Alexander von Hessen-Darmstadt

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Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein
Alexander von Hessen-Darmstadt, Lithographie von Eduard Kaiser 1849

Alexander Ludwig Georg Friedrich Emil von Hessen und bei Rhein (* 15. Juli 1823 in Darmstadt; † 15. Dezember 1888 ebenda) war ein Prinz von Hessen und bei Rhein sowie der Begründer des Hauses Battenberg, einer Nebenlinie des hessischen Herrscherhauses.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

Alexander war offiziell der dritte Sohn des Großherzogs Ludwig II. von Hessen und bei Rhein (1777–1848) aus dessen Ehe mit Prinzessin Wilhelmine von Baden (1788–1836), Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig von Baden. In der Forschung herrscht allerdings Uneinigkeit über die Frage, ob Großherzog Ludwig II. von Hessen tatsächlich der biologische Vater Alexanders war oder ob dieser einer außerehelichen Verbindung seiner Mutter mit ihrem Kammerherren Baron August Ludwig Senarclens-Grancy entstammt und von Ludwig nur als sein eigener Sohn anerkannt und in die Erbfolge eingesetzt wurde, um einen öffentlichen Skandal zu vermeiden. Baron Senarclens-Grancy wird häufig ebenfalls die Vaterschaft für die beiden Schwestern Alexanders, Elisabeth Karoline (* 1821) und Marie (* 1824), der späteren Zarin, zugeschrieben.

Karriere[Bearbeiten]

Während sein Bruder Ludwig III. nach dem Tod des Vaters den Thron in Darmstadt bestieg, verlegte sich Alexander auf die militärische Karriere. Bereits im Alter von zehn Jahren im hessischen Militärdienst, folgte er 1840 seiner Schwester Marie, der Gattin des späteren Zaren Alexander II., nach Sankt Petersburg, wo er sich einer steilen Karriere im militärischen Dienst des Zaren erfreute. 1843 wurde er russischer Generalmajor und Kommandant des Garde-Husarenregiments. Er kämpfte 1845 als General der Kavallerie unter Fürst Woronzow im Kaukasus. Auf Grund seiner Beziehung zu einer Hofdame seiner Schwester, Gräfin Julia Hauke, musste er den russischen Dienst quittieren und wurde degradiert.

1852 trat er in österreichische Kriegsdienste, machte 1859 den italienischen Feldzug mit, wo er zum Feldmarschalleutnant ernannt wurde und in der Schlacht von Solferino kämpfte. Alexander befehligte 1866 gegen Preußen das 8. deutsche Bundesarmeekorps, dessen Operationen er durch sein „Feldzugsjournal“ (1867)[1] rechtfertigte. Seit 1868 österreichischer, wurde er 1873 auch zum hessischen General der Kavallerie ernannt.

In Zusammenarbeit mit dem reaktionären hessischen Ministerpräsidenten von Dalwigk bemühte sich Alexander bei der Lösung der deutschen Frage um eine proösterreichische Orientierung.

Alexander von Hessen-Darmstadt

Landstände[Bearbeiten]

Als Prinz des Hauses Hessen war er qua Verfassung von 1848 bis zur Märzrevolution 1849 (wobei er nie förmlich eintrat) und nach dem Sieg der Reaktion von 1856 (formal eingetreten 1862) bis 1888 automatisch Mitglied der 1. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. 1886 bis 1888 war er dort Präsident.

Ehe und Annahme des zusätzlichen Namens Battenberg[Bearbeiten]

Während seiner Zeit in russischen Diensten verliebte sich Alexander in die Hofdame seiner Schwester, Gräfin Julia Hauke, die verwaiste Tochter des 1826 in den polnischen Adelsstand aufgenommenen ehemaligen kongress-polnischen Kriegsministers und 1829 zum russischen Grafen erhobenen Hans Moritz Hauke, die ein Mündel des Zaren war. Da die Verbindung nicht standesgemäß war, musste er St. Petersburg verlassen, kehrte aber zurück, um mit Julia nach Breslau zu reisen, wo er sie am 28. Oktober 1851 heiratete.

Nach beider Ankunft in Hessen erhob sein Bruder, Großherzog Ludwig III., Julia am 5. November 1851 zur „Gräfin von Battenberg“ und sieben Jahre später am 26. Dezember 1858 mit dem Prädikat Durchlaucht zur „Fürstin von Battenberg“. Alexander selbst führte fortan auch den Namen „Fürst von Battenberg“ und lebte mit seiner Frau im Schloss Heiligenberg. Die Kinder des Paares waren von der Erbfolge in Hessen ausgeschlossen

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums ernannte ihn der preußische König Wilhelm I. am 8. September 1883 zum Chef des Schleswig-Holsteinischen Dragoner-Regiments Nr. 13.

Numismatik[Bearbeiten]

Prinz Alexander beschäftigte sich intensiv mit der Numismatik. Er galt auf diesem Gebiet als Autorität und publizierte drei Arbeiten über seine eigenen umfangreichen Sammlungen: „Hessen“, „Mainz“ und noch drei Wochen vor seinem Tode und bereits schwer krank, korrigierte er am 23. November 1888 die letzten Druckbogen zu der Publikation „Numismatisch-Genealogische Serien – Münzcabinet des Prinzen Alexander von Hessen. Schloss Heiligenberg, September 1889“.

Es existieren fünf Medaillen mit seinem Porträt.

  • Medaille ohne Jahr, Silber und Bronze, 42 mm. Medailleur: Carl Heinrich Lorenz. Literatur: Hoffmeister 5679 (Kupfer)
  • Medaille ohne Jahr, Silber und Bronze, 42 mm. Medailleur: Christian Schnitzspahn. Hoffmeister 5678 (Kupfer)
  • Medaille 1859, Silber und Bronze, 42 mm, auf die Verleihung des österreichischen „Militär-Maria-Theresia-Ordens“. Medailleur: Christian Schnitzspahn. Hoffmeister 5677 (Silber)
  • Medaille 1888, Silber und Bronze, 42 mm, auf seinen Tod. Medailleur: Christian Schnitzspahn. Schütz 3450 (Bronze)
  • Medaille 2002, Weißmetallguss, 90 mm. Medailleur: Peter-Götz Güttler, Dresden. Literatur: Güttler Seite 263, 13

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner Ehe hatte Battenberg folgende Kinder:

∞ 1871 Fürst und Graf Gustav Ernst zu Erbach-Schönberg (1840–1908)
∞ 1884 Prinzessin Victoria Alberta von Hessen und bei Rhein (1863–1950)
∞ 1889 Johanna Loisinger (1865–1951), „Gräfin von Hartnau“
∞ 1885 Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland (1857–1944)
∞ 1897 Prinzessin Anna von Montenegro (1874–1971)

Zu Nachfahren von Ludwig Alexander gehören die Mitglieder der heutigen britischen, zu Nachfahren von Heinrich Moritz die Mitglieder der heutigen spanischen königlichen Familie.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander von Hessen-Darmstadt: Feldzugs-Journal des Oberbefehlshabers des 8ten deutschen Bundes-Armee-Corps im Feldzuge des Jahres 1866 in Westdeutschland, Eduard Zernin, Darmstadt & Leipzig 1867 online in der Google-Buchsuche