Julia Hauke

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Julia Hauke, Fürstin von Battenberg, mit ihrem Ehemann, Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt
Julia Hauke
Wappen der Grafen Hauke

Julia Hauke (später auch Julie von Hauke genannt, * 12. November 1825 in Warschau; † 19. September 1895 auf Schloss Heiligenberg bei Jugenheim) war die morganatische Ehefrau von Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt, Mutter von Fürst Alexander von Bulgarien und Stammmutter des zweiten Hauses Battenberg (nachmals auch: Mountbatten).

Leben[Bearbeiten]

Julia Hauke kam in Warschau als Tochter des Grafen Hans Moritz Hauke (1775–1830) und dessen Frau Sophie, geborene Lafontaine, zur Welt. Ihr Vater war Deutscher und Berufssoldat und hatte mit Napoleons Armeen in Österreich, Italien, Deutschland und Spanien gedient. Ab 1815 diente er in der Armee Kongress-Polens. Zar Nikolaus I. ernannte ihn zum Stellvertretenden Kriegsminister von Kongress-Polen und erhob ihn in den Grafenstand. Während des Novemberaufstands von 1830 wurde er, als er zur Verteidigung des polnischen Generalgouverneurs Großfürst Konstantin eilte, von den Aufständischen vor den Augen seiner Frau und seiner drei Kinder getötet. Seine Witwe starb kurz darauf am Schock, und die Kinder wurden Mündel des Zaren.

Die junge Gräfin Julia Hauke wurde Hofdame der aus dem Haus Hessen stammenden Zarin Maria Alexandrowna, Gemahlin des Zaren Alexander II.. Bei Hof in St. Petersburg lernte sie den Bruder der Zarin, Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt, kennen. Da der Zar einer Ehe seines Schwagers mit einer Hofdame nicht zustimmen konnte, verließen die beiden den Hof und reisten nach Breslau. Dort heirateten sie am 28. Oktober 1851. Julia war zu diesem Zeitpunkt bereits im fünften Monat schwanger.

Als Tochter eines neugeadelten Grafen war sie ihrem Gatten standesmäßig nicht ebenbürtig und die Ehe war daher morganatisch. Julia, in Darmstadt nunmehr Gräfin Julie von Hauke genannt,[1] erhielt 1851 von ihrem Schwager, Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt, den damals vakanten Titel einer Gräfin von Battenberg mit dem Prädikat „Erlaucht“ und wurde von ihm 1858 zur erblichen Fürstin von Battenberg mit dem Prädikat „Durchlaucht“ erhoben. Battenberg wurde damit der Name eines jüngeren, nicht thronberechtigten Zweiges des Hauses Hessen.

Julia von Battenberg konvertierte im Mai 1875 von der römisch-katholischen zur evangelischen Konfession.

Nachkommen[Bearbeiten]

Julia und Alexander hatten fünf Kinder:

  1. Marie Karoline (* 15. Februar 1852 Straßburg[2], † 20. Juni 1923 Schloss Schönberg) ∞ 1872 Graf Gustav Ernst zu Erbach-Schönberg.
  2. Ludwig Alexander (* 24. März 1854 Graz, † 11. September 1921 in London), seit 1917 Louis Mountbatten, 1. Marquess of Milford Haven, ∞ 1884 Prinzessin Viktoria von Hessen-Darmstadt (1863–1950); Nachkommen unter anderem Königin Louise von Schweden und Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma.
  3. Alexander Joseph (* 5. April 1857 Verona, † 17. November 1893), vom 29. April 1879 bis 7. September 1886 regierender Fürst von Bulgarien, abgedankt und zum Grafen von Hartenau ernannt, ∞ 1889 Johanna Loisinger.
  4. Heinrich Moritz (* 5. Oktober 1858 Mailand, † (gef.) 20. Januar 1896), ∞ 1885 Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland (1857–1944); und erhielt den Titel Königliche Hoheit. Seine Nachkommen waren unter anderem Prinzessin Victoria Eugénie von Battenberg, spätere Königin von Spanien. Seine Kinder lebten im Vereinigten Königreich; der älteste Sohn wurde 1917 zum Marquess of Carisbrooke ernannt, starb aber ohne männliche Erben und der Titel erlosch mit ihm.
  5. Franz Joseph (* 24. September 1861 Padua, † 31. Juli 1924), ∞ 1897 Prinzessin Anna Petrovich-Niegosh von Montenegro. Die Ehe blieb kinderlos.

Der älteste Sohn von Julia und Alexander, Ludwig Alexander, wurde britischer Staatsbürger und anglisierte, auf Grund der deutschfeindlichen Stimmung im Ersten Weltkrieg, seinen Namen von Battenberg zu Mountbatten (eine direkte Übersetzung); ebenso seine Neffen, die Söhne von Heinrich Moritz und Beatrice. Die Familie verzichtete auf alle deutschen Titel und wurde von ihrem Cousin, König Georg V., mit britischen Adelstiteln bedacht: Louis wurde Marquess of Milford Haven mit zusätzlichen Würden des Earl of Medina und Viscount Alderney, während Alexander, der Sohn Heinrichs, Marquess of Carisbrooke wurde.

Gegenwärtig besteht nur noch die Linie Milford Haven. Das Haupt der Familie Battenberg-Mountbatten ist George Mountbatten, 4. Marquess of Milford Haven (* 1961).

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckhart G. Franz, Das Haus Hessen: Eine europäische Familie, Kohlhammer, Stuttgart 2005 (S. 164-170) ISBN 3-17-018919-0
  • Almanach de Gotha, Gotha 1931

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grossherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1851
  2. Um den Skandal zu verbergen, dass ihre Mutter bei ihrer Heirat bereits im fünften Monat schwanger war, wurde offiziell für die Geburt angegeben: 15. Juli 1852, Genf, ein Datum, dass sich zahlreich auch in der Literatur findet. Zu dem tatsächlichen Geburtsdatum vgl.: Michel Huberty: Allemagne dynastique. Bd. 1, Le Perreux 1976, S. 216, u. Nachtrag: Bd. 2, S. 626; Rainer Maaß: Die Sehnsucht nach dem Absolutismus. Das Geschichts- und Kunstinteresse Großherzog Ludwigs III. von Hessen und bei Rhein. In: Bernd Heidenreich u.a. (Hrsg.): Kronen, Kriege, Künste. Das Haus Hessen im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt 2009, S. 84-118 (122).