Battenberg (Adelsgeschlecht)

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Wappen des Chefs des Hauses Battenberg (Mountbatten)

Battenberg war zunächst der Name eines 1310 ausgestorbenen hessischen Grafengeschlechts, das auf Werner I. von Battenberg und Wittgenstein (* um 1150; † 1215) zurück ging und nach dem Ort Battenberg benannt war.

Seit 1851 wurde der Name Battenberg für die Nachkommen des Prinzen Alexander von Hessen-Darmstadt und seiner Frau Julia Hauke genutzt. Der britische Zweig der Familie übersetzte den Namen ins Englische zu Mountbatten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Alexander von Hessen-Darmstadt hatte 1851 eine morganatische Ehe mit der Gräfin Julia Hauke (* 1825; † 1895) geschlossen. Sie war die verwaiste Tochter des stellvertretenden Kriegsministers von Kongress-Polen, Graf Hans Moritz Hauke, und Hofdame seiner Schwester Maria Alexandrowna, der Gemahlin des Zaren Alexander II. Seine Nachkommen aus dieser nicht standesgemäßen Ehe waren nicht auf die großherzoglich-hessische Thronfolge erbberechtigt. Großherzog Ludwig III. von Hessen und bei Rhein (Hessen-Darmstadt), Alexanders Bruder, verlieh Julia Hauke am 5. November 1851 den seit 1310 verwaisten Titel einer Gräfin von Battenberg. 1858 erhob er sie zur Fürstin von Battenberg. Der Großherzog überschrieb der neuen Linie Battenberg das Schloss Heiligenberg, das durch Erbschaft in seinen Besitz gekommen war und so zu deren „Stammschloss“ wurde. Es liegt auf einem Bergvorsprung an der Bergstraße, in der heutigen Gemeinde Seeheim-Jugenheim.

Die britische Linie der Familie nahm 1917 den Namen Mountbatten an, eine Übersetzung des deutschen Battenberg. Hierbei spielten politische Gründe, die sich aus der zunehmenden Deutschenfeindlichkeit in der Zeit des Ersten Weltkriegs ergaben, eine Rolle.

Gemäß einer etwas undeutlich formulierten Rechtsverordnung (Order-in-Council) von 1960 ist der Name Mountbatten-Windsor der persönliche Nachname von bestimmten Nachkommen von Königin Elisabeth II. und Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh.[1] Der offizielle Name des königlichen Hauses bleibt allerdings Windsor.[2] Der neue Name gilt auch nicht für Mitglieder der Royal Family, die nicht von Elisabeth II abstammen. Die Order-in-Council appliziert den neuen Nachnamen nur für Nachkommen von Elizabeth und Philip, die nicht „königliche“ Titel tragen, wird aber augenscheinlich von allen ihren Nachfahren in der Royal Family benutzt. Sowohl Prinz Charles als auch Prinzessin Anne trugen sich als Mountbatten-Windsor in das Heiratsregister ein. Die Angehörigen des Hauses Mountbatten-Windsor gehören genealogisch nicht zum Haus Battenberg, die Benennung ist auf die Zugehörigkeit der Mutter Philips, des Duke of Edinburgh, zum Haus Battenberg zurückzuführen. Philip trägt väterlicherseits als Prinz von Dänemark und Griechenland den Familiennamen Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

[Bearbeiten] Wappen

Das Diplom von 1858 zeigt einen gevierten Schild; in Feld 1 und 4 innerhalb von Rot und Silber gestückten Schildbords in Blau ein von Silber und Rot siebenfach geteilter, golden gekrönter (hessischer) Löwe; in Feld 2 und 3 in Silber zwei schwarze Pfähle (Stammwappen Battenberg). Auf dem Schild ruhen zwei Helme; auf dem rechten mit rot-silbernen Decken zwei von Rot und Silber siebenfach gestreifte Büffelhörner, außen mit je drei, an den Mündungen mit je einem grünen Lindenzweig besteckt; auf dem linken mit schwarz-silbernen Decken vier Straußenfedern, abwechselnd schwarz und silbern.

Der Chef des Hauses trägt zusätzlich den britischen Wappenschild im oberen Teil des Wappens aufgelegt.[3]

[Bearbeiten] Bekannte Mitglieder des zweiten Geschlechts

[Bearbeiten] Nachkommen, die nicht dem Haus Battenberg angehören, aber von ihm abstammen und den Namen tragen

[Bearbeiten] Literatur

  • Eckhart G. Franz: Das Haus Hessen. Eine europäische Familie. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018919-0, S. 164–170 (Urban-Taschenbücher 606), (mit Stammtafel auf S. 167).
  • Hermann Josef Roth: Hessen. Prestel, München 1986, ISBN 3-7913-0770-3, S. 94.
  • Georg Wilhelm Sante (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 4: Hessen. 3. überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1976, ISBN 3-520-27403-5, S. 38 (Kröners Taschenausgabe 274), (Unveränderter Nachdruck: ebenda 1993).

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser Band XV, Band 114 der Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1997, S. 25: "Bei den Nachgeborenen im Mannesstamm der Königin Elisabeth II. tritt, soweit sie nicht den Titel Kgl. Prinz v. Großbritannien u. Nord-Irland führen, an Stelle des Familiennamens "Windsor" der Familienname "Mountbatten-Windsor" (Kgl. Erlaß vom 8.2.1960)." (Die Nachgeborenen der regierenden Königin (bzw. des Königs) in der ersten und zweiten Generation führen in der Regel nämlich den Titel "Königlicher Prinz bzw. Königliche Prinzessin von Großbritannien und Nordirland".)
  2. Der Spiegel 9/1960: England/Mountbatten, Die Rache der Battenberger (Digitalisat)
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1972, S. 244 f.

[Bearbeiten] Siehe auch

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