Schloss Heiligenberg (Jugenheim)

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Schloss Heiligenberg

Schloss Heiligenberg steht östlich von Jugenheim, einem Ortsteil von Seeheim-Jugenheim, etwa zwölf Kilometer südlich von Darmstadt, auf dem Heiligenberg (209 m ü. NHN)[1], von dem man einen weiten Blick über die Rheinebene bis in die Pfalz hat.

Schloss[Bearbeiten]

Schlossansicht mit hessischem Wappen am Portal des Turmaufsatzes

Nach der Klärung komplizierter Eigentums- und Lehens-Verhältnisse gelangte der landwirtschaftlich genutzte Heiligenberg 1811 in den Besitz des hessischen Hofkammerrats August Konrad Hofmann, der zwischen 1814 und 1816 eine Gutsanlage bauen ließ. Möglicherweise war bereits an diesen Planungen der Architekt und Darmstädter Hofbaudirektor Georg Moller beteiligt.

Hofmann verkaufte das Gut 1827 an die damalige Erbgroßherzogin Wilhelmine von Hessen und bei Rhein, die es als Sommersitz nutzte. Als ihr Mann Ludwig nach dem Tod seines Vaters Großherzog wurde, standen seiner Frau größere finanzielle Mittel zur Verfügung, mit denen sie das Gut durch Georg Moller ab etwa 1831 zu einem Schloss ausbauen ließ.

Später wurde Schloss Heiligenberg durch den drittgeborenen Sohn des großherzoglichen Paars, Prinz Alexander von Hessen und bei Rhein, und seine morganatische Ehefrau Fürstin Julia von Battenberg bewohnt, die es zwischen 1862 und 1867 weiter ausbauten – offenbar nach bereits 1846 entstandenen Plänen des inzwischen verstorbenen Georg Moller.

Alexander und Julia wurden die Begründer des Adelsgeschlechts Battenberg / Mountbatten. Auf Grund der weitreichenden dynastischen Verbindungen der Familie war das Schloss bis 1914 Mittelpunkt regelmäßiger Besuche des russischen Zarenpaars und Treffpunkt von Königen, Fürsten und Diplomaten.

Nach dem Ende der Monarchie gelangte das Schloss zunächst in bürgerlichen Privatbesitz, bevor Mitte der 1930er Jahre zum Ausgleich von Steuerschulden der hessische Staat Eigentümer wurde. Nach einem Umbau des Inneren beherbergte die Anlage jahrzehntelang verschiedene Fachschulen und Institutionen, zuletzt war es bis 2011 Sitz des Amtes für Lehrerbildung.

Seit 2012 ist im Schloss ein Trauzimmer der Gemeinde Seeheim-Jugenheim eingerichtet. Der Gartensaal wird ab und zu für Kunstausstellungen und Konzerte genutzt. Eine Stiftung will das Schloss in Zukunft im Sinne der Denkmalpflege für Kunst und Kultur nutzen.[2]

Umgebung[Bearbeiten]

  • Die das Schloss umgebende Parkanlage wird zwar heute nicht mehr wie das nahe gelegene Fürstenlager (Bensheim-Auerbach) in besonderem Maße landschaftsgärtnerisch betreut, aber der aufmerksame Besucher wird kaum den stattlichen Mammutbaum (Sequoioideae) vor dem Hauptgebäude übersehen können, der nur wenige Meter kleiner als der angeblich größte Deutschlands im schon genannten Fürstenlager ist. Auch Ginkgobäume und andere bis heute exotische Pflanzen kann das geübte Auge auf dem Heiligenberg erkennen. Der ursprüngliche Park überspannte eine viel größere Fläche als das heutige eingezäunte Areal.
  • Klosterruine: In unmittelbarer Umgebung befinden sich die Reste des kleinen Nonnenklosters, das vermutlich an der Stelle eines befestigten Herrenhofes aus dem 11./12. Jahrhundert errichtet wurde und von 1263 bis 1413 bestand. Es wird angenommen, dass Konrad II. von Bickenbach und seine Frau Ruda von Falkenstein das Kloster stifteten. Es beherbergte nur wenige Nonnen. 1413 wurde es aufgehoben und verfiel. Die kleine Klosterkirche wurde vermutlich noch ein Jahrhundert lang benutzt.
  • Zentlinde: Direkt daneben steht die Zentlinde, die an die 1000 Jahre alt sein dürfte. Vom 13. bis 16. Jahrhundert tagte hier das Zentgericht.
  • Das Wahrzeichen Jugenheims, das Goldene Kreuz, wurde 1866 zum Gedenken an die vormalige Bewohnerin Großherzogin Wilhelmine errichtet und von ihren Kindern am 28. Mai 1866 eingeweiht. Es steht auf einem Sockel aus schwarzem Syenit und ist etwa sieben Meter hoch. Mit seiner Blattvergoldung ist es von weitem aus der Rheinebene zu sehen. Neben dem Kreuz steht das 1894 fertiggestellte Mausoleum der Familie von Battenberg. Es wurde für Prinz Alexander († 1888) und seine Frau Julia († 1895) errichtet. Kreuz und Mausoleum sind nur nach Voranmeldung zu besichtigen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHeiligenberg, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 17. Februar 2014, abgerufen am 15. Juni 2014.
  2. Schloss Heiligenberg öffnet sich. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Mai 2013, Seite 48.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Biller: Burgen und Schlösser im Odenwald. Ein Führer zu Geschichte und Architektur. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1711-2, S. 62–64.
  • Hessendienst der Staatskanzlei (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 329.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Heiligenberg (Jugenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Klosterruine Heiligenberg (Jugenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.7513888888898.6475Koordinaten: 49° 45′ 5″ N, 8° 38′ 51″ O