Alan Bush

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Alan Bush (rechts) mit Stephan Hermlin, 1952

Alan Bush (* 22. Dezember 1900 in London; † 31. Oktober 1995 in Watford) war ein englischer Komponist, Pianist, Chorleiter und Musikpädagoge.

Bush besuchte die Highgate School und studierte dann an der Royal Academy of Music bei Frederick Corder.[1] Weitere Studien in Philosophie und Musikwissenschaft betrieb er in Berlin. Später erhielt er Kompositionsunterricht von John Ireland und nahm Klavierstunden bei Benno Moiseiwitsch und Artur Schnabel. Zwischen 1925 und 1978 lehrte Bush selbst an der Royal Academy of Music. Er war überzeugter Marxist, dirigierte die London Labour Choral Union und hatte seit 1936 den Vorsitz Workers’ Music Association inne. Seine politische Einstellung ist in vielen Werken spürbar und führte zur weitgehenden Ignorierung Bushs im britischen Musikleben nach dem Zweiten Weltkrieg. Dagegen war er in den ehemaligen Ostblockstaaten ein gern gesehener Gast. So erlebten sämtliche vier Opern des Komponisten in der DDR ihre szenische Uraufführung. Anfänglich nutzte er die Zwölftontechnik, später etablierte er einen persönlichen Stil in freier Harmonik.[1] 1955 wurde er Korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost). Alan Bush starb nach kurzer Krankheit im Alter von knapp 95 Jahren. Nach seinem Tod wurde der Alan Bush Music Trust gegründet, der sich für seine Musik einsetzt.

Bushs Werkverzeichnis umfasst die Opern Wat Tyler (1948–1950), Men of Blackmoor (1954/55), The Sugar Reapers, Joe Hill – The Man Who Never Died, vier Sinfonien, ein Violin- und ein Klavierkonzert (mit Schlusschor über einen kommunistischen Text), weitere Orchesterwerke, Kammer-, Klavier-, Chormusik und Lieder.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alfred Baumgartner: Musik des 20. Jahrhunderts, Kiesel Verlag, 1985, ISBN 370234005X