waren besonders wichtig für Japan, weil es dort reiche Erzvorkommen, eine umfangreiche Gummiproduktion und große Erdölfelder gab. 80.000 Briten, Australier und Inder mussten am 15. Februar 1942 in Singapur, dem „Gibraltar des Ostens“ und Großbritanniens größter Militärbasis in Südostasien, kapitulieren. Die Schlacht um Singapur gilt als Sinnbild des japanischen Blitzkrieges. Die Invasion Burmas begann am 15. Februar 1942. Niederländisch-Indien wurde Mitte März 1942 erobert. Auf den Philippinen musste General Douglas MacArthur bald Manila räumen und sich auf die Insel Corregidor zurückziehen, wo die letzten US-Truppen am 5. Mai 1942 kapitulierten. Nichts schien die Japaner aufhalten zu können.[122]

Nach der Eroberung von Rabaul an der Nordostspitze auf New Britain im Januar 1942 hatten die Japaner eine hervorragende Ausgangsbasis für ein weiteres Vordringen in Richtung Ostpazifik und Südsee gewonnen.

Die Schlacht im Korallenmeer (Anfang Mai 1942) endete unentschieden (je ein gesunkener und ein schwer beschädigter Flugzeugträger auf beiden Seiten), aber die Japaner gaben ihre Absicht auf, bei Port Moresby im Süden von Neuguinea zu landen, sodass die Alliierten ein Vorfeld nördlich von Australien halten konnten. Es war die erste kombinierte See-Luft-Schlacht in der Seekriegsgeschichte. Trotz des Rückschlags im Korallenmeer konnten die japanischen Streitkräfte bisher zufrieden sein: 340.000 alliierte Soldaten waren in Gefangenschaft geraten, und die alliierten Flotten hatten acht Schlachtschiffe, zwei Flugzeugträger, sieben Kreuzer und zahlreiche kleinere Kriegsschiffe verloren.[123] In der Schlacht um Midway Anfang Juni 1942, in der Yamamoto annahm, die amerikanische Navy habe nur noch zwei Träger – die er zudem im Südpazifik wähnte – glaubte er, die verbliebene Pazifikflotte der USA zu einem Entscheidungskampf herausfordern zu können. Aber die amerikanische Flotte war dank ihrer Funkaufklärung detailliert über die Pläne des Gegners informiert. Bei Luftangriffen von Flugzeugen dreier amerikanischer Träger verlor die japanische Marine vier Flugzeugträger und 200 Flugzeuge mit besonders erfahrenen Piloten und Pilotenausbildern.[124] Ihre Flotte war so empfindlich geschwächt worden, dass die japanische Überlegenheit im See-Luft-Krieg verloren war. Die Schlacht „gilt mit Recht als der Wendepunkt des Krieges im Stillen Ozean.“[125]

Nach dem Bau eines Flugplatzes auf Guadalcanal hätte Japan den alliierten Schiffsverkehr zwischen den USA und Australien bedrohen können. Die US Navy setzte im August 1942 ihre einzige noch verfügbare intakte Marine-Infanteriedivision (USMC) ein, um den Flugplatz zu erobern, was rasch gelang. Hartnäckig versuchten die Japaner, die Insel zurückzuerobern. Erst nach monatelangen Kämpfen gelang es den Alliierten, sich auf der Insel endgültig zu behaupten (→ Schlacht um Guadalcanal).[126] Dieser Erfolg markierte einen weiteren Wendepunkt zugunsten der USA, die jetzt nicht nur mehr Kriegsschiffe und Flugzeuge besaßen, sondern auch taktisch überlegen waren.[127]

Amerikanische Landung auf Rendova Island auf den Salomonen am 30. Juni 1943

Die härtesten Kämpfe tobten von Ende 1942 bis Mitte 1944 auf Neuguinea, auf den Salomonen, den Gilbertinseln, den Marshallinseln und den Marianen. Ein erfolgreiches taktisches Mittel war dabei das „Island Hopping“, bei dem die Amerikaner die starken japanischen Stützpunkte, zum Beispiel das wichtige Rabaul mit seinem Hafen und den Flugfeldern, umgingen und sich Insel für Insel näher an die japanische Hauptinsel Honshū herankämpften.

Gegenoffensive 1943–1945

Zu Beginn des Jahres 1943 gelang es den Amerikanern, japanische Funkcodes zu entschlüsseln. Damit wurden auch die Erfolge der US-amerikanischen U-Boote gesteigert, deren stetig steigende Versenkungsraten einen wesentlichen Anteil am Sieg über Japan hatten, denn sie torpedierten etwa ein Drittel von 686 japanischen Kriegsschiffen.[128] Der japanischen Marine gelang es während des gesamten Krieges nicht, ein wirksames Schutzsystem für ihre Transportschifffahrt zu entwickeln. Dies lag sowohl an der Unterschätzung der U-Boot-Gefahr in der japanischen Militärdoktrin wie auch an der großen technologischen Unterlegenheit Japans im Bereich der Radar- und der Unterwasserschallortung. Vor allem der daraus resultierende Mangel an Treibstoff machte es erforderlich, Flottenverbände weit außerhalb der Hauptkampfgebiete, in der Nähe von Treibstoffquellen, zu stationieren, was die taktischen und strategischen Optionen der japanischen Flotte stark einschränkte.

Im April 1943 gelang es den Amerikanern, von Guadalcanal aus fünf Begleitmaschinen von Yamamotos Flugzeug, der sich auf einem Inspektionsflug befand, abzuschießen. Admiral Yamamoto, Oberbefehlshaber der japanischen Marine, kam beim Absturz seiner Maschine in den Dschungel ums Leben. Der Verlust dieser Führungs- und Identifikationsfigur war für die japanische Öffentlichkeit ein schwerer Schlag (→ Operation Vengeance).

Im November 1943, kurz vor dem Treffen mit Stalin in Teheran,[129] vereinbarten Roosevelt und Churchill mit Chiang Kai-shek in Kairo, dass der Krieg gegen Japan ebenso wie der gegen Deutschland mit der bedingungslosen Kapitulation enden sollte. Chiang Kai-shek wurde damit nicht nur als der Repräsentant Chinas, sondern auch als Staatschef einer Großmacht anerkannt.[130]

Ab 1944 begann die Erfolgszeit der amerikanischen Task Forces, die mit schnellen Trägerraids überraschend vor der Küste Japans auftauchten und fast nach Belieben Ziele aller Art angriffen.[131] Die Japaner reagierten mit dem Einsatz von Kamikaze-Fliegern und bemannten Kaiten-Torpedos. Die von den Japanern erwarteten hohen Verluste amerikanischer Kriegsschiffe blieben aber aus.

In der ab Mitte Juni 1944 begonnenen Schlacht um Saipan, verbunden mit der Schlacht in der Philippinensee, verloren die Japaner fast alle eingesetzten Flugzeuge mitsamt Besatzungen und durch U-Boote drei Flugzeugträger. Der Verlust von Saipan löste in Japan ein politisches Erdbeben aus: Die Regierung von General Tojo musste zurücktreten und wurde abgelöst durch ein Kabinett unter General Koiso Kuniaki, der sogleich das Wehrpflichtalter auf 17 Jahre senkte.[130] Ende Oktober bis Anfang November 1944 kam es während der Landungen auf Leyte (Philippinen) zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. Japan setzte den größten Teil seiner Flotte ein und machte damit aus den Kämpfen um Leyte die größte Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges.[132] Die Japaner verloren mit vier Flugzeugträgern, drei Schlachtschiffen, zehn Kreuzern und neun Zerstörern fast ihre komplette verbliebene Seestreitmacht.[133]

Explosion von „Fat Man“ über Nagasaki, 9. August 1945

Erst nach der Eroberung der Marianen-Inseln im Sommer 1944 lag Japan innerhalb des Aktionsradius der neuen Boeing B-29 der USAAF. Die US-Luftwaffe ging zu nächtlichen Flächenbombardements aus relativ geringer Höhe auf die überwiegend aus Holz gebauten japanischen Städte über, bei denen hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Beim größten Angriff dieser Art starben in Tokio in der Nacht zum 9. März 1945 etwa 85.000 Menschen, mehr als bei jedem anderen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg[134] und fast so viele wie durch den Atombombenangriff auf Hiroshima. Derartige Aktionen zerstörten bis Kriegsende zahlreiche japanische Großstädte.[135]

Die Rückeroberung der Philippinen erwies sich als langer und verlustreicher, sechs Monate dauernder Feldzug (Oktober 1944 – März 1945). Den amerikanischen Verlusten, 8.000 Mann, standen disproportional höhere japanische Verluste wie meist im Pazifikkrieg gegenüber: Allein auf der Insel Luzon fielen 190.000 Japaner.[131]

Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsurkunde am 2. September 1945 durch Umezu Yoshijirō, den Oberbefehlshaber der japanischen Armee

Bei den Kämpfen auf den japanischen Inseln Iwojima und Okinawa wurden US-Schiffe von einer großen Zahl Kamikaze-Fliegern angegriffen. Die US-Streitkräfte verloren fast 7.300 Marines und etwa 5.000 Seeleute und Piloten. 36 Schiffe der US Navy sanken, und fast 400 Flugzeuge wurden zerstört. Die Japaner verloren 113.000 Soldaten und mit den Kamikazemaschinen rund 7.800 Flugzeuge.[136]

Nach den Kämpfen auf Iwojima und Okinawa warfen die Amerikaner mit einem B-29-Bomber, der von Tinian aus gestartet war, am 6. August 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima. Kurz darauf, am 9. August wurde die zweite über Nagasaki gezündet.

Die Sowjetunion stand zu ihrer bei der Konferenz von Jalta eingegangenen Verpflichtung, 90 Tage nach dem Kriegsende in Europa in Fernost den Krieg zu beginnen und Japan und seine Verbündeten anzugreifen. Dem ist die Rote Armee auf den Tag genau nachgekommen. Nachdem im April 1945 der Neutralitätspakt mit Japan gekündigt wurde, übermittelte die Sowjetunion am 8. August Japan die Kriegserklärung. Mit der Operation Auguststurm wurde die Mandschurei besetzt. Das eroberte Gebiet wurde gemäß den alliierten Kriegszielen (Kairoer Erklärung) von der Sowjetunion 1946 an die Republik China zurückgegeben.

Wenige Tage später, am 15. August 1945 verkündete der japanische Tennō in einer Rundfunkansprache (Gyokuon-hōsō) die Kapitulation Japans, die am 2. September in der Bucht von Tokio auf der USS Missouri unterzeichnet wurde.

Die Besetzung der japanischen Hauptinseln wurde zunächst allein durch amerikanische Truppen durchgeführt, während die anderen beteiligten Mächte (Großbritannien, Sowjetunion und China) an der Besetzung der vormals japanischen Außengebiete beteiligt wurden.

Strategische Aspekte

Der Strategiehistoriker Colin Gray deutet den Zweiten Weltkrieg mit seinen Operationen auf drei Kontinenten zu Lande, zu Wasser und in der Luft als komplexes Ereignis, das allerdings von einer „eleganten Schlichtheit in seinem Ablauf und seiner Struktur“ durchzogen werde. Gray zufolge waren die beiden wichtigsten Kriegsschauplätze, die Ostfront und der pazifische Raum, grundsätzlich voneinander unabhängig. Allerdings stellten wichtige Ereignisse wie die deutsche Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor immer wieder kriegswichtige Bezüge her. Ihnen gemeinsam sei vor allem gewesen, dass es sich bei beiden Feldzügen um „riesige Belagerungsoperationen“ gehandelt habe.[137] Darüber hinaus ordnet Gray den Zweiten Weltkrieg trotz einer im Vergleich zum Ersten Weltkrieg verstärkten verbundenen Gefechtsführung, wie beispielsweise den Blitzkrieg, als Abnutzungskrieg ein.

Luftkrieg

Die Weichselbrücken in Warschau während der deutschen Luftangriffe, September 1939 (Schlacht um Warschau)
Das von der Luftwaffe bombardierte Rotterdam, Mai 1940

Im Polenfeldzug erlangte die Luftwaffe schnell die Luftherrschaft, da die polnischen Luftstreitkräfte mit ihren größtenteils veralteten Flugzeugen nur wenig Widerstand leisten konnten. Der Luftangriff auf Warschau am 15. September 1939 war einer der ersten Angriffe auf vor allem auch zivile Ziele. Am 14. Mai 1940 zerstörte ein Angriff der Luftwaffe die Altstadt von Rotterdam.

Der Luftkrieg in den ersten Monaten der Luftschlacht um England richtete sich noch ausschließlich gegen militärische Ziele wie Fliegerhorste, Marinestützpunkte und Radarstellungen (→ Chain Home) und hatte letztlich das Erringen der Luftüberlegenheit zum Ziel. Er radikalisierte sich, als die deutsche Luftwaffe am 24. August 1940 einen ersten Angriff auf London flog und Churchill Vergeltungsangriffe auf Berlin befahl. Bis Ende des Jahres starben in London rund 14.000 Menschen.[45]

Bombenschäden in Coventry, 1940

Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe einen schweren Luftangriff auf Coventry (Operation Mondscheinsonate). Dabei kamen mindestens 568 Menschen ums Leben. Neben Fahrzeug- und Motorenwerken wurden Tausende von Wohnhäusern getroffen und die mittelalterliche St Michael’s-Kathedrale zerstört. Die nationalsozialistische Propaganda erfand den Begriff des „Coventrierens“ für das Flächenbombardement. Die Royal Air Force griff ab Mai 1940 nadelstichartig deutsche Städte (z. B. Mönchengladbach)[138] und Industrieanlagen wie die Deurag-Nerag-Raffinerie an (→ Luftangriffe auf Hannover). Nachdem die Luftwaffe Anfang 1941 die Luftschlacht um England abgebrochen und einen Großteil ihrer Bomber und Jagdflugzeuge wegen des geplanten Angriffs auf die Sowjetunion nach Osten verlegt hatte, flog die RAF mehr Nachtangriffe auf deutsche Großstädte.

Beim Luftangriff auf Belgrad am 6. April 1941 wurde die Stadt, die nur schwach verteidigt werden konnte, von der Luftwaffe in weiten Teilen zerstört. Bei der deutschen Offensive gegen die Sowjetunion spielte die Luftwaffe eine bedeutende Rolle, konnte aber weder die Schlacht um Moskau noch die um Stalingrad für die deutsche Seite entscheiden. Deutsche Bomber und Jäger wurden zumeist nur zur Luftnahunterstützung der Heerestruppen eingesetzt. Die United States Army Air Forces (USAAF) flogen im April 1942 den ersten Bombenangriff auf Tokio; ab August 1942 begann die 8. Luftflotte der USAAF in Europa mit eigenen Luftangriffen.[139]

Ausgebrannte Häuserzeilen in Hamburg, 1944/1945
Opfer der Luftangriffe auf dem Altmarkt von Dresden, Februar 1945

Da die Bombenangriffe mit wenigen Maschinen hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten, ging die RAF ab Frühjahr 1942 dazu über, große Bomberpulks nach Deutschland zu schicken, um großflächig Städte zu zerstören. Ziel war es, neben der Zerstörung von Industrieanlagen vor allem die Moral der Bevölkerung zu brechen.[140] Arthur Harris, ab Februar 1942 Oberkommandierender des Bomber Command, wurde vom Luftfahrtministerium erlaubt, er könne seine Luftstreitkräfte ab sofort ohne jede Beschränkung einsetzen.

Die Umsetzung dieser „Area Bombing Directive“ begann mit dem Luftangriff auf Lübeck im März 1942, der Ende Mai 1942 in dem 1000-Bomber-Angriff auf Köln (Operation Millennium) und dann auf zahlreiche Städte des Ruhrgebiets seine Fortsetzung fand. Die Zerstörung Hamburgs im Juli 1943 (der erste Feuersturm) war ein erster Höhepunkt im Bombenkrieg gegen deutsche Großstädte. Die USAAF konzentrierte sich in Tagesangriffen vorwiegend auf Industrieziele, während Bomber der RAF bei Nacht die Städte bombardierten. Die US-Bomberverbände hatten zunächst beträchtliche Verluste, beispielsweise bei den Angriffen gegen Schweinfurt und Essen. Als ab Frühjahr 1944 Langstreckenjäger der USAAF die Bomber begleiteten, gingen die Verlustzahlen deutlich zurück. Mit den massiven Luftangriffen hofften die Alliierten auch, Widerstand gegen die Führung hervorrufen und den Krieg verkürzen zu können.

B-17 Flying Fortress am Nachthimmel über Deutschland

Ab Frühjahr 1944 verschob sich die Luftüberlegenheit derart, dass beinahe täglich alliierte Bomber in das Reichsgebiet einfliegen konnten. In der Big Week wurden im Februar 1944 ausgewählte Ziele der deutschen Rüstungsindustrie mit 6.000 Bombern der RAF und der USAAF angegriffen. Als ab Mai 1944 die kriegswichtigen Raffinerien und Hydrieranlagen, u. a. der Leunawerke, verstärkt bombardiert wurden, wurde die Treibstoffversorgung des Heeres und insbesondere der Luftwaffe erheblich beeinträchtigt. Mit dem darauf folgenden Ausfall von 90 % der deutschen Benzinproduktion war der Krieg laut Albert Speer für das Deutsche Reich auch „produktionstechnisch verloren“.[141]

Die schweren Luftangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 töteten etwa 25.000 Menschen und sind bis heute Gegenstand kontroverser Betrachtungen zwischen militärischer Notwendigkeit oder Bruch des damaligen Kriegsvölkerrechts. Zur gleichen Zeit wurden bis Ende März 1945 auch kleinere Städte wie Pforzheim, Swinemünde, Würzburg, Hanau, Hildesheim und Paderborn noch großflächig zerstört.

Mit der Entwicklung der Flugbombe V1 und der Rakete V2 hoffte die nationalsozialistische Führung auf eine „Wunderwaffe“. Da beide Waffen nicht punktgenau eingesetzt werden konnten, waren sie ungeeignet zur gezielten Zerstörung militärischer Ziele. Jede vierte V1 war ein Blindgänger, andere wurden von britischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Aber in der deutschen Bevölkerung konnte Hoffnung auf eine Wende geweckt oder wachgehalten werden, etwa in der Flüsterpropaganda: „Da kommt noch was! Das ist noch nicht alles.“ Ihre Funktion war vor allem die Terrorisierung der britischen Zivilbevölkerung. Etwa 4.000 Menschen starben durch den Einsatz dieser „Vergeltungswaffen“. Zwischen Juni 1944 und März 1945 wurden mit ihnen vorwiegend London und später Antwerpen angegriffen.

Im Bombenkrieg starben rund 600.000 Deutsche.[142] Von den 125.000 Freiwilligen des britischen Bomberkommandos sind über 55.000 Soldaten gefallen, mehr als in jeder anderen britischen Waffengattung.

Nach anfänglichen, erfolglosen Präzisionsangriffen aus großer Höhe ging die USAAF zu Flächenbombardements aus relativ geringer Höhe auf japanische Städte über. Die amerikanischen Luftangriffe auf Tokio im Februar und März 1945 zerstörten die Stadt fast vollständig, wobei über 100.000 Menschen starben. Bei den Bombardements anderer Großstädte kamen hunderttausende Menschen ums Leben.[143] Den Schlusspunkt setzten die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Sie sollten zum einen Japan militärisch zur Kapitulation zwingen und zum anderen ein politisches Zeichen militärischer Stärke in der aufkommenden Blockkonfrontation setzen.[144]

Atlantik- und U-Boot-Krieg

Karl Dönitz beim Einlaufen von U 94 im Hafen von Saint-Nazaire, Juni 1941
Unternehmen Rheinübung, 24. Mai 1941
Bau des U-Boot-Bunkers in Lorient, April 1942

Mit der Versenkung des britischen Dampfers Athenia am 3. September 1939 begann der deutsche U-Boot-Krieg im Atlantik. Als Propagandaschlag von Konteradmiral Karl Dönitz geplant, gelang es Kapitänleutnant Günther Prien, mit U 47 am 14. Oktober 1939 in die Bucht von Scapa Flow einzudringen und im Hauptstützpunkt der Home Fleet das Schlachtschiff Royal Oak der britischen Marine zu versenken, wobei über 800 Mann ums Leben kamen. Fanden bis zur Mitte des Jahres 1940 hauptsächlich Aktionen durch einzelne U-Boote statt, konnten nach der Eroberung Frankreichs in Brest, Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux U-Boot-Stützpunkte an der Atlantikküste (vorerst provisorisch, später mit massiven Bunkern) errichtet werden. Die U-Boote erreichten von dort aus wesentlich schneller die Operationsgebiete im Nordatlantik und vor dem Ärmelkanal. Die alliierten Konvois waren aus Mangel an Geleitschiffen nur schwach gesichert. Außerdem setzten die U-Boot-Kommandanten die neue Taktik eines nächtlichen Überwasserangriffs ein, der die nur Unterwasserziele ortenden alliierten ASDIC-Sonargeräte wirkungslos werden ließ.

Die jetzt folgenden Versenkungen durch deutsche U-Boote wurden von der nationalsozialistischen Propaganda ausgeschlachtet; viele Kommandanten wurden zu Helden stilisiert und mit Orden dekoriert (siehe auch U-Boot-Kriegsabzeichen (1939)). Die Alliierten verloren 1940 und 1941 jeweils 4,4 Millionen BRT Schiffsraum, denen nur 1,2 bzw. 2 Millionen BRT an Neubauten gegenüberstanden.[145]

Um den Druck auf die britischen Nachschubtransporte zu erhöhen und um den U-Boot-Krieg zu unterstützen, lief im Mai 1941 ein Geschwader aus Gotenhafen mit Ziel Atlantik aus. Es bestand aus dem gerade erst in Dienst gestellten Schlachtschiff Bismarck, dem sich ebenfalls erst wenige Monate im Dienst befindenden Schweren Kreuzer Prinz Eugen und einigen Zerstörern. Die Aktion bekam den Decknamen Unternehmen Rheinübung, führte zum Untergang des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood am 24. Mai 1941 und endete drei Tage später mit der Versenkung der Bismarck.

Deutsche U-Boote im Bunker von Brest, 1942

Nach der Kriegserklärung Deutschlands an die Vereinigten Staaten am 11. Dezember 1941 entsandte Vizeadmiral Dönitz Langstrecken-U-Boote zur Ostküste der USA (Unternehmen Paukenschlag), wo sie in den ersten Januartagen 1942 eintrafen. Die zunächst schlecht organisierte US-Küstenverteidigung stand den Angriffen auf die Handelsschifffahrt hilflos gegenüber. Als die Verteidigung im Frühjahr zunahm, weiteten die U-Boote ihr Einsatzgebiet in die Karibik und den Südatlantik aus. Andere Boote operierten zur gleichen Zeit im Nordatlantik in Rudeln und konnten so den Druck auf die Konvois aufrechterhalten. Es kam im Laufe des Jahres zu mehreren großen Geleitzugschlachten. Im Herbst 1942 steigerten sich die Erfolge der U-Boote noch weiter, da viele Geleitkräfte für die Sicherung der Transporte nach Nordafrika (Material für Operation Torch) eingesetzt waren. 1942 wurden 8,2 Millionen BRT alliierten Schiffsraums versenkt; 7,2 Millionen BRT wurden neu gebaut.[146]

Ende 1942 gelang es britischen Kryptoanalytikern in Bletchley Park bei London, den mit Hilfe der ENIGMA verschlüsselten Funkverkehr der deutschen U-Boote erneut zu brechen. Durch Entschlüsselung des deutschen Funkverkehrs, Unterwasserschallortung von Schiffen und Radarortung von Flugzeugen aus entstand ab 1943 eine katastrophale Situation für die deutschen U-Boote. Im Mai 1943 konnten die Alliierten die Verbesserung der technischen Ausstattung der Konvoi-Geleitkräfte (escorts) durch Radar, Sonar und Hedgehog-Granatwerfer sowie ihre Luftüberlegenheit mittels Geleitflugzeugträger in vollem Maße nutzen, sodass in diesem Monat 43 deutsche U-Boote versenkt wurden. Großadmiral Dönitz stellte daraufhin den U-Boot-Krieg vorübergehend ein und ließ die U-Boote zurückrufen. Die Atlantikschlacht wendete sich dadurch endgültig.

U 995 ist ein Boot des meistgebauten Typs VIIC.

Nach der Landung der Alliierten in der Normandie, Anfang Juni 1944, gingen bald auch die deutschen U-Boot-Stützpunkte an der französischen Atlantikküste verloren. Die U-Boote wurden in die Nord- und Ostsee sowie norwegischen Küstengewässer zurückgedrängt oder operierten nun mehr vor der britischen Ostküste. Das damals modernste U-Boot, der Typ XXI, kam bis Kriegsende nicht mehr zum Einsatz. Bei Bekanntwerden der bevorstehenden Kapitulation der Wehrmacht wurde am 4. Mai 1945 die Operation Regenbogen gestartet: Obwohl Dönitz’ Befehl an diesem Tage lautete, alle Schiffe zu übergeben, wurden die meisten U-Boote von ihren Besatzungen selbst versenkt. Die übrigen Boote liefen nach dem 8. Mai mehrheitlich britische oder US-amerikanische Häfen an.

Politische Aspekte

Kriegsverbrechen

Erschießung angeblicher Partisanen durch Angehörige der Wehrmacht in der Sowjetunion, September 1941

Im Kriegsverlauf wurden nach entsprechenden Befehlen von deutschen Truppen zahlreiche Kriegsverbrechen an Juden, Sinti und Roma und an als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäern verübt. Während der Leningrader Blockade starben mehr als eine Million Menschen. In deutschen Sammellagern fanden über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene den Tod. Es waren keine Vorbereitungen für deren existenzsichernde Unterkunft und Versorgung getroffen worden, obwohl das Oberkommando der Wehrmacht schon im März 1941 für die Wochen nach dem Überfall, den Sommer und Herbst 1941, mit zwei bis drei Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen gerechnet hatte.[147] Die Wehrmacht ließ sie aus Gleichgültigkeit oder gezielt verhungern; sie starben an Krankheiten, Misshandlungen, bei der Zwangsarbeit oder wurden ermordet.

Öffnung eines Massengrabes in Katyn, März 1943

Truppen der Achsenmächte und der Alliierten verübten in den meisten vom Krieg betroffenen Ländern Vergewaltigungen.[148] In der Wehrmacht wurden 5.349 Soldaten wegen Sexualverbrechen verurteilt.[149] Wie groß die Zahl der tatsächlich von Wehrmachtssoldaten begangenen Vergewaltigungen war, lässt sich aufgrund des mangelnden Interesses der Wehrmachtführung an Strafverfolgungen und der „dürren Quellenlage“ nicht seriös schätzen.[150]

Auch über das Ausmaß der sexuellen Übergriffe durch Soldaten der Roten Armee während ihres Vormarsches auf deutschem Territorium lässt sich nur spekulieren, da keine auch nur annähernd gesicherten Befunde darüber vorliegen.[151] Der Statistiker Gerhard Reichling schätzte, dass 1,9 Millionen deutsche Frauen und Mädchen während des Vormarsches bis Berlin von Männern der Roten Armee vergewaltigt worden seien, davon 1,4 Mio in den ehemaligen Ostgebieten bzw. während Flucht und Vertreibung und 500.000 in der sowjetischen Besatzungszone.[152] Historiker wie Norman Naimark gehen von Zehntausenden, wahrscheinlicher sogar Hunderttausenden und möglicherweise bis zu zwei Millionen Opfern aus.[153] Catherine Merridale schätzt die Opfer von Vergewaltigungen durch Angehörige der Roten Armee auf „Zehn-, höchstwahrscheinlich sogar Hunderttausende deutscher Frauen und Mädchen“.[154] Für Schätzungen der Zahl der deutschen Frauen, die durch Soldaten der westlichen Alliierten vergewaltigt wurden, gibt es bislang keine ausreichende Grundlage.[155]

Japan ging insbesondere gegen Chinesen mit großer Brutalität vor. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen fünf und zehn Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 war der Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien. Der Feldzug kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 führte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durch; es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden. Von 1932 bis 1945 kam es zu Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen durch japanische Soldaten in besetzten Gebieten.[156] Die genaue Anzahl der Vergewaltigungen wurde nie ermittelt. Nur in wenigen Fällen, wie die Massenvergewaltigungen während des Massakers von Nanking, liegen genauere Untersuchungen vor.[157] Die vergewaltigten Frauen und Mädchen wurden nach der Vergewaltigung häufig getötet.[158][159] Eine Strafverfolgung durch die japanische Militärjustiz erfolgte nicht. Die japanische Armee verschleppte zwischen 1932 und 1945 nach Schätzungen 100.000 bis 300.000 Mädchen und Frauen, meist im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, als „Trostfrauen(ian-fu) in Militärbordelle.[160][161][162] Etwa 100.000 davon stammten aus der japanischen Kolonie Korea. Dazu kamen Mädchen und Frauen aus China und fast allen besetzten Gebieten in Südostasien, insbesondere aus Indonesien, Malaysia, Philippinen und Teilen Nationalchinas. Einige der Frauen stammten auch aus Japan und Australien, ferner waren Niederländerinnen aus Niederländisch-Indien (heute Indonesien) darunter. Die Frauen und Mädchen mussten Tag für Tag etwa 30 bis 40 Soldaten zu Diensten sein. Bis zum Kriegsende starben etwa 70 Prozent dieser Frauen an Krankheiten, Folter oder Hunger. Noch in den letzten Kriegswochen wurden Tausende der „Trostfrauen” ermordet. Die Gesamtzahl der Zivilisten, die von Japanern im Zusammenhang mit ihrer kriegerischen Lebensraum-Politik getötet wurden, wird auf knapp sechs Millionen geschätzt.[163]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 24 deutsche Hauptkriegsverbrecher im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher angeklagt, davon zwölf zum Tod durch den Strang verurteilt, zwei wurden freigesprochen. In zwölf Nachfolgeprozessen wurden 185 Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und Offiziere aus dem Oberkommando der Wehrmacht angeklagt, davon 24 zum Tod durch den Strang verurteilt (wovon zwölf in Haftstrafen gemildert wurden), 35 wurden freigesprochen. Erstmals in der Geschichte mussten sich Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. In der Nachkriegszeit von vielen deutschen Politikern als Siegerjustiz kritisiert, gelten diese Prozesse heute als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht. In weiteren 745 Kriegsverbrecherprozessen, u. a. in Hamburg, Dachau und Rastatt, wurden mindestens 677 Todesurteile ausgesprochen, von denen 212 in Haftstrafen umgewandelt wurden.[164] Die Mehrheit der Kriegsverbrecher aus SS und Wehrmacht wurde nie vor Gericht gestellt.

Japanische Hauptkriegsverbrecher wurden in den Tokioter Prozessen vom International Military Tribunal for the Far East abgeurteilt.

Massenmorde im deutschen Machtbereich

Verhaftung von Juden in Polen, September 1939

Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Minderheit war ein immanenter Bestandteil der nationalsozialistischen Politik. In zeitlicher Übereinstimmung mit der Ausweitung des Krieges durch den Überfall auf die Sowjetunion radikalisierte sich die Haltung gegenüber der Minderheit zur Vernichtungspolitik. Im von der Wehrmacht geschützten Hinterland im Osten führten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Polizeireserveeinheiten und Wehrmachtseinheiten unter dem Vorwand der Partisanenbekämpfung Massentötungen von Juden durch. Am 18. Dezember 1941 notierte Himmler in seinem Dienstkalender, Hitler habe auf sein Nachfragen das bisherige Vorgehen der Einsatzgruppen bestätigt und befohlen: „Judenfrage / als Partisanen auszurotten“.[165]

Der „Kommissarbefehl“ vom 6. Juni 1941 veranlasste Wehrmachtseinheiten und Einsatzgruppen zur Tötung von etwa 5000 kriegsgefangenen Rotarmisten mit tatsächlicher oder angenommener politischer Funktion. In einem Befehl Heydrichs an die Einsatzgruppen (17. Juli 1941) wurden Juden automatisch mit Politkommissaren gleichgesetzt. Bis Dezember 1941 wurden von Einsatzgruppen und Soldaten der Wehrmacht gemäß Partisanen- und Kommissarbefehl ungefähr eine halbe Million Menschen ermordet,[166] fast 99 Prozent davon waren Juden. An vielen Orten unterstützten Wehrmachtseinheiten logistisch die Einsatzgruppen. Schon vor Beginn des Feldzuges im Osten gab es Anweisungen, in denen „rücksichtsloses und energisches Durchgreifen besonders gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure und Juden“ gefordert wurde.[167] Die Wirklichkeit des Krieges ging noch darüber hinaus, als in den rückwärtigen Heeresgebieten oft ganze Dörfer niedergebrannt und alle Einwohner rücksichtslos erschossen wurden, wenn sie bloß im Verdacht standen, Partisanen Unterschlupf und Essen gewährt zu haben, während die Partisanen selbst rechtzeitig wieder in Wäldern verschwunden waren.[168][169]

Brillen von ermordeten Juden in Auschwitz (Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau)
Ermordete Häftlinge im KZ Buchenwald, aufgenommen nach dessen Befreiung, April 1945

Ende 1941/Anfang 1942 entstanden sechs Vernichtungslager im besetzten Polen (Kulmhof, Belzec, Sobibor, Majdanek, Treblinka, Auschwitz-Birkenau).[170] In Birkenau (Auschwitz II) wurde ein neues Tötungsmittel verwendet, das von den Ärzten im Euthanasieprogramm bereits im kleineren Umfang erprobt worden war: kristallisierte Blausäure (Zyklon B).[171] Ende 1942 lebten von 2,3 Millionen Juden im Generalgouvernement keine 300.000 mehr.[172] In einigen Ländern (beispielsweise Dänemark, wo es zur Rettung der dänischen Juden kam), widersetzten sich die Regierung und/oder die Bevölkerung der Deportation und Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger.

Etwa 200.000 Deutsche, die meisten davon Angehörige der Einsatzgruppen und anderer SS-Formationen, waren an den Massenmorden beteiligt.[173] Spätestens im Sommer 1943 hat auch die große Mehrheit der Deutschen zumindest damit gerechnet, dass die im NS-Herrschaftsbereich lebenden Juden umgebracht werden sollten. Viele hatten Kenntnis von Massenmorden in Osteuropa.[174]

Mindestens 13 Millionen (wahrscheinlich etwa 15 Millionen) Zivilisten wurden von Einsatzgruppen, SS-Angehörigen, Ordnungspolizei, Soldaten der Waffen-SS, Wehrmachtssoldaten oder auch verbündeten Truppen der Achsenmächte, wie zum Beispiel von der kroatischen Ustascha, ermordet.[175] Die meisten Massenmorde fanden im Rücken der Ostfront auf sowjetischem Gebiet und in Ostpolen statt (mindestens zwölf Millionen).[176] Unter den 15 Millionen Zivilisten in Europa waren fünf bis sechs Millionen ermordete Juden,[177] ferner mindestens 220.000 Sinti und Roma,[178] etwa 275.000 „Euthanasie“-Opfer[179] sowie Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Freimaurer. An der Ermordung von Geisteskranken waren auch Ärzte beteiligt. Im Generalgouvernement, in den besetzten sowjetischen Gebieten, in Jugoslawien und in Frankreich wurden ungezählte Partisanen nicht nach dem Kriegsvölkerrecht behandelt. In allen besetzten Ländern gab es darüber hinaus zahlreiche Geiselerschießungen.

Die Befreiung des KZ Auschwitz durch sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 ist in der Bundesrepublik seit 1996 offizieller „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“; auch international wird seit 2005 dieses Datums gedacht. In den USA gibt es seit 1980 die Days of Remembrance, die eine Woche dauern. In Israel ist Jom haScho'a („Tag des Gedenkens an Shoa und Heldentum“) ein ernster Nationalfeiertag.

Zivilbevölkerung

Tote Zivilisten bei Minsk, 1943
Bergung von Opfern in Berlin nach einem Bombenangriff, 8. April 1944

Von allen beteiligten Staaten hatte die Sowjetunion die meisten zivilen Opfer zu beklagen. Am Beispiel von Leningrad lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen: Nachdem die Stadt Anfang September 1941 von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Während der Leningrader Blockade waren bereits bis zum Sommer 1942 ungefähr 470.000 Menschen gestorben. Die Schätzungen der Gesamtopferzahl reichen von 700.000 bis 1.500.000 Menschen bis zum Ende der Blockade am 27. Januar 1944. Die meisten Quellen geben eine Zahl von etwa 1.100.000 Toten an.[180]

In anderen von deutschen Truppen besetzten Ländern Ost- und Südosteuropas (Polen, Serbien, Griechenland) musste die einheimische Bevölkerung ebenfalls einen sehr hohen Blutzoll zahlen, weil dort, vor allem in Polen, ebenso „ein Vernichtungskrieg geführt wurde“[181] Dazu kamen in Serbien und Griechenland Geiselerschießungen nach tatsächlichen oder vermuteten Partisanenaktionen.

In den besetzten Ländern Nord- und Westeuropas (Norwegen, Dänemark, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Nord- und Westfrankreich, britische Kanalinseln) lag dem Deutschen Reich aus politischen wie militärischen Gründen viel daran, sich als „korrekte Besatzungsmacht“ zu präsentieren, sicherte es doch die Disziplin der Truppe und sparte Ressourcen. Aber auch dort wurden Menschen, die als „rassisch minderwertig“ eingestuft wurden, und all jene, die das Besatzungsregime als widerständig einschätzte, zu keiner Zeit „korrekt“ behandelt.[182] Da im Zweiten Weltkrieg weltweit kein Soldat so üppig bezahlt wurde wie der deutsche,[183] kauften sie „die Länder Europas buchstäblich leer. Sie verschickten Abermillionen Feldpostpäckchen von der Front in die Heimat, Adressaten waren hauptsächlich Frauen. […] Schuhe aus Nordafrika, aus Frankreich Samt und Seide, Likör und Kaffee, Tabak aus Griechenland, Honig und Speck aus Russland, Heringe en masse aus Norwegen.“[184] Im besetzten Teil Frankreichs bekamen die deutschen Soldaten den Beinamen »doryphores« („Kartoffelkäfer“), die alles kahl fressen.[185] Die Besatzungsmacht transportierte Lebensmittel, Konsumgüter und Industrieprodukte nach Deutschland, „um auf diese Weise die Deutschen im Reich zu ernähren und bei Laune zu halten.“[185] Als Folge stiegen in den deutsch besetzten Ländern die Preise; nach und nach wurde fast alles rationiert. Der Schwarzmarkt blühte auf.[186] Einzelne Sparten und Personen verdienten gut an den Deutschen. Renault konnte durch das Motorisierungsprogramm der Wehrmacht seinen Umsatz bis 1942 verfünffachen. Auch viele Baufirmen machten in großem Stil Umsatz und Gewinn, indem sie für die Besatzungsmacht Baracken, Straßen, Flugplätze und anderes bauten.[187]

Für die deutsche Zivilbevölkerung hatte der Krieg zunächst keine direkten negativen Konsequenzen. Obwohl im weiteren Verlauf fast alle Waren des täglichen Bedarfs mit Lebensmittelkarten oder Bezugsscheinen rationiert wurden, gab es in den ersten Kriegsjahren keine mangelnde Versorgung mit Gütern. Das lag vor allem daran, dass meist zu Ungunsten der dortigen Bevölkerung viele Erzeugnisse und Rohstoffe aus den besetzten Ländern ins Reichsgebiet transferiert wurden. Zu den Begünstigten zählten 95 Prozent der Deutschen.[188] Sie empfanden den Nationalsozialismus nicht als System der Unfreiheit und des Terrors, sondern als Regime der sozialen Wärme, als eine Art „Wohlfühl-Diktatur.“[189] Unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Zivilbevölkerung gab es erst mit den zunehmenden alliierten Luftangriffen auf deutsche Städte ab Anfang 1942 und der „Totalisierung“ der Kriegführung im Jahr darauf. Ab Oktober 1944 wurde der Volkssturm, das heißt „alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“, zum Dienst an der Front einberufen. Der Kulturbetrieb wurde während des gesamten Krieges aufrechterhalten, insbesondere Filme wie „Die Feuerzangenbowle“ dienten der Zerstreuung und Ablenkung vom Kriegsalltag. Aber Kriegsmüdigkeit, Überarbeitung und Erschöpfung sowie das Gefühl, dass man den Ereignissen hilflos ausgesetzt sei, ließen im Herbst 1944 eine Abneigung gegen das NS-Regime stärker werden. Auch Hitler selbst geriet dabei in die Kritik, weil er derartiges Leid heraufbeschworen habe. Ein äußerliches Zeichen hierfür war, dass der Gruß „Heil Hitler“ jetzt verschwand.[190] Für die Zivilbevölkerung im Osten des Reiches erreichten die Kriegseinwirkungen ihren Höhepunkt mit dem Einmarsch und der Besetzung der Roten Armee. Im Westen wurden die einrückenden britischen und US-amerikanischen Truppen von der deutschen Bevölkerung überwiegend mit Erleichterung begrüßt.

Kriegspropaganda und Propagandakrieg

Deutsche Propaganda

Hauptartikel: NS-Propaganda und Propagandakompanie
Antisemitische Ausstellung in Paris, September 1941
Niederländisches Propaganda-Plakat der Waffen-SS

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg waren in der Wehrmacht Propagandakompanien (PK) aufgestellt worden, die die deutsche Bevölkerung im Sinne des NS-Regimes positiv auf die Kriegsereignisse einstimmen sollten. Kriegsberichterstattung per Radio und Wochenschau dienten der Information, der NS-Propaganda und anderen Zwecken (z. B. Glaube an den Endsieg; siehe auch Propagandafilm). Die Deutsche Wochenschau berichtete vor dem Hauptfilm positiv vom Fortgang des Krieges. Leni Riefenstahl folgte mit einem „Sonderfilmtrupp“ den Truppen in Polen. Elend und Leid, Sterben und Tod wurden in allen Medien weitgehend ausgeblendet. Die Volksgenossen lasen die gleichen Zeitungen, sahen die gleichen Wochenschauen, hörten die gleichen Wehrmachtberichte. Es war eine Mixtur aus Dokumentation und Unterhaltung; auch die echten Kriegsbilder vermittelten falsche Kriegs-Bilder.[191]

Während des Krieges beschwor Goebbels mithilfe der gleichgeschalteten Medien den bevorstehenden Endsieg und glorifizierte die Erfolge der Wehrmacht, indem er zukünftige Positionen des deutschen Heeres als schon teilweise erreicht darstellte. Auch prognostizierte er die Einnahme von Städten, die wenige Tage später tatsächlich eingenommen wurden. Des Weiteren verhöhnte Goebbels Gegner Deutschlands, so wurde beispielsweise Winston Churchill als Trunkenbold dargestellt.

Die NS-Führung rechtfertigte den Feldzug gegen die Sowjetunion seit dessen Beginn mit der „Verteidigung des Abendlandes gegen den Bolschewismus“ und gegen die „jüdisch-bolschewistischen Untermenschen“. Den Soldaten der (neuen) Ostfront wurde der Angriff am frühen Morgen des 22. Juni in einer von Offizieren verlesenen Proklamation als „die Sicherung Europas und damit die Rettung aller“ erklärt.[192] Die SS ließ 1942 die Broschüre Der Untermensch publizieren, die mit Hetzartikeln und fratzenhaften Bildern die Russen als minderwertig darstellte.

Die Auslandsillustrierte Signal erschien 1940–1945, erreichte eine maximale Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren und wurde zeitweise in 20 Sprachen gedruckt. Sie hatte acht Farbseiten und warb für eine „Neue Ordnung“ in Europa mit dem angeblichen Ziel der Abwehr gegen den Bolschewismus.

Im August 1942 äußerte Goebbels in einer Propaganda-Anweisung die Besorgnis, „dass sich das deutsche Volk zur Zeit in weiten Kreisen in dem Glauben wiegt, die militärischen Ereignisse im Osten […] würden zu einem baldigen Kriegsende führen“.[193] Erst nach der Niederlage in Stalingrad (Ende Januar 1943) kann von einer „Talsohle der Stimmungslage“ in der deutschen Bevölkerung gesprochen werden.[194] Am 18. Februar 1943 rief Goebbels die deutsche Bevölkerung in der Sportpalastrede zum totalen Krieg auf. Doch trotz zunächst positiver Reaktionen in der Bevölkerung erreichte sie ihren Zweck, die personellen und materiellen Ressourcen zu mobilisieren, nur begrenzt; ihre Wirkung ließ schnell nach.[195] Im weiteren Verlauf forderte die NS-Propaganda den Widerstandswillen der Bevölkerung „bis zum Endsieg“, gegen den „angloamerikanischen Bombenterror“ und die „rasende Rachsucht“ der Roten Armee immer stärker, je näher die Alliierten auf die Reichsgrenzen vorrückten.

Britische und US-amerikanische Propaganda

Propagandaplakat des War Production Board

Auch in Großbritannien wurde Propaganda gegen den Kriegsgegner gemacht. 1940 gelang es Churchill in mehreren berühmten Reden, darunter der „Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede“ und ihrer Fortsetzung (We Shall Fight on the Beaches), das Einverständnis der britischen Bevölkerung für Krieg und Widerstand gegen Deutschland zu gewinnen. Folglich ließ er auch das sogenannte Friedensangebot, den „Appell an die Vernunft, auch in England“, den Hitler in seiner Reichstagsrede vom 19. Juli 1940 an Großbritannien richtete, innerhalb einer Stunde zurückweisen.[196]

Die USA stellten nach dem japanischen Überfall auf Hawaii und der deutschen Kriegserklärung im Dezember 1941 die doppelte Bedrohung aus West und Ost heraus, sozusagen die Gefahr des Zweifrontenkrieges aus US-Sicht. 1942 brachten sie eine Illustrierte mit dem Namen Victory (analog zur deutschen Illustrierten Signal) heraus.[197]

Rundfunkpropaganda

Bei der Suche nach einem geeigneten Mittel, um schnell sehr viele Menschen im Land des Kriegsgegners oder in einem besetzten Staat in deren Muttersprache anzusprechen, fiel die Wahl auf den Rundfunk,[198] da er ein zuverlässiges und ohne merkbaren Zeitverlust funktionierendes Medium darstellt. Während des Krieges nahm die Anzahl der Propagandasendungen in allen beteiligten Ländern zu. Bereits eine Woche nach Kriegsbeginn wandte sich Jan Masaryk an seine Landsleute in der Heimat. Damit begann die BBC ein tägliches 15-minütiges Programm auf Tschechisch auszustrahlen, dessen Mithören vom deutschen Regime unter Todesstrafe verboten war.[199] Auf deutscher Seite wurden britische und amerikanische Immigranten, die mit der NS-Politik sympathisierten, engagiert, um Briten auf Englisch ansprechen zu können. Die bekannteste Moderatorin war „Axis Sally“, deren Sendungen vom Großdeutschen Rundfunk im Studio Berlin ausgestrahlt wurden. Goebbels lancierte den AuslandsrundfunksenderGermany Calling“, dessen Moderatoren, vor allem der irisch-amerikanische Nationalsozialist William Joyce, unter dem Spitznamen „Lord Haw-Haw“ bekannt wurden.[200] Der US-amerikanische Rundfunkjournalist Edward R. Murrow kreierte 1940 eine neue Sendeform, indem er in Livereportagen für die CBS direkt aus dem von der Luftwaffe bombardierten London berichtete. Seine Sendungen „This is London“ fesselten Millionen Zuhörer in den USA an die Radiogeräte und trugen dazu bei, die isolationistische Stimmung in den USA zurückzudrängen.[201] Das vom deutschen Soldatensender Belgrad seit August 1941 ausgestrahlte Lied „Lili Marleen[202] wurde jeden Abend von Millionen Soldaten in ganz Europa und in Nordafrika, auch von alliierten, gehört, bis es im April 1942 von Goebbels verboten wurde, u. a. weil dieser von Lale Andersens Kontakten zu Schweizer Juden erfahren hatte. Im Mai 1942 sendete BBC erstmals glaubwürdige Berichte über die Ermordung polnischer Juden.[203] Generalfeldmarschall Paulus sprach nach der Niederlage von Stalingrad über Radio Moskau zu deutschen Hörern.

Blosenbergturm, Sender Beromünster

Die Sendungen der BBC, der „Stimme Amerikas“, des NFD, von Radio Moskau, Radio Vatikan und dem Schweizer Sender Beromünster führten zwar dazu, dass 16 Millionen Deutsche, die (1943) Rundfunkgebühren zahlten,[204] (plus weitere Millionen Familienmitglieder) hinreichend über die zunehmend hoffnungslose militärische und politische Lage Deutschlands informiert sein konnten, aber keinem Sender gelang es, eine mehrheitlich kritische Meinung gegenüber den Nazis in Deutschland herbeizuführen. Wie viele Deutsche heimlich BBC, die umfangreichste ausländische Informationsquelle (mit 11.500 Mitarbeitern in London), hörten, lässt sich nicht sagen. Schätzungen schwanken zwischen 1 bis 10 Millionen Hörern.[205] Die wöchentlichen Berichte in der „Weltchronik“ von Jean Rudolf von Salis über den Schweizer Sender Beromünster galten Millionen von Hörern in Mitteleuropa als objektive Beurteilung der politischen und militärischen Lage im NS-besetzten Europa.[206] Sicher ist, dass es dem Regime nicht gelungen ist, seine Sicht der Dinge vollständig durchzusetzen.[207] Weil das Hören von sogenannten Feindsendern streng verboten war,[208] gab fast niemand, der aus dem Radio Bescheid wusste, sein Wissen an andere weiter – wenn doch, konnte ihm sogar „in besonders schweren Fällen“ die Todesstrafe drohen.[209] Es bürgerte sich ein, grundsätzlich nach dem Ende einer abgehörten Feindsendung den Senderknopf wieder auf einen erlaubten Sender zu drehen, um bei plötzlichen Hausdurchsuchungen sich nicht selbst zu verraten. Der britische Soldatensender Calais war dagegen so gut organisiert, dass er über einen langen Zeitraum von der deutschen Bevölkerung für einen Wehrmachtssender gehalten wurde. Die fast perfekte Tarnung gelang für lange Zeit, indem bei den Deutschen beliebte Musik, Sportergebnisse und Berichte über Ereignisse in Deutschland gesendet wurden.[210] Gelegentlich wurden aber auch moralzersetzende Infos eingestreut. Beispielsweise wurde das geflügelte Wort „Wenn das der Führer wüßte …“, in Deutschland spätestens seit 1938 bekannt, in dessen Sendungen so geschickt verwendet, dass die geschilderten Missstände im Dritten Reich umso eher geglaubt wurden. Hitler wurde nie persönlich angegriffen, immer nur Leute aus seiner Umgebung. Beliebt war auch Frau Wernicke, die in den Sendungen der BBC eine Berliner Kleinbürgerin darstellte, die sich mit ihrem einfachen Gemüt, lockerem Tonfall und gesundem Menschenverstand scharfzüngig über die Nationalsozialisten lustig machte.

Im Krieg in Ostasien (s. o.) setzten auch die Japaner ab 1943 verstärkt auf Rundfunkpropaganda gegen die Amerikaner, indem sie über Radio Tokyo die Sendung „The Zero Hour“ ausstrahlten. Für die überwiegend weiblichen Moderatoren, die Amerikanisch mit einem japanischen Akzent sprachen, bürgerte sich im GI-Sprachgebrauch der Begriff Tokyo Rose ein.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Kurt Huber, Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, 1943 hingerichtet
Julius Leber, Mitglied der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, 1944 vor dem Volksgerichtshof, 1945 hingerichtet

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stand dem Kriegsbeginn zunächst skeptisch gegenüber, ließ sich aber von den folgenden Siegesmeldungen blenden. Aus Angst vor Strafen wagten nur wenige Menschen, sich aktiv gegen den Krieg auszusprechen. Zentren des zivilen Widerstands waren die „Weiße Rose“, der „Kreisauer Kreis“ und die „Rote Kapelle“.

Wenngleich die Wehrmacht prinzipiell hinter Hitlers Ideen stand und seine Kriegführung mittrug, sahen ab 1943 einige Generäle die zwangsläufige Niederlage deutlich vor Augen und setzten daher auf einen Waffenstillstand, um der Wehrmacht und der deutschen Bevölkerung Zeit zur Umgruppierung des Heeres und Neuorganisation des Staates zu geben. Am 20. Juli 1944 verübten einige Widerständler ein Attentat auf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze. Der Versuch, Hitler zu töten, misslang aber ebenso wie der anschließende Versuch eines Staatsstreichs in Berlin (→ Operation Walküre). Die Attentäter wurden hingerichtet. Einige wenige Soldaten lehnten den Krieg auch aus ideologischen Gründen ab und versuchten, ihn durch Sabotagemaßnahmen zu verkürzen. Die weit überwiegende Mehrheit kämpfte bis zum Schluss weiter. Zahlreiche deutsche Soldaten und Hilfsverbände (Polizeireserve etc.) beteiligten sich an Kriegsverbrechen, was Widerstand der Bevölkerung in den besetzten Gebieten provozierte bzw. begünstigte.

In Dänemark (→ Dänischer Widerstand) empfand die Bevölkerung die deutsche Besatzung nach den Worten des Königs als „Alpdruck“. In den Niederlanden mussten die Deutschen die dortige Polizei entwaffnen, weil sie einen Aufstand befürchteten. Der pro-deutschen Bewegung des Vidkun Quisling in Norwegen folgte keine Massenbewegung der Bevölkerung, die Mehrheit lehnte die Deutschen ab. Die schärfsten Formen des westeuropäischen Widerstands traten in Frankreich auf, wo die Résistance, auch Maquis (nach dem mediterranen Buschgestrüpp „maquis“) genannt, gegen die deutsche Besatzung kämpfte.

Unvergleichlich stärker waren dagegen Widerstandsbewegungen in Südost- und Osteuropa: In der Sowjetunion, in Griechenland (siehe: ELAS), in Albanien und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kämpften große Partisanenarmeen, meist mit kommunistischer, kommunistisch beeinflusster, sozialistischer oder aber nationalistischer Haltung. Die polnische „Heimatarmee“ allerdings konnte nur auf wenig Unterstützung von außen hoffen. Aus dem ständigen Kleinkrieg gegen die deutschen Besatzer gingen die Partisanen häufig als Sieger hervor. Gegen Ende des Krieges konnten größere Gebiete von den deutschen Besatzern befreit werden, so etwa in Jugoslawien, wo Tito im Anschluss die Macht übernahm, oder in Griechenland, wo die Hegemonie der ELAS mit britischen Interessen kollidierte und zum Griechischen Bürgerkrieg führte.

Internationale Blockbildung

Mit der Unterzeichnung des Antikominternpaktes zwischen Deutschland und Japan wurde bereits 1936 der Grundstein für die spätere Achse Deutschland–Japan–Italien gelegt. Durch den Hitler-Stalin-Pakt verschlechterte sich das Verhältnis zu Japan zunächst, aber weil sich Japan Zugriff auf die französischen, niederländischen und britischen Kolonien in Asien erhoffte, ging es Ende September 1940 mit Deutschland und Italien den Dreimächtepakt ein, dem fünf südosteuropäische Staaten beitraten. Die Initiative dazu ergriff Japan schon im Juni 1940; aber erst, nachdem Hitler klar geworden war, dass es nicht gelingen würde, Großbritannien durch eine Invasion militärisch auszuschalten, war dieser bereit, ein Bündnis mit Japan abzuschließen. In diesem verpflichteten sich die drei Partner, sich gegenseitig zu unterstützen, falls einer der Partner von einer Macht angegriffen werden würde, „die gegenwärtig nicht in den europäischen Krieg oder in den chinesisch-japanischen Konflikt verwickelt ist.“ Da der Vertrag „in keiner Weise den politischen Status berühren“ sollte, „der gegenwärtig zwischen den drei vertragschließenden Teilen und Sowjetrußland besteht“, war deutlich, dass der Vertrag vorwiegend die USA von einem Kriegseintritt abhalten sollte.[211]

Großbritannien konnte im Herbst 1940 in der Luftschlacht um England eine deutsche Invasion verhindern und vertraute auf wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch die USA. Insbesondere der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt wollte aus machtpolitischen und weltanschaulichen Gründen die USA zum „Arsenal der Demokratie“ gegen das nationalsozialistische Deutschland machen. Großbritannien erhielt 1941 aufgrund des „Zerstörer-für-Stützpunkte-Abkommens“ 50 Zerstörer zur Abwehr deutscher U-Boote. Im August 1941 trafen sich Churchill und Roosevelt auf einem britischen Kriegsschiff in der Argentia-Bucht (Neufundland) und verkündeten die Atlantik-Charta: Ablehnung aller territorialen Veränderungen ohne Zustimmung der betroffenen Völker und Recht aller Völker auf diejenige Regierungsform, unter der sie leben wollen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 erklärten die USA Japan den Krieg. Deutschland und Italien erklärten daraufhin den USA den Krieg, ohne dazu vertragsrechtlich verpflichtet zu sein (s. o.). Der europäische und der ostasiatische Krieg waren zum Weltkrieg geworden. Anfang 1942 wurde in Washington von Roosevelt und Churchill die Konzeption „Germany first“ im Krieg gegen Deutschland und Japan festgelegt.

Alliierte Kriegskonferenzen und Risse in der Anti-Hitler-Koalition

V. l. n. r.: Chiang Kai-shek, Roosevelt und Churchill in Kairo, 1943
V. l. n. r.: Stalin, Roosevelt und Churchill in Teheran, 1943

Im August 1942 trafen sich Stalin, Churchill und Harriman (als Vertreter Roosevelts) in Moskau, um die gemeinsamen Maßnahmen gegen Deutschland abzustimmen. Churchill teilte mit, dass die geplante Invasion nicht in Frankreich, sondern in Nordafrika beginnen solle. Stalin war verstimmt, versprach aber, den deutschen Truppen den Zugang zum Kaspischen Meer und zu den dortigen Ölfeldern zu versperren. Anfang 1943 einigten sich in Casablanca Roosevelt und Churchill, Deutschland bis zu dessen bedingungsloser Kapitulation zu bekämpfen. Im November 1943 vereinbarten Roosevelt und Churchill mit Chiang Kai-shek in Kairo, dass auch der Krieg gegen Japan mit der bedingungslosen Kapitulation enden solle. Kurz darauf fand in Teheran eine erste Konferenz der Großen Drei statt, auf der Stalin, Roosevelt und Churchill über die Nachkriegszeit nach einem Sieg über Deutschland beratschlagten. Da weder Roosevelt noch Churchill zu konkreten Garantien oder Vereinbarungen mit der Sowjetunion für die Nachkriegsordnung in Europa bereit waren, gab es bereits 1944 erste Risse in der Anti-Hitler-Koalition.

Kriegsfolgen und Opfer

Opferzahlen

Bei der Operation Chariot im März 1942 in Saint-Nazaire gefallener britischer Soldat.

Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge über 65 Millionen Menschen den Tod. Es kamen mehr Zivilisten um als Soldaten bei Kampfhandlungen. Am stärksten betroffen war die Sowjetunion mit etwa 27 Millionen getöteten Menschen, darunter ungefähr die Hälfte Soldaten, von denen drei Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft starben.

Grundsätzlich gilt, dass Zahlenangaben zu den Toten des Weltkriegs oft methodisch nicht gesicherte Schätzwerte darstellen, die in der Literatur unterschiedlich angegeben werden. Die folgende Tabelle basiert auf Daten aus dem zehnten Band der vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt herausgegebenen Reihe Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg 2008. Darin sind neutrale Staaten und Kolonien nicht berücksichtigt. Die wiedergegebenen Schätzungen gehen meist auf offizielle Angaben der jeweiligen Regierungen zurück. Die Kriegstoten der gelisteten Staaten ergeben eine Summe von ca. 65 Millionen Menschen, darunter mehr als die Hälfte Zivilisten.[212]

Land Soldaten Zivilisten Gesamt
Australien 30.000 30.000
Belgien 10.000 50.000 60.000
Bulgarien 32.000 32.000
Republik China 3.500.000 10.000.000 13.500.000
Deutschland 5.180.000 1.170.000 6.350.000
Finnland 89.000 2700 91.700
Frankreich 210.000 150.000 360.000
Griechenland 20.000 160.000 180.000
Großbritannien 270.825 62.000 332.825
Indien 24.338 3.000.000 3.024.338
Italien 240.000 60.000 300.000
Japan 2.060.000 1.700.000 3.760.000
Jugoslawien 740.000 950.000 1.690.000
Kanada 42.042 1.148 43.190
Neuseeland 10.000 10.000
Niederlande 22.000 198.000 220.000
Norwegen 7.500 2.500 10.000
Südafrika 9.000 9.000
Philippinen 100.000 100.000
Polen 300.000 5.700.000 6.000.000
Rumänien 378.000 378.000
Sowjetunion 13.000.000 14.000.000 27.000.000
Tschechoslowakei 20.000 70.000 90.000
Ungarn 360.000 590.000 950.000
USA 407.316 407.316
Bettelnder Kriegsinvalide in Essen, 1948

Insgesamt sind von den 5,7 Millionen Kriegsgefangenen der Roten Armee 3,3 Millionen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen verhungert, aber auch Krankheiten, Misshandlungen, Erschießungen oder KZ-Haft zum Opfer gefallen. Dies bedeutet, dass 58 % der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Gefangenschaft starben.[213] Von den 3,1 Millionen deutschen Kriegsgefangenen in sowjetischem Gewahrsam kamen 1,1 Millionen (35 %) um.[214] Die Zahl der in deutschem Gewahrsam zu Tode gekommenen westalliierten Kriegsgefangenen war im Verhältnis deutlich geringer. So starben von 1,8 Millionen in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen französischen Soldaten knapp 50 000, das sind 2,8 %.[215] China, für das der Krieg schon Mitte 1937 mit der japanischen Aggression begann, hatte mit ungefähr 14 Millionen im Krieg getöteten Menschen die zweithöchste Anzahl an Todesopfern zu beklagen. Aber auch in Indien verhungerten im Krieg zwei Millionen Zivilisten.[216]

Zu den vielen Verwundeten müssen auch zahlreiche als Deserteure verurteilte Soldaten hinzugezählt werden, die depressiv oder geisteskrank und deshalb unfähig zum Militärdienst waren, aber trotzdem verurteilt wurden, um die „Moral der Truppe aufrecht“ zu erhalten. Das geschah nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen kriegsbeteiligten Staaten.

Es gab viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der Großstädte Warschau, Coventry, London, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Tokio, Dresden und des Ruhrgebiets. Sehr viele Zivilisten kamen bei den Schlachten um Stalingrad, Breslau, Königsberg, während der Leningrader Blockade und der Aushungerung von Charkow ums Leben. Die Versenkung der Flüchtlingsschiffe Armenija, Wilhelm Gustloff, Goya, Steuben und Cap Arcona forderte Zehntausende Opfer. Im harten Winter 1944/45, in Straflagern der Sowjetunion und bei gewaltsamen Vertreibungen von Menschen nach dem Krieg starben weitere, ungezählte Menschen (zum Beispiel Sudetendeutsche infolge der Beneš-Dekrete).

Vielen Menschen war es nicht möglich, aus dem nationalsozialistischen Herrschaftsbereich zu fliehen, weil Staaten (wie die USA oder die Schweiz) zeitweise die Grenzen schlossen und (auch jüdischen) Flüchtlingen kein Asyl gewährten.

Die beiden Atombombenabwürfe auf Japan verursachten direkt und indirekt bis Ende 1945 mehr als 220 000 Opfer.

Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter

Zwangsarbeiter beim Bau des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen, 1944

Insgesamt gerieten 11 Millionen Angehörige der Wehrmacht und der Waffen-SS in Kriegsgefangenschaft, davon 7,7 Millionen auf Seiten der Westmächte und 3,3 Millionen auf Seiten der UdSSR. Die Mehrzahl der etwa 3,6 Millionen deutschen Kriegsgefangenen in britischem Gewahrsam befand sich in Lagern in Großbritannien, Deutschland und Kanada. Ungefähr 3,1 Millionen deutsche Gefangene befanden sich in amerikanischen Lagern, zumeist in den Vereinigten Staaten.

Zur Zwangsarbeit unter dem NS-Regime wurden zwischen sieben und elf Millionen Menschen fast überall im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten eingesetzt. Zum Teil arbeiteten sie in Fabriken neben KZ-Häftlingen unter ähnlich menschenunwürdigen Bedingungen, zum kleineren Teil glichen die Lebensbedingungen denen der Arbeit gebenden Handwerker- und Bauernfamilien. Der für sie als oberster Verantwortlicher ernannte Gauleiter Fritz Sauckel wurde 1946 im Rahmen der Nürnberger Prozesse zum Tode verurteilt und hingerichtet. Nach Kriegsende wurden deutsche Kriegsgefangene ebenfalls als Bestandteil der Reparationsleistungen zu Zwangsarbeit verpflichtet, vor allem in der Sowjetunion (bis 1956), aber auch in Westeuropa (siehe Deutsche Zwangsarbeiter nach 1945).

Nach Kriegsende existierten in Europa zwischen 6,5 und 12 Millionen als „Displaced Persons“ bezeichnete Personen, bei denen es sich in der Mehrzahl um befreite Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter aus ehemals besetzten Staaten und KZ-Häftlinge handelte. Diese wurden bis zu ihrer Repatriierung oder Aufnahme in Drittstaaten in sogenannten DP-Lagern untergebracht.

Materielle Schäden und Kriegskosten

Auch die materiellen Schäden waren enorm.[217] In Deutschland verloren etwa vier Millionen Menschen ihre Wohnung und mussten 400 Millionen Kubikmeter Schutt weggeräumt werden. In Köln, wo vor dem Krieg 750.000 Menschen gelebt hatten, waren es nur noch 40.000. Die „Trümmerfrauen“ wurden zu einem Symbol des Aufräumens und des Wiederaufbaus. In Frankreich wurden zwei, in Japan drei und in der Sowjetunion sechs Millionen Wohnungen zerstört. Fast die Hälfte der Eisenbahnschienen war beschädigt: in Deutschland 34.000 km, in Japan 50.000 km, in Frankreich 37.000 km.

Die späteren Siegermächte gingen im Abschlussprotokoll von Jalta davon aus, dass die Deutschen einen Schaden von 20 Milliarden Dollar in Europa angerichtet hätten. Bezogen auf das jährliche Sozialprodukt lag der Schaden in Deutschland (4,8 Mrd. Dollar) bei 140 Prozent,[218] in Frankreich (2,1 Mrd. Dollar) bei 130 Prozent, in Polen (2 Mrd. Dollar) bei 300 Prozent und in der UdSSR (12,8 Mrd. Dollar) bei 250 Prozent. Die Sowjetunion sollte deswegen Reparationen im Wert von 10 Milliarden Dollar erhalten.[219]

1942 betrugen Deutschlands Ausgaben für die Kriegführung 140 Mrd. RM (heute: 526 Mrd. EUR). Dem standen nur Reichseinnahmen in Höhe von 69 Mrd. RM (heute: 259 Mrd. EUR) gegenüber. Der Rest wurde durch neue Schuldverschreibungen finanziert. Die Kriegskosten des Deutschen Reiches (z. B. Wehrsold für Millionen Soldaten, Produktionskosten für Panzer, U-Boote und Flugzeuge, Kriegerwitwenrenten) beliefen sich bei Kriegsende insgesamt auf 156 Mrd. Dollar (USA: 206 Mrd. Dollar, Großbritannien: 78 Mrd. Dollar). Deutschlands Kriegskosten (156 Mrd. Dollar) und Kriegsschäden (4,8 Mrd. Dollar) (s. o.) ergeben die gigantische Summe von 160,8 Mrd. Dollar (entsprechend heutiger Kaufkraft und inflationsbereinigt: 2,2 Billionen US-Dollar).[220]

Nachwirkungen

Infolge des Zweiten Weltkriegs schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der militärischen Großmächte aus. Die westeuropäischen Staaten (Frankreich, Niederlande, Großbritannien) wurden so weit geschwächt, dass sie nach dem Krieg ihre Kolonialreiche aufgeben mussten. An deren Stelle traten die USA und die Sowjetunion als neue Weltmächte, aufgrund der atomaren Rüstung dann sogar als sogenannte Supermächte.

Europa

Die Aufteilung Deutschlands (westlich der Flüsse Oder und Neiße) und Österreichs in die Besatzungszonen der vier Siegermächte, 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa berieten die Siegermächte im Juli und August 1945 in Potsdam über die weitere Zukunft Europas und Deutschlands. Die Zielrichtung der gefassten Potsdamer Beschlüsse hatte sich bereits auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 angedeutet.

Deutschland wurde daraufhin in vier Besatzungszonen eingeteilt; seine Ostgebiete (Pommern, Schlesien, Ostpreußen) wurden vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung der Verwaltung Polens und der Sowjetunion unterstellt.[221] Die Volksrepublik Polen erhielt dadurch einstweilig eine neue Grenze im Westen (Oder-Neiße-Linie) und im Osten. Das durch die Bestimmungen des Münchner Abkommens von 1938 von Deutschland eingegliederte Sudetenland fiel an die Tschechoslowakei zurück, da die faktische Annexion im Zuge der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ durch das Deutsche Reich nachträglich für nichtig erklärt wurde. Österreich wurde als unabhängiger Staat wiederhergestellt – dies hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt –, die Zweite Republik gegründet und ebenfalls in vier Besatzungszonen eingeteilt, bis sie 1955 mit dem Österreichischen Staatsvertrag neutral wurde.

Aufgrund der durch die drei Hauptsiegermächte de facto beschlossenen Gebietsverkleinerung Deutschlands wurden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche (Sudetendeutsche, Schlesier, Pommern, Polen und Ostpreußen) aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Lange wurde dabei die Zahl der Todesopfer mit 2 Millionen oder gar mehr angegeben. Neuere Untersuchungen auf der Grundlage von Todesfallmeldungen ergaben jedoch, dass die Zahl der Opfer kaum über ca. 500.000 Personen gelegen haben kann.[222] 3,5 Millionen Polen verloren durch die anschließende Westverschiebung der polnischen Ostgrenze ihre Heimat.

Verhandlungssaal der Nürnberger Prozesse, 30. September 1946

Die deutschen und japanischen Kriegsverbrechen wurden in mehreren Prozessen (zum Beispiel den Nürnberger Prozessen) verhandelt. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis einiger führender evangelischer Christen zu Versäumnissen in der Zeit des Nationalsozialismus im Oktober 1945 blieb eine seltene Ausnahme im beginnenden, von den Alliierten erzwungenen Entnazifizierungs-Geschehen.

Berliner zerlegen ein verendetes Pferd, Mai 1945.

Die zum größten Teil zerstörten Städte und der Mangel an Lebensmitteln – insbesondere fehlende Rohstoff- und Düngemittel – sorgten bei der Bevölkerung für ein Leben in Armut. Weil viele Männer im Krieg gefallen waren oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren, beseitigten „Trümmerfrauen“ den Schutt in den Städten. Lebensmittel waren nur über Lebensmittelmarken oder aus eigenem Anbau zu haben, weshalb Stadtbewohner massenhaft aufs Land fuhren, um Sachgüter gegen Lebensmittel einzutauschen. Darüber hinaus verloren zu damaliger Zeit weltweit führende deutsche Wirtschaftsunternehmen bedeutende Patente und Warenzeichen. Diese Situation änderte sich erst durch den bald darauf einsetzenden weltweiten Nachkriegsboom, der in Deutschland vielfach als Wirtschaftswunder bezeichnet wurde.

Asien und Pazifik

Japan musste die besetzten pazifischen Inseln an Australien und Großbritannien zurückgeben; es verlor weiterhin Korea, Formosa (Taiwan), Südsachalin und die Kurileninseln. Die alliierte Besetzung Japans endete mit dem Friedensvertrag von San Francisco von 1951, in dem die staatliche Souveränität Japans wiederhergestellt wurde. Einige japanische Inseln, darunter die Ryūkyū-Inseln, blieben bis 1972 unter amerikanischer Militärverwaltung.

Gründung der Vereinten Nationen

Hauptartikel: Vereinte Nationen
Gründung der Vereinten Nationen, 1945

Mit der Gründung der „Organisation der Vereinten Nationen“ (UNO) auf der Konferenz von San Francisco und dem Inkrafttreten der UN-Charta am 24. Oktober 1945 wurde der Versuch unternommen, das informelle Kriegsbündnis der Anti-Hitler-Koalition in eine permanente Institution zu Wahrung des Weltfriedens zu transformieren. Die Initiative hierzu war maßgeblich von dem verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt ausgegangen. Kernpunkt der Charta war die Schaffung eines Systems, das die friedliche Beilegung von Streitigkeiten und die kontrollierte Intervention bei Verstößen ermöglichen sowie die internationale Zusammenarbeit fördern sollte. Eine besondere Rolle als Garanten des Weltfriedens wurde dabei für die Hauptsiegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und China vorgesehen, die permanente Sitze und ein Vetorecht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erhielten. Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, auf deren Grundlage später weitere international bindende Menschenrechtsabkommen entstanden sind, darunter die Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes.

Blockbildung und Kalter Krieg

Hauptartikel: Kalter Krieg

Der Zweite Weltkrieg ging sowohl in Europa als auch in Asien relativ nahtlos in den Kalten Krieg über. Schon während des Krieges gab es Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten, die zugunsten des gemeinsamen Ziels nicht in den Vordergrund gestellt wurden. An diesen Differenzen war nicht allein die Sowjetunion schuld. In diesem Sinne waren Hiroshima und Nagasaki nicht nur die letzten Bomben des Zweiten Weltkrieges, sondern auch die ersten Bomben des Kalten Kriegs. Ebenso waren die gewaltigen Erweiterungen der sowjetischen Hemisphäre in den Westen und das beständige kommunistische Vordringen in Asien nicht nur ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, sondern auch ein Grund für den Kalten Krieg.

NATO und Warschauer Pakt während des Kalten Krieges, 1949 bis 1990

In einer Rede in Fulton, Missouri, 1946 gebrauchte Winston Churchill erstmals öffentlich das Bild des „Eisernen Vorhangs“ zur Beschreibung des nunmehr in Einflusssphären geteilten Nachkriegseuropas. Ab etwa 1947 (Truman-Doktrin) kam es zunehmend zu Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten, den westlichen Alliierten auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite. Während die Westmächte in ihren Einflusszonen die parlamentarische Demokratie installierten, errichtete die Sowjetunion in den Staaten Osteuropas sogenannte Volksdemokratien unter Führung der Kommunisten. In der Folge verschärften sich die Spannungen und führten zu einer unversöhnlichen Gegnerschaft der einstigen Verbündeten, zur dauerhaften Teilung Deutschlands und Europas und dem Beginn des Kalten Krieges. Als westliches Militärbündnis wurde 1949 die NATO gegründet, nach der westdeutschen Wiederbewaffnung und dem NATO-Beitritt der Bundesrepublik Deutschland 1955 folgte als Gegenstück der Ostblockstaaten der Warschauer Pakt. Mit dem Zusammenbruch der osteuropäischen Diktaturen im Zuge der Revolutionen im Jahr 1989, der deutschen Wiedervereinigung und der mit der Auflösung der Sowjetunion einhergehenden Wiederherstellung des Selbstbestimmungsrechts der Völker der früheren sowjetischen Republiken wurden weitere Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges beseitigt.

Weitere Nachfolgekonflikte

Als weitere Nachfolgekonflikte, die direkt oder indirekt mit dem Zweiten Weltkrieg in Beziehung stehen, können genannt werden:

Diese und andere Konflikte standen zum einen in Zusammenhang mit der beginnenden Blockkonfrontation als Konflikte über Einflusssphären in einer neugestalteten Weltlage, zum anderen mit der nun verstärkt einsetzenden Dekolonisation.

In Teilen Osteuropas, so im Baltikum, in Polen und in der Ukraine, kam es bereits vor Kriegsende zu von nationalistischen Organisationen (Waldbrüder, OUN) geführten, teilweise bis in die frühen 1950er Jahre andauernden Untergrundaktionen gegen Sowjetisierung und Stalinisierung. Nach dem Tod Stalins im März 1953 entlud sich der Widerstand gegen die etablierten Systeme sowjetkommunistischer Prägung in mehreren, von der Roten Armee niedergeschlagenen Volksaufständen (Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, Ungarischer Volksaufstand 1956).

Aufarbeitung und Rezeption

Die Beschäftigung der europäischen und der deutschen Öffentlichkeit mit dem Zweiten Weltkrieg hält weiterhin an.

Das gewaltige Ausmaß des Zweiten Weltkrieges hat sich in mehreren Sprachen niedergeschlagen. So wird er im Deutschen häufig nur als „Der Krieg“ bezeichnet. Ebenso ist für die verhältnismäßig lange und prosperierende Friedenszeit, die dem Krieg in den Industrieländern folgte, im Deutschen wie auch in anderen westlichen Sprachen der Begriff der Nachkriegszeit (englisch: postwar period) als sprachliche Abgrenzung zum Kriegsgeschehen entstanden, die selten auf andere Kriege angewandt wurde. Darüber hinaus haben viele kriegsverwandte Begriffe aus ihrer Herkunftssprache Eingang in die Sprachen anderer ehemaliger Kriegsteilnehmer gefunden, beispielsweise „Blitzkrieg“, „moral bombing“, „Baedeker Blitz“ oder „Ketsu-go“.

Einige Historiker sprechen von einem zweiten Dreißigjährigen Krieg, mit dem sie die Zeitspanne zwischen 1914 und 1945 meinen, weil der Zweite Weltkrieg ohne den Verlauf und die Folgen des Ersten Weltkrieges nicht zu verstehen sei. Die Führung des NS-Staates habe alles daran gesetzt, eine Niederlage wie 1918 durch Stabilisierung der Heimatfront und Radikalisierung der Kriegführung zu verhindern. Dolchstoßlegende, Diktatfrieden von Versailles und militanter Antisemitismus hätten über die Zwischenkriegszeit hinweg den Boden für die aggressive NS-Außenpolitik zur Neuordnung Europas bereitet. Beide Kriege haben auch gemein, dass der Gegner durch Feindbilder verteufelt und die Grenze zwischen Soldaten und Zivilisten verschwamm. Demgegenüber gebe es aber wichtige Unterschiede: zum Beispiel die Einzigartigkeit des Zweiten Weltkriegs, die im Zivilisationsbruch der Shoa liegt,[223] oder der bedenkenlose Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen Zivilisten.

Siehe auch

Literatur

Filme

Reportagen

  • Global War – Der Zweite Weltkrieg
    • Teil 1: Der Faschismus breitet sich aus, 2005.
    • Teil 2: Das Wiederherstellen der Kräfte, 2005.
    • Teil 3: Die Befreiung, 2005.
  • Der Zweite Weltkrieg – Die Enzyklopädie, 2003.
  • Zweiter Weltkrieg (Stalingrad-Box), 2003.
  • Der Zweite Weltkrieg in original Farbaufnahmen 1–3, 2002.
  • The World at War, 26-teilige BBC-Dokumentation, 1973.

Spielfilme

Weblinks

 Commons: Zweiter Weltkrieg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Zweiter Weltkrieg mit Unterkategorien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zweiter Weltkrieg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Portal: Imperialismus und Weltkriege – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Imperialismus und Weltkriege
 Portal: Pazifikkrieg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pazifikkrieg

Einzelnachweise

  1. Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen – Der Zweite Weltkrieg. C. H. Beck, München 2010, S. 11.
  2. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 299.
  3. Gerhard L. Weinberg: A World at Arms. A Global History of World War II. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2005, S. 6; Walther Hofer: Die Entfesselung der Zweiten Weltkrieges. Münster 2007, S. 29 f.
  4. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Stuttgart 2004 (Handbuch der deutschen Geschichte, Band 21), S. 86.
  5. Rolf-Dieter Müller, Gerd R. Ueberschär: Hitlers Krieg im Osten 1941–1945. Ein Forschungsbericht. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14768-5, S. 225–271.
  6. Rolf-Dieter Müller: Der letzte deutsche Krieg 1939–1945. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, S. 76–78.
  7. Basil Collier: Short History of the Second World War. Collins, London 1967, ISBN 0-00-211775-4, S. 190–199.
  8. Südafrikanische, australische, neuseeländische, indische, polnische, brasilianische, marokkanische, algerische und tunesische Truppen waren ebenfalls an Kämpfen in Süd- und Westeuropa beteiligt.
  9. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 108.
  10. John Zimmermann: Pflicht zum Untergang. Die deutsche Kriegführung im Westen des Reiches 1944/45. Schöningh, Paderborn 2009, S. 97; vgl. Stephan Burgdorff/Klaus Wiegrefe (Hrsg.): Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Deutsche Verlags-Anstalt, 2005, S. 29.
  11. Richard Overy: Russlands Krieg 1941–1945. Rowohlt, Hamburg 2004, ISBN 3-498-05032-X, S. 440.
  12. Britisch-Malaya bestand bis 1946 aus drei Teilen: den Unfederated Malay States, den Federated Malay States und den Straits Settlements.
  13. Die Besetzung des südlichen Teils von Indochina war schon nach einem Ultimatum im Juli 1941 der Vichy-Regierung abgepresst worden. Vgl. Lothar Grundmann: Der Zweite Weltkrieg. München 1985, S. 157 u. 160. Nord-Indochina hatten die Japaner bereits im September 1940 besetzt.
  14. Richard Overy: Total War II: The Second World War. In: Charles Townshend (Hrsg.): The Oxford History of Modern War. Oxford University Press, Oxford 2005, S. 139.
  15. Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg. 2. Auflage. C.H. Beck, München 2004, S. 8.
  16. Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. Karl Blessing, München 2005, ISBN 3-89667-148-0, S. 521.
  17. a b Richard Overy: Total War II: The Second World War. In: Charles Townshend (Hrsg.): The Oxford History of Modern War. Oxford University Press, Oxford 2005, S. 140.
  18. Gabriel Kolko: Das Jahrhundert der Kriege. S. Fischer, Frankfurt am Main 1999, S. 183.
  19. Wilhelm Treue: Dokumentation: Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 3. Jg., 1955, Heft 2, S. 184–210, hier S. 206 u. 210 (online, PDF); vgl. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Klett-Cotta, Stuttgart 2004 (Handbuch der deutschen Geschichte; Band 21), S. 55 u. 109 f.
  20. Siehe Hoßbach-Niederschrift.
  21. Colin Gray: War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History. Routledge, Abingdon 2007, S. 156 ff.
  22. Colin Gray: War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History. Routledge, Abingdon 2007, S. 170.
  23. Richard Overy: Total War II: The Second World War. In: Charles Townshend (Hrsg.): The Oxford History of Modern War. Oxford University Press, Oxford 2005, S. 146 f.
  24. Bernd-Jürgen Wendt: Deutschland 1933–1945. Das „Dritte Reich“. Handbuch zur Geschichte. Fackelträger, Hannover 1995, ISBN 3-7716-2209-3, S. 487.
  25. Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik 1918–1945, Serie D, Band VII M 70604, S. 397, 1946; hrsg. v. Beauftragten der Siegermächte USA, GB und Frankreich.
  26. Etwa: komischer Krieg
  27. Etwa: künstlicher Krieg
  28. Anthony Upton: Finland 1939–40. Newark, 1974, S. 107–112; Carl van Dyke: The Soviet Invasion of Finland 1939–40. Frank Cass Publishers, London/Portland 1997, S. 138 ff., 145 ff.
  29. Nur die zweite Welle der anfliegenden Bomber konnte noch zurückbeordert werden. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 41.
  30. Richard Collier: Dünkirchen, „Operation Dynamo“. Weltbild Verlag, Augsburg 1989, ISBN 3-89350-019-7, S. 328.
  31. Wegen seiner Unterwürfigkeit gegenüber Hitler auch „Lakeitel“ genannt. Rolf-Dieter Müller: Hitlers Wehrmacht. 1935–1945. Oldenbourg, München 2012, S. 26.
  32. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 50. Später, nach Stalingrad (1943), wurde im Flüsterwitz der Begriff zu „Gröfaz“ als ironische Anspielung auf Hitlers militärische Niederlagen verballhornt.
  33. Darstellung der Begleitumstände bei Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 404 f.
  34. Zum Friedensangebot siehe Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411.
  35. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. München 2008, S. 97, 102.
  36. Kriegstagebuch der Seekriegsleitung (18. Juni 1940); Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 101.
  37. Siegfried Müller: Schmetterlinge des Todes im Tanz. Die Luftschlacht um England aus der Sicht der Beteiligten. FAZ, 3. Dezember 2005, S. 44.
  38. Winston S. Churchill: Der Zweite Weltkrieg. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2003, S. 409.
  39. FAZ, 3. Dezember 2005, S. 44.
  40. Webseite des Deutschen Historischen Museums, abgerufen am 11. Juli 2011.
  41. Die Briten rächten sich 1943 mit der Operation Gomorrha gegen Hamburg und sprachen von „hamburgisation“.
  42. Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen, München 2002, S. 73. Frederick Taylor: Dresden. Dienstag, 13. Februar 1945. Militärische Logik oder blanker Terror? Bertelsmann, München 2004, S. 140.
  43. Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen, München 2002, S. 73. Zur Luftschlacht siehe Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen, München 2002, S. 65 f., 69, 71–73. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 417–419.
  44. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 69.
  45. a b Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen, München 2002, S. 73.
  46. Zit. n. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 114.
  47. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S 96.
  48. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik. 8. Auflage. dtv, München 1985 (1967), S. 87.
  49. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik. 8. Auflage. dtv, München 1985 (1967), S. 96–99.
  50. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 444.
  51. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik. 8. Auflage. dtv, München 1985 (1967), S. 99–101.
  52. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 445.
  53. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik. 8. Auflage. dtv, München 1985 (1967), S. 95–96.
  54. Kriegsereignisse im gesamten Mittelmeerraum werden in der englischsprachigen Geschichtswissenschaft unter dem Begriff Mediterranean Theatre of Operations (Kriegsschauplatz Mittelmeerraum) zusammengefasst.
  55. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2002, S. 179.
  56. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 170. Zum Angriff auf Griechenland siehe Ian Kershaw: Wendepunkte. München 2008, S. 169–172, 215–227.
  57. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 484.
  58. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 79.
  59. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Klett-Cotta, Stuttgart 2004 (= Handbuch der deutschen Geschichte; Band 21), S. 112.
  60. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. München 2008, S. 96 f., 101 f.; Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Klett-Cotta, Stuttgart 2004 (= Handbuch der deutschen Geschichte; Band 21), S. 113–116. Gegenüber Mannerheim gab er am 4. Juni 1942 in Finnland in einem vertraulichen Gespräch (https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustaf_Emil_Mannerheim#Besuch_Hitlers_in_Finnland_1942), das ohne Hitlers Wissen aufgezeichnet wurde, diese Unterschätzung unumwunden zu. Zum Gespräch siehe auch Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 690 f.
  61. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 417.
  62. Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark und Norwegen. Truppen der verbündeten Staaten s. u.
  63. Rolf-Dieter Müller: An der Seite der Wehrmacht. Hitlers ausländische Helfer beim „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ 1941–1945. Augsburg 2013, S. 113.
  64. Ernst Klink: Der Krieg gegen die Sowjetunion bis zur Jahreswende 1941/42. Die Operationsführung. In: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 4. Hrsg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt. DVA, Stuttgart 1983, S. 451–712, hier S. 451 f., auch zum Folgenden.
  65. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 310.
  66. H.A. Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, München 2011, S. 941.
  67. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 118.
  68. Matti Klinge: Geschichte Finnlands im Überblick. Otava, Helsinki 1995, ISBN 951-113822-7, S. 123f.
  69. H. A. Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, München 2011, S. 945.
  70. Vgl. Günter Wegmann (Hrsg.): „Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt …“. Der deutsche Wehrmachtbericht. Band 1, 1939–1941. Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1282-6, S. 585.
  71. Vgl. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Stuttgart 2004 (Handbuch der deutschen Geschichte; Band 21), S. 108–154.
  72. Richard Overy: Russlands Krieg 1941–1945. Rowohlt, Hamburg 2004, ISBN 3-498-05032-X, S. 127.
  73. Rolf-Dieter Müller: Der Feind steht im Osten. Hitlers geheime Pläne für einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939. Christoph Links Verlag, Berlin 2013, S. 240, 244, 245, 247, 248 f.
  74. Weisung Nr. 21 (Fall Barbarossa).
  75. Bodo Scheurig: Henning von Tresckow. Eine Biographie. Stalling, Oldenburg 1973, S. 119.
  76. Gerd R. Ueberschär: Das Scheitern des „Unternehmens Barbarossa“. in Gerd R. Ueberschär und Wolfram Wette: Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion: „Unternehmen Barbarossa” 1941. Frankfurt am Main 2011, S. 120.
  77. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg. Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-60021-3. (Handbuch der deutschen Geschichte; Band 21), S. 154f.
  78. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 133.
  79. Aussage von Generalfeldmarschall Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Band 7, S. 283–310.
  80. Diese Rückzüge lassen vermuten, dass die sowjetische Führung auf die Notlandung eines dt. Generalstabsoffiziers am 19. Juni 1942 reagierte, der Karten über die erste Phase der deutschen Sommeroffensive bei sich führte.
  81. Bernd Wegener: Defensive ohne Strategie. Die Wehrmacht und das Jahr 1943. In: Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Rolf-Dieter Müller und Hans-Erich Volkmann. R. Oldenbourg Verlag, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 197–209, hier S. 198.
  82. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 696.
  83. Bodo Scheurig: Henning von Tresckow. Eine Biographie. Stalling, Oldenburg 1973, S. 124.
  84. Zur Führungskrise vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 134; Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 699–701.
  85. Nur mündlich an Kommandeure weitergegeben, Version vom 6. Juni 1941.
  86. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 536.
  87. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik. 8. Auflage. dtv, München 1985, S. 174.
  88. H. A. Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. C. H. Beck, München 2011, S. 974.
  89. H. A. Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. C. H. Beck, München 2011, S. 975.
  90. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 105. S. a. Sven Felix Kellerhoff: Wüstenkrieg: Das Afrikakorps ging mit einem „Heia Safari“ unter, Welt Online, 12. Mai 2013.
  91. Heinz Boberach: Stimmungsumschwung der deutschen Bevölkerung. In: Wolfram Wette/Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Stalingrad. Mythos und Wirklichkeit einer Schlacht. 4. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-11097-1, S. 65 f.
  92. Operation Market Garden.
  93. Stephan Burgdorff/Klaus Wiegrefe (Hrsg.): Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Goldmann, München 2007, S. 312 f. Insgesamt fielen 35.000 deutsche und amerikanische Soldaten.
  94. Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. München 2011, S. 232.
  95. Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. München 2011, S. 414.
  96. Vgl. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. München 1985, S. 445.
  97. Weltkriegsende 1945 in Hamburg, Norddeutscher Rundfunk, Sendedatum: 3. Mai 2010.
  98. Stephan Burgdorff/Klaus Wiegrefe (Hrsg.): Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Goldmann, München 2007, S. 19.
  99. Webseite der Gemeinde Bologna: Polish 2nd Corps and the liberation of Emilia Romagna. (PDF; 95 kB)
  100. Alexander Fischer: „Teheran – Jalta – Potsdam“, Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der „Großen Drei“, mit Fußnoten aus den Aufzeichnungen des US Department of State. Köln 1968, S. 322 ff. (siehe auch: Operation Unthinkable).
  101. Irene Gerlach: Bundesrepublik Deutschland. Entwicklung, Strukturen und Akteure eines politischen Systems. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16265-2, S. 25.
  102. Text der einseitigen Erklärung der Sowjetunion.
  103. Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR (russisch).
  104. Richard von Weizsäcker: Rede zum 8. Mai 1985.
  105. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. dtv, München 1985, S. 153.
  106. a b Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 121.
  107. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 129. Opferzahlen nach Kershaw, ebda.
  108. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 132.
  109. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 121 und S. 145.
  110. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 142 f.
  111. Artikel 5 (PDF; 448 kB) des Dreimächtepaktes zwischen Deutschland, Italien und Japan vom 27. September 1940 (RGBl. 1940 II, S. 280 f.)
  112. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 157.
  113. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 161.
  114. Zit. n. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. DVA, München 2008, S. 145.
  115. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. dtv, München 1985, S. 155.
  116. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. dtv, München 1985, S. 158.
  117. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. München 2008, S. 459–461.
  118. U. a. Rückzug aus China und Indochina, Anerkennung von Chiang Kai-shek als chinesischen Regierungschef und Kündigung des Dreimächtepaktes.
  119. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. München 2008, S. 465 f.
  120. Zit. n. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. München 2008, S. 468.
  121. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 245 f.
  122. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 248.
  123. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 250 f.
  124. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 252 f.
  125. Winston S. Churchill: Der Zweite Weltkrieg. S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, S. 629. (Erstausgabe Bern 1948).
  126. Vgl. James Jones: The Thin Red Line. Autobiographischer Roman, New York 1962; 1998 unter dem Titel Der schmale Grat von Terrence Malick verfilmt.
  127. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 257 f.
  128. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. 8. Auflage. München 1985, S. 499 f.
  129. Siehe weiter unten Abschnitt zu Alliierten Kriegskonferenzen.
  130. a b Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, München 2011, S. 1070.
  131. a b Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 264.
  132. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, München 2011, S. 1071.
  133. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 263.
  134. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. München 2011, S. 1071 f.
  135. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 268 f.
  136. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 267.
  137. Colin Gray: War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History. Routledge, Oxon 2007, S. 127.
  138. Ein erster Angriff der Royal Air Force im Mai 1940 auf München-Gladbach blieb relativ bedeutungslos; vgl. dazu Bernd Lemke (Hrsg.): Luft- und Zivilschutz in Deutschland im 20. Jahrhundert (= Potsdamer Schriften zur Militärgeschichte; Band 5), MGFA, Potsdam 2007, ISBN 978-3-9808882-7-1, S. 97.
  139. Christoph Kucklich: Feuersturm. Der Bombenkrieg gegen Deutschland. Hamburg 2003, S. 130f.; Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg. München 2013, S. 48.
  140. Robin Neillands: Der Krieg der Bomber. Arthur Harris und die Bomberoffensive der Alliierten 1939–1945. Edition q, Berlin 2002, ISBN 3-86124-547-7.
  141. Adelbert Reif: Albert Speer. Kontroversen um ein deutsches Phänomen. Bernard & Graefe, München 1978, ISBN 3-7637-5096-7, S. 73.
    Percy Ernst Schramm: Hitler als militärischer Führer. Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht. Athenäum, Frankfurt am Main 1965, S. 36.
  142. Stefan Burgdorff/Klaus Wiegrefe (Hrsg.): Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Goldmann, München 2007, S. 245.
  143. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 269.
  144. Der Forschungsdiskurs bewegt sich um die Frage, welches Gewicht welches Motiv hatte. Ein guter Überblick und Literaturhinweise finden sich bei Bernd W. Kubbig, Hiroshima, Nagasaki und die Rolle der Naturwissenschaftler. Der gegenwärtige Forschungsstand im Spiegel neuerer Literatur. Jüngste Literatur: Tsuyoshi Hasegawa, Racing the Enemy. Stalin, Truman and the Surrender of Japan, Cambridge (Mass.) 2005.
  145. Zahlen nach Der Große Ploetz. Darmstadt 1998, S. 785.
  146. Zahlen nach Der Große Ploetz. Darmstadt 1998, S. 785.
  147. Christian Streit: Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945. Bonn 1997 [1978], S. 76, mit Nachweisen; Rüdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. In: Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939–1945. Zweiter Halbband: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Jörg Echternkamp. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005 (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 9/2), ISBN 3-421-06528-4, S. 729–875, hier S. 804 f.
  148. Birgit Beck: Massenvergewaltigungen als Kriegsverbrechen. In: Wolfram Wette, Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert. Primus, Darmstadt 2001, ISBN 3-89678-417-X, S. 406–418, hier S. 409.
  149. Birgit Beck: Wehrmacht und sexuelle Gewalt. Sexualverbrechen vor deutschen Militärgerichten 1939–1945. Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71726-X, S. 326 f.
  150. Birthe Kundrus: Nur die halbe Geschichte. Frauen im Umfeld der Wehrmacht zwischen 1939 und 1945 – Ein Forschungsbericht. In: Die Wehrmacht. Mythos und Realität. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes herausgegeben von Rolf-Dieter Müller und Hans-Erich Volkmann. R. Oldenbourg Verlag, München 1999, ISBN 3-486-56383-1, S. 719–735, hier S. 734.
  151. Silke Satjukow: Besatzer. »Die Russen« in Deutschland 1945–1994. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-36380-5, S. 45.
  152. Barbara Johr: Die Ereignisse in Zahlen. In: Helke Sander und Barbara Johr (Hrsg.). BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. A. Kunstmann, München 1992, ISBN 3-88897-060-1, S. 58.
  153. Norman M. Naimark: Die Russen in Deutschland. Die Sowjetische Besatzungszone 1945 bis 1949. Ullstein, Berlin 1997, ISBN 3-548-26549-9, S. 169f.
  154. Catherine Merridale: Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939–1945. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-048450-9, S. 348.
  155. Barbara Johr: Die Ereignisse in Zahlen. In: Helke Sander und Barbara Johr (Hrsg.). BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigungen, Kinder. A. Kunstmann, München 1992, ISBN 3-88897-060-1, S. 61.
  156. Recherche International e. V. (Hrsg.): Unsere Opfer zählen nicht – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Assoziation A, Berlin/Hamburg 2005, ISBN 3-935936-26-5.
  157. Widespread Incidents of Rape. In: Japanese Imperialism and the Massacre in Nanjing, Chapter X.
  158. A Debt of Blood: An Eyewitness Account of the Barbarous Acts of the Japanese Invaders in Nanjing. In: Dagong Daily, Wuhan edition. 7. Februar 1938.
  159. Military Commission of the Kuomintang, Political Department: A True Record of the Atrocities Committed by the Invading Japanese Army. Juli 1938.
  160. Daniela Rechenberger: Keine Opfer? Keine Täter? Zur Darstellung der “Comfort Women”-Problematik in den japanischen Medien. In: Antje Hilbig/Claudia Kajatin/Ingrid Miethe (Hrsg.): Frauen und Gewalt. Würzburg 2003, S. 105–115, Anmerkungen S. 106.
  161. Kazuko Watanabe: Trafficking in Women’s bodies, then and now. The issue of military „comfort women“. In: Women’s studies quarterly 27 (1999), New York, S. 19–31, Anmerkungen S. 21.
  162. Recherche International e. V. (Hrsg.): Unsere Opfer zählen nicht – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Assoziation A, Berlin/Hamburg 2005, ISBN 3-935936-26-5, S. 219–225.
  163. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, München 2011, S. 1069.
  164. Kriegsverbrecherprozesse in der SBZ und in Polen sind in dieser Übersicht nicht enthalten.
  165. Peter Witte und andere (Hrsg.): Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hans Christians Verlag, Hamburg 1999, S. 3. Zum Folgenden siehe z. B. Hannes Heer/Klaus Naumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Frankfurt am Main 1997; Walter Manoschek (Hrsg.): Die Wehrmacht im Rassenkrieg. Der Vernichtungskrieg hinter der Front. Wien 1996.
  166. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. C.H. Beck, München 2011, S. 960.
  167. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Berlin 2007, S. 117.
  168. Siehe Max von Schenckendorff (Befehlshaber des Rückwärtigen Heeresgebietes der HGr Mitte).
  169. Jörn Hasenclever: Wehrmacht und Besatzungspolitik in der Sowjetunion. Die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete 1941–1943. Schöningh, Paderborn 2010, S. 364, 384.
  170. Friedrich Battenberg: Das Europäische Zeitalter der Juden. WB, Darmstadt 1990, S. 299.
  171. Battenberg: Zeitalter. 1990, S. 300.
  172. Alexander Brakel: Der Holocaust. S. 108.
  173. Dieter Pohl: „Wir reden von 200.000 Tätern.“ Ders. u. a. (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 7: Sowjetunion mit annektierten Gebieten I. Oldenbourg, München 2011, ISBN 978-3-486-58911-5.
  174. Vgl. Bernward Dörner: Die Deutschen und der Holocaust. Was niemand wissen wollte, aber jeder wissen konnte. Propyläen, Berlin 2007. Dörner unterscheidet zwischen Zehntausenden unmittelbaren und Hunderttausenden mittelbaren Tätern und weitaus mehr Augenzeugen und Mitwissern.
  175. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1939–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 153.
  176. Der Große Ploetz. WB, Darmstadt 1998, S. 802.
  177. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. C.H. Beck, München 2011, S. 1108.
  178. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. C.H. Beck, München 2011, S. 1051.
  179. Alexander Brakel: Der Holocaust. Judenverfolgung und Völkermord. Augsburg 2012, S. 178.
  180. Johannes Hürter: Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-58341-7, S. 500; Jörg Ganzenmüller: Das belagerte Leningrad 1941 bis 1944. Die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern. S. 1 u. 254.
  181. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 9.
  182. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 10.
  183. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 145. 75 Mark Sold (steuerfrei) bei voller Verpflegung + monatl. 100 Mark erlaubte Überweisungen per Feldpost aus der Heimat = 670 EUR (Zahl bezieht sich auf den vergangenen Januar).
  184. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 143.
  185. a b Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 148.
  186. Vgl. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 149 f.
  187. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 155. Das norwegische Wort für „Kriegsgewinnler“ bedeutet wörtlich übersetzt „Barackenbarone“ (ebda.). Siehe auch Robert Bohn: Reichskommissariat Norwegen. Oldenbourg, Wissenschaftsverlag, 2000, S. 360.
  188. Vgl. Stephan Burgdorff/Klaus Wiegrefe: Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Goldmann, München 2007, S. 176.
  189. Stephan Burgdorff/Klaus Wiegrefe: Der 2. Weltkrieg. Wendepunkt der deutschen Geschichte. Goldmann, München 2007, S. 176.
  190. Vgl. Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. DVA, München 2011, S. 187.
  191. Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen – Der Zweite Weltkrieg. München 2010, S. 76 f. (Abschnitt: „War der Zweite Weltkrieg ein Medienkrieg?“).
  192. Text in: Christian Huber: Das Ende vor Augen. Soldaten erzählen aus dem Zweiten Weltkrieg. Rosenheim 2012, ISBN 978-3-475-54135-3, S. 13.
  193. Joseph Goebbels, zit. nach Aristotle A. Kallis: Der Niedergang der Deutungsmacht. Nationalsozialistische Propaganda im Kriegsverlauf. In: Jörg Echternkamp (Hrsg.): Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939–1945. Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Band 9/2: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. DVA, München 2005, ISBN 3-421-06528-4, S. 203–250, hier S. 231 f.
  194. Aristotle A. Kallis: Der Niedergang der Deutungsmacht. Nationalsozialistische Propaganda im Kriegsverlauf. S. 231 f.
  195. Aristotle A. Kallis: Der Niedergang der Deutungsmacht. Nationalsozialistische Propaganda im Kriegsverlauf. S. 235.
  196. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 411.
  197. Laut www.signalmagazine.com konnte sie 1943 noch nicht an das deutsche Vorbild heranreichen.
  198. Allgemein: Der Kampf um die Ätherwellen: Feindpropaganda im Zweiten Weltkrieg. Hrsg. von Hans Sarkowicz und Michael Crone unter Mitarbeit des Deutschen Rundfunkarchivs. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1990.
  199. BBC-Sendungen für die Tschechei
  200. Martin A. Doherty: Nazi Wireless Propaganda: Lord Haw-Haw and British Public Opinion in the Second World War. Edinburgh UP, Edinburgh 2000, S. 7–19.
  201. Philip M. Seib: Broadcasts from the Blitz: How Edward R. Murrow Helped Lead America into War. Potomac Books, Inc., Washington, D.C., 2006, ISBN 1-59797-012-3, Preface, p. IX.
  202. Liedtext
  203. Erste Berichte der BBC über den Massenmord an Juden
  204. Siehe Volksempfänger#Ökonomische Aspekte.
  205. Michael P. Hensle: Rundfunkkverbrechen. Das Hören von „Feindsendern“ im Nationalsozialismus. Diss., Berlin 2003. In Berlin lag die Quote der BBC bei den verurteilten Rundfunkverbrechern bei 64%. In Süddeutschland hatten 61% der verurteilten Täter den Sender Beromünster abgehört. Die absoluten Zahlen der Rundfunkverbrechen waren eher gering. Sofern jemand sein Wissen nicht weitererzählt hatte, wurde das Verbrechen von der Gestapo häufig wie ein Kavaliersdelikt behandelt und mit der Beschlagnahme des Volksempfängers geahndet..
  206. Vgl. NDB, Artikel Jean Rudolf von Salis.
  207. Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen – Der Zweite Weltkrieg. München 2010, S. 101.
  208. Genau genommen gab es nur eine Positivliste erlaubter Sender. Alle dort nicht genannten Sender zu hören war verboten: → Sender ohne Abhörverbot
  209. „Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen“ (1939); zit. n. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 141.
  210. Sogen. schwarze Propaganda, weil der Eindruck eines dt. Wehrmachtssenders vermittelt wurde. Gegenbegriff: weiße Propaganda, wenn die Nationalität bekannt war.
  211. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. dtv, München 1985, S. 95 f.
  212. Rolf-Dieter Müller (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 10: Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945. Halbband 2: Die Folgen des Zweiten Weltkrieges. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008, ISBN 978-3-421-04338-2, Die Menschenverluste im Zweiten Weltkrieg (Karte mit Grafik/Tabelle), ohne Seitenangabe, hinteres Vorsatzblatt (= letzte Doppelseite vor Buchrückseite). Dort angegebene Quellen: Der Große Ploetz 2008; Oxford Compendium; Overmans, Deutsche militärische Verluste; Mourik, Bilanz.
  213. Christian Streit: Keine Kameraden: Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945. Neuausgabe. Bonn 1997, ISBN 3-8012-5023-7, S. 10 und S. 244 ff.
  214. Albrecht Lehmann: Gefangenschaft und Heimkehr. Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. C.H. Beck, München 1986, ISBN 3-406-31518-6, S. 29.
  215. Rüdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945. In: Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939–1945. Band 9. Zweiter Halbband: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, hrsg. von Jörg Echternkamp. DVA, München 2005 (= Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 9/2), S. 729–875, hier S. 770.
  216. Johannes H. Voigt: Indien im Zweiten Weltkrieg (= Studien zur Zeitgeschichte. Band 11. Hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte). Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1978, ISBN 3-421-01852-9, S. 304.
  217. Vgl. zum Folgenden Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen – Der Zweite Weltkrieg. C.H. Beck, München 2010, S. 141 f. und 146 f.
  218. Zum Vergleich: 2011 betrug die Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland 79 % des BIP.
  219. Ralf Berhorst: Der Preis des Friedens. In: Der Zweite Weltkrieg – Teil 2. 1943–1945. GEO Epoche Nr. 44, Hamburg 2010, S. 128.
  220. Zahlen beziehen sich auf den Januar des laufenden Jahres. (Wechselkurs am 16. Dezember 2014: 1 USD = 0,8 EUR).
  221. Helmut Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 1990, S. 305; Eckart Thurich: Die Sieger in Deutschland. In: Die Teilung Deutschlands 1945–1955. aus: Informationen für die politische Bildung Nr. 232. 1991, S. 9.
  222. Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg. R. Oldenbourg, München 1999, S. 298–300.
  223. Zum zweiten 30-jährigen Krieg siehe Jörg Echternkamp: Die 101 wichtigsten Fragen – Der Zweite Weltkrieg. C.H. Beck, München 2010, S. 137 f.
  224. Vgl. Wigbert Benz: Rezension zu: Zimmermann, John: Pflicht zum Untergang. Die deutsche Kriegführung im Westen des Reiches 1944/45. Paderborn 2009. In: H-Soz-u-Kult. 5. Februar 2010.
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Dieser Artikel wurde am 14. Mai 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.